Sonntag, 5. März 2017

Bei den Kongregationalisten Bulgariens

Im Gespräch mit den Vertretern der Kongregat. Kirche
Die Union der Kongregationalistsichen Kirche in Bulgarien gehört zu den ältesten evangelischen Denominationen in Bulgarien.
Sie ist Mitgliedskirche der Weltgemeinschaft Refomierter Kirchen und erhält für die Unterstützung der Pfarrer auch Hilfen von der Evangelischen Partnerhilfe.
Insgesamt hat sie ca. 3.700 Mitglieder in 35 eigenständigen Gemeinden und noch einmal entsprechend 35 Missionsgemeinden, die jeweils abhängig sind von den eigenständigen Gemeinden. 20 Pfarrer begleiten die Gemeinden, die unterschiedliche Größen haben.

Noch vor dem Ende der 500-jährigen osmanischen Herrschaft 1878 kamen 1856 die ersten protestantischen Prediger aus der Schweiz, Dänemark und Norwegen nach Bulgarien. 1857 folgten Methodisten (im Norden Bulgariens) und Kongregationalisten (im Süden Bulgariens) aus den USA. 
Der erste Fürst Bulgariens nach der Befreiung ALEXANDER von BATTENBERG war Lutheraner. Nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/1878 erlangte Bulgarien die Selbständigkeit. Mit dem Frieden von San Stefano wurden die Grundlagen für den modernen bulgarischen Staat gelegt.

Seit 1909 agieren Methodisten, Kongregationalisten und Baptisten in Bulgarien gemeinsam im Bund Evangelischer Kirchen. 

Insgesamt soll es schätzungsweise 200.000 "Evangelische" geben, wobei die Kongregationalisten mit ihren 3.700 Mitgliedern und die Methodisten mit ca. 1.500 Mitgliedern auch auf Grund ihrer strikten Mitgliederzählung zu den kleinen evangelischen Kirchen. Historisch sind sie am Längsten im Land vertreten.

Beide Kirchen arbeiten in der Evangelischen Allianz mit. Wichtig ist diese Zusammenarbeit, um gegenüber dem Staat mit einer Stimme aufzutreten, insbesondere wenn es um gemeinsame Interessen geht. In der Theologischen Ausbildung arbeitet man nicht zusammen, obwohl es sich anbieten könnte, in einem gemeinsamen ökumenischen Institut für die eigene Pastorenausbildung zu sorgen. Es gibt scheinbar lehrmäßig so große Differenzen, dass das derzeit nicht denkbar ist. So haben sich die Methodisten für ihren Theologenausbildung entschieden, sich in einer dreijährigen Ausbildung an die orthodoxe Fakultät in Sofia anzuschließen. Gekoppelt damit ist eine virtuelle Fernausbildung im methodistischen europäischen Kontext. Die Kongregationalisten haben sich einem Fernausbilungsprogramm der Presbyterianischen Kirche der USA angeschlossen und koppeln das in einer fünfjährigen Ausbildungsphase mit Präsenz und Begleitungsphasen in Bulgarien.

Auch die kleinen Kirchen sind konfrontiert mit den großen gesellschaftlichen Herausforderungen:
Landflucht, Migration ins Ausland, Integration der Roma, Armutsbekämpfung, Korruption im Land.

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