Freitag, 16. Oktober 2015

Die Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien ist eine Kirche im ständigen Dialog

Das Haus der Kirche - der VPKB

 "Unsere Vereinigte Protestantische Kirche in Belgien (VPKB) ist eine Kirche, in der es sehr wichtig ist, immer im Dialog zu sein. Denn," so der Synodalpräsident Pastor Steven Fuite, "unsere Kirche ist eine Kirche, die sehr divers ist. Es gibt drei verschiedenen Sprachen - französisch, flämisch, deutsch -, und damit gibt es unterschiedliche kulturelle Prägungen. Zudem gibt es auch eine große Bandbreite theologischer Prägungen - von liberalen bis hin zu evangelikalen. Dadurch ist die VPKB eine kongregationalistische Kirche. Man muss permanent im Gespräch bleiben. Die konfessionelle Prägung der gesamten Kirche tritt da in den Hintergrund."

Im Gespräch erläutert Fuite, wie es gelungen ist im Juni 2015 auf der Synode der VPKB eine mehrheitliche Entscheidung zum Thema „Homosexualität und das Pfarramt“ zu treffen. 45 Synodale stimmten dafür, 16 dagegen bei 7 Enthaltungen, dass Homosexualität kein Kriterium sei, um jemanden aus dem Pfarramt auszuschließen. Im Vorfeld der Synode wurde das Thema in der gesamten Kirche bis zur Gemeindeebene diskutiert. Die Entscheidung ist eine Empfehlung, denn jede Gemeinde hat das Recht, die Person ins Pfarramt zu wählen, die sie möchte. Der Synodenbeschluss spricht von Einheit in der Verschiedenheit. So ist letztlich auch die Kirche zu verstehen - bei aller Verschiedenheit bleibt man zusammen. 

In der Mitte Steven Fuite
"Mit dieser Form in einer Kirche zu diskutieren und im Dialog zu sein, stehen wir in Belgien fast alleine da. Gerade in ethischen Fragen neigen alle anderen Kirchen zu sehr konservativen Positionen", so Fuite.
Dialogfähigkeit ist insbesondere nötig in der ARPEE (Dachorganisation aller evangelischen Kirchen in Belgien). Sie ist das Gegenüber zu Staat, denn der Staat hat kein Interesse daran, mit allen protestantischen und evangelikalen Kirchen einzeln zu sprechen um Themen gemeinsamen Interesses zu diskutieren. 
Derzeit beschäftigt die Kirche die große Herausforderung der Flüchtlingskrise. In zahlreichen Gemeinden gibt es gemeindediakonische Hilfen. Jetzt überlegt die Kirche, wie sie bei langfristigen Überlegungen der Integration helfen kann. Angedacht wird eine regelmäßige Sonderuntzerstützung durch jedes Kirchenmitglied, sei es 10, 20, 30 oder 50 Euro monatlich für einen Flüchtlingssonderfonds. Hier geht es z.B. um Hilfen, eine Wohnung zu bekommen.
Zur VPKB gehören 45.000 Gemeindemitglieder in 110 Gemeinden. Sie werden von 85 PfarrerInnen betreut, die alle Anspruch auf ein staatliches Gehalt haben.

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