Mittwoch, 9. Dezember 2015

Idomeni am 9. Dezember und die Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche Griechenlands

Savaas vor seinem LKW
Idomeni war wieder einmal in der "Tagesschau" präsent. Das Flüchtlingscamp an der mazedonischen Grenze wurde geräumt. In den letzten Tagen war klar, dass nur Syrer, Iraker und Afghanen durchkommen werden. Diejenigen, die anderen Nationalitäten angehören, sollten nach Athen gebracht werden.
Es geht das Gerücht um, dass sie in Abschiebungslagern, die Gefängnissen gleichen, untergebracht werden sollen. Dann gibt es keine Bewegungsfreiheit. Was sich daraus entwickelt, mag sich niemand vorstellen. Angeblich dürfen jetzt alle, die nicht über die mazedonsiche Grenze kommen, in Griechenland Asyl beantragen. "Nur", so Melitios Melitiadis, Moderator der Griechischen Evangelischen Kirche (GEK), "Das wird nur ein geringer Prozentsatz tun und Asyl bekommen. Obendrein nehmen Länder wie Pakistan keine Rückkehrer auf. Da gibt es schon konkrete Beispiele."
Sortieren der Hilfsgüter in Mylotopos
Eigentlich wollten wir heute - am 9. Dezember - Idomeni besuchen und das Engagement der GEK dort kennenlernen. Die GEK hat mit Lydia eine Sozialarbeiterin angestellt, die das hohe ehrenamtliche Engagement der Mitglieder der Kirche koordiniert. Im Februar war die GEK die erste Kirche, die Präsenz zeigte. Lydia arbeitet in Absprache mit der UN-Flüchtlingsorganisation zusammen. 
Schon vor Monaten hat die GEK einen Container in Idomeni installiert, an dem gleichzeitig viele Handys aufgeladen werden können.  Das ist für die Flüchtlinge eine ganz wichtige Überlebenshilfe. "Die Preise für das Handyaufladen gehen in Idomeni bei 5 Euro los", berichtet Lydia. Der Container bedeutet eine enorme Entlastung. Auch gibt es dort PC´s, die genutzt werden können. Zusätzlich hat die GEK für Durchsagen eine Lautsprecheranlage installiert.
Neben dieser Hilfe kommt aus der evangelischen Gemeinde Mylotopos jede Woche zwei Mal ein kleiner Lastwagen. Er bringt Lebensmittel, die leicht auf dem Weg zu transportieren sind. Und das schon seit Wochen - alles finanziert durch die Gemeindemitglieder. "Wir haben doch alles. Also können wir teilen", sagt Savvas, der den LKW und von seinen Obstplantagen immer wieder Früchte zur Verfügung stellt
"Wie es weitergehen wird, nachdem heute diese Polizeiaktion stattfand, müssen wir kurzfristig entscheiden. Auf jeden Fall müssen wir und werden wir flexibel reagieren!", sagt Lydia, die Flüchtlingskoordinatorin der GEK. "Diese Herausforderung wird uns noch weiter begleiten und wir sind gefordert!" Moderator Melitiadis ergänzt: "Es sind Menschen, für die Christus auch auf diese Welt gekommen ist. Nicht nur für uns!" 

Das GAW hat vor Kurzem die Flüchtlingsarbeit der GEK mit 5.000 Euro unterstützt. Wir werden es erneut tun! Helfen Sie uns dabei:  http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

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