Freitag, 10. Juni 2016

Bundestagsentscheidung hat ungewollte Folgen in Syrien

Der Deutsche Bundestag hat Anfang Juni 2016 die Massenvertreibungen und Massaker an den Armeniern und christlichen Minderheiten im Jahre 1915 als das bezeichnet, was sie nach dem Maßstab der Genozid-Konvention der Vereinten Nationen waren: ein Völkermord. Das war sicherlich längst überfällig, denn das damalige Deutsche Reich hatte dafür als Verbündeter des Osmanischen  im 1. Weltkrieg eine Mitverantwortung. 
Am 4. Juni, kurz nach der Entscheidung des Bundestages, schrieb der armenische Pfarrer Selimian aus Aleppo/Syrien, dass nach dem Beschluss des Bundestages verstärkt die armenischen Wohngebiete von islamistischen Oppositionsgruppen unter Beschuss genommen wurden. Das hält noch an. "Es war letztlich eine politische Entscheidung", schreibt Selimian. "Ich will das nicht weiter kommentieren, aber derzeit bezahlen wir dafür..." 
Heute erreichen uns weitere Fotos aus Aleppo aus den vergangenen Tagen. Die Generalsekretärin des FMEEC Roseangela Jarjour mit Sitz in Beirut kommentiert die Situation: "Die Menschen leiden. Wasser und Lebensmittel in Aleppo zu bekommen ist sehr schwer. Auch die Kommunikation ist schwieriger geworden seit den erneuten Beschüssen. Die evangelischen Kirchen wurden bisher noch nicht getroffen. Aber Armenier sind den Rakentenangriffen zum Opfer gefallen. Ich habe die Pastoren sehr niedergeschlagen erlebt." Und sie fährt fort: "Diese Angriffe sind eine Folge der aggressiven türkischen Politik. Die Konsequenzen haben unsere Leute zu tragen, die schutzlos dem ausgeliefert sind." Sie betont, dass aus ihrer Sicht, die Entscheidung des Bundestages wichtig war und hoffentlich viele Länder dem deutschen Beispiel folgen werden.
Und dann bittet sie um unsere Gebete für die bedrängten Glaubensgeschwister, unsere Solidarität. "Wir brauchen euch!"


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