Mittwoch, 22. November 2017

Gemeindeleben in Venezuela trotz großer Probleme

Sanierung des Innenhofes des Gemeindezentrum in Valencia
Wie besorgniserregend die derzeitige Lage in Venezuela ist zeigt sich an wenigen Beispielen: die normale Bevölkerung kommt kaum noch an Bargeld heran, weil die Regierung mit dem Drucken von Geldscheine nicht nachkommt. Angestellte und Arbeiter lassen sich lieber mit Lebensmitteln "bezahlen" als Bargeld anzunehmen, denn dies verliert von einem Tag auf den anderen an Wert. Die Lehrer der lutherischen Schule in Valencia verhandeln monatlich über eine Anpassung ihrer Gehälter - gerechte Forderungen bei der horrenden Inflation, aber die Schule bringt das in wirtschaftliche Probleme. Stehen irgendwo vor einem Supermarkt Menschen Schlange, dann gibt es bestimmt etwas, was sonst nur schwer zu bekommen ist - Mehl, Zucker.... Venezuela muss inzwischen Lebensmittel importieren, was vor Jahren undenkbar war. In den Krankenhäusern sterben Menschen, weil es keine Medikamente gibt. Kaum jemand berichtet davon. Nach 19 Uhr abends ist es nicht ratsam auf die Strasse zu gehen. Es passiert zu viel. Und aus den lutherischen Gemeinden und ihren diakonischen Projekten kann jeder eine Geschichte über Raub, Körperverletzung und Morden berichten. Der Sekretärin der lutherischen Gemeinde in Valencia wurde vor wenigen Tagen ihr Auto gestohlen... In den Restaurants bleiben viele Plätze leer, weil es sich kaum noch jemand leisten kann, Essen zu gehen.

Inmitten dieser dramatisch sich zuspitzenden Situation versucht die lutherische Kirche (IELV) an der Seite ihrer Mitglieder zu sein, Menschen einzuladen und zu stärken, zu helfen so gut es geht - und die diakonischen Zentren offen zu halten, was nur mit ausländischer Hilfe möglich ist. Zudem versucht die Kirche, ihre Gemeinden selbst zu stärken, die Orte schön zu erhalten und einladend zu sein.

Sicherheitszaun vor dem lutherischen Zentrum in Caracas
In diesem Jahr unterstützt das GAW mit zwei Projekten die beiden Gemeinden in Caracas und Valencia.

In Caracas war es auf Grund schwierigen Sicherheitslage notwendig, die Umzäunung und die Außenmauer um das Gemeindezentrum zu verstärken. In Valencia wurden Gemeinderäume und ein Innenhof des Zentrums saniert. Die Arbeiten konnten jetzt abgeschlossen werden und bedeuten eine wichtige Unterstützung für die Gemeinden und gleichzeitig Arbeit für die die, die die Arbeiten durchgeführt haben.

Allen Spendern, die dabei geholfen haben sei gedankt!

Keine Kommentare: