Freitag, 9. Januar 2015

Gottes Welt braucht Vielfalt - auch und gerade im Glauben! - Beispiel: Ägypten

Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Ägypten warnte kürzlich erneut vor einem Nahen Osten ohne Christen. Ohne sie würde die Region an Vielfalt verlieren. Das würde zu weiteren Konflikten und Spannungen führen.
Im Nahen Osten - „Wiege des Christentums“ - leben derzeit rund 15 Millionen Christen. Die Mehrheit ist muslimisch. Während Christen in der Region im Jahr 1900 schätzungsweise 25 Prozent ausmachten, sind es heute nur noch fünf Prozent mit abnehmender Tendenz. Neben Gewalt, Bürgerkrieg und Terror liegen die Gründe bei Flucht, Vertreibung und Auswanderung. In Ägypten haben seit 2011 ca. 100.000 Kopten das Land verlassen. Seit 1960 sollen ca. 12 Millionen Kopten gegangen sein.
Die Angst vor der Vielfalt der Welt, vor Unterschiedlichkeit der Kulturen und der Religionen führt in letzter Konsequenz zu Enge und in der Folge oft zu Gewalt. Das sieht der koptische Bischof so.
Reformierte Kirche in Mallawi, Ägypten
Das betont auch der Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) Dr. Michael Bünker: „Gottes Zerstreuung der Menschen, die die ethnische Vielfalt zur Folge hatte, ist nicht bloß eine Strafe, sondern auch eine Rettungstat für die Vielfalt des Lebendigen, die schon in der Schöpfung angelegt ist… Nicht die Einheit, für die das Andere, das Fremde und das Unterschiedliche assimiliert oder ausgestoßen werden muss, ist das Fundament des menschlichen Lebens, sondern die Vielfalt, die freilich immer nur Stückwerk und Fragment bleibt.“
Das GAW unterstützt evangelische Minderheiten im Nahen Osten - so auch gerade in diesem Jahr 2015 den Wiederaufbau einer niedergebrannten reformierten-koptischen Kirche in Mallawi in Ägypten. Ca. 10% der ägyptischen Bevölkerung gehören den Kopten an. 1% gehören davon zur reformierten Kirche. Sie hatte auch unter Gewalterfahrung nach dem arabischen Frühling zu leiden. Kirchen wurden abgebrannt. Auch das reformierte Krankenhaus in der Nähe Kairos wurde bedroht. Aber letztlich gemeinsam von Muslims und Christen geschützt.
Helfen Sie mit beim Wiederaufbau der Kirche in Mallawi!


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