Dienstag, 15. November 2016

Volle Kirche am Friedenssonntag in Aleppo


"Am vergangenen Friedenssonntag haben 250 Menschen unseren Gottesdienst in der evangelischen arabischen Gemeinde in Aleppo besucht", berichtet Pastor Ibrahim Nassir, "Die Menschen kommen vermehrt in die Kirche und suchen Trost, Halt und Gemeinschaft in dieser schweren Zeit." Zu seiner evangelischen Gemeinde gehören noch 140 Mitglieder, Menschen, die noch nicht geflohen sind.  "Aber es wird schwerer, sie zu überzeugen, dass sie bleiben!" ergänzt Ibrahim. Nach seiner Einschätzung überlegt die Hälfte seiner Gemeindemitglieder Aleppo zu verlassen.

Und er erzählt, wie am vergangenen Samstag dutzende Raketen auf das christliche Viertel im Westteil Aleppos abgefeuert worden sind. Es gab Tote und Verletzte. Das Überleben in Aleppo wird immer härter: Es gibt keinen Strom, wenig Medikamente, kaum Geld für Öl zum Heizen. "Das wird ein schwerer Winter", sagt Ibrahim Nassir. "Wenn die Kämpfe aufhören, und die radikalen muslimischen Gruppen Aleppo verlassen würden, dann würden die Christen bleiben", ist er sich sicher.
Ein großes Problem ist, dass die Menschen kaum Möglichkeiten zum Arbeiten und Geld verdienen haben und unter den derzeitigen Bedingungen zerschossene Wohnungen nicht repariert werden können. "Wir brauchen Solidarität! Das würde uns helfen: Unterstützung für Heiz- und Stromkosten, Hilfen bei der Reparatur von Wohnungen."

Die evangelische arabische Gemeinde unterhält eine Schule für 850 Schülerinnen und Schüler. Es ist nicht leicht, die Schule zu erhalten, die Lehrergehälter zu bezahlen und den Unterhalt für die Schule aufzubringen. "Wir brauchen Hilfe!" bittet Pastor Ibrahim Nseir.


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