Dienstag, 18. Dezember 2018

100 Jahre Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien

Synodalsenior Daniel Zenatý (EKBB)
auf der Konferenz im Dezember
Mitte Dezember feierte die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) ihr 100-jähriges Jubiläum. Nach dem Ende des ersten Weltkriegs und der Gründung der Tschechoslowakischen Republik, für die besonders der Name des ersten Präsidenten Tomáš Garrigue Masaryk steht, gründete sich auch eine rein tschechische Kirche nach dem Zerfall der Habsburger Monarchie.
Die Grundlagen der EKBB wurzeln in der Utraquistischen Kirche (1431–1620) und in der Brüderunität (1457–1620). Die EKBB entstand in ihrer heutigen Gestalt im Jahr 1918 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbständigen evangelischen Kirchen Augsburger und Helvetischen Bekenntnisses. Deren Existenz wurde nach dem Ende der Gegenreformation, die von 1620 bis zum Erlass des Toleranzpatens durch Kaiser Joself II. im Jahr 1781 dauerte, erlaubt. Die strengen Beschränkungen mussten die Evangelischen freilich auch danach beachten, bis zum Erlass des Protestantenpatentes im Jahr 1861. In der Zeit ihrer Entstehung hatte die EKBB 250 000 Mitglieder, im Jahre 1938 waren es dann schon 325 000 Mitglieder. Heute ist die Kirche in 14 Seniorate aufgeteilt mit einer Gesamtzahl von 250 Gemeinden und ca. 80 000 Gemeindegliedern. Die Kirche wird vom sechsköpfigen Synodalrat geleitet, der auf sechs Jahre gewählt wird. Repräsentiert wird die Kirche vom Synodalsenior und vom Synodalkurator.
Im Newsletter der EKBB wird berichtet:
„Im Jahr 1918 war Österreich-Ungarn ein Pulverfass, das kurz davor war, in die Luft zu gehen. Die politischen und staatsrechtlichen Veränderungen führten in Böhmen zur Abtrennung vom Wiener Kirchenrecht. Die tschechischen Protestanten spürten die Gunst der Stunde und begannen mit den innerkirchlichen Verhandlungen. Die angestrebte Vereinigung der zwei größten evangelischen Kirchen, der lutherischen (Augsburger Bekenntnis) und der reformierten Kirche (helvetisches Bekenntnis), war Inhalt der Verhandlungen. In der Euphorie über den Zerfall Österreich-Ungarns und zusammen mit den Vorzeichen eines freien tschechischen Staates lösten sich alle theologischen und politischen Bedenken, die einer Vereinigung vorher im Wege gestanden hatten, auf. Schon am 16. Mai 1917 trafen sich die Vertreter der tschechischen Protestanten. Nach den Referaten von Josef Souček und Josef Hromádka wurde folgender Beschluss verfasst: „Die tschechischen Protestanten fühlen eine lebendige Sehnsucht danach, eine selbstständige tschechische nationale evangelische Kirche zu gründen, auf Spuren und Basis der böhmischen Reformation, dass die gegenwärtigen, geschichtlich gewachsenen, tschechischen Kirchen eine Einheit bilden.“ Großes Interesse an einem Anschluss an diese neue Kirche äußerten auch einige Tausend Tschechisch sprechende Protestanten in Schlesien, die sich von der Vereinigung mit der tschechischen Kirche eine Befreiung vom nationalistischen Druck versprachen, dem sie sich als Minderheit in den polnischen und deutschen Gemeinden ausgesetzt sahen. Mit der Gründung der Tschechoslowakei am 28.10.1918 begann die Neuorganisation der evangelischen Kirchen und ihr Zentralausschuss beschloss die Einberufung einer allgemeinen Kirchenversammlung, welche feierlich die Vereinigung der beiden Kirchen auf der Basis des Böhmischen und des Brüderischen Bekenntnisses erklärte. Die konstituierende Generalversammlung wurde am Dienstag, den 17.12.1918 um neun Uhr im Smetana-Saal im Prager Repräsentationshaus Obecní dům abgehalten. In den Reden, die nacheinander von den Vorstehenden beider Konfessionen gehalten wurden, kann man heute das Pathos der Stunde nachempfinden: gesprochen wurde von „tiefer Dankbarkeit“ für die „Befreiung der Nation“, Tomáš Garrigue Masaryk, der erste Präsident der Tschechoslowakei wurde als Instrument von Gottes Gerechtigkeit bezeichnet. Außerdem wurden die protestantischen Ideale gepriesen: Demokratie, Freiheit und Verantwortung. Die Abschlussresolution lasen Ferdinand Hrejsa und Antonín Frinta: die evangelischen Kirchen augsburgischen und helvetischen Bekenntnisses sind vereinigt. Schon einige Jahre vor der Gründung der EKBB war unter den Theologiestudenten der Gedanke gewachsen, in Prag ein Religions- und Kulturzentrum zu gründen, und dieses mit dem Namen von Jan Hus zu verbinden. Der Gedanke sollte zum 500. Jahrestag der Verbrennung von Jan Hus im Jahre 1915 umgesetzt werden. Ab dem Jahr 1902 schaute man sich nach einem Haus zum Kauf um. Am günstigsten zeigte sich im Jahre 1912 schließlich ein zweistöckiges Haus in der Jungmannova-Straße, im Zentrum Prags. Die Zeit drängte, bis zu den Hus-Feierlichkeiten, bei der man das Hus-Haus eröffnen wollte, blieben nur noch drei Jahre. Obwohl das Haus nun gekauft war, konnte es die Kirche nicht sofort vollständig beziehen. Es wohnten noch Mieter dort und für die verabredeten Zwecke gab es nicht genug Platz. Zum Haus aber gehörte ein weiträumiger Innenhof. Auf dem sollte dann das wirkliche Hus-Haus gebaut werden. Im Oktober 1918 wurde neben einem Saal für 200 Personen, eine Bibliothek mit einem Lesesaal eingerichtet. Dort hatte die sogenannte „Konstanzer Vereinigung“ ihren Sitz, die die Zeitschrift „Konstanzer Funken“ herausgab. Nach der Vereinigung der evangelischen Kirchen am Ende des Jahres 1918 zogen der Synodal-Ausschuss und seine Unterabteilungen ins Haus. Im Juni 1923 begann man mit dem Anbau. Gemäß den Plänen des Architekten Bohumir Kozák baute man auf das ursprüngliche Haus drei weitere Stockwerke und vereinheitlichte die Fassade zur Straße hin. Dort wurde auch eine HusStatue von Ladislav Kofránek angebracht wurde, ein Bibelrelief und ein Lamm mit einem Schriftzug. Das vordere Gebäude des Hus-Hauses wurde am 1. Mai 1924 feierlich eröffnet. Über die Baustelle für das Hof-Gebäude wurde im Jahr 1934 entschieden. Man wählte wieder den Architekten B. Kozák. Der Neubau im Hof wurde feierlich am 14.3.1937 eröffnet.
Die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum fand in Pardubice vom 27.-30. September 2018 statt. Diese Feierlichkeiten in Pardubice waren die größte und öffentlichkeitswirksamste Veranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum der EKBB dar. Es nahmen evangelische Kirchenmitglieder aus der gesamten Republik teil. Auch Interessierte aus der nichtkirchlichen Öffentlichkeit und ökumenische Gäste aus Tschechien und dem Ausland waren gekommen. Experten schätzen, dass etwa 2000-3000 Menschen teilgenommen haben.
Im Dezember wurden die Feierlichkeiten fortgesetzt u.a. mit einer internationalen Konferenz im Senat des tschechischen Parlaments und eine feierliche Versammlung der EKBB im Smetana-Saal des Prager Repräsentationshauses, also an dem Ort, an dem die Kirche vor 100 Jahren gegründet wurde.
Heute ist die EKBB die größte nicht-katholische Kirche in der Tschechischen Republik. Berühmte Evangelische waren Präsident T. G. Masaryk, Milada Horáková und Jan Palach.“

In einem Grußwort während der Feierlichkeiten im Dezember 2018 wies die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Ulrike Scherf, auf die Bedeutung der Versöhnungsarbeit 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg hin: https://www.ekhn.de/aktuell/detailmagazin/news/scherf-verantwortung-fuer-europa-gerecht-werden.html

Ein neues Gemeindehaus in São Lourenço do Sul


"Im Namen der Gemeinde São Lourenço do Sul im Süden Brasiliens bedanken wir uns für die Spende des GAW für die Erweiterung des notwendigen  Gemeindehausbaus! Das hilft uns sehr, denn die Gemeinde wächst und wir brauchen Raum. In diesem Monat werden die letzten Arbeiten verrichtet!" schreibt der Pfarrer der Gemeinde. Und er ergänzt: "Vor 60/70 Jahren hat die Gemeinde für die Kirche eine Glocke geschenkt bekommen, die dreimal täglich läutet. Sie gehört zum täglichen Leben dazu! Von dieser geschenkten Glocke sprechen die älteren Gemeindemitglieder noch heute."

São Lourenço do Sul liegt etwa 200 km südlich von Porto Alegre im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul und ist mit etwa 45.000 Einwohnern eine Kleinstadt und ein Badeort am Westufer der Lagune Lagoa dos Patos. Die Stadt wurde von deutschen Einwanderern gegründet und wird noch heute von zahlreichen Deutschbrasilianern bewohnt. Es gibt eine Menge kleiner Händler, die nur ein geringes Einkommen haben. Viele junge Leute wohnen in der wachsenden Stadt. Auch die lutherische Gemeinde profitiert davon. Jedes Jahr werden ca. zehn Familien, die aus dem ländlichen Bereich kommen, aufgenommen. Inzwischen zählt die Gemeinde ca. 1.200 Gemeindeglieder.
 

In der Gemeinde treffen sich 15 verschiedene Gruppen. Neben Gruppen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Ehepaare und Senioren gibt es zahlreiche musikalische Aktivitäten. Das Gemeindehaus ist zentral gelegen. Dadurch spielt es auch für die kommunale Gemeinde eine wichtige Rolle. 

Das denkmalgeschützte Kirchgebäude ist 150 Jahre alt und bietet Raum für ca. 200 Gottesdienstbesucher. 

Das Gemeindehaus der Gemeinde war dringend renovierungsbedürftig und war für den gestiegenen Bedarf zu klein. 



Mit 11.000 Euro konnte das GAW den Gemeindehausbau im Projektkatalog 2016 unterstützen. Herzlichen Dank allen Spendern!

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Die evangelische Kirche in Nabik (Syrien) ist wieder eingeweiht!

Tauf in Nabik zur Wiederweinweihung der Kirche
"Am 10. August 2018 konnten wir endlich unsere evangelische Kirche in Nabik wieder einweihen. Der Ort war am Beginn des syrischen Kriegs über ein ½ Jahr in Händen von IS-Terroristen. Sie haben unsere Kirche geschändet und zerstört. Es waren umfassende Sanierungsmassnahmen nötig. Auch das Dach musste komplett ersetzt werden. Nun erstrahlt die Kirche in neuem Glanz. Das freut uns als Kirche (NESSL - National Evangelical synod of Syria and Lebanon) sehr Und wir sind dem GAW und der Württembergischen Landeskirche sehr dankbar für die Unterstützung in Höhe von 21.500 Euro. Ohne diese Hilfe hätten wir es nicht geschafft!" schreibt in einem Dankesbrief Rev. Joseph Kassab. Und er fährt fort: "In dem Einweihungsgottesdienst habe ich sogar ein Kind taufen können! Wenn das kein Hoffnungszeichen ist, dass es Zukunft und Hoffnung in Syrien gibt!!!"
Der Ort Nabik liegt auf halber Strecke zwischen Damaskus und Homs. Vor dem Bürgerkrieg hatte Nabik ca. 50.000 Einwohner. Jetzt sind es noch 32.000 Einwohner. Vor dem Krieg lebten 800 christliche Familien in Nabik, davon waren 80 evangelisch. Viele Familien sind auf Grund des Krieges  in den Libanon, nach Damaskus oder Malula geflohen. 

Die katholische Kirche konnte mit französischer Hilfe wieder aufgebaut werden, die rum-orthodoxe Kirche mit italienischer Hilfe. Mit der Hilfe des GAW konnte nun auch die evangelische Kirche saniert werden.

Zur evangelischen Gemeinde zählen noch 10 Familien mit ca. 40 Personen. Pastoral wird die Gemeinde von Homs aus geistlich betreut. Zu den Angeboten für Kinder kommen sehr oft zahlreiche Kinder aus katholischen und orthodoxen Familien. 

Ursprünglich gehörte zur Gemeinde auch eine Schule, die 280 SchülerInnen besuchten aus allen Religionen und Konfessionen. Diese Schule ist durch den Krieg völlig zerstört worden. 

Die Kirche wurde 1932 erbaut. Sie ist entstanden aus der dänisch-lutherischen Missionsarbeit. Aus dieser Missionsarbeit war auch ein Krankenhaus hervorgegangen, das durch die Regierung 1970 der Gemeinde allerdings wieder genommen wurde. 

Nabik ist jetzt unter Kontrolle der syrischen Regierung. Die Gegend gilt als stabil. Es gab keine Kämpfe mehr. 

Wir sind dankbar, dass wir als GAW den Wiederaufbau unterstützen konnten. Allein durch die Bauarbeiten hatten Familien ein Einkommen und die lokale Wirtschaft konnte gestärkt werden. Zudem ist eine sichtbare und funktionierende Kirche Ausdruck, dass es christliches Leben in Syrien gibt. Die Christen helfen dem Land durch ihre Präsenz, dass es moderater, vielfältiger und bunter ist.

