Samstag, 5. März 2016

Not in Venezuela - und im Strassenkinderheim

rechts obere Reihe: Kirchenpräsident Pastor Gerardo Hands
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat Mitte Januar 2016 den wirtschaftlichen Notstand für sein Land ausgerufen. Er regiert nun per Dekret - zunächst auf 60 Tage begrenzt -, um grundlegende soziale Rechte im Bereich der Bildung, des Gesundheitssystem und im Wohnungssektor zu schützen und Kürzungen oder Einschnitte zu verhindern. Ob das gelingen wird? Denn die Lebensmittel- und Medizinversorgung ist nicht gesichert. Im Land mit den größten Ölreserven der Welt sind bestimmte Dinge wie Milch, Eier und einige Hygieneartikel seit Wochen immer schwerer zu bekommen. Es gibt Rationierungsmaßnahmen. Inzwischen hat Maduro den Benzinpreis anheben lassen. Dieser liegt traditionell niedrig. Von 1 Dollar-Cent soll er jetzt angehoben werden auf 15 Dollar-Cent. Wie darauf die Bevölkerung reagiert? Im Jahre 1989 gab es aus dem gleichen Grund Unruhen mit hunderten Toten.

Welche Auswirkungen die wirtschaftliche Not in Venezuela auf die Bevölkerung hat, das beschreibt eindrücklich der lutherische Kirchenpräsident Gerardo Hands, gleichzeitig Pfarrer in Valencia und verantwortlich für das Straßenkinderheim Casa Hogar, wo 18 Kinder und Jugendliche ein Zuhause gefunden haben. Durch die Not im Land ist das Heim gefährdet. „Es ist sehr, sehr anstrengend auf Grund unserer wirtschaftlichen Situation die Gemeinden zusammen zu halten und für die diakonischen Projekte der Kirche zu sorgen“, schreibt er. „Im Straßenkinderheim wollen wir mit dem Brunnenbau beginnen, um die Wasserversorgung zu sichern. Aber es fehlt an Material! Man bekommt es einfach nicht.“ Und er fährt fort: „Wir erleben, wie es mit der wirtschaftlichen Situation des Landes rapide bergab geht. In der Supermärkten kämpfen die Leute um die wenigen Lebensmittel, die es noch gibt. Oft sind die Regale in den Märkten leer. Medizin gibt es kaum noch. Ich fürchte eine soziale Revolte.“

Gerardo Hands hat jetzt in den Gemeinden der lutherischen Kirche zu einer Solidaritätskamapgne aufgerufen, um die Versorgung der Kinder des Straßenkinderheimes in den kommenden Wochen sicher zu stellen. Die Gemeindemitglieder sollen von ihren Vorräten etwas solidarisch abgeben, um die Versorgung des Heimes zu unterstützen. „Wir sind auf jede Geste der Solidarität dringend angewiesen!“ schreibt Hands.
In diesem Jahr unterstützt das GAW das Straßenkinderheim beim Bau eines Brunnens!


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