Samstag, 1. November 2014

Fortbildungstagung der lutherischen Kirche in El Alto

Kirchenpräsident Emilio Aslla Flores
Am Reformationstag und an Allerheiligen trafen sich in der Kirche „El Sinai“ aus allen Regionen Boliviens Pastoren, Laienprediger und Verantwortliche aus den Kirchengemeinden der lutherischen Kirche. „Oft können wir uns nicht treffen“, sagt Emilio Aslla Flores, Kirchenpräsident der lutherischen Kirche. „Einige haben lange Fahrten hinter sich, um teilzunehmen. Umso wichtiger sind solche Begegnungen wie zum Reformationstag, dass wir uns unserer lutherischen Identität in Bolivien vergewissern.“ Das ist eine Herausforderung, denn die Kirche muss unterschiedliche Kulturen und Sprachen integrieren. „Gemeinsam Kirche zu sein mit Aymara, Quechua und anderen ist für uns eine bleibende Herausforderung,“ sagt Emilio. „Seit einiger Zeit spürt man auch einen charismatischen Einfluss in einigen Gemeinden der Kirche. Hier müssen wir sehr gut miteinander arbeiten, was integrierbar ist und was nicht.“ Dabei weiß er aus den Erfahrungen anderer lutherischen Kirchen in Lateinamerika, dass es da zu erheblichen Spannungen kommen kann. „Das wollen wir vermeiden. Deshalb ist es wichtig für uns, dass wir unsere Pastoren und Laienprediger gut fortbilden und ihnen deutlich machen, dass die reformatorische Bewegung auch eine Bildungsbewegung ist.“ Er berichtet, wie gerade bei der Frage der Ausbildung von Pastoren Nachfragen kamen hinsichtlich der reformatorischen Erkenntnis des Priestertums aller Gläubigen. „Einige meinen, dass man dann doch sofort und ohne Ausbildung Pastor sein könne“, berichtet Emilio. „Daran arbeiten wir! Aus- und Fortbildung muss sein. Ohne das keine lutherische Kirche!“
Derzeit erarbeitet die Kirchenleitung eine neue Struktur für die Theologenausbildung. An dem ökumenischen Institut ISEAT in La Paz haben viele Pastoren Kurse belegt. Immer wieder gab es Kritik aus der lutherischen Kirche an dem theologischen Profil. "Wir müssen genau überlegen, was wir mit ISEAT zusammen machen können und was nicht", sagt Emilio. Auf jeden Fall wird die lutherische Kirche kein eigenes Ausbildungsinstitut eröffnen.

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