Mittwoch, 23. März 2016

"Die Angriffe auf unsere Hoffnung dürfen nicht gewinnen!" - evangelisch in Aleppo

Pfarrer Selimian mit Kinder der Bethelschule
"Trotz des Bürgerkrieges und der Raketenangriffe haben wir es geschafft, unsere evangelischen-armenischen Schulen offen zu halten und damit „gegen den Strom zu schwimmen““, berichtet Pfarrer Haroutune Selimian von der evangelischen Bethelgemeinde in Aleppo. „Wir wollen der Angst und der Angriffe auf unsere Hoffnung keinen Raum geben!“ Derzeit werden 260 Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur 12. Klasse von 50 Lehrern in der evangelischen Bethelschule unterrichtet. „Unsere Schule gehört nach wie vor zu den besten – trotz des Krieges“, sagt Pfarrer Selimian.
„Trotz des sechsjährigen Krieges feiern wir ohne Unterbrechung unsere sonntäglichen Gottesdienste. In der Regel kommen um die 450 Gottesdienstbesucher. 250 evangelische Familien sind in Aleppo geblieben. Auch die Gruppenaktivitäten gehen weiter. All das ist ein starkes Zeichen der Hoffnung gegen die Angst. Und als Kirche haben wir die Verantwortung, den Menschen zur Seite zu stehen und ihnen Kraft, Trost und Beistand zu geben“, berichtet er weiter.
Gottesdienst in der Bethelkirche Aleppo
Selimian berichtet zudem von der Medizinstation, der "Bethel Poly Clinic“. Diese sei ein Zeichen der Solidarität mit allen Menschen in Not. Hier bekommt man Medikamente, erfährt medizinische Erstversorgung und Menschen mit chronischen Krankheiten werden versorgt. Diese Klinik wurde im Juni 2013 eröffnet auf dem Campus der Bethelkirche. „Seit die Klinik geöffnet hat, haben 2779 Patienten sie aufgesucht!“ 
Die gesamte evangelische armenische Gemeinschaft verteilt Lebensmittel und Trinkwasser. Ebenso bemühen wir uns um Wohnraum für die, die ihre Wohnung verloren haben. Studenten erhalten Unterstützung. „Eine wichtige Hilfe ist die Begleitung von durch den Krieg traumatisierten SchülerInnen“.
„35 evangelische Familien aus unserer Gemeinde haben das Land leider verlassen. Es ist zu verstehen, aber bei allem versuchen wir dennoch, Menschen durch unsere seelsorgerliche und diakonische Arbeit Perspektiven zu geben und wir hoffen und beten um Frieden, dass wir bleiben können und Christus hier dienen können! Wir danken allen – besonders dem GAW – für die Hilfe, die für uns Hoffnung auf Zukunft in unserem Land bedeutet! Und es bedeutet uns viel, dass wir uns im Glauben verbunden wissen! Eure helfenden Hände sind ein wirklicher Ostergruß!“

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