Mittwoch, 7. September 2016

Unterkünfte für Flüchtende – 2. Workcamp in Mylotopos, Griechenland



Mylotopos liegt etwa 1,5 Autostunden von Thessaloniki entfernt. Die Kommune (2 000 Einwohner, Griechisch-Evangelische Gemeinde mit 200 Gemeindegliedern), ist zum zweiten Mal Standort eines Workcamps, das vom GAW Württemberg unterstützt wird. Von den zehn ehrenamtlich Mitarbeitenden aus dem Schwabenland waren einige schon zum ersten Arbeitseinsatz im Mai 2016 dabei.

„Wir sind gut angekommen“, schreibt Pfarrer Nicolai Gießer, der dieses Workcamp vom  4. – 25. September leitet, wie schon das erste im Mai. „Und seit wir hier sind, werden wir von allen Seiten mit Essen ‚überschüttet’. Auf dem Küchentisch ist kein Platz mehr, weil sich dort Brottüten, Keksschachteln und mehrere Kisten mit Obst stapeln.“

Die evangelische Gemeinde vor Ort hatte gerade ein Gebäude gekauft, das das Team aus Württemberg mit Fachleuten vor Ort zu einem weiteren Flüchtlingsheim sanieren und wohnlich herrichten will. Dazu gehörten ein neues Dach, neue und größere Fenster, Innenausbau sowie Sanitäranlagen.

Der Montag sollte eigentlich der Orientierung dienen, was genau wo ist und was zu tun ist. Doch es ging gleich los. „Zusammen mit einem Griechen (der außer Griechisch keine andere Sprache spricht – und bei uns kann leider niemand Neugriechisch) haben wir die Wände im Inneren eingerissen. Gegen manche Teile mussten sich nur fünf Leute stemmen und sie sind umgefallen. Aller Schutt ging nach draußen – als Grundlage für ein Betonfundament, worauf der jetzt nicht mehr gebrauchte Container aus Idomeni gestellt wird – auch darin sollen Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen“, beschreibt Pfarrer Gießer die ersten Arbeitsschritte.

Das Dach haben die Griechen abgedeckt, mit einer halben Stunde waren alle Ziegel unten. Die deutschen Helfer haben sie nach draußen geschafft und die im Gegensatz zum Dach sehr stabilen Betonfuttertröge mit dem Abbruchhammer abgerissen, bis es zu regnen anfing und nicht mehr aufhörte.

Auch an der Wohnung, in der die Arbeitsgruppe im Mai beschäftigt war, soll es weitergehen. In den Sommermonaten sind dort das Bad gefliest, die Dach- und Wandfenster eingesetzt und die Bodenunterkonstruktion fertig gemacht worden. Es muss noch gestrichen und Laminat verlegt werden.

Das GAW Württemberg unterstützt diese Aktion ebenso wie weitere Aufbaulager, z.B. im August 2016 in Litauen mit namhaften Beträgen. Es versucht so, die Minderheitskirchen und Gemeinden gemäß dem Galaterbrief zu stärken.

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