Dienstag, 27. September 2016

Platz für Flüchtlinge – auch in Estland



„Bald ziehen neue Leute in das alte Schulhaus in Risti ein. Ab Mitte Oktober wird dort eine junge syrische Familie wohnen, mit einem fünfjährigen Jungen und einem siebenjährigen Mädchen“, schrieb Pfarrerin Annika Laats auf der Facebookseite der evangelisch-lutherischen Gemeinde Harju-Risti. Mit Unterstützung des Staates und den Spenden aus der Gemeinde konnte eine kleine Wohnung in der ehemaligen Schule eingebaut werden. In ihrem Posting bat die Pfarrerin nun um Spenden für die Wohnungseinrichtung.
Das ehemalige Schulhaus, das zwischenzeitlich leerstand, hatte die Gemeinde 2014 gekauft. Im selben Jahr wurde dort ein „Zimmer des Freundes“ eröffnet, wo gegen Spenden gebrauchte Möbel und Kleider erhältlich sind. Daneben ist ein Tageszentrum für ältere Menschen entstanden. Das Gebäude wird Schritt für Schritt zu einem Diakoniezentrum ausgebaut. Neben zwei Wohnungen für Flüchtlinge sollen noch Unterkünfte für Familien in Schwierigkeiten entstehen sowie ein „Winterasyl“ für ältere Menschen aus einsamen Gehöften. 
Natürlich hat es auch in Risti Gegenstimmen und Gegenstimmung gegeben, als die Pläne für die Flüchtlingswohnungen bekannt wurden. Pfarrerin Laats hat unermüdlich um die Herzen der Menschen gekämpft. Sie hat Gespräche geführt und Diskussionen organisiert, für die Lokalzeitung Artikel geschrieben. Von der „nachhaltigen Güte“ sprach sie und erinnerte an ihre Oma, die 1944 nur zwei kleine Kinder und ihre Nähmaschine aus dem brennenden Haus retten konnte. Als Kriegsflüchtling war sie danach jahrelang auf die Barmherzigkeit fremder Menschen angewiesen.
Die Leitung der Gemeinde steht hinter ihrer Pfarrerin und dem Vorhaben.
Wir freuen uns im GAW über diese Entwicklung. Wir haben auch einen kleinen Anteil daran. Seit 1996 haben wir die Gemeinde mehrfach bei der Renovierung des Gemeindehauses unterstützt und sie auf diese Weise gestärkt. Auch 2017 werden wir der Gemeinde in Risti helfen: Im Projektkatalog 2017 werben wir um Spenden für den weiteren Ausbau und für die Renovierung der alten Schule, die heute das Diakoniehaus und Familien in Not beherbergt.

Keine Kommentare: