Montag, 13. August 2018

Venezuela: Dokumentation einer humanitären Tragödie

https://www.dw.com/de/venezuela-flucht-aus-einem-zerstörten-land/av-44903303?maca=de-EMail-sharing
In der Dokumentation der Deutschen Welle "Venezuela - Flucht aus einem
gescheiterten Staat" erzählen Menschen aus Venezuela, was die derzeitige
humanitäre Katastrophe in ihrem Land für sie persönlich bedeutet.
"Mein Baby ist an Unterernährung gestorben. Was ich beschaffen konnte, hat nicht gereicht, um es zu ernähren", erzählt die junge Frau leise. Venezuela 2018: Im erdölreichsten Land der Welt spielt sich eine humanitäre Katastrophe ab. Millionen Menschen sind bereits geflohen. Die im Land zurückgebliebenen verhungern oder sterben an eigentlich behandelbaren Krankheiten. "Wir haben viele Kinder, die vom Tod bedroht sind, " sagt Janeth Marquez, Direktorin von Cáritas Venezuela, "Wir haben viele Kinder, die sich am Rande des Abgrunds befinden."
In ihrer Mediathek hat die Deutsche Welle einen bedrückenden Dokumentarfilm zur Situation in Venezuela verfügbar. Er analysiert, was in den vergangenen Jahren in Venezuela passiert ist, wie es zur derzeitigen Tragödie kam. Im Film kommen Venezolaner zu Wort - Flüchtlinge und im Land Gebliebene - und erzählen, was ihnen gerade geschieht. Wie die junge Frau, die ihr Baby verloren hat.
Auch Arcadia Herrera wird ihren Sohn verlieren. Das Krankenhaus hat ihn nach Hause geschickt - zum Sterben. Woran leidet er? "Diabetes und ein vergrößertes Herz." Die venezolanische Regierung leugnet den Medikamentenmangel.
Tulio Hernández ist Soziologe. Ihm wurde von der venezolanischen Regierung mit Verhaftung gedroht. Nach seiner Flucht lebt er nun in Bogota in Kolumbien: "Der Chavismus entstand als ein sehr ambitioniertes Projekt, das alle Übel des Landes überwinden wollte. Das Projekt sah vor, Armut und Korruption zu beseitigen. [...] Es wollte Lateinamerika verändern [...] Dann geriet der Chavismus ins Wanken. Er trieb die bereits zu Beginn herrschenden Zustände von massiver Korruption, massivem Populismus, massivem Klientelismus auf die Spitze und erhöhte sie zur Karikatur, zur maßlosen Übertreibung. [...] Und nun etliche Jahre später endet das, was anfangs hoffnungsvolle Begeisterungsstürme der Massen hervorrief, in einer humanitären Tragödie."
Den Film "Venezuela - Flucht aus einem gescheiterten Staat" finden Sie in der Mediathek der Deutschen Welle: https://www.dw.com/de/venezuela-flucht-aus-einem-zerstörten-land/av-44903303
Das GAW ist neben mehreren katholischen Hilfsorganisationen derzeit die einzige evangelische Hilfsorganisation aus Deutschland, die in Venezuela tätig ist. Wir unterstützen insbesondere die Einrichtungen der lutherischen Kirche in Venezuela: das Kinderheim Casa Hogar, den Kindergarten Casa de Amistad, die lutherische Schule in Valencia. Zusammen mit Adveniat unterstützen wir die kirchliche NGO Acción Ecumenica in Caracas, die sich um Gesundheitsversorgung, Aus- und Fortbildung und soziale Arbeit kümmert. Pfarrer Gerardo Hands aus Venezuela: "Wir sind dem GAW so dankbar. Wir wissen derzeit nicht, wie wir ohne diese Hilfe auskommen sollen."

Wir beten für Venezuela:

Gott, wir bitten für die Menschen in Venezuela, die sorgenvoll erleben müssen, wie ihr Land immer mehr ins Chaos versinkt.

Wir bitten dich, dass die, die dafür verantwortlich sind umkehren, und dass dieses eigentlich so reiche Land wieder aufgebaut werden kann.

Wir bitten für die Menschen, die wegen der humanitären Katastrophe ihr Land verlassen haben, weil sie nichts mehr zu essen oder keine überlebenswichtigen Medikamente mehr haben.

Wir bitten dich um das Leben all der Menschen, die unter der schweren Krise leiden. Weil Lebensmittel und Medikamente kaum noch zu bekommen sind, bitten wir besonders für die Kranken und Armen in Venezuela.

Wir bitten dich für die, die wegen fehlender Medikamente oder wegen Unterernährung sterben müssen. Du siehst die Tränen der Angehörigen, die weinen und weh klagen über den Tod ihrer Lieben.

Wir bitten dich um ein Ende der Gewalt und dafür, dass Proteste und Demonstrationen friedlich verlaufen.

Wir beten für die, die nahestehende Menschen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen verloren haben.

Gib, dass die Spaltung der Gesellschaft Venezuelas nicht noch weiter eskaliert und dass neue Brücken zwischen sozialen Gruppen aufgebaut werden können.

Segne Hilfsprojekte, die die Not der Menschen lindern! Stärke die Kräfte,  die versuchen Armut und Hoffnungslosigkeit im Land zu überwinden

Wir bitten um Frieden in Venezuela!
Amen

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Spendenkonto des GAW:
KD-Bank - LKG Sachsen
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENO DE D1 DKD
Verwendungszweck: Nothilfe Venezuela




     

Donnerstag, 9. August 2018

Lutherisch in Slowenien - Themenheft beim GAW bestellbar

Bischof Geza Filo in der Martin-Luther
-Kirche
Seit April 2018 arbeitet der slowenische Pfarrer Aleksander Erniša in Triest. Nach seinem Studium war er zuerst Militärpfarrer im slowenischen Heer. Die kleine lutherische Kirche Sloweniens hat durch einen Staatskirchenvertrag das Recht, Militärgeistliche zu entsenden. Das ist eine Chance, in der Gesellschaft mitzuwirken und präsent zu sein. Jetzt hat Aleksander die Chance bekommen, Pfarrer der italienischen lutherischen Gemeinde in Triest zu werden. Beide lutherischen Kirchen sind partnerschaftlich verbunden. Zudem gibt es in Triest eine slowenische Minderheit, so wie es in Slowenien eine italienische und auch eine ungarische Minderheit gibt.
„Es ist noch aus einem weiteren Grund gut, dass Aleksander nun in Italien Pfarrer ist“, gibt Bischof Geza Filo im Gespräch zu. „Wir haben in unserer Kirche im Verhältnis zu viele Pfarrer. Insgesamt dienen fünf Pfarrerinnen und sieben Pfarrer in der Kirche mit rund 8.600 Gemeindemitgliedern. Das ist auf der einen Seite ein Segen, auf der anderen Seite müssen die Pfarrer bezahlt werden. Und das ist von  Jahr zu Jahr eine immer größere Herausforderung, denn die Gemeinden wachsen kaum. Gerade im Übermurgebiet im Osten des Landes, wo sich unsere meisten Gemeinden befinden, leiden sie eher unter Abwanderung, weil die Region wirtschaftlich schwach ist.“
Filo berichtet von den Herausforderungen der Gemeinden, von der Solidarität der Gemeinden untereinander und von den ökumenischen Chancen im kommenden Jahr, wenn Slowenien Weltgebetstagsland ist.
Die lutherische Kirche Sloweniens genießt trotz ihrer geringen Größe ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Davon zeugt auch die Tatsache, dass in diesem Jahr in Ljubljana der Platz vor der lutherischen Kirche zum Martin-Luther-Platz umbenannt werden soll und zuvor von der Stadt aufwendig umgestaltet wurde. Vor der Kirche wurde eine Gedenkplatte in den Boden gelassen, um auf die Wirkung der Reformation hinzuweisen. „Bei allen Herausforderungen und Sorgen: Wir können doch etwas bewirken und uns in der Gesellschaft zeigen.“