Montag, 10. Dezember 2018

Venezuela in "großer Drangsal"

Schlange stehen in Caracas....
Heute am 10. Dezember 2018 - am Tag der Menschenrechte - ist es wichtig, auf Verletzung der Menschenrechte weltweit hinzuweisen - insbesondere konkret zu informieren. Mit großer Sorge schauen wir als GAW auf Venezuela:

"Wir erleben in Venezuela  eine "große Drangsal"," schreiben die katholischen Bischöfe des Landes. Das erlebt auch die lutherische Kirche so. Kirchenpräsident Gerardo Hands sieht Leben und Zukunft der Venezolaner ernsthaft gefährdet. Auf ökumenischer Ebene ist man sich einig, dass ein Dialog mit dem derzeitigen autokratischen Regime von Nicolás Maduro kaum zu führen ist. Die Einschränkung des Pluralismus und der Abbau institutioneller Kontrollen gehen mit wachsender politischer Verfolgung und Repression einher. Über 100 Tote gab es nach den Protestwellen ab April 2017. Plünderungen und Lynchaktionen haben zugenommen. Zahlreiche Fälle von Folter in Gefangenschaft sind dokumentiert. Bürgerinnen und Bürger haben kaum Möglichkeiten, sich gegen dieses Vorgehen zu wehren, denn sie wurden rechtsstaatlicher Garantien beraubt: Die Justiz ist gleichgeschaltet und Zivilisten werden bisweilen von Militärrichtern verurteilt. Nachdem Maduro die Macht übernommen hat versank Venezuela immer tiefer in einer politischen, sozioökonomischen und humanitären Krise.
Das Missmanagement der Regierung, gekoppelt mit niedrigeren Ölpreisen bei starker
Venezuela
Rohstoffabhängigkeit, führte zu einer Wirtschafts- und Versorgungskrise.  Die Inflationsrate überschritt die 2.000-Prozent-Marke. In Venezuela, dem Land mit den größten Erdölreserven der Welt, leben heute mehr als 60 Prozent der Bevölkerung in Armut. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten ist katastrophal. Der Schwarzmarkt und der grenzüberschreitende Schmuggel florieren. Die Mütter- und Kindersterblichkeit ist in den letzten zwei Jahren rasant gestiegen. Diese Entwicklung verschärft die strukturell prekäre Sicherheitslage: Venezuela weist weltweit die zweithöchste Mordrate auf. Die Notlage fördert die Emigration, vor allem in die Nachbarländer. Rund drei Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner haben das Land verlassen.
Die Maduro-Regierung negiert die humanitäre Krise, lehnt internationale Hilfe ab und macht einen durch die Opposition geführten Wirtschaftskrieg und „den Imperialismus“ für die sozioökonomische Notlage verantwortlich. Während kubanisches Personal im Sicherheitssektor beratend tätig ist, hängt Venezuela wirtschaftlich stark von den Erdölexporten in die USA und großzügigen Krediten aus China ab. 
Die Konfliktparteien in Venzuela scheinen momentan nicht mehr imstande zu sein, ohne Hilfe von außen einen Weg aus der Krise zu finden. Hier sind die internationale Gemeinschaft und besonders die lateinamerikanischen Staaten als Vermittler gefragt. 
Venezuela darf nicht allein gelassen werden! Es braucht Information, Solidarität, gemeinsame Anstrengungen. 
"Wir dürfen uns angesichts der Herausforderungen einer unsicheren und schwierigen Gegenwart niemals entmutigen lassen: Im Gegenteil, im Vertrauen auf Gott, der uns die Kraft gibt, Zeugnis abzulegen und Gutes zu tun, müssen wir die Forderungen nach Gerechtigkeit und Freiheit unterstützen... In dieser schwierigen Zeit müssen die Hoffnung und das konkrete Engagement uns zu Samaritern für andere werden lassen," schreiben die katholischen Bischöfe des Landes.

Inzwischen  hat sich in Deutschland ein Ökumenisches Netzwerk gebildet zur gegenseitigen Information und zur koordinierten gemeinsamen Hilfe für die Menschen, die in einem der rohstoffreichsten Länder der Welt bittere Not leiden. Und leider bleibt es wohl wahr, was Kirchenpräsident Hands sagt: "Der Rohstoffreichtum des Landes ist eher Fluch als Segen für das Land, denn es hält das System derzeit am leben."

Gebet aus Venezuela:

"Bleib bei uns, Herr, begleite uns,
auch wenn wir dich nicht immer zu erkennen wussten.
Bleib bei uns, denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Bleibe in unseren Familien,
erleuchte und unterstütze sie in ihren Schwierigkeiten.
Bleib bei unseren Kindern und unseren Jugendlichen,
in ihnen liegt die Hoffnung und der Reichtum unserer Heimat.
Bleib bei den Leidenden, tröste und behüte sie.
Bleib bei uns, Herr, wenn Zweifel und Erschöpfung drohen
oder Probleme auftauchen;
erhelle unseren Geist durch dein Wort,
nähre uns mit deinem Brot des Lebens.
Hilf uns, die Freude zu erfahren, an dich zu glauben.
Bleib, o Herr, bei der Gemeinde deiner Jünger.
Erneuere in uns das Geschenk deiner Liebe.
Ermuntere uns und bewahre uns in der Treue,
damit wir allen froh verkünden, dass du uns zu neuem Leben erweckt
und uns aufgetragen hast, deine Zeugen zu sein. Amen"

Das GAW hilft der kleinen lutherischen Kirche, Nothilfe zu leisten, Lebensmittel zu beschaffen und den Menschen zu helfen, dass sie bleiben können. Dafür brauchen sie unsere Hilfe. Helfen Sie mit:

Spendenkonto GAW: 
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: Venezuela

(Texte u.a. aus "Solidarität mit Verfolgten und Bedrängten Christen in unserer Zeit, Arbeitshilfe 302 - Kuba und Venezuela, Eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz")


Dienstag, 4. Dezember 2018

Griechischsprachkurse in Katerini - das GAW unterstützt!

Griechischkurs in Katerini
"In der gleichen Sprache kommunizieren zu können ist entscheidend für eine gute Integration in der griechischen Gesellschaft," schreibt Alexandra Nikolara, die u.a. in der griechischen NGO Perochoresis der Griechischen Evangelischen Kirche die Griechischsprachkurse verantwortet. "Dadurch verbessert sich die Lebensqualität der Flüchtlinge bei uns im Land." 

Das GAW hat mehrfach die Sprachkurse unterstützt, die Perichoresis verantwortet. Dabei ging es neben den Gehältern für Lehrer um Büromiete und Materialkosten. Das Ganze begann Ende 2017. Das Programm wurde im April 2018 auf alle Flüchtlinge ausgeweitet, die von Perichoresis betreut werden. In Katerini, im Norden Griechenlands sind das einige hundert Menschen. Spezielle Sprachförderung erhielten die, die in Katerini eine Arbeit suchten und dafür besondere Vokabeln benötigten. Die Sprachkurse sind ein Schlüssel, Arbeit im Land zu finden, mit
Behörden kommunizieren zu können und das eigene Leben in die Hand nehmen zu können. Nicht ganz einfach ist es für all die, die durch den Krieg in Syrien nicht regelmäßig eine Schule besuchen konnten. Das betrifft vor allen Dingen Kinder und Jugendliche.

"In Perichoresis sind wir sehr dankbar für die großzügige Unterstützung durch das GAW, die wir für dieses Programm erhalten haben," schreibt Alexandra.

