Montag, 12. September 2016

Flüchtlinge in Griechenland brauchen ein Dach über dem Kopf!

Besuch in einer Unterkunft für Flüchtlinge in Mylotopos
Schätzungsweise sitzen über 50.000 Flüchtlinge in Griechenland fest. Tausende von ihnen haben nahe Verwandte in anderen EU-Staaten. Eine Familienzusammenführung ist kompliziert, denn die Registrierung der Flüchtlinge dauert lange, die Prüfung von Asylanträgen verläuft sehr schleppend. Nach Aussage von ProAsyl könnten 60 bis 90 Prozent potentielle Antragsteller auf eine Familienzusammenführung im Rahmen der Dublin-Verordnung sein. Doch es fehlt an Mitarbeitern, die hier helfen könnten. In Griechenland arbeiten lediglich 13 Angestellte für Dublin-Familienzusammenführungen in der Asylbehörde. Nur ein bis drei Μal pro Woche – je nach Sprache – besteht die geringe Chance, einen Termin zur Asylantragstellung oder zur Beantragung einer Dublin-Familienzusammenführung zu erhalten.
Die Schließung der Grenze von Griechenland nach Mazedonien hat die Situation der Flüchtlinge auf dem griechischen Festland erschwert. Seit die Europäische Union (EU) den Flüchtlingspakt mit der Türkei am 18. März 2016 geschlossen hat, war besonders die Situation in dem Ort Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze angespannt. Dort waren über 10.000 Menschen gestrandet, die inzwischen zu neu errichteten Flüchtlingslagern in Nordgriechenland gebracht worden sind. UNHCR hat wiederholt die schlechten Lebensbedingungen, speziell auch in den neuen Lagern kritisiert.
In diesem Zusammenhang von Rückführung griechischer Flüchtlinge nach Griechenland zu spekulieren, ist unbarmherzig.
"Bei Koordinierungstreffen verschiedener NGO´s und UNHCR wurde intensiv auf den dringenden Bedarf von Unterkünften für Flüchtlinge hingewiesen. Gerade alleinreisende Frauen mit Kindern, die nun von den Inseln kommen, brauchen Unterstützung. Die Lager sind voll sind und nur wer für das relocation Programm der EU in Frage kommt, der kann mit einer Wohnung rechnen. Alle anderen landen auf der Straße. Ein Trauerspiel!" berichtet ein Mitarbeiter von Diakoniekatastrophenhilfe.
Hier setzt das Flüchtlingsprogramm der Griechischen Evangelischen Kirche an. In Volos, Katerini, Mylotopos und Athen stellt die Gemeinde Wohnungen zur Verfügung und bringt dort zahlreiche Flüchtlinge unter und versorgt sie. Eine Sozailarbeiterin, die mit Hilfe der Unterstützung des GAW und der Württembergischen Landeskirche angestellt werden konnte, koordiniert die Arbeit. 
Der Moderator der Kirche, Pfarrer Meletis Melitiadis, besucht vom 18.-20. September die Vertreterversammlung des GAW und wird über die Arbeit seiner Kirche für die Flüchtlinge berichten.

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