Im Verlag des GAW ist aus Anlass des kommenden Weltgebetstages 2019 ein Themenheft über Slowenien erschienen. Es bietet eine gute Zusammenfassung über das Land und insbesondere das Leben der Evangelischen im Land.
Zu bestellen über: verlag@gustav-adolf-werk.de zum Preis von 5 Euro (zzgl. Versand).   

"Kirche in Slowenien funktioniert anders als Kirche in Deutschland. Wir haben keine Kirchensteuer, keinen Religionsunterricht an den Schulen und unsere Pfarrer haben keine Sekretärin. Nicht einmal ich als Bischof habe eine Sekretärin." Geza Filo, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien

Dienstag, 7. August 2018

Vor 25 Jahren begann der Umbau der Zentrale des GAW in Leipzig

Franz-Rendtorff-Haus, Pistorisstrasse 6, Leipzig
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands ging es auch mit der Vereinigung der beiden GAWs West und Ost zügig voran. 1992 wurde bei der Vertreterversammlung in Herrnhut die Vereinigung besiegelt. Der Beschluss, die beiden GAW-Zentralen West und Ost in Leipzig zusammenzuführen, musste auch baulich umgesetzt werden. Die Sanierung des Franz-Rendtorff-Hauses begann Ende 1993.
In der Ausgabe des Gustav-Adolf-Blattes 4/1993 heißt es:

"Das Jahr 1993 hat für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des GAW in Leipzig und Kassel tiefgreifende Veränderungen gebracht. Das Franz-Rendtorff-Haus in der Leipziger Pistorisstrasse 6, das in Zukunft die Zentrale des Gesamtwerkes beherbergen wird, ist leergeräumt und wird renoviert. Fünf Mitarbeitende, darunter Generalsekretär Hans Wähner, leben und arbeiten während der Woche in Kassel. Sie sind mit Sack und Pack am 1. September eingezogen und vom Kasseler Team willkommen geheißen worden." 

Ende 1994 nahm die neue gesamtdeutsche Zentrale ihre Arbeit in Leipzig auf.

Freitag, 3. August 2018

Eine neue Kirche für Presidente Venceslau (Brasilien)

Die neue lutherische Kirche in Presidente Venceslau
"Wir danken Ihnen für Ihre Geldspende, die uns sehr geholfen hat, unsere neue Kirche weiter zu bauen. Unsere bisherige Kirche hatte nur 80 Sitzplätze, das waren zu wenig für unsere 100 Gemeindeglieder. Außerdem ist das Gebäude mehr als 50 Jahr alt und baufällig. Zudem wollen wir die Arbeit mit Kindern ausweiten. Das geht mit der alten Kirche nicht. Die neue Kirche brauchen wir dringend, um unsere Gemeinde weiter aufzubauen. Und sie wächst! Wir bedanken uns für Ihre groβzügige Spende aus dem Projektkatalog 2014 in Höhe von 12.000 Euro!" schreibt Natanael Michael Connor, der als Missionar der lutherischen Gemeinde Presidente Venceslau (SP) in Brasilien arbeitet.


Die alte Kirche
Die Anfänge der Gemeinde in Presidente Venceslau reichen in die 1920er Jahre zurück. Damals wurde sie seelsorgerlich von der Gemeinde Colonia Riograndense betreut. Gottesdienste wurden in einer Garage gefeiert. Durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges und des Verbots der deutschen Sprache kam die Gemeinde in Schwierigkeiten. Ein Neuanfang gelang in den 1950er Jahren durch sehr aktive Frauen. Anfang der 1970er Jahre wurde die Gemeinde, der inzwischen ca. 240 Mitglieder angehören, selbstständig. Sie bietet ein umfangreiches Gemeindeleben an, das von Kinder- und Jugendarbeit über diverse Musik- und Singgruppen, Frauen- und Seniorenkreise, eine liturgische Tanzgruppe, Bibel- und Gebetsgruppen bis zu Gemeindediakonie reicht. Bei letzterem werden Lebensmittelspenden, die im Gottesdienst gesammelt werden, an bedürftige Familien verteilt. Die Gemeinde schafft es, für ihre regelmäßigen Kosten aufzukommen. Schwierig ist es, wenn es wie jetzt zu einer größeren Baumaßnahme kommt. Dann ist sie auf Hilfe angewiesen. In der neuen Kirche gibt es nun auch einen behindertengerechten Zugang und Gemeinderäume für die vielen Aktivitäten der Gemeinde.

Mittwoch, 1. August 2018

Eine echte ökumenischen Theologie der Diaspora lehrt Demut

Vor 65 Jahren, im Jahr 1953, wurde das GAW-Jahrbuch "Die Evangelische Diaspora" nach seinem Verbot durch das NS-Regime im Jahr 1941 durch den damaligen Präsidenten des GAW für Ost und West Prof. Franz Lau wiederbegründet. Er fordert in seinem einleitenden Aufsatz zu einer "echten ökumenischen Theologie der Diaspora" auf:

"Mit den Worten "Evangelium von der Herrlichkeit der Gnade Gottes" ist hingedeutet auf Gottes souveräne Macht und Gottes Freiheit. Es gehört zum Inhalt des Evangeliums, dass Gott, ganz wie er will, seine Gnade ausschüttet und sein Heil schenkt. Es gibt niemanden, der für den Glauben an das Evangelium privilegiert wäre. So sehr es dabei bleiben muss, dass nur der Kirche der Reformation in einzigartiger Weise das Evangelium von der Gnade, von der Rechtfertigung aus dem Glauben anvertraut ist, so wenig lässt sich Gott dahingehend binden, dass er nur unter evangelischen Christen Glauben weckt. Der Same des Wortes Gottes geht in wunderlicher Weise auf. Auf dem Acker, auf den er breit ausgeschüttet wird, wird er unter Umständen zertreten und bringt er keine Frucht. Dort, wohin er nur spärlich geschüttet oder wohin er gar nur verweht ist, trägt er möglicherweise und wird fruchtbar. Eine evangelische Diasporagemeinde, die in andersgläubiger Umwelt lebt, wird - bei allem Stolz auf das hochheilige Evangelium, das ihr anvertraut ist - immer demütig dessen gewärtig sein müssen, dass lebendiger Glaube unter den Christen um sie herum aufbricht, unter Umständen in besserer Weise als bei ihr. Es ist durchaus eine Möglichkeit, dass eine evangelische Diasporagemeinde kirchlich erstarrt, während die andersgläubige Umwelt lebt und blüht, auch in der Weise, dass echter Glaube da ist und Früchte treibt... (Deshalb können wir) den anderen christlichen Konfessionen (nur in tiefer Demut begegnen)... Sie haben nach Gottes Freiheit auch aus seiner Fülle empfangen. Hier ist der Ansatz zu einer echten ökumenischen Haltung, auch im Diasporadienst, und der Ansatz zu einer echte ökumenischen Theologie der Diaspora." (Franz Lau, Die Evangelische Diaspora, 24. Jg/Heft 1/April 1953, S.6)

