Montag, 9. Mai 2016

Theologenausbildung in Montpellier, Frankreich

Eingang zur Theologischen Fakultät
„200 Studierende sind in der EvangelischenTheologischen Fakultät in Montpellier eingeschrieben. 50 von ihnen studieren im Präsenzstudium. Allein 80 Studierende haben sich für ein Theologiestudium auf Distanz eingeschrieben“, berichtet Professor Vidal, Kirchengeschichtler und Missionswissenschaftler an der Fakultät. „Beim „e-learning-Studium“ sind wir noch in der Probephase, aber es ist eine große Chance auch darüber Präsenzstudierende zu bekommen“, fährt er fort. „Beispiele dafür gibt es schon. Wir sammeln derzeit Erfahrungen mit dem Programm und erleben, wie die Begleitung der Studierenden via Internet uns ganz neu herausfordert." Gekoppelt sind an das e-learning immer auch Blockseminare mit Präsenzpflicht.
Auch in Montpellier steht die Fakultät vor der Herausforderung, genügend Theologen für
Prof. Gilles Vidal (2. von links),
Dekan Prof. Dany Nocqet (re.) und
Quientin (zukünftiger GAW Stipendiat)
den kirchlichen Dienst zu finden und auszubilden. Derzeit machen zwischen 10 und 15 Studierende pro Jahr ihren Abschluss. Aber es ist nicht einfach, immer neue Studierende zu finden. Das ist in Montpellier genauso wie in allen evangelischen Kirchen  Europas. Deshalb sucht die Fakultät auch Kontakte zu anderen Fakultäten zum Austausch und zum gemeinsamen Lernen. Ende Juni diesen Jahres organisiert die Fakultät deshalb einen Kongress mit den evangelischen Fakultäten im Mittelmeerraum. Es geht um die Zukunft der Theologieausbildung  und die Herausforderungen der aktuellen Zeit, wie z.B. die Integration den Migranten in die
Hebräsischförderkurs
Kirchen und die Entwicklungen in den jeweiligen Regionen. Vertreter aus Portugal, Spanien, Frankreich, Italien und der Schweiz werden dabei sein.
In Montpellier gibt es die Fakultät seit 1919. Nach der Trennung von Staat und Kirche 1905 verlegte man die Fakultät von Montabaun – hier gab es wieder ab 1808 eine Fakultät nach der Aufhebung des Edikts von Nantes - nach Montpellier, um dichter an der Mehrheit der reformierten Gemeinden zu sein, die die Fakultät auch finanziell tragen konnten.
„Immer wieder gibt es Anfragen in der Synode der Vereinigten Protestantischen Kirche, ob es noch zeitgemäß sei, dass es sowohl in Paris als auch in Montpellier je eine Fakultät gibt“, berichtet Professor Vidal, „aber wir würden Studierende insgesamt verlieren, weil die mehrheitlich aus Südfrankreich kommenden reformierten Studierenden nicht unbedingt nach Paris gehen würden.“  

Das GAW hat der Sanierung der Kapelle unterstützt und fördert jährlich die theologische Bibliothek bei der Anschaffung neuerer Literatur.  Im kommenden Studienjahr wird nach längerer Zeit wieder ein Stipendiat aus Montpellier nach Leipzig kommen.

Mehr Infos auf Französisch über die Fakultät: www.iptheologie.fr

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