Dienstag, 5. September 2017

Solidarität mit den Christen in Syrien

Pfr. Mofid Karajili in Homs
„Wir sind verletzt, aber nicht zerstört!“, sagt Pfarrer Mofid Karajili aus Homs, wenn er über seine Gemeinden in Syrien spricht. Seine erste Pfarrstelle als junger Pfarrer befand sich in Idlib. Kurz bevor islamistische Rebellen Idlib einnahmen, bekam er einen Ruf, um als Pfarrer nach Homs zu gehen. Als Idlib dann im März 2015 von der islamistischen Rebellenallianz Dschaisch-al-Fatah gestürmt und erobert wurde, flohen die Christen aus der Stadt und der Region. Ob Mofid Karajili noch am Leben wäre, wenn er in Idlib geblieben wäre? Seine Gemeinde in Idlib gibt es nicht mehr. Seine Kirche ist zerstört.
Mofid Karajili erzählt von einem ehemaligen Gemeindemitglied und Freund. Er lebte mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern in Idlib. Als die Dschaisch-al-Fatah kam, flohen sie in einer Märznacht 2015 aus der Stadt. Die Familie - die Töchter waren damals zehn und sieben Jahre alt - lief um ihr Leben und versteckte sich in einem Wald 15 Kilometer außerhalb der Stadt. Sie überlebten und konnten sich schließlich bis zu den Schwiegereltern durchschlagen, die in einem anderen Teil Syriens leben.
Als die Christen im März 2015 aus Idlib flohen, wurden viele von ihnen auf ihrer Flucht von Islamisten gestoppt. Diese zwangen sie niederzuknien und ihrem christlichen Glauben abzuschwören. Andere Christen überlebten die islamistische Offensive auf Idlib nicht, wie ein Weinhändler, den man zusammen mit seinem Sohn in ihrem Weingeschäft auf bestialische Weise ermordete. Sie hatten ja Alkohol verkauft. 
Die meisten überlebenden jungen Christen aus Idlib sind in den Westen geflüchtet. Nach Europa zum Beispiel. Die Alten leben heute in anderen Teilen Syriens. Niemand von ihnen möchte nach Idlib zurück, auch wenn die Islamisten eines Tages die Stadt verlassen sollten. Zu traumatisch sind die Erinnerungen an die Tage im März 2015.

Das ist eine bedrückende Geschichte aus dem Krieg in Syrien und ein Beispiel, wie dieser Krieg christliche Gemeinden zusetzt und dazu geführt hat, dass von den ehemals ca. 10% Christen an der Bevölkerung Syriens noch ca. 5% übrig geblieben sind. Dabei braucht Syrien das Zeugnis der Christen und Zeichen der Versöhnung. Solche Zeichen sind z.B. die evangelischen Schulen wie in Homs, Aleppo, Qamishly und Hassakeh, die es immer noch gibt und die offen sind für alle, die lernen wollen und eine andere Zukunft für ihr Land ersehnen.
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