Die Flüchtlingssituation in Griechenland ist nach wie vor kritisch. Die Flüchtlingszahlen in Griechenland sind im Sommer 2018 wieder stark gestiegen. Solange es keinen Frieden in Syrien gibt wird sich die Lage nicht verbessert. Europa ist gefordert. Und Griechenland darf nicht allein gelassen werden.
Die Griechische Evangelische Kirche leistet eine enorme Arbeit als kleine Minderheitskirche. Dabei brauchen sie dringend unsere Unterstützung.

Das GAW dankt allen Spendern und bitte weiter um Hilfe für die Flüchtlingsarbeit der evangelischen Kirche im Land. 

Spendenkonto: IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank) Stichwort: Griechenland

Freitag, 30. November 2018

Ein neues Diakoniezentrum für Mittelböhmen

Aktivitäten mit Flüchtlingen im umgebauten
Dachgeschoß des Gemeindehauses
"Wir danken dem GAW sehr für die Hilfe, das Gemeindediakonieprojekt in Mladá Boleslav zu realisieren. Das war sehr wichtig! Der Entschluss unser Projekt zu unterstützen, motiviert uns, sowohl das Gemeindeleben, als  auch die Asylbewerberintegration in Tschechien zu unterstützen, die hier geleistet wird. Es regt unsere Hilfsbereitschaft mitten in der tschechischen Gesellschaft an, die immer mehr egozentrischer wird. Wir sind dankbar, dass unser Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Familie der europäischen protestantischen Kirchen, zu der wir gehören, auch dank dieser Unterstützung wachsen konnte. Noch einmal, herzlichen Dank!" schreiben die Verantwortlichen der Gemeinde der Böhmischen Brüder in der Skodastadt.

Dachgeschoß vor dem Ausbau
Die eigenständige Pfarrgemeinde in Mladá Boleslav entstand 1919 aus dem Zusammenschluss einer lutherischen und einer reformierten Filialgemeinde. Nur ein Jahr zuvor hatten sich Lutheraner und Reformierte auf der staatlichen Ebene zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder vereint. Seitdem hat die Gemeinde in ihrer Entwicklung Höhen und Tiefen durchgemacht. Nach der Petitionsunterzeichnung von Charta 77 ist sie in politische Strudel geraten. In den 1990er Jahren verlor sie viele jüngere Gemeindeglieder an eine charismatische Bewegung. Heute zählt sie 180 Glieder. „Wir organisieren regelmäßig auch größere Veranstaltungen, zu denen wir die Öffentlichkeit einladen“, berichtet Pfarrer Jonatan Hudec von den Ansätzen, auch kirchenferne Menschen anzusprechen. „Zum Theaterfestival für Kinder kamen 2017  250 Besucher. Ein weiterer Anziehungspunkt ist unser Fairtrade-Markt.“ 

Im Jahr 1923 hat die Gemeinde ein größeres Haus gekauft, das seitdem als Gemeindehaus dient. Lange wurde darüber diskutiert, ob es aus Sicht der Gemeindeentwicklung Sinn hat, das Dachgeschoss auszubauen. Durch den realisierten Ausbau hat die Gemeinde u.a. neue Räume für ihre Kinder- und Jugendarbeit. „Dann haben wir noch Platz für eine kleine Wohnung für ein junges Paar mit geistiger Behinderung, das sich nach eigenständigem Leben sehnt“, erzählt Pfarrer Jonatan Hudec. „Außerdem gibt es jetzt ein Büro für eine Mitarbeiterin der Diakonie, die für Flüchtlinge im Bereich Mittelböhmen arbeitet.“

Im Projektkatalog 2018 haben wir 30.000 Euro für dieses wichtige Projekt sammeln können. Den Spendern sei herzlich gedankt!

Donnerstag, 29. November 2018

Brasilien – autoritärer Ex-Militär wird zum Präsidenten gewählt

Jair Bolsonaro
Das evangelische Magazin „Chrismon Plus“ schreibt in seiner neuesten Ausgabe über den neu gewählten Präsidenten und die Wahlunterstützung für ihn durch Pfingstgemeinden: „58 Mio. Menschen wünschen sich einen tiefgehenden Wandel und gaben dem rechtsextremen Ex-Militär Bolsonaro ihre Stimme. Sein Versprechen, Wirtschaftskrise, Korruption und grassierende Kriminalität mit harter Hand zu bekämpfen, überzeugte die Mittelschicht und viele ärmere Brasilianer.

Sein Plädoyer für Religiösität und traditionelle Familienwerte ist Bolsonaros wichtigster Trumpf. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung besucht regelmäßig die unzähligen Pfingstgemeinden oder sieht ihre Fernsehpredigten, in denen zu Bolsonaros Wahl aufgerufen wurde. Pfingstchristen setzen auf individuelle Heilsversprechen, nicht auf Staat und sozialen Ausgleich. Hinzu kamen Verleumdungen wie die, dass der Gegenkandidat Fernando Haddad Kinder zu Homosexuellen umerziehen wolle.“

Wilhelm Wachholz
Der Ex-Militär Jair Bolsonaro profilierte sich im Wahlkampf mit solch autoritären Forderungen wie der nach Folter oder nach der Inhaftierung linker Oppositioneller. Das erinnert an die schlimmsten Zeiten der lateinamerikanischen Militärdiktaturen, wie z.B. der in Argentinien (1976 – 1983), bei der 30.000 Oppositionelle entführt, heimlich gefoltert und umgebracht wurden.

Der Rektor der evangelischen Theologischen Hochschule Faculdades EST in Sao Leopoldo, Wilhelm Wachholz, warnte bereits 2015 auf einer theologischen Konferenz in Deutschland davor, dass die Religionsgemeinschaften in Brasilien zu viel Einfluss und Macht auf die Politik hätten.

Mittwoch, 28. November 2018

Eine Kirche in Pelotas konnte saniert werden!

Gottesdienst in der sanierten Kirche in Pelotas
"Die lutherische Gemeinde "São Lucas" in Pelotas(Brasilien) ist dem GAW sehr dankbar für die Unterstützung bei der Sanierung unserer Kirche. Es ist alles sehr schön geworden! Unsere Gemeinde ist auch dadurch gewachsen. Zahlreiche neue Mitglieder sind dazugekommen in den letzten drei Jahren. Wir können jetzt alle gut zusammen Gottesdienste feiern und auf Gottes Wort hören! Ohne eure Unterstützung im GAW wren wir nicht in der Lage gewesen. Wir beten für euch, dass ihr im GAW noch vielen Gemeinden so helfen könnt wie uns!" schreibt Pastor Gleidson Ademir Fritsche aus der Lukasgemeinde.

Die Gemeinde „São Lucas“ entstand 1963 als Missionsgemeinde der im Zentrum Pelotas
Altarraum der Lukaskirche in Pelotas
ansässigen Gemeinde „São João“. Es waren Bauern, die damals vom Land in die Stadt zogen und sich im Stadtteil Santa Terezinha ansiedelten. In den ersten Jahren traf sich die Gemeinde in der Schreinerei eines Gemeindegliedes zu den Gottesdiensten und Bibelstunden. 1966 konnten ein Grundstück gekauft und eine Kirche Schritt für Schritt gebaut werden - je nachdem, wann wieder Geld da war. 1975 wurden dann Kirche und Gemeindehaus vollendet und eingeweiht. 

Die Gemeinde zählt über 1.400 Gemeindeglieder, von denen sich die Hälfte aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Für alle Altersgruppen gibt es Angebote bis hin zu Gruppen, die sich aktiv bei der Gottesdienstvorbereitung und –gestaltung einbringen. Es gibt gute ökumenische Kontakte mit der katholischen und anglikanischen Kirche. 
Konfirmandengruppe der Gemeinde

Die Gemeinde versteht sich als diakonische Gemeinde, denn es gibt im Umkreis zahlreiche sehr bedürftige Menschen, die begleitet und unterstützt werden. Kleidung, Lebensmittel und andere Dinge werden verteilt. 

„Wir sind dankbar, dass es unsere Gemeinde gibt und wir das Evangelium von Jesus Christus aktiv leben können! Alles Leben und alle Aktivitäten finden unter dem Dach der Kirche statt – und das musste dringend erneuert werden! “, schreibt Pfarrer Fritsche. 

Die Sanierung der Kirche konnte zügig abgeschlossen werden. Dachrinnen wurden ausgetauscht und mehrere Fenster erneuert. Auch der Kircheninnenraum musste saniert und erweitert werden.
Im Projektkatalog 2017 wurden 9.000 Euro zur Verfügung gestellt. Allen Spendern, die dieses Projekt unterstützt haben sei herzlich gedankt!

Montag, 19. November 2018

Von der Not der Flüchtlinge in Griechenland

Mit Rev. Meletis Melitiadis (re.), als er noch ins Lager
in Volos durfte
Immer wieder wird von katastrophalen Zuständen der Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos berichtet. In Moria war es als Erstaufnahmestelle für 3100 Menschen gedacht. Inzwischen leben mehr als 7700 Flüchtlinge in der Zeltstadt, manche seit mehr als einem Jahr. Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR bezeichnet die Bedingungen in Moria als „katastrophal“ und stellt fest, dass sie sich „zusehends verschlechtern“. Erst unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit hat der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas begonnen, Moria und die anderen Lager durch Umsiedlungen von Flüchtlingen aufs Festland zu entlasten. An der Überfüllung hat das wenig geändert. In den fünf Hotspots auf den ostägäischen Inseln, die eine Kapazität von 6438 Plätzen haben, leben fast 16 000 Menschen.
Die Situation auf dem Festland sieht nicht viel besser aus. Der evangelische Pfarrer Meletis Melitiadis aus Volos berichtet von den schwierigen Bedingungen in seiner Stadt, wo in einer ehemaligen Mercedes-Niederlassung Flüchtlinge untergebracht sind. Die Gemeinde hat hier oft geholfen. Seit einiger Zeit wird der Gemeinde jedoch der Zugang zum Lager verwehrt. Die Gründe dafür sind undurchsichtig. 

Meletis schreibt: "Das Rote Kreuz hat in Volos ein Programm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Organisation will gerne mit der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. In der vergangenen Woche konnte ich schon Kleider aus Mylotopos zum Camp bringen. Es scheint, dass wir in Volos wieder gebraucht werden, denn die Not in den Flüchtlingslagern ist hier fürchterlich. Vor zwei Wochen haben die untergebrachten Flüchtlinge in Volos wegen der miserablen Zustände einen Streik initiiert. Ich bin dabei, mit den Verantwortlichen zu verhandeln, dass wir nach langer Zeit um der Menschen willen wieder Hilfe leisten können. Das wurde uns lange jetzt verwehrt, obwohl wir mit die einzigen sind, die Präsenz zeigen wollen. Dafür brauchen wir Unterstützung."


Das GAW unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Griechischen Evangelischen Kirche. Helfen Sie mit!

Spendenkonto: 
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: Griechenland

Donnerstag, 15. November 2018

Sanierung des Gemeindehausdaches in Cárdenas auf Kuba

Sanierung des Kirchendaches
"Ich freue mich, dass wir dank eurer Hilfe das Dach des Gemeindehauses in der evangelischen Gemeinde in Cárdenas saniert werden konnte. Es hatte sehr gelitten unter den Tropenstürmen und drohte einzustürzen. Jetzt geht es um die elektrischen Leitungen. Es ist nicht einfach, das Material dafür zu bekommen. Wahrscheinlich müssen wir nach Havanna fahren und die Sachen dort kaufen," schreibt Pfarrer Alison Infante Zamora. "Gott segne eure Arbeit!"

Seit 1900 gibt es in Cárdenas eine presbyterianische Kirchengemeinde. Sie gehört zu den ersten Gründungen auf Kuba. Berühmt wurde sie durch ihre Schule, die einst die beste auf der ganzen Karibikinsel gewesen sein soll. Darauf sind noch heute zahlreiche ältere Gemeindeglieder stolz. Nach der kubanischen Revolution ist der Gemeinde nur die Kirche mit dem Pastorat geblieben. Das Schulgebäude sowie zahlreiche andere Immobilien wird
Dachsanierung
die Gemeinde kaum jemals zurückerhalten. 


In den lebendigen Gottesdiensten, in denen die Chöre der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen, spürt man den Aufbruch. Die Jugendarbeit hat sich ausgeweitet. Dafür sorgt Pastor Alison Infante Zamora, unterstützt von einem aktiven Team und seiner Frau Sarahi, die eine Theologin ist. Inzwischen zählt die Gemeinde 150 Glieder. Außerdem werden vier weitere Missionsgemeinden betreut. 

Die Gemeinde öffnet sich zunehmend auch für die Kommune. In der Kirche werden Ausstellungen und Konzerte veranstaltet und in den Gemeinderäumen trifft sich eine Yoga-Gruppe. Des Weiteren wurde ein Sozialcafé eröffnet. Dank verschiedener Partner hat die Gemeinde eine Wasserreinigungsanlage installiert und gibt regelmäßig sauberes Trinkwasser aus. Dazu kommt das diakonische Engagement in der Betreuung und Pflege älterer Menschen. Gegen den Klimawandel versucht die Gemeinde ebenfalls etwas zu unternehmen, indem sie Bäume pflanzt. 

Die Küche des Gemeindezentrums befand sich in einem äußerst schlechten Zustand. Das gesamte Dach muss ersetzt und die Kücheneinrichtung erneuert werden. Ziel ist es, die Küche so herzurichten, dass gerade die regelmäßigen Armen- und Seniorenspeisungen verbessert und ausgeweitet werden kann. Ebenso soll Raum für Waschmaschinen geschaffen werden, wo verarmte Senioren ihre Wäsche waschen lassen können. 

Das kann nun umgesetzt werden!!!

Dank allen Spendern für die Unterstützung bei der Sanierung des Gemeindehausdaches. Im Projketkatalog 2018 wurden 10.000 Euro dafür gesammelt!

Dienstag, 13. November 2018

GAW bringt Diaspora in Bewegung

Neues, gebrauchtes Fahrzeug für eine Waldensergemeinde
am La Plata
"Wir danken dem GAW für die wichtige Unterstützung zum Kauf eines Kleinbusses für die Kirchengemeinde in Paysandú. Die Gemeinde ist ebenfalls zuständig für die pastorale Begleitung der Kirchen in Young und Arroyo Negro. Der Kleinbus ist nötig, weil die umfangreiche diakonische Arbeit der Waldensergemeinde ein größeres Fahrzeug benötigt. Allein hätte die Gemeinde und die Waldenserkirche am La Plata dieses Kauf nicht realisieren können." schreibt die Moderatorin der Waldenserkirche am La Plata Carola Tron.

Die Gemeinde, im Norden Uruguays gelegen, ist auf ein Fahrzeug angewiesen, da im Rahmen der Gemeindearbeit hier ca. 1.600 km pro Monat mit dem Auto über Steinwege zurückgelegt werden müssen. Aufgrund der schlechten Straßen und Wege musste das bisherige Auto mehrmals wegen Bruchschäden repariert werden. Da die Reparaturkosten überhand nahmen, baten die Gemeinden die Kirchenleitung um einen neuen Dienstwagen. 

Der neue Wagen konnte beschafft werden. 5.000 Euro hat das GAW dazugegeben. In Gemeinden wie dieser Waldensergemeinde spürt man, wie wichtig es ist, dass die evangelische Diaspora beweglich ist. Ohne ein ordentliches Fahrzeug ist es nicht möglich Gemeinde zu sammeln und zu stärken und dann noch diakonisch zu wirken. 

Dienstag, 6. November 2018

Evangelische Gemeinde in Ronsdorf für Syrien

Pfarrerin Friedrike Slupina-Beck (Ronsdorf), Pfarrer Mofid
Karajili (Syrien) und GAW Generalsekretär Pfarrer Enno
Haaks (v.l.n.r.)
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf hat schon oft evangelische Schulen in Syrien und die Syrienhilfe des GAW unterstützt.
Am 3. November waren der GAW-Generalsekretär, Pfarrer Enno Haaks und der syrische Pfarrer Mofid Karajili zu einem syrischen Abend in Ronsdorf zu Gast. 2.000 Euro überreichte das Marathon-Team von "Kirche läuft für Homs" dem Gast aus Syrien, noch einmal 525 Euro kamen an diesem Abend zusammen. Pfarrerin Friederike Slupina-Beck: "Wir legen ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Syrienhilfe des GAW und sammeln mit unterschiedlichsten Aktionen und unkonventionellen Formaten Spendengelder für bedrängte Christen im Nahen Osten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir am Samstag einen Gast aus Syrien bei uns begrüßen konnten."

Es wurde ein ganz besonderer Abend: Die Bilder und Hoffnungsgeschichten aus Homs, wo mit Hilfe des GAW die zerstörte Kirche wieder aufgebaut werden konnte, berührten tief. Ebenso wie die musikalische Gestaltung des Abends: Musiker und Pfarrer Erhard Ufermann (Piano), Saxophonist Dieter Nett und Pfarrerin Friederike Slupina-Beck (Gesang) begeisterten mit Jazz-Klängen und hatten sichtlich Freude an dieser eigens für diesen Abend zusammengestellten Konstellation. Auch syrische Musik erklang während des köstlichen Buffets, das vom Gastronomie-Team des Weltcafes der Elberfelder Citykirche kreiert worden war.

Einen Scheck über 2.000 Euro übergab das Marathon-Team
von "Kirche läuft für Homs" an Pfarrer Mofid Karajili.
Pfarrer Mofid Karajili zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Mischung aus Projektinformation und sprühender Lebensfreude dieses GAW-Abends und betonte: "Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht leisten. Unsere Kinder müssen einen Weg finden, in Frieden miteinander zu leben."

Mofid Karajili trug sich abschließend mit diesen Worten ins GAW-Gästebuch ein: "Ich verbrachte in eurer Gemeinde einen der schönsten Abende meines Pfarrerlebens. Gott schütze euch!" Bewegend.


Samstag, 3. November 2018

"There is hope for Syria!" - sagt Pfarrer Mofid Karajili

Pfarrer Mofid Karajili (re)
"Es gibt Hoffnung für Syrien! Es gibt Hoffnung auf Frieden!" sagt Pfarrer Mofid Karajili, der von 2012 bis vor Kurzem als evangelischer Pfarrer die Gemeinde in Homs geleitet hat. Im Dezember wird er nach Aleppo wechseln. Er war in den schwersten Jahren der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Stadt, die durch den Krieg mehr als 50% zerstört ist. "Und ich danke allen - besonders den Menschen, den Kirchen in Deutschland und dem GAW, dass sie an unserer Seite stehen mit ihrer Solidarität. Ihr habt uns nicht vergessen," sagt Mofid auf verschiedenen GAW-Veranstaltungen in Deutschland.

Und er fährt fort: "Wenn ihr Syrien vor dem Krieg besucht habt und es  mit anderen Ländern im Nahen- und Mittleren Osten vergleicht wie Dubai, Saudi-Arabien oder Iran, dann wisst ihr, dass alle diese Länder reicher sind als Syrien. Aber ich glaube, dass ihr Syrien lieber mögen werdet. Warum? Es gab eine syrische Professorin mit Namen Wafaa Sultan. Sie war Muslimin - säkularisierte sich aber, als sie in die USA immigrierte. Sie sagt: Syrien - das sind die Christen. Dort, wo Christen leben, sieht es anders aus. Die besten Feste in Syrien sind die christlichen Feste. Die schönsten Gotteshäuser sind die christlichen. Die Schulen, wo Kinder etwas über Frieden und Zusammenleben lernen, gehören den Christen. Ich habe Angst und Sorge um die Christen in Syrien, denn ich liebe dieses Land. Ohne Christen ist Syrien nicht Syrien.“ 

Das sagt Mofid, um deutlich zu machen, dass Syrien ein vielfältiges Land ist. Es ist nicht leicht, miteinander mit unterschiedlichen christlichen Denominationen und anderen Religionen zusammen zu leben. "Aber diese Vielfalt macht aus Syrien ein besonderes
GAW-Preisverleihung am 2. November in Worms
mit Bundespräsident a.D. J. Gauck und
Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Land." Und er ergänzt: "Ich habe Sorge, dass der Hass, die Rache und Wut der Menschen aufeinander Syrien zerstört. Deshalb müssen wir Brücken bauen und Menschen aufeinander verweisen. "Space for hope" in Homs ist beispielsweise so ein Projekt."

Dieses Projekt ist aus der Initiative von 20 jungen Menschen in Homs entstanden, die sich mitten im Krieg entschlossen: Wir müssen etwas tun. Wir müssen Brücken bauen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Handwerkszeug geben, dass sie in dem anderen jemanden sehen, der auch Hoffnung braucht wie ich - sei er Christ, Muslim oder Alawit. 

Es gibt Hoffnung für Syrien - there is hope for Syria! "Space for hope" ist ein solches Projekt.

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck war von der Erzählung von Mofid Karajili so begeistert, dass er das GAW-Preisgeld, das er am 2. November in Worms erhielt verdoppelte, um den Raum für Hoffnung in Homs zu stärken. Ein sehr ermutigendes Zeichen!  


Montag, 29. Oktober 2018

Der neue Projektkatalog 2019 ist erschienen!

Die Projektkoordinatorin Carmen Klimasch
und der GS des GAW Pfr. Enno Haaks
Der neue Projektkatalog mit den Projekten für das Jahr 2019 ist druckfrisch gerade in der Zentrale des GAW angeliefert worden!

Der Projektkatalog (PK) des GAW ist das "Herzstück" der Arbeit des GAW für die weltweite evangelische Diaspora. 

Er scheint seit 1843 regelmäßig, abgesehen von kurzen Unterbrechungen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Hier wird über 50 unierte, reformierte und lutherische Partnerkirchen informiert und die Projekte benannt und beschrieben, die vom GAW auf Bitten der Partnerkirchen unterstützt werden sollen.

Im PK 2019 werden insgesamt 121 Projekte aufgeführt, die mit 1,6 Millionen Euro unterstützt werden sollen.

Der PK ist ab Dezember auch auf der Homepage als digitaler Blätterkatalog einzusehen. In analoger Form kann er in der Zentrale bestellt werden unter info@gustav-adolf-werk.de.


Mittwoch, 24. Oktober 2018

Das Pfarr- und Gemeindehaus in Bene muss saniert werden

490 Mitglieder hat die reformierte Gemeinde in Bene in Transkarpatien. Eine wunderschöne Kirche hat die Gemeinde, die direkt an der Hauptstraße des Ortes liegt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich das Gemeindehaus. Direkt daneben wohnt der Pfarrer mit seiner Familie im Pfarrhaus, das zur Sowjetzeit als Schule genutzt wurde. Völlig heruntergekommen wurde es zurückgegeben. Das Dach konnte jetzt dank einer Spende aus Ungarn saniert werden. Jetzt muss der Dachboden entsprechend ausgebaut werden, der Gemeindesaal saniert und zudem die Außenwände verputzt werden. 

Neben der gottesdienstlichen Arbeit , der Sonntagsschule und den Bibelstunden wird
einmal wöchentlich im Gemeindehaus für 23 Familien gekocht, die zu den Ärmsten der Armen gehören. 

Das GAW wird um Hilfe in Höhe von 9.000 Euro gebeten bei der Sanierung des alten Pfarrhauses mit einem Projekt für den Projektkatalog 2019. 

Die Reformierte Kirche in Transkarpatien ist vor allem die Kirche der ungarischen Minderheit. Der Krieg im Osten der Ukraine ist auch in Transkarpatien spürbar. Mangelhafte wirtschaftliche Entwicklung und Angst vor dem Einzug von Männern in die Armee führen dazu, dass immer mehr Menschen auswandern. Die Kirchengemeinden sind für die Bevölkerung in den kleinen Dörfern wichtige Orte für Hoffnung und Zusammenhalt und übernehmen vielfältige diakonische Aufgaben.

Pfarrer sein in Transkarpatien

Reformierte Kirche in Mezöwari
„47 Theologiestudenten unserer Reformierten Kirche in Transkarpatien studieren derzeit an zwei theologischen Fakultäten in Ungarn,“ berichtet Bischof Zán Fábián. „Das ist ein gute Anzahl. Und die Fakultäten in Ungarn sind froh, dass unsere Studierenden kommen, denn so sind die Fakultäten gut gefüllt. Aber“, so schränkt er ein, „nur die Hälfte derer, die das Studium beenden, kommt in die Ukraine zurück.“
Das hat verschiedene Gründe. Die wirtschaftliche Situation spielt eine große Rolle. Dazu kommt die Unsicherheit in einem Land, das sich im Krieg befindet. Es besteht die Gefahr, für die Armee rekrutiert zu werden, wenn man das Land nicht rechtzeitig verlässt. Es können auch nicht alle freie Pfarrstellen besetzt werden, weil die kleineren Gemeinden die Gehälter kaum bezahlen können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Studierenden während der Studienzeit in Ungarn einen Alltag erlebt haben, der anders ist, als der in ihrer Heimat. Viele heiraten auch in Ungarn … 

Insgesamt arbeiten 82 Pfarrer*innen in der Kirche. 10 % sind Frauen. Viele leisten sehr viel für ihre Gemeinden. Pfarrer*innen sind oft diejenigen, die sich um den sozialen Zusammenhalt in ihren Orten kümmern – bis dahin, dass sie Freiwillige Feuerwehren aufbauen. Die diakonische Arbeit ist von enormer Bedeutung. Ohne sie wäre für viele Notleidende ihre Lage noch schlimmer. In vielen Gemeinden geht es auch darum, mit den Roma, mit denen sie in ihren Orten zusammenleben versuchen, gemeinsam Kirche zu sein. 

Es ist eine große Herausforderung, in der Ukraine reformierter Pfarrer zu sein. Die Gemeinden schrumpfen durch Migration nach Ungarn und Westeuropa. Aber es ist bei den engagierten Menschen zu sehen, wie not-wendig es ist, dass es Kirche gibt und an der Seite ihrer Leute steht. 

Und es sieht nicht alles düster aus. „Das Durchschnittsalter unserer Pfarrer ist unter 40 Jahren", so Bischof Zán Fábián. Deshalb gewinnen wir immer bei Fussballturnieren gegen Pfarrerfussballmannschaften aus anderen  ungarisch-reformierten Kirchen!“

Dienstag, 23. Oktober 2018

Kinder und Jugendliche der Roma in der Reformierten Kirche

Nachmittagsunterricht für Romajugendliche in Mesövary
"Rund 20 % der Bevölkerung in Transkarpatien sind inzwischen Roma. Ihre Zahl hat im Vergleich zur übrigen Bevölkerung in den letzten Jahren stärker zugenommen", sagt die Projektverantwortliche für die Romaarbeit der Diakonie der Reformierten Kirche in der Region. Eine starke Minderheit, die aber unter Aus- und Abgrenzung leidet. "Deshalb begann auch schon vor 20 Jahren Bischof Zán Fábián in seinem Dorf mit und für seine Roma zu arbeiten." An die 40 Kinder zwischen 3 und 5 Jahren werden in einem Kindergarten durch die Gemeinde betreut. Dazu gibt es eine Nachmittagsbetreuung für Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren. Hätten sie keine Unterstützung, würden sie aus dem Schulsystem völlig herausfallen. In der Schulbetreuung arbeitet eine Roma als Assitstenzlehrerin mit.
Romasiedlung in Mesövary
Ohne sie wäre es schwierig, die Jugendliche zu bewegen zu kommen. Sie hilft, um Disziplin und Aufmerksamkeit zu halten - eine ziemliche Herausforderung. 
Die Zahl der Roma-Kinder, die nicht zur Schule gehen oder die Schule verlassen, ist hoch. Dazu kommt, dass auch Roma-Kinder, die die Schule besuchen, Schwierigkeiten haben, dem Unterricht zu folgen, da sie von Zuhause oft keine Unterstützung haben und es die Wohnverhältnisse nicht zulassen, dass ihre Hausaufgaben machen können.

Kindergarten und Schulnachhilfehaus in Nagybereg
Inzwischen arbeiten ca. zehn Kirchgemeinden der Reformierten Kirche in Transkarpatien mit Roma zusammen. Sie organisieren Kinder-Ferienlager, verteilen Lebensmittel und  versuchen, den Roma eine Arbeitsmöglichkeit zu vermitteln. 

In der Schulbetreuung werden ca. 60 Roma-Kinder in den drei Dörfern Nagybereg, Mesövary und Gat in Nachmittagsklassen unterstützt. Gleichzeitig werden sie sensibilisiert, auf ihre Gesundheit zu achten. Dazu gehört auch eine gesunde Mahlzeit, die sie vor dem Unterricht erhalten. Wichtig ist, dass dabei die Eltern mit einbezogen werden. Eine weitere Herausforderung! 

Zudem haben die Kirchengemeinden auch Romagemeinden gegründet.

Gemeinsam Kirche sein - das ist Ziel dieser Arbeit. Und es gelingt immer wieder!


Hier sind die Türen für alle offen, die in Not sind - Diakonie in Transkarpatien

Das Diakoniezentrum in Berehowe (Beregszász; Beregovo) in Transkarpatien in der Westukraine arbeitet seit 1993 für die Menschen in der Region. „Es wäre verheerend, wenn es dieses Zentrum nicht geben würde“, sagt Béla Nagy, der das Zentrum leitet und gleichzeitig Hauptkurator der Refomierten Kirche in der Region ist. „Viele Menschen würden Hunger leiden, weil sie nicht genügend zum Überleben haben. Die monatliche Rente liegt für die Mehrheit der Senioren bei 40 Euro. Was kann man damit machen?“, fragt Béla Nagy. „Die Menschen wissen: Hier bei der Kirche gibt es einen Ort mit offenen Türen. Hier kann man anklopfen und keiner wird zurückgewiesen. Hier gibt es Hilfe!"

Seit Beginn der diakonischen Arbeit in Berehowe ist die Lebensmittelhilfe an Bedürftige ein wichtiger Baustein. Jedes Jahr werden 40.000 Brote verteilt, die im Diakoniezentrum gebacken werden. Dazu kommen tägliche Lebensmittelrationen, die teilweise an Pflegebedürftige nach Hause geliefert werden, die in bitterere Armut leben. 
Der ukrainische Staat hilft nicht dabei. Von staatlicher Seite gibt es vielmehr Kontrollen, die die Arbeit erschweren. So sind größere Hilfslieferungen aus dem Ausland kaum noch umsetzbar. Der Staat will Korruption und den Schwarzmarkt bekämpfen. Die verschärften Bestimmungen treffen jedoch die Hilfsarbeit des Diakoniezentrums.
Die diakonische Arbeit hat sich ausgeweitet: An sechs Orten der Region gibt es Diakoniezentren, seit 2006 ein Seniorenheim  für 34 Senioren, seit 2013 ein Mutter-Kind-Haus mit ca. 20 Bewohnerinnen, zwei Behindertentageszentren für 70 Kinder und Jugendliche. An verschiedenen Orten besteht eine Roma-Arbeit, z.B. Nachmittagsunterricht für Kinder. Immerhin 20 % der Bevölkerung in Transkarpatien gehört zur Roma-Minderheit.

Ohne ausländische Hilfe wäre all diese Arbeit an der Außengrenze der EU nicht denkbar. Wahrscheinlich würden noch mehr Menschen die Region verlassen … Die Not ist groß. Dazu ein paar Zahlen: Das durchschnittliche Einkommen in der Ukraine liegt mit 2.459 US-Dollar pro Kopf nur ein wenig höher als in der Republik Moldau (2.240 US-Dollar). Zum Vergleich: Deutschland hat über 40.000 US-Dollar pro Kopf, Russland etwa 10.000. Das zeigt, dass die sozialökonomische Lage in der Ukraine außerordentlich angespannt ist. Die Perspektivlosigkeit ist groß. Die kommunalen Dienstleistungen - Wohnungen, Mieten, Strom, Wasser, Gas - haben sich sehr verteuert. Die Löhne sind zwar im letzten Jahr um 20 Prozent gestiegen, aber die Inflation ist auch sehr hoch: Die Inflationsrate lag bei 13 Prozent. Es bleibt also nicht viel übrig.

Montag, 22. Oktober 2018

Reformiert in der Ukraine

Bischof Zán Fábián
Evangelisch-refomierter Christ in der Ukraine zu sein ist eine Herausforderung. In der Regel gehören sie der ungarischen Minderheit an und leben weitgehend in der Westukraine, in Transkarpatien. 

Statistisch sind in der Ukraine 78 % Ukrainer und 17 % Russen. Außerdem leben in der Ukraine Weißrussen, Moldauer, Bulgaren, Polen, Juden sowie Ungarn, Rumänen, Griechen und Tataren, insgesamt 130 Nationalitäten. Der Staat versucht, in dieser Vielfalt ein einheitliches staatliches Gebilde zu bauen. Das ist schwierig. Wie geht man mit Minderheiten um? Wie verhält man sich zum großen Nachbarn Russland? Und wie befriedet man das Land? Wenn nicht bald Frieden einkehrt, welche Auswirkungen hat es gerade für Minderheiten? ...
Zu 52 % gehört die Bevölkerung der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats an. Wobei es derzeit Spannungen und Spaltungen gibt. Es gibt zwei weitere orthodoxe Kirchen: die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche (Kiewer Patriarchat) und die Autokephale Ukrainisch-Orthodoxe Kirche. Im Westen der Ukraine (ehemaliges Galizien) ist die Griechisch-Katholische Kirche stark vertreten, eine mit Rom unierte orthodoxe Kirche (Uniaten). 9 % der Bevölkerung sind Katholiken. Die Römisch-Katholische Kirche ist vor allem im Westen des Landes zu finden. Insgesamt gibt es etwa 3 % evangelische Christen, die zu verschiedenen protestantischen Kirchen und Gemeinschaften gehören, und ca. 181.000 Juden. Die Muslime gehören vorwiegend der Volksgruppe der Krimtataren an und machen 4 % der Bevölkerung aus.Eine Partnerkirchen des GAW ist die Reformierte Kirche in Transkarpatien (Kárpátaljai Református Egyház). Sie hat noch ca. 80.000 Gemeindegliedern in 110 Gemeinden in drei Kirchendistrikten mit zehn Pfarrerinnen und 75 Pfarrern, 136 Katecheten, sechs Missionaren, über 110 Kantoren und fast 50 Theologiestudierende. 
Zunehmend kommt diese Kirche unter Druck durch ein neues Sprachengesetz, das dafür sorgt, dass Ukrainisch die erste Sprache ist. Minderheitenrechte werden nicht berücksichtigt. Solche Gesetze sorgen für einen weiteren Wegzug von Minderheiten. Wobei die Ukraine in den letzten 10 Jahren sowieso schon 10 Millionen Einwohner verloren hat. Wie viele Menschen leben noch im Land? Die Zahlen schwanken zwischen 48 und 32 Millionen Einwohnern.
Auch wenn der ukrainische Staat Gesetze erlässt, die gegen die russische Politik gerichtet sind, so treffen die Konsequenzen vor allen Dingen kleine Minderheiten, wie die Ungarn. Die Politik des ungarischen Staates hilft da nicht, die eher russlandfreundlich ist.
Von all den Herausforderungen der ehemals stark verwurzelten Kirche berichtet Bischof Zán Fábián beim Runden Tisch in Berehowe (Beregszász; Berogovo).