Mittwoch, 29. November 2017

Zukunft der Waldenserkirche am La Plata


Zentrum der Waldenserkirche in Colonia Valdense
„Das Licht leuchtet in der Finsternis“. Dieser Spruch steht auf dem Wappen der Waldenserkirche in Italien und am La Plata in Lateinamerika. „Das gilt auch für die Zukunft der Waldenserkriche am La Plata,“ sagt die Moderatorin der Kirche Carola Tron. „Wir sind eine kleine Kirche und verstreut in zwei Ländern – in Uruguay und in Argentinien. Die Mitgliederzahlen in den sechs Presbyterien (zwei in Argentinien, vier in Uruguay) steigen nicht. Wir haben vakante Pfarrstellen und derzeit keine Theologiestudenten. Zudem werden in den kommenden fünf Jahren von den 13 aktiven Pastoren – davon vier Pastorinnen – drei pensioniert. Für die derzeit elf emeritierte Pastoren muss die Kirche die Pension
Waldenserkirche in Colonia Valdense
aufbringen – das sind 30% des Jahreshaushaltes der Kirche.

Als getaufte Waldenser werden 11.260 Personen gezählt. Doch diese Zahl beschreibt eher eine Aufgabe, sich um diese Menschen zu sorgen. Am aktiven Gemeindeleben nehmen rund 2.500 Menschen teil“, beschreibt Carola die Situation ihrer Kirche.
Zugleich unterhält die Kirche diakonische Zentren und ist Arbeitgeber für 130 Angestellte. Italienische Steuergelder (OPM-Mittel), die über die Schwesterkirche aus Italien vergeben werden, werden in beachtlicher Größe für soziale Projekte in Uruguay und Argentinien eingesetzt. Das alles
Moderatorin Carola Tron (2.v.li.) mit Vertretern der
Mesa Valdese im Gespräch mit dem GS Enno Haaks
fordert Kraft, Einsatz und Kreativität. Carola Tron betont, dass bei all den Zahlen und den Herausforderungen die Waldenserkirche
in der Gesellschaft eine wichtige Stimme ist, die „anders“ ist. „Das Evangelium macht uns Mut, nicht auf das zu schauen, was mal war und nicht mehr ist, sondern auf das, was wir in der Welt zeigen und leben können: Dass das Licht in der Finsternis leuchtet.“

Die Waldenserkirche bemüht sich verstärkt um die Fortbildung engagierter Laien. Denn bei abnehmender Pastorenzahl müssen sie verstärkt Verantwortung in allen Bereichen übernehmen. Wie in Zukunft Pastoren und Pastorinnen gewonnen werden können, ist eine weitere Frage und Herausforderung, die gleich zur nächsten Frage überleitet: Wo soll diese Person ausgebildet werden? Nach der Schließung der Theologischen Ausbildungsstätte ISEDET arbeitet die Waldenserkirche mit der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP) und der Lutherischen Kirche (IELU) an einem neuen Ausbildungssystem. Es soll eine Kombination aus Online-Studium und Präsenzzeiten ermöglichen. Viele Fragen sind offen und werden wohl im Vollzug geklärt. Auch wann eine Studierende aus der Waldenserkirche dabei sein wird, ist offen ...

Keine Kommentare: