Donnerstag, 8. Juni 2017

Chaos in Venezuela

Proteste in Valencia
"In unserer evangelischen Schule waren in den vergangenen Tagen höchsten 10% der Schüler anwesend auf Grund der Proteste und der großen Versorgungsprobleme im Land. Am 7. Juni starben im Krankenhaus in Valencia vier Säuglinge, weil sie nicht mit Sauerstoff versorgt werden konnten. Die Gewalt nimmt zu auf den Strassen - von allen Seiten. Mindestens 60 Menschen sind seit Beginn der großen Proteste ab April getötet worden, mindestens 1.000 Menschen wurden verletzt und mindestens 2.000 Menschen wurden verhaftet. Das ganze nimmt bürgerkriegsähnliche Zustande an. In den drei Bundesstaaten Barinas, Tachira und Mérida wurde das Militär inzwischen mobilisiert," das berichtet Pastor Gerado Hands aus Venezuela. Es ist inzwischen schwerer geworden, Internet zu nutzen und eMails zu versenden, da das Internet regelmäßig ausfällt. Das Land befindet sich in einem dramatischen Zustand.
Seit April gehen Menschen auf die Strasse un protestieren gegen Präsident Nicolás Maduro.
In der Bevölkerung herrscht große Wut über die Wirtschaftskrise in dem ölreichen Land, die Lebensmittel und Medikamente knapp werden lässt. Maduro wird vorgeworfen wie ein Diktator zu herrschen. Er selbst sieht eine Verschwörung der Opposition und des Auslands hinter den Demonstrationen. Neuwahlen werden gefordert in der Hoffnung, dass dadurch das tiefgespaltene Land wieder auf die Beine kommt. Maduro will Wahlen für eine Verfassunggegebende Versammlung durchführen, gleichzeitig aber Kandidaten dafür positionieren. Die Ziele zwischen Regierung und Opposition im Blick auf die Neuwahlen liegen weit auseinander. Derweil driftet das Land weiter ab ins Chaos.
Ein Dialog scheint derzeit kaum möglich. Wie können die tiefen Gräben überwunden werden?
Auf der Vollversamlung des Lutherischen Weltbundes (LWB) in Namibia wurde am 16. Mai eine Resolution verabschiedet, nachdem der lutherische Kirchenpräsident Gerado Hands intensiv auf die Not in Venezuela aufmerksam gemacht hat. In der Resolution wird der tiefen Besorgnis um der Gewalt und der dramatischen Versorgungskrise Ausdruck gegeben. Es wird dazu aufgerufen, eine Gesellschaft zu bauen, in der alle sich einbringen können. Die Regierung wird aufgefordert, einen leichteren Zugang zu Lebensmitteln und Medikamente aus dem Ausland zuzulassen. Gleichzeitig werden alle Parteien aufgefordert, die Gewalt zu beenden. Die Regierung wird aufgefordert, die Menschenrechte zu wahren und demokratische Spielregeln einzuhalten. Die Partnerkirchen des LWB werden gebeten, der lutherischen Kirche beizustehen und ihr materiell und geistlich beizustehen.

Keine Kommentare: