Donnerstag, 30. März 2017

Diaspora zielt auf eine offene und öffentliche Kirche

Bischof Dr. Michael Bünker
Der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich Dr. Michael Bünker schreibt  "Mit dem begriff Diaspora soll in ekklesiologischer Grundierung eine christliche Minderheitskirche bezeichnet werden, die ihren soziologischen Status nicht bloß als äußerlichen Faktor versteht, sondern ihn positiv aufgreift und sich selbst als von Gott in die besondere Situation gesandte, ins "Ackerfeld der Welt ausgestreute" Kirche versteht. Wilhelm Dantine (1911-1981), Professor für Systematische Theologie an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Wien, hat das Thema der Diaspora zeitlebens beschäftigt. Für ihn war das Ausgestreut-Sein der Kirche im Ackerfeld der Welt biblisch begründet und damit kein zu bedauerndes Geschick, sondern eine mutig anzupackende Herausforderung für die Kirche. Kirche als Diaspora ist also sowohl ein Hort der Tradition wie auch ein Ort der Veränderung und Chance zur Innovation... Mit dem begriff Diaspora lässt sich also eine Minderheitskirche bezeichnen, die sich selbst als öffentliche Kirche versteht und das als ihren Auftrag lebt. Kirche als Diaspora zielt also auf eine offene und öffentliche Kirche." (aus: Michael, Bünker, "Unruhe des Glaubens",Wien 2014, S. 273f)

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