Freitag, 4. Dezember 2015

Es ist ein Wunder, dass es evangelisches Leben in Syrien noch gibt!

Pfarrer Haroutune Selimian
"Wir sind derzeit mit sehr vielen Problemen konfrontiert", berichtet Pastor Haroutune Selimian, Pfarrer der presbyteriansichen Bethel-Gemeinde in Aleppo und Präsident der armenischen-presbyteriansichen Gemeinden in Syrien auf einer Tagung der armenischen Christen in Frankreich. "Der Teufelskreis der Gewalt hat die beiden größten Städte Syriens - Damaskus und Aleppo - völlig verändert. Einst wohnte in beiden Städten die Hälfte der syrischen Bevölkerung. Der tägliche Beschuss und das gegenseitige Beschießen und Bombenwerfen hört nicht auf. Alle Menschen stehen unter einer extremen Anspannung und wir wissen, dass es immens schlimm ist, was geschieht. Als einzelne Menschen fühlen wir uns mental wie gefoltert."
Weiter berichtete Selimian, dass inmitten des Bürgerkrieges die evangelische Kirche ihre Aktivitäten weiterführt. Insbesondere der Erhalt der Schulen und die Medizinhilfe sei wichtig. "Unsere Kirche ist aktiv dabei, die Sorgen und Nöte der Gemeinden und ihrer Mitglieder ernst zu nehmen und Hilfe zu leisten. Das das noch möglich ist grenzt an ein Wunder!" Zum Schluss hat er einen Wunsch: "Ich bitte Gott, dass der Krieg in Syrien ein Ende haben möge und das Leben der Menschen leichter werden möge."
Hilfsgüterverteilung in Aleppo
Das GAW sammelt für die Arbeit der syrischen evangelischen Gemeinden. Gerade konnten wir wieder für Gemeinden in Aleppo und Homs eine Unterstützung überwiesen. Diese Zusammenarbeit werden wir auch in Zukunft fortsetzen, denn die Glaubensgeschwister brauchen unsere Solidarität. Es ist wirklich ein Wunder, dass sie noch vor Ort sind und für die Bevölkerung arbeiten. Denn alle Hilfen, die Schulen, die medizinische Versorgung richten sich an alle Menschen - ohne Unterschied.
In der kommenden Woche trifft GAW-Generalsekretär Enno Haaks Pfarrer Selimian in Beirut, um die bisherigen Hilfen zu besprechen und die zukünftige Arbeit abzustimmen.


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