Donnerstag, 25. August 2016

Evangelischer Pfarrer aus Syrien berichtet



Mofid Karajili in der zerstörten Kirche
Mofid Karajili ist Pfarrer in Homs, Pfarrer einer arabischen reformierten Gemeinde. Ja, es gibt sie in Homs, immer noch und trotz allem. Vorher war Karajili Pfarrer in Idlib. Aber die Kirche von Idlib ist zerstört. Die Christen sind geflohen.

Also wurde er Pfarrer in Homs. Die Kirche dort war Rekrutierungsstelle der oppositionellen Islamisten. Vom Dach des Altersheims der reformierten Gemeinde aus konnte man die Kirche sehen. Sie stand auf der anderen Seite der Frontlinie.

Weihnachten 2015 geschah ein Wunder. Die Gemeinde feierte wieder Gottesdienst in ihrer Kirche. Sie hatte ein neues Dach bekommen und wurde in diesem Gottesdienst wieder eingeweiht.

In dieser Woche besuchen Mofid Karajili sowie das Theologen-Ehepaar Najla und Joseph Kassab Deutschland. Joseph Kassab ist Generalsekretär der Nationalen Evangelischen Synode von Syrien und Libanon mit Sitz in Beirut. Sie werden in Stuttgart, Leipzig, Leer, Hannover und Berlin mit Kirchen und kirchlichen Werken über die Hilfen für Gemeinden und Schulen in Syrien sprechen.

Die arabisch-reformierte Kirche in Homs mit neuem Dach

Mofid Karajili wird in der Kirche und in Öffentlichkeit davon berichten, was es heißt, zu säen. Zu bleiben, wenn andere flüchten, Jugendabende zu organisieren, wenn andere keine Hoffnung mehr haben.  Er ist dankbar dafür, dass die Hälfte der Gemeinde, die geblieben ist, mit mehr Treue kommt und mitarbeitet. Und dafür, wie sehr ihm und seiner Gemeinde aus dem Ausland geholfen wurde.
Zu Hause in Homs wird er weiter predigen, um die Gemeinschaft aufrecht und lebendig zu halten, für Menschen, die die Sprache aus der Offenbarung von Johannes in neuer Tiefe und Ernst verstehen.


Das Gustav-Adolf-Werk hat die reformierte Gemeinde in Homs, ihre Schule mit 1 500 Schülerinnen und Schülern sowie das Altersheim mehrfach unterstützt. Ein schöner Erfolg war der Aufbau einer Gemeindebibliothek. Mofid Karajili unterstreicht: „Lesen ist wie atmen. Es stärkt die Würde der Menschen und gibt Perspektive. Hoffentlich ist das stärker als jeder Terror!"


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