Donnerstag, 2. März 2017

Besuch bei der Bulgarischen Evangelischen Allianz

Gespräch mit der Bulg. Ev. Allianz
"Wir schätzen, dass es ca. 200.000 "evangelische" Christen in Bulgarien gibt", berichtet Pastor Dr. Nikolay Nedelchev, der noch bis Mai diesen Jahres Präsident der Bulgarischen Evangelischen Allianz ist. 95% von ihnen gehören Frei- oder Pfingstkirchen an. Erstmals hatten sich 1909 die protestantischen Denominationen unter dem Namen „Union der Evangelischen Kirchen“ zusammengeschlossen. 1948 wurden alle Führer dieser Union von der kommunistischen Regierung für Jahre inhaftiert. Am 10. Mai 1993 wurde die Organisation unter der Bezeichnung „Bulgarische Evangelische Allianz“ neu gegründet. 1997 wurde sie durch die neue Regierung des rechtskonservativen Parteienbündnisses „Vereinigte Demokratische Kräfte“ (ODS) offiziell anerkannt. Zur Bulgarischen Evangelischen Allianz gehören derzeit 12 Denominationen, zu deren Aufgaben u. a. die Vertretung der Kirchen gegenüber dem Staat gehört. Ansonsten ist die Verbindung relativ lose, da es doch teilweise erhebliche lehrmäßige Differenzen zwischen ihnen gibt. Auch in der Theologieausbildung geht man eher getrennte Wege.
Es wird Zeit für einen Generationenwechsel in der Allianz - hört man von verschiedenen Seiten. Nach der politischen Wende habe die Gründerväter eine Menge geleistet. Nun gilt es aber neu zu schauen, wie die evangelische Präsenz im Lande gestärkt werden kann. Dafür werden derzeit Kandidaten gesucht.
Die Mehrheit der Bevölkerung (85 % Bulgaren, 9 % Türken, 5 % Roma, 2 % Russen, Armenier, Aromunen und Griechen) gehört nach offizieller Statistik zur Bulgarisch-Orthodoxen Kirche. Tatsächlich liegt die Zahl bei 76 %. 10 % der Bevölkerung sind Muslime. Religiöse Minderheiten sind 1 % Protestanten, Katholiken, armenisch-gregorianische Christen und Juden.
Bisher war Ansprechpartner des GAW für die Projektzusammenarbeit die Evangelische Allianz. das wird sich zukünftig wohl ändern müssen. Das GAW sondiert derzeit, wer denn nach dem Leitwort als Galater 6,10 "Glaubensgenossen" sind, d.h. Partnerkirchen. Wahrscheinlich wird die Kongregationalistische Kirche und die Methodistische Kirche zu einer stärkeren Zusammenarbeit eingeladen. 

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