Mittwoch, 4. Mai 2016

Wer sich der Flüchtlinge nicht annimmt, ist kein Christ!

Im Haus von Paris Papageorgiou
"Nach dem griechisch-türkischen Krieg 1922 wurden unsere Leute vom Schwarzmeer gewaltsam vertrieben", erzählt Paris Papageorgiou aus Neotrapesonda - Neutrapzon. Der Name des griechischen Ortsteils von Katerini im Norden Griechenlands erinnert an die verlorengegangene Heimat. "Viele kamen bei der Flucht ums Leben, als sie Richtung Syrien geflohen sind. Etliche haben 8 Monate bis 1 1/2 Jahre in Syrien Zuflucht gefunden und wurden dort versorgt, bis sie schließlich nach Griechenland ausreisen konnten und bei Katerini eine neue Heimat fanden. "Wir wurden damals in Syrien aufgenommen", fährt Paris fort. "Heute, so sagen wir unseren syrischen Gästen, können wir euch das zurückgeben, was wir damals empfangen haben." Paris hat hat mit seiner Familie neun Syrern eine vorläufige Heimat gegeben. "Keiner weiß, wie lange sie bleiben müssen. Keiner weiß, ob, wie und wo sie mit ihren Familien wieder zusammenkommen können", sagt Paris. Deshalb ist die Begleitung durch die Gemeindemitglieder und die professionelle Hilfe so nötig. Die Gemeinde will jetzt eine Sozialarbeiterin anstellen und den Anwalt, der sich schon um die syrischen Flüchtlinge kümmert in Fragen zum Asyl und zur Familienzusammenführung, entsprechend entlohnen. Die Gemeinde Katerini selbst hat 33 Flüchtlinge aus den Flüchtlkingscamps wie z.B. Idomeni geholt. Sie will - wenn es irgendwie geht - mindestens 100 Flüchtlinge in Wohnungen in Katerini unterbringen und sie begleiten.
"Wer sich nicht der Flüchtlinge annimmt, der ist kein Christ!" so bekennt Paris - und alle Gemeindeältesten stimmen dem zu.

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