Mittwoch, 2. März 2016

Idomeni: "Wir helfen weiter! Aber es muss eine Lösung gefunden werden!"

Die Lage in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze droht zu eskalieren. Am 1. März setzten mazedonische Polizisten Tränengas gegen Flüchtlinge ein, die versuchten, den Grenzzaun niederzureißen. Pfarrer Meletis Melitiades von der Griechisch-Evangelischen Kirche, die seit Monaten gemeinsam mit anderen Organisationen humanitäre Hilfe in Idomeni leistet, schreibt: "Gestern (Anm. am 1. März 2016) waren ca. 8.000 Flüchtlinge in Idomeni. Derzeit kommt kaum einer über die Grenze. Deshalb gab es Unruhen und die schrecklichen Bilder, auf denen zu sehen war, wie Tränengas gegen die Menschen eingesetzt wurde, gingen um die Welt. Es sind viele Frauen und Kinder in Idomeni. Die Grenze ist geschlossen, doch trotzdem kommen jeden Tag noch 2.000 bis 3.000 Flüchtlinge in Griechenland an. Eine fürchterliche Situation. Unsere Regierung ist überfordert. Die Hilfsbereitschaft unter der Bevölkerung ist nach wie vor groß. Auch wir selbst bleiben dabei und unternehmen unsere wöchentlichen Fahrten nach Idomeni und bringen Essen, Kleidung und Medizin. Wir sind dem GAW dankbar, dass es unsere Arbeit in Idomeni unterstützt. Ohne diese Hilfe, hätten wir in Idomeni nicht schon über so eine lange Zeit helfen können. Wie es weitergeht, können wir nicht langfristig planen. Wir sind dankbar für alle Unterstützung unserer Arbeit dort."  
In Idomeni hat die Griechisch-Evangelische Kirche schon seit vielen Monaten einen
Container aufgestellt. Dort gibt es eine kostenlose Ladestation für Handys und die Möglichkeit Computer zu nutzen. Wöchentlich kommen Mitglieder der Gemeinde aus Mylotopos nach Idomeni, um Flüchtlinge zu versorgen und bei Nöten weiter zu helfen. "Das ist unsere Christenpflicht," macht Melitiadis deutlich, "gerade die Gemeinde in Mylotopos knüpft an ihre eigenen Fluchterfahrungen an." Nach dem Griechisch-Türkischen Krieg haben sich in Mylotopos im Norden Griechenlands evangelische Flüchtlinge griechischer Abstammung aus Asien angesiedelt, die jetzt zur Griechisch-Evangelischen Kirche gehören und in Idomeni helfen.
Melitiadis ist besorgt: "Es ist kaum vorstellbar, was passiert, wenn die derzeitige Situation noch länger andauert. Es muss eine gemeinsam europäische Lösung des Problems gefunden werden!"
Das GAW wird der Griechisch-Evangelischen Kirche bei ihrer diakonischen Flüchtlingsarbeit weiter zur Seite stehen!


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