Samstag, 28. Juli 2018

Endlich: ein Sportplatz für Lucas und seine Freunde in Belo Horizonte

Fertiger Sportplatz
Lucas und seine Freunde aus Belo Horizonte/Brasilien können jetzt „ohne Angst kicken“. Endlich konnte der heiß ersehnte Sportplatz fertiggestellt werden - auch dank der Hilfe des GAW. Lucas lebt in der Favela Aglomerado da Serra am Stadtrand von Belo Horizonte. Jeden Tag gehen sie nach der Schule ins „Centro de Integração Martinho (CIM)“, in das diakonische Sozialzentrum in der Nähe der lutherischen Gemeinde. Dort können sie sicher spielen und werden pädagogisch betreut – und kicken, wie es so viele Kinder und Jugendliche in Brasilien tun. Vielleicht träumen sie dabei auch von einer Karriere als Fußballer. In den wenigsten Favelas gibt es die Chance, sicher Sport zu treiben. Die lutherische Gemeinde in Belo Horizonte hat es sich mit ihrem diakonischen Sozialzentrum zur Aufgabe gemacht, hier für Abhilfe zu sorgen. 

Mehrfach hat das GAW – auch dank der Unterstützung von CHRISMON – Gelder zur
Im Bau 
Verfügung gestellt. 

„Der Sportplatz erhöht nicht nur die Quantität, sondern vor allem die Qualität der von uns verantworteten Arbeit, weil jetzt neben den thematischen, künstlerischen und kulturellen, auch vermehrt sportliche Aktivitäten möglich sind. Wir danken allen Spendern ganz herzlich, die es ermöglicht haben, dass unser Traum realisiert werden konnte!“, schreibt der verantwortliche Projektleiter Gert Müller. „Die Jugendlichen lieben den neuen Sportplatz – und sie wissen, dass sie ihn pfleglich behandeln müssen! – Auch die benachbarte Schule nutzt inzwischen den Sportplatz hin und wieder.“ 

Der Sportplatz konnte nach vielen behördlichen Schwierigkeiten von Juli 2017 bis Februar 2018 errichtet werden. Die Konstruktion des Sportlatzes war nicht einfach, weil er in eine Hanglage der Favela integriert werden musste.

Mittwoch, 25. Juli 2018

Kinderheim in Šakiai/Litauen soll geschlossen werden

Zustand der Kirche nach der Rückgabe 1993
Die lutherische Gemeinde in Šakiai in Litauen sollte es eigentlich gar nicht mehr geben. In der Zeit der Sowjetunion war die Kirche umgenutzt worden: Anstatt eines Altars stand ein Basketballkorb vorne im Innenraum der Kirche. 1993 wurde die Kirche in einem sehr schlechten Zustand zurückgegeben, 1998 konnte sie mit Hilfe des Gustav-Adolf-Werks renoviert werden.

Nach der Renovierung
Die Lutheraner bilden in Litauen eine kleine Kirche mit 20.000 Mitgliedern. In ihr tun 19 Pfarrer Dienst, die meisten ehrenamtlich. Der Pfarrer der Gemeinde in Šakiai leitet neben seiner pfarramtlichen Tätigkeit ein Kinderheim und bezieht darüber sein Hauptgehalt. Aufgebaut hat es die Gemeinde, unterstützt von Ehrenamtlichen aus Deutschland. Auch das GAW leistete immer wieder Hilfe. Die Kinder wohnen in Gruppen von jeweils acht Kindern nach dem Prinzip einer Großfamilie. Die meisten von ihnen sind Sozialwaisen, deren Eltern sich wegen Armut oder psychischer Probleme nicht um sie kümmern können. Häufig wurden die Kinder in ihren Familien vernachlässigt oder geschlagen. Andere Eltern arbeiten zeitweise im Ausland und lassen ihre Kinder zurück – die sogenannten „Eurowaisen“. 2014 konnte ein mit EU-Geldern gebautes zweites Haus eingeweiht werden, da der Bedarf an Plätzen immer weiter gestiegen ist.

Kirche und Kinderheim
Nun soll das Kinderheim schließen; aus rechtlichen, nicht aus finanziellen Gründen. Das litauische Parlament will alle Waisenhäuser nach EU-Standard in kleinere Wohngruppen umwandeln. Damit sollen die Waisenkinder besser in die Gesellschaft integriert werden. Pfarrer Virginijus Kelertas sagt: „Wir verstehen es nicht, warum es für die Kinder besser sein soll, in der Enge einer Hochhauswohnung in einem sozial schwierigen Viertel aufzuwachsen als bei uns in den Großfamilien in geräumigen separaten Räumen, mit Garten und Teich vor der Tür.“ Falls der Pfarrer in der strukturschwachen Gegend keine andere Arbeit findet, wird er die Gemeinde verlassen müssen.

Dienstag, 24. Juli 2018

Ein Altar für die evangelische Grundschule in Cammin / Mecklenburg

"Endlich am ersten Tag nach den Osterferien konnte für unsere evangelische Storchenschule in Cammin (Mecklenburg) der vom GAW geförderte Altar für den Andachtsraum der Schule eingeweiht werden. Wir sind dankbar für die 2.000 Euro, die wir dank der Sammlung im Projektkatalog erhalten haben!", schreibt Schulleiterin Simone Scholz. "Der Altar ist in Form eines Holzschiffes gebaut vom Holzbildhauer Felix Anders. Es gibt so viele Geschichten in Bibel, in denen ein Schiff vorkommt. Im Jahreskreis können wir darauf immer wieder Bezug nehmen bei den Andachten mit den Kindern.  Mit dem symbolträchtigen, individuellen und funktionalen Altar - durch Rollen an der Unterseite ist er beweglich -  freuen sich alle auf die Andachten. Es ist die Mitte unseres Schullebens. "

Die Gemeinde Cammin liegt 25 Kilometer von Rostock entfernt und ist von Landschaftsschutzgebieten umgeben. Das ehemalige Gutshaus in der Nähe der Kirche beherbergt seit 2003 eine Grundschule mit Erweiterungsstufe. Sie wird von den Kindern von der ersten bis zur sechsten Klasse besucht. Die Schule wird von einem Förderverein getragen und ist mit der Dorfgemeinschaft eng verbunden. Die Schulkinder organisieren die Dorfbibliothek, pflegen sie und leihen den Dorfbewohnern Bücher aus. Die computergestützte Ausleihe wurde von
Bild der Storchenschule
den Kindern im Informatikunterricht und in einem Projekt erarbeitet. Mit der evangelischen Ortsgemeinde besteht ein Kooperationsvertrag. „Darin sind gemeinsame Feiern im Kirchenjahr, Generationenprojekte und das Leben und Feiern mit der Kirche vor Ort festgehalten“, erläutert Pfarrerin Susanne Attula. „Regelmäßige Andachten und Gottesdienste prägen das Schulleben zu Festen und Feiertagen und beispielsweise zur Interkulturellen Woche im Landkreis.“ 
 
Im Schulkonzept wird festgehalten: „Der christliche Glaube soll den Kindern dabei helfen, sich in unserer pluralistischen Gesellschaft zu orientieren und ihnen Halt in guten und in schlechten Zeiten geben.“ 

Ein gelungenes Projekt, das über das Schulleben hinaus dem christlichen Glauben Raum gibt. Gut, dass wir im GAW auch solche Projekte unterstützen, die in einem weitgehend säkularisierten Umfeld stattfinden!

Donnerstag, 19. Juli 2018

Casa Valdese in Torre Pellice / Italien saniert

Casa Valdese in Torre Pellice / Italien
"Herzlichen Dank für die Solidarität, Freundschaft und Großzügigkeit! Auch dank der Hilfe des GAW konnten wir die Renovierung der Casa Valdese in Torre Pellice durchführen. Die Casa Valdese ist für unsere evangelische Minderheit mehr als nur ein Gebäude. In diesem Haus hat die Tavola Valdese ihren offiziellen Sitz, und seit über hundert Jahren tagt hier jährlich die Synode der Waldenser- und Methodistenkirche. Eure Hilfe stärkt uns, vielen Dank dafür!", schreibt Moderator Eugenio Bernardini von der italienischen Waldenserkirche.

Bei der Einweihung der Casa Valdese in Torre Pellice 1889 war auch ein Vertreter des Königs Umberto I. anwesend. Der König hatte sich sogar am Bau des Gebäudes beteiligt – ein kleiner Beitrag von hohem symbolischem Wert, wenn man an die Jahrhunderte der Verfolgung der Waldenser denkt. Ursprünglich waren im Haus neben dem Synodensaal und den Büros auch die Bibliothek, das Waldensermuseum und das Archiv untergebracht. Inzwischen sind die beiden letzten Einrichtungen umgezogen.

Das dreistöckige Gebäude der Casa Valdese musste dringend saniert werden zum Erhalt der Bausubstanz und für bessere Arbeitsbedingungen. In den Büros werden auch die Einnahmen aus der Mandatssteuer verwaltet, die 400.000 Italiener regelmäßig an die Waldenserkirche zur Unterstützung diakonischer Projekte zahlen. Die Fassade wurde zuletzt vor 40 Jahren gestrichen. Den größten finanziellen Aufwand bedeutete der Austausch der Fenster, die nun mit Isolierglas und Dichtungen versehen wurden, um den Wärmeverlust zu reduzieren. Große historische und denkmalpflegerische Bedeutung haben die Fenster des Synodensaals. Sie mussten restauriert werden, genauso wie die Schiebesonnenblenden.

Im Projektkatalog 2017 hat das GAW 40 000 Euro für die Sanierung gesammelt.


Dienstag, 17. Juli 2018

GAW: Gottesdienst zum Schulbeginn 2018

Auch in diesem Jahr hat das GAW wieder einen Entwurf für einen Gottesdienst zum Schulbeginn herausgegeben. Das Motto des Gottesdienstes 2018 lautet: "Gott hält zu mir". Im Zentrum steht Psalm 91 und das Symbol des Schirmes, das in zwei Aktionen und der Predigt umgesetzt wird. Der Entwurf stammt von Pfarrerin Nicole Oehler aus Santiago de Chile.
Die Kollekte für diesen Gottesdienst erbitten wir für die Schule "Colégio Belén", die sich in einem armen Stadtviertel Santiago de Chiles befindet. Die Schule hat weder eine Turnhalle noch eine Aula. Der Sportunterricht und alle Schulversammlungen finden das ganze Jahr über draußen auf dem Sportplatz statt - der zugleich noch Pausenhof ist. Solange das Wetter gut ist, geht das. Doch oft brennt im Sommer die Sonne unbarmherzig auf den Platz, im Winter regnet es tagelang. Pfarrerin Nicole Oehler: "Unsere Kinder haben oft große Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Bewegung ist deshalb ein ganz wichtiger Baustein im Schulalltag."

Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.
Den Gottesdienst (einschließlich fertiger Liedblätter) können Sie hier herunterladen oder einfach bei uns bestellen: Tel. 0341/490 62 13 oder verlag@gustav-adolf-werk.de .

 

Montag, 16. Juli 2018

Seit 25 Jahren gibt es das GAW-Pixelkreuz

Immer wieder gab es im äußeren Erscheinungsbild des GAW Veränderungen. Dazu gehörte auch das Symbol des GAW: das Pixelkreuz. Als wir vor einigen Jahren unser Logo veränderten, da war klar, dass das Pixelkruez nicht verändert wird, denn es wirkt nach wie vor identitätsstiftend. Es wurde vor 25 Jahren im Rahmen der Zusammenlegung der beiden GAW´s West und Ost neu entwickelt. Seit der Ausgabe des Gustav-Adolf-Blattes 2/1993 ist unser Pixel-Kreuz Erkennungszeichen. Es soll zugleich Zeichen der Zerstreuung der Christen, ihrer weiten Ausbreitung wie auch des Zusammenhalts sein. Damit symbolisiert es gleichzeitig die Arbeitsweise des GAW: Weltweit im Glauben miteinander verbunden!

In der folgenden Ausgabe hieß es dann: 

"Auf der letzten Umschlagseite von Heft 2/1993 des "Gustav-Adolf-Blatts" ist erstmalig das neue Logo (Signet) des neu gegründeten Gesamtwerks abgedruckt worden, das unsere Aktivitäten in Zukunft als Kennzeichen begleiten und hervorheben wird. Auch diesmal  findet es sich wieder an der gleichen Stelle. Das Kreuz aus vielen Punkten (Gemeinden) über dem Rund der Erdkugel soll Sinnbild unserer Arbeit sein und an die Vielfalt unserer bescheidenen, aber sehr zielgerichteten und zielbewußten Hilfe für Christen und Menschen überall erinnern." So heißt es im Gustav-Adolf-Blatt im 39. Jahrgang in Heft 3/1993 auf Seite 2 im Editorial. 

Mittwoch, 11. Juli 2018

Aus der GAW-Stipendiatenarbeit

Socota in Kolumbien

Die Kolumbianerin Adi Martinez war von 2015 – 2017 Stipendiatin des GAW in Leipzig. Im Frühjahr hat sie ihren Abschluss in Kolumbien in evangelischer Theologie gemacht. Jetzt arbeitet sie als Hilfspastorin in Socota. Hier liegen die Anfänge der lutherischen Missionsarbeit im Land, die in den 20er Jahren des 20 Jahrhunderts liegen. In vergangenen Reformationsjubiläumsjahr erinnerte die Lutherische Kirche Kolumbiens (IELCO) in Socota an ihre Anfänge. Nun ist Adi dort Pastorin. Sie schrieb jetzt an das GAW: "Mir geht es gut. Ich arbeite auf einem Dorf. Ich habe selten Internet und wenn, dann habe ich keine gute Verbindung. Ich arbeite als noch nicht ordinierte Pastorin für die lutherische Kirche - und zwar in der ersten lutherischen Gemeinde in Kolumbien, in Socota. Hier ist alles richtig schön und voller Natur, aber leider auch viele arme Leute."

Stipendiaten des Jahrgangs 2017/18
Und eine weitere gute Nachricht haben wir heute erhalten: Helga Sokol Falke hat ihr erstes theologisches Examen bestanden. Helga hat in der lutherischen Kirche in der Ukraine - und insbesondere in der Katharinenkirchengemeinde in Kiew mitgearbeitet. Weil es keine Chance für sie gab, in der Ukraine Pfarrerin zu werden, hat sie ihr Theologiestudieum in Halle an der Saale absolviert. Zwei Jahre lang hat sie dabei eine monatliche Unterstützung des GAW erhalten. Sie schrieb uns jetzt:  "Gott sei Dank und vielen lieben Dank an alle, die an mich gedacht haben! Ich habe mein erstes kirchliches Examen geschafft. Der lange 7-Jährige Weg hat seine Früchte gebracht. Der Weg ist noch nicht zu Ende: Vikariat und das 2. Examen stehen vor der Tür, aber erstmal: Freude!" Eine Rückkehr in die Ukraine als Theologin ist unter den derzeit extrem schwierigen kirchlichen Verhältnissen undenkbar. Helga wird jetzt erst einmal ins Vikariat in der Ev. Kirche in Mitteldeutschland gehen.

In dieser Woche reisen GAW-Stipendiaten in ihre Heimat ab. heute flog Liria nach Kolumbien zurück. Martin fährt am Samstag zurück in die Slowakei.

Zwei neue GAW-Stipendiaten sind inzwischen in Leipzig und nehmen an einem Intensivkurs Deutsch am Herder-Institut teil: Nathali aus der Evangelischen Kirche Spaniens (IEE) und Fabiano von der IECLB aus Brasilien.

So geht die Stipendiatenarbeit weiter. Sie ist ein wichtiger Baustein der Verbundenheit mit unseren Partnerkirchen weltweit.




Montag, 9. Juli 2018

"Unsere Kirche in Spa ist wieder schön und charmant! ... Auch Dank des GAW!"

Sanierung der Kirche in Spa
Kirche mit Pastorat
"Große Dankbarheit empfinden wir als evangelische Gemeinde in Spa für die erhaltenen 18.000 Euro aus dem Projektkatalog 2015! Diese wundervolle Unterstützung hat uns geholfen, unsere schöne Kirche zu sanieren!" schreibt Anne De Bremaecker aus dem Kirchenvorstand in Spa in Belgien. Insgesamt wurden 57.000 Euro benötigt. Die Gemeinde gehört zur Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien (VPKB). Die Kirche arbeitet in drei Sprachen - Französisch, Flämisch und Deutsch - eine Herausforderung. Aber es funktioniert, denn das Evangelium eint!

Die Stadt Spa im Westen Belgiens hat sich dank ihrer Mineralwasser-Quellen im 18. und 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Kurort entwickelt. Im Englischen wird der Ortsname Spa heute als allgemeine Bezeichnung für Heilbad verwendet. Die Entstehung der protestantischen Gemeinde in Spa im 19. Jahrhundert hing ebenfalls mit der seelsorgerlichen Betreuung von ausländischen Kurgästen zusammen. Seit 2006 bilden die Orte Verviers, Theux und Spa gemeinsam die protestantische Gemeinde Verviers-Laoureux & Spa. Im Sommer nehmen mit Kurgästen rund 100 Menschen an den Gottesdiensten in der Kirche teil. Die Gottesdienste sind zweisprachig, französisch-niederländisch. Die meisten Gemeindeglieder sind Ruheständler. Viele sind zum Protestantismus konvertiert, während die Familien oder Partner katholisch geblieben sind. In den letzten Jahren hat sich der Gottesdienstbesuch durch den Zuzug jüngerer Erwachsener verdoppelt. 

Die protestantische Kirche gehört zum geschützten Teil des Stadtzentrums. Sie wurde
1876 im englischen Baustil errichtet und ist relativ klein. Mit Ausnahme der Sommermonate trifft sich die Gemeinde in der Winterkirche, die zwischen dem Eingang und dem Kirchsaal eingerichtet worden ist. 2012 begann die Gemeinde mit der dringend notwendigen Renovierung der Kirche und des seit einem Jahrzehnt nicht benutzten Pfarrhauses. Inzwischen ist das Pfarrhaus dank privater Spenden renoviert und vermietet. 
Die restaurierte Kirche wurde Ende wieder 2015 eingeweiht . Eine Gedenktafel wurde von Pf. Ulrike Veermann, Vorsitzende des  GAW-Rheinland enthüllt. Diese Gedenktafel dankt dem GAW und anderen Freunden.

Ein Artikel in Wikipedia beschreibt die Geschichte der protestantischen Gemeinschaft von Spa
sowie die Architektur der Kirche (https://fr.wikipedia.org/wiki/%C3%89glise_protestante_de_Spa ). 

"Unsere Kirche ist nun wieder schön, wirklich charmant! Dank des GAW! In Spa werdet ihr vom GAW immer willkommen sein. In Spa seid Ihr zu Hause. Der HERR hat unsere Gemeinschaft gesegnet, indem er uns einen großzügige und treue Spender geschickt hat, der sich um die protestantische Minderheit kümmert. Möge der HERR euch alle hunterfach segnen. Wir freuen uns, Euch in Spa eines Tages zu sehen!" Mit diesen Worten endet der Dankbrief  von Anne de Bremaecker aus Spa.

Freitag, 6. Juli 2018

Bildung und Fußball-WM in Brasilien - Das GAW unterstützt Ivoti

Links Schuldirektor Everton Augustin mit GS Pfr. Enno Haaks
Im kommenden Jahr wird das Instituto Superior de Educação Ivoti 110 Jahre alt. Das GAW unterstützt diese Schule und die Pädagogische Hochschule IFPLA im Süden Brasiliens seit Jahren durch ein Schulstipendienprogramm und den jährlichen IFPLA-Kurs in Deutschland. Schuldirektors Everton Augustin berichtetem beim Besuch im GAW in Leipzig von der Bedeutung der Unterstützung für etliche Schüler*innen - gerade in der derzeitigen angespannten wirtschaftlichen Lage. "Die Menschen müssen sich um ihre existentiellen Grundbedürfnisse kümmern. Die Fußball-WM wird deshalb auch nicht so intensiv verfolgt. Die Menschen haben andere Sorgen!" Er berichtet z.B. von Jessica: Ihre Eltern sind Bauern, die mit Ernteausfällen zu kämpfen hatten. So konnten sie ihr nicht, das Studium am IFPLA-Institut zu finanzieren. Sie will aber Lehrerin werden. Dieses Institut ist für die lutherische Kirche sehr wichtig, um Lehrerinnen und Lehrer für die ca. 55 lutherischen Schulen auszubilden.
Viele Schülerinnen und Schüler in Brasilien können nur mit finanzieller Beihilfe eine Ausbildung machen. Die derzeitige wirtschaftliche Situation Brasiliens hat zu Teuerungen geführt, die gerade Studenten armer Eltern besonders hart treffen. Für sie sind die Stipendien die einzige Chance, überhaupt Lehrerin oder Lehrer werden zu können.

In Ivoti besuchen 110 Kinder den Kindergarten, 810 Schüler*innen die Schule und 300 Studenten die Pädagogische Hochschule auf dem 6 ha großen Bildungscampus. Das Bildungsniveau ist hoch. Die Schule bemüht sich, Kinder zu fördern, die aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen kommen. Alleine schafft die Schule das nicht. dafür dient der Schulstipendienfonds, den das GAW jährlich unterstützt.

Das monatliche Schulgeld mit Verpflegung beträgt ca. 250 Euro. Wenn man bedenkt, dass der Mindestlohn ca. 320 Euro beträgt und Schüler*innen aus solchen Familien kommen, dann weiß man, wie notwendig Stipendien hier sind.

Die Schule hat einen Film über ihre Arbeit erstellt. Hier kann man ihn anschauen:   

Donnerstag, 5. Juli 2018

Diaspora ist die Wirklichkeit, mit der Gott uns umgibt

Kirchbau in der bolivianischen evangelischen Diaspora
"Ist die Diaspora letztlich doch eine bedrückende Gegebenheit für den Glaubenden? Nein, denn das Bewusstmachen der auch vorhandenen Stärken der Diaspora führt oft zu einem Wandel. Ein Selbstbewusstsein entsteht, dass man auch in einer solchen Gegebenheit als Christ gut leben kann. Die Diaspora ist die Wirklichkeit, mit der Gott uns umgibt und in der wir unseren Glauben mit allen Stärken und Herausforderungen leben dürfen. Diese Bejahung des Ist-Zustandes verändert die Stimmungslage. Diese positive Stimmung ist es auch, die Glaube und Kirche für menschen wieder interessant macht und Neugier weckt. Sie ist zumindest attraktiver als die vielerorts um sich greifende eher resignative Stimmung des Weniger-Werdens. Vielleicht ist diese aufkeimende Erfahrung der Diaspora ein zukunftsweisender Beitrag für Kirche insgesamt." Das schreibt der katholische Propst Gregor Giele im Jahresbericht des Bonifatiuswerkes zu seinen Diasporaerfahrungen. Diaspora ist eben auch Segen! Wir sind Diaspora und haben eine Mission - von Gottes Liebe zu sprechen und zu leben, und dass davon eine missionarische Kraft entsteht.

Donnerstag, 28. Juni 2018

"Wir Pfarrer haben ein schönes Leben!"

GS Pfr. Enno Haaks und Pfr. Romain Schildknecht 
"Wir Pfarrer haben ein schönes Leben!" sagt Romain Schildknecht, Pfarrer der evangelischen Gemeinde im elsässischen Bischwiller. "Auch wenn unsere Kirchengemeinde kleiner geworden ist und auch wohl weiterhin schrumpfen wird, so haben wir doch in diesem schönen Beruf die Chance viele Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebensphasen zu begleiten, dabei spannende Menschen kennen zu lernen mit ihren interessanten Lebensgeschichten - und das alles mit der biblischen Botschaft in Verbindung zu bringen. Da haben wir so viele Möglichkeiten und Freiheiten. Das ist doch schön!" Romain sagt das aus voller Überzeugung und er ergänzt, dass es in seiner Vereinten Evangelischen Kirche in Elsass-Lothringen diese positive Einstellung braucht, um in die Gesellschaft hineinzuwirken. "Viele Menschen in Frankreich sehnen sich nach geistlicher Begleitung und spirituellen Angeboten. Auch wenn der Laizismus in Frankreich antikirchlich ausgerichtet ist haben wir doch als Kirche und Pfarrer*innen viele Freiheiten Menschen zum Glauben einzuladen. Dafür braucht es schöne Räume und gute einladende Angebote!"

Deshalb ist es der Gemeinde umso wichtiger, dass ihr altes Gemeindezentrum erneuert wird und nach außen einladend wirkt. Im Projektkatalog 2019 wird für die Gemeinde in Bischwiller gesammelt. Das Gemeindezentrum gehört der Gemeinde - nicht wie in vielen anderen elsässischen Gemeinden der Kommune. Deshalb muss die Gemeinde einen großen Teil der Kosten selbst aufbringen. Dafür wurde ein anderes Gebäude, das nicht mehr gebaucht wird, verkauft. 

Die Stadt Bischwiller befindet sich im Ortskreis Communauté de commune de Bischwiller et environ. Die Stadt hat 13000 Einwohner, die Bevölkerung wächst jedes Jahr. Am Anfang des 21. Jahrhunderts lag die Arbeitslosenquote unter dem nationalen Durchschnitt, der sich verbessert hatte. Aber die letzten Jahren waren lokal ein wirtschaftliches Desaster. Ursprünglich war die Stadt mehrheitlich protestantisch - sowohl calvinistischer als auch lutherischer Prägung. Beide Gemeinde haben sich 1983 zu einer unierten Gemeinde vereinigt.  Derzeit hat die Gemeinde ca. 1700 Gemeindemitglieder.

Romain liegt sehr daran, dass die evangelische Kirche Präsenz zeigt in Bischwiller, einlädt und offen ist für all das, was in der Gesellschaft geschieht. Das gilt im Elsass, wie auch in Deutschland! Deshalb fällt es ihm schwer nachzuvollziehen, wenn Pfarrer aus dem Elsass nach Deutschland oder in die Schweiz gehen. "Die Probleme sind andernorts doch ähnlich! Der Pfarrberuf ist schön, weil die befreiende Botschaft des Evangeliums schön ist. Das braucht unsere Welt!" sagt er.

Dienstag, 26. Juni 2018

Das Jugendzentrum in Neuwiller konnte saniert werden

Vor dem Jugendzentrum mit den Verantwortlichen
"Foyer Saint-Jean spielt im Leben unserer evangelischen Kirche in Elsass-Lothringen eine identitässtiftende Rolle. Sehr, sehr viele Mitglieder unserer Vereingten Kirche waren als Kinder und Jugendliche hier und verbinden unvergessliche Erlebnisse mit diesem Ort", sagt Anneliese Deiss, Präsidentin des Vorstands des Jugendbundes EUL, der Träger des Zentrums ist.

Foyer Saint-Jean in Neuwiller lès Saverne ist ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert. Der Jugendbund EUL der lutherischen Kirche erwarb das Gebäude in den 1950er Jahren, um hier für Jugendliche Freizeiten, Fortbildungen und Begegnungen durchzuführen. Der Bund, der 1925 als Verein von Mitgliedern der Evangelischen Kirche A.B. von Elsass und Lothringen gegründet wurde, hatte von Anfang an das Ziel, das Evangelium von Jesus Christus den junge Menschen auch durch gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse zu verkünden. Das Evangelische Jugendheim eröffnete 1961 und hat seitdem eine wichtige Rolle bei der Einbindung der jungen Generation in die Kirche. 

Das alte Gebäude erfüllte nicht mehr die neuesten Brandschutzvorschriften. Deshalb war die weitere Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Jugendzentrum infrage gestellt. Der Katalog der geforderten baulichen Veränderungen war lang: Einige Decken, vor allem im Küchenbereich mussten feuerbeständig gemacht werden, alte Türen sollten durch Brandschutztüren mit automatischer Öffnung ersetzt werden, der Einbau eines Rauchabzuges musste erfolgen. Im Zuge der Umbauarbeiten hat das Jugendwerk auch die über 25 Jahre alten Betten, Tische und Matratzen erneuert. „Diese Arbeiten waren unentbehrlich, um mit unserem bald 90 Jahre altem Jugendwerk weiterhin den Jugendlichen das Zeugnis von Jesu Liebe nahezubringen“, betont Annelise Deiss. "Wir sind dem GAW für die erhaltene Unterstützung von 15.000 Euro dankbar. Das war eine sehr wichtige Hilfe!"

Kirche bleibt im Dorf! - Sanierung der Kirche in Niederstinzel

Norbert Lamy (links)
In Niederstinzel hat schon lange kein Pfarrer mehr gewohnt. Einmal im Monat kommt der Pfarrer der größeren benachbarten Gemeinde. Der Ort ist einfach zu klein. 260 Einwohner wohnen in  diesem lothringischen Dorf am linken Ufer der Saar. 40 % gehören der evangelischen Gemeinde an, 60 % der katholischen. Die beiden Konfessionen haben jeweils eine Kirche, die der kommunalen Gemeinde gehören. Das heißt, dass die Kommune auch für den äußeren Erhalt der Kirchengebäude sorgen muss. Der Grund ist die besondere religionspolitische Situation in Elsass-Lothringen zusammen. "Das ändert sich aber langsam", sagt Norbert Lamy, Schatzmeister der Kirche. "Aus Paris gibt es Tendenzen, diese Sonderrechte zu beschneiden." 

Anfang des 20. Jahrhunderts startete die lutherische Gemeinde von Niederstinzel den Versuch, eine eigene Kirche zu errichten. Die Pläne konnten erst 1934 realisiert werden. Die Kirche steht im Herzen des Dorfes auf einem Hügel und ist von einem kleinen Garten
umgeben. Das Dorf bemüht sich, grüner und für Touristen attraktiver zu werden. Es wurden verfallene Gebäude im Dorfzentrum abgerissen und verschiedene Landschaftsbaumaßnahmen durchgeführt. Der Rückgang der Dorfbevölkerung konnte gestoppt werden. Die evangelische Kirche ist jedoch in die Jahre gekommen. Die Gemeinde musste nun das Dach renovieren, den Außenputz erneuern und zudem für einen behindertengerechten Zugang sorgen. 
"Wir sind dem GAW sehr dankbar für die erhaltene Unterstützung, denn die Kommune konnte nicht alle Kosten tragen. Sie ist zu arm", sagt Lamy.

"Wenn monatlich Gottesdienste stattfinden, kommen zehn Gemeindemitglieder, für die es wichtig ist, dass hier weiterhin gebetet und auf evangelische Weise geglaubt werden kann." Und nicht nur dafür ist die Kirchengemeinde wichtig. "Wenn es die Engagierten unserer Gemeinde nicht gäbe, würde die Dorfgemeinschaft auseinanderbrechen!" 

Lamy war der erste evangelische Bürgermeister von Niederstinzel. Seit 1989 hat er einen Nachfolger, der ebenfalls evangelisch ist.

Montag, 25. Juni 2018

Protestantische Kirche in Elsass-Lothringen

Mitte Kirchenprsäident  Albeker
Vor Kurzem tagte die Synode der Union Proestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL). Im Vergleich zum übrigen Frankreich und zur Vereinigten Protestantischen Kirche ist ihr Status ein anderer. In vielen Gemeinden werden Pfarrhäuser und Kirchen von den Kommunen finanziert. Pfarrer*innen erhalten z.B. ihr Gehalt vom Staat. Das hängt mit der wechselvollen Geschichte Elsass-Lothringens zusammen. 

Aufgabe der Union ist es, die Verantwortung für gemeinsame Aktivitäten und die Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden evangelischen Kirchen im Elsass und im lothringischen Moseldepartement wahrzunehmen. Auch wollen beide Kirchen gegenüber staatlichen Stellen stärker mit einer Stimme sprechen. Deshalb können sie einige oder alle ihre Zuständigkeiten an die Union zu delegieren. Beide Kirchen zählen zusammen rund 250.000 Gemeindeglieder. Vier Fünftel gehören zur lutherischen EPCAAL, ein Fünftel zur calvinistischen EPRAL. Ihre jeweiligen institutionellen Strukturen haben beide Kirchen erhalten. 
Offizielle Religionsstatistiken gibt es im laizistischen Frankreich nicht, jedoch bekennen sich nach UEPAL-Angaben etwa 17 % der Bevölkerung in diesen drei Departements zum Protestantismus (im restlichen Frankreich unter 1 %).
Kirchenpräsident Christian Albecker berichtet, dass sich die Kirche in einer Umbruchsituation befindet. Es fehlt an Pfarrernachwuchs. Das hat auch Konsequenzen für die Finanzierung der Pfarrstellen. Der Staat finanziert nur Stellen, die besetzt sind. Treten Vakanzen auf, weil es zu wenige Pfarrer*innen gibt, zahlt der Staat auch in Zukunft nicht mehr. Das bedeutet, dass die Subventionen der Gehälter sukzessive abnehmen. Um diesen wichtigen finanziellen Zuschuss nicht auf Dauer zu verlieren, besetzt die Kirche inzwischen die vom Staat finanzierten Stellen auch mit Diakon*innen und Jugendreferent*innen.

Freitag, 22. Juni 2018

Immer weiter wachsende Not in Venezuela

Gerardo Hands
Der lutherische Kirchenpräsident aus Venezuela Gerardo Hands schreibt heute: "In dieser Woche haben wir für unser Strassenkinderheim Casa Hogar dank der Hilfe des GAW Schuhe und Kleidung kaufen können. Wir haben die Sache aus Miami besorgen lassen. Dank der Hilfe von Freunden ist der Transport auf diesem Weg möglich. Auch Sportkleidung für die lutherische Schule in Valencia haben wir kaufen können. Und ganz wichtig war der Kauf von Lebensmitteln für das Straßenkinderheim. Wir sind dem GAW sehr dankbar für die Hilfe. Diese Solidarität ist für uns wie eine Lebensversicherung. Die Dinge in Venezuela verschlimmern sich weiter. Man glaubt nicht, dass es noch schlimmer werden kann. Aber so erleben wir das. All die Zahlen von vor zwei Monaten stimmen schon längst nicht mehr. Die Erhöhung des Mindestlohnes beträgt jetzt 2 US-Dollar. Es fällt mir bei dem allen schwer, auf die pastorale Arbeit zu konzentrieren auf Grund der Zerstörung des normalen alltäglichen Lebens. Betet für uns!“ 

Wie allen Menschen in dem ehemals reichen Land fehlt es auch seinen Gemeindemitgliedern an allem: an Medikamenten, Essen oder Ersatzteilen. Im Land mit den wohl weltweit billigsten Benzinpreisen bleiben immer mehr Autos in der Garage, weil es keine Ersatzteile, neue Reifen oder Motorenöl zu kaufen gibt. "Viele Menschen leben von dem, was ihnen die Verwandten im Ausland schicken", sagt Pastor Hands. Zum Mangel kommt die katastrophale Sicherheitslage: venezolanische Städte gehören zu den Städten mit den höchsten Mordraten weltweit. Gerardo Hands denkt dennoch nicht ans Auswandern. Er wird in Venezuela bleiben, bei seiner Gemeinde. Aber seine beiden Kinder wohnen bereits im Ausland. Venezuelas Bevölkerung lebt heute in einer kollektiven Depression. Die Familien vermissen ihre ausgewanderten Angehörigen. Und das Schlimmste: seit die Opposition vor einem Jahr nach mehrmonatigem Volksaufstand gegenüber der Regierung klein beigegeben und sich gespalten hat, ist die Hoffnung auf eine politische Veränderung verschwunden. 
Das GAW unterstützt weiterhin die lutherische Kirche, dass sie ihren Dienst an den Menschen leisten kann.

Dienstag, 19. Juni 2018

Weltflüchtlingstag - 20. Juni 2018

Der Moderator der Griechischen Ev. Kirche Meletis Melitiadis
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Einmal im Jahr soll besonders an die Menschen erinnert werden, die alles verloren haben - nur nicht ihre Menschenwürde! Und zudem soll ihre Stärke, ihr Mut, ihre Widerstandsfähigkeit wertgeschätzt werden, die sie täglich aufbringen müssen, um zu überleben. Solidarität mit den Flüchtlingen - darum geht es! Dazu gehört ein menschlicher Umgang mit ihnen und eine sachlichere politische Diskussion gerade wenn es um Asylfragen geht. Und gerade Christen muss es ein Anliegen sein, Vertriebenen, Schutzsuchenden und Heimatlosen Hilfe zu geben. Und ebenso gilt es, ihre Talente, Kompetenzen und Biographien wert zu schätzen und ihnen Perspektiven zu bieten. Der österreichische Bischof Dr. Michael Bünker, zudem Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, bekräftigte am Vortag des Weltflüchtlingstages die Unterstützung der Kirchen und Religionen für jene, die sich um Integration bemühen. Derzeit würden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt – „Einheimische gegen Migranten, die Religionen untereinander“ – und deshalb sei ein gemeinsames Zeichen wichtig, „dass wir uns nicht auseinander bringen lassen sondern zusammenstehen“. Man müsse eine Achse der Menschlichkeit in Europa stärken und nicht eine Achse der Willigen, die auf Abschottung und Mauern setzt. Viele Ängste in der derzeitigen politischen Debatte seien irrational.

UNHCR gab bekannt, dass nach dem 2. Weltkrieg noch nie so viele Menschen auf der Flucht waren. Rund 68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer suchten Ende 2017 Schutz fern ihres Zuhauses. Das seien 2,9 Millionen Menschen mehr gewesen als Ende 2016 . Über die Hälfte der Geflohenen sind Kinder.„Die Zahl der Menschen auf der Flucht ist im fünften Jahr hintereinander gestiegen“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi.

Das UNHCR veröffentlicht jedes Jahr vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni die neusten verfügbaren globalen Zahlen über Vertreibung und Heimatverlust. Die größte Gruppe - ca. 40 Millionen Menschen- bildet die der Binnenflüchtlinge. Syrien und Kolumbien liegen hier wieder weit oben. Es sind zwei Länder, in denen GAW-Partnerkirchen aktiv sich der Flüchtlinge annehmen. 25 Millionen Menschen flüchten über die Grenzen ihrer Heimatländer. GAW-Partnerkirchen in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland. Libanon und Ägypten kümmern sich hier um die Heimatlosen mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Als weitere Gruppe zählt das UNHCR die Asylsuchenden, von denen Ende 2017 mehr als drei Millionen registriert waren. Gerade über diese
Gruppe wird derzeit in Europa intensiv diskutiert.
Aus fünf Ländern flohen in den vergangenen Jahren die meisten Menschen: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die fünf größten Aufnahmeländer für Flüchtlinge waren laut dem UNHCR die Türkei, Pakistan, Uganda, Libanon und der Iran. Deutschland ist das einzige europäische Land unter den zehn Staaten, die am meisten Geflohene aufgenommen haben. Laut UNHCR hielten sich Ende 2017 knapp eine Million Flüchtlinge in der Bundesrepublik auf.

Die GAW-Partnerkirchen im Mittelmeerraum leisten Enormes, um Flüchtlingen zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen.
Auf der im Mai stattgefundenen Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat Moderator Meletis Melitiadis de Arbeit der Griechischen Evangelischen Kirchen präsentiert. Der dafür entstandene Film zeigt auf beeindruckende Weise die wertvolle Arbeit der Kirche: 

Ronsdorf: Fußballgottesdienst zugunsten der evangelischen Gemeinde in Saratow (Russland)

Pfarrerin Slupina-Beck (5.v.r.) und ihr Team in der
Lutherkirche in Ronsdorf.
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf feierte am Sonntag einen temperamentvollen Familiengottesdienst rund ums Thema Fußball. Die Kollekte des Gottesdienstes geht an ein GAW-Projekt: den Bau der evangelischen Kirche im russischen Saratow. Seit 2006 baut die evangelische Gemeinde der Wolga-Stadt an ihrer Kirche. Die alte evangelische Kirche war in den 1970er Jahren vom kommunistischen Regime gesprengt worden. Im Mai 2018 wurde der Kirchsaal in Saratow eingeweiht. Doch der Bau ist noch nicht fertig. Ein herzliches Dankeschön an Pfarrerin Friederike Slupina-Beck und ihr Team sowie an alle Ronsdorfer, die mit diesem Gottesdienst und ihren Spenden, die evangelische Gemeinde in Saratow unterstützt haben