Freitag, 11. Dezember 2015

Evangelische leben und überleben im syrischen Homs!

Pastor Mofid in der Kapelle des Altersheims (2 v.l.) 
Als der Krieg Homs im Februar 2012 erreichte, da hat ein Großteil der 70.000 Bewohner der Altstadt das Gebiet verlassen. Auch die evangelische Kirche befindet sich in der Altstadt - wie fast alle christlichen Kirchen. "Erst im Mai 2014 konnten wir wieder zu unsere Kirche gelangen", sagt Pastor Mofid Qarajili. "Sie war zerstört. Und wir wollen zum Weihnachtsfest 2015 das erste Mal hier wieder als Gemeinde gemeinsam Gottesdienst feiern."
Vor wenigen Tagen erst haben die letzten Rebellengruppen die Stadt verlassen. "Sie ist wieder sicher", berichtet Pastor Mofid bei einem Treffen in Beirut. "Wir hoffen und beten, dass da so bleiben möge, denn wir brauchen nichts anderes als Frieden in unserem Land und keinen Krieg! Helft uns, dass der Krieg endlich stoppt", bittet er.
700 Meter Luftlinie entfernt von dem Kirchengebäude befindet sich das Altersheim der evangelischen Gemeinde - direkt neben der evangelischen Schule, die ursprünglich Mal 1.500 SchülerInnen Raum bot. "Es ist eine der gößten und besten Schulen des Landes! Wir konnten nach einigen Monaten heftiger Kämpfe die Schule wieder eröffnen, als das Gebiet unter der Kontrolle der Regierungstruppen kam", berichtet Pastor Mofid. Mit Hilfe des GAW wurden dringende Reparaturmassnahmen durchgeführt, so dass die Schule bald wieder öffnen konnte. "Mit 500 Schülern haben wir dann das neue Schuljahr begonnen. Jetzt sind wir inzwischen wieder bei 1.000 und hoffen, im kommenden Schuljahr wieder die komplette Schülerzahl zu haben. Nur sind einige Lehrer geflohen und inzwischen in Europa..."
Trotz der Kämpfe ab 2012 blieb das Altersheim geöffnet. Einige Bewohner verließen das Haus. Es blieben 23. Sowohl Rebellen als auch Regierungstruppen erlaubten, dass die Mitarbeitenden die Frontlinie queren konnten, um zur Arbeit zu kommen. "Bald hatten wir wieder 43 BewohnerInnen", so Mofid. "Wir waren die einzige Einrichtung in Homs, die in der schlimmen Zeit geöffnet blieb. Auch unsere Gottesdienste verlegten wir in die Kapelle des Altersheimes. Und es kamen langsam immer mehr Gottesdienstbesucher. Inzwischen kommen sonntags an die 100 Gemeindemitglieder." Durch den Krieg hat die evangelische Gemeinde in Homs wie ein Wunder kaum Mitglieder verloren. Aber immer war das Leben in der Gemeinde, im Altersheim und der Schule durch Gewehrfeuer und Bomben begleitet. Die Leute sind weitgehend geblieben.
Das GAW will helfen, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben können und eine Perspektive und Hoffnung bewahren. Das Altersheim wird vom GAW derzeit mit einer größeren Spende unterstützt. Die Nothilfe für Syrien und die Evangelischen Gemeinden wird uns weiter begleiten. Helfen Sie mit: http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html !

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