Dienstag, 21. November 2017

Evangelisch-Lutherische Kirche in Venezuela

Kirchenpräsident Gerado Hands in Caracas
vr dem Kirchenzentrum "la Resurrección"
Pfarrer Gerardo Hands hat früher gut verdient in Venezuela. Seine Familie kam als Flüchtlinge nach dem 2. Weltkrieg aus Deutschland nach Venezuela. Wirtschaftlich ging es damals in dem Land durch den Ölboom immer weiter bergauf. Das hat sich radikal geändert. Die inzwischen 18-jährige Chavez- und Maduro-Regierungszeiten haben das Land an den Rand des Staatsbankrotts geführt. Viele Menschen haben das Land verlassen. Man schätzt, dass zwischen 2-3 Millionen Venezolaner dem Land den Rücken gekehrt haben. Die vier Kinder von Hands sind mit ihren Kindern auch gegangen. Als Familie waren sie eine stützende Säule in der lutherischen Gemeinde „La Reforma“ in Caracas. Diese Geschichte ist kein Einzelfall. Vielen Familien aus der Mittelschicht geht es ähnlich. Und natürlich leidet die lutherische Kirche (IELV) unter der Auswanderung. Die Kirchenleitung schätzt, dass zwischen 30-40% der Mitglieder gegangen sind. „In meiner Gemeinde in Valencia haben allein in diesem
GS Enno Haaks  (3.v.li.)  im Gespräch mit Vertretern
der IELV 
Jahr 18 Familien das Land verlassen“, berichtet der Kirchenpräsident. „Das schwächt natürlich unsere Gemeinde und die Kirche insgesamt.“ Und er gesteht, dass das Leben einer Kirchengemeinde auch dadurch anstrengend ist. Als Pfarrer versucht er, Menschen zu unterstützen und zu stärken und zum Bleiben zu bewegen. „Nur wie kann ich das schaffen, wenn die wirtschaftlichen Bedingungen so dramatisch schlecht sind.“ 


Die IELV ist eine kleine lutherische Kirche mit 1.500 Mitgliedern in 6 Gemeinden. Die Pfarrerschaft ist dringend auf Nachwuchs angewiesen. Derzeit werden die Gemeinden von einem fünfköpfigen pastoralen Team betreut. Vier Studierende werden von Gerado Hands vorbereitet für den Pfarrdienst. In einem Land wie Venezuela eine echte Berufung. Neben der Gemeindearbeit gibt es mit der Acción Ecumenica und den diakonischen Projekten in Valencia wichtige sozialdiakonische Arbeiten, die unter den erschwerten ökonomischen Bedingungen schwer zu erhalten sind. Da ist die IELV auf dringende Hilfe angewiesen. Das GAW hat hier immer wieder geholfen.

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