Donnerstag, 5. Mai 2016

Das schwierige Leben in Idomeni

Flüchtlingslager in Idoemeni
Präsidentin Wulz in Idomeni
Die Situation in Idomeni an der griechischen Grenze ist chaotisch. Das hat mehrere Gründe. Zunächst taucht der Staat als Ordnungsmacht kaum auf. Das „wilde“ Camp ist kein offizielles Flüchtlingslager und wird es nicht werden. Die Grenze wird sich nicht öffnen. Das ist unrealistisch. Realistisch ist, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge in Griechenland 1-2 Jahre bleiben werden müssen. Die rechtliche Lage ist unübersichtlich. 

In Idomeni gab es in den vergangenen Wochen immer wieder gewaltsame Versuche die Grenze zu stürmen. „Die Lage hat sich radikalisiert. Und sie wird auch durch verschiedene NGO´s politisiert, die von den griechischen Inseln kommend, in Idomeni eine neue Betätigung suchten. Es kommen auf den Inseln kaum noch Flüchtlinge an“, sagt Moderator Melitiadis von der Griechischen Evangelischen Kirche. „Wir haben als Griechische Evangelische Kirche beschlossen, dass wir nicht in Konkurrenz treten wollen zu den verschiedenen NGO´s“, fährt Melitiadis fort. „Ende April haben wir deshalb unsere Aktivitäten in Idomeni eingestellt.“ 15 Monate war die Kirche regelmäßig dort, hat Essen verteilt, eine Handyladestation errichtet, eine Lautsprecheranlage installiert. „Jetzt wollen wir Flüchtlingen Raum in unseren Gemeinden geben. Es geht um Integration und Begleitung.“
Und dann fügt er hinzu: „Bei all dem großen Engagement der vielen Freiwilligen hilft die protestantische Theologie uns, nüchtern zu bleiben – auch angesichts der Not, die keinen kalt lässt. Wir sind keine Heiligen, genau so wenig wie die Flüchtlinge. Griechen nutzen die Not der Menschen aus. Flüchtlinge machen ebenfalls Geschäfte, üben Gewalt aus – auch untereinander. Bei allem tut not, Gutes zu tun, nüchtern zu arbeiten da, wo Gott uns jetzt hingestellt hat.“


D

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