Mittwoch, 15. März 2017

Waldenser in Calabrien

Pastor Hansen vor seiner Kirche
 
In Calabrien, im Süden Italiens, gibt es noch drei Waldensergemeinden. Ursprünglich gab es  im 13. Jahrhundert eine Besiedlung durch Waldenser im Süden . Sie hatten mehrere Städte gegründet und konnten relativ frei ihren Glauben leben. Das änderte sich, nachdem sich im 16. Jahrhundert die Waldenser der reformatorischen Bewegung anschlossen und sie einen evangelischen Pfarrer  bekamen. Auf einmal wurden sie sichtbarer. Das weckte die Aufmerksamkeit der Inquisition. Die letzten Waldenser wurden schließlich nach blutigen Verfolgungen 1561 aus der Region vertrieben. Erst mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts siedelten sich wieder evangelische Christen an und gründeten Gemeinden. Eine Besonderheit  bildet da die Gemeinde in Catanzaro. Sie wurde von Methodisten aus Nordamerika 1912 gegründet, dann an die Baptisten übergeben und schließlich, nachdem diese aus Nordamerika keine Unterstützung mehr bekamen den Waldensern anvertraut. Seit 1954 gehört sie zur Waldenserkirche. In den letzten Jahren ist die Mitgliederzahl bei 85 Mitgliedern – mit Sympathisanten ca. 130 Personen – relativ stabil geblieben, weil immer wieder auch Katholiken  und Pfingstler den Weg zu der ökumenisch offenen Gemeinde finden. Und das bei sinkender Bevölkerungszahl…   Calabrien gilt als strukturschwache Region. Die Jugendarbeitslosikgkeit liegt bei  über 30%. Viele junge Menschen wandern ab. Das wird wahrscheinlich so anhalten.  Man schätzt, dass von den 1,5 Millionen Einwohnern Calabriens  bis 2025 noch zahlreiche Menschen gehen werden. In diesem Kontext evangelische Kirche zu sein ist eine Herausforderung.
Dennoch verzagt die kleine Waldensergemeinde  nicht. Giampiero,  Gemeindepräsident In Catanzaro, ist dennoch nicht mut- und hoffnungslos. „Es gibt doch so viel zu tun. In meinen Kindergottesdienst kommen immer über 10 Kinder.  Und außerdem sind wir gerufen hier und jetzt unseren Glauben nach außen zu zeigen. Für mich heißt das in jedem Menschen egal welcher Hautfarbe, welcher Herkunft und welchen Glaubens den Nächsten zu sehen, den Gott liebt. Und wenn wir weniger werden, dann gilt es, das anzunehmen und Glauben zu bezeugen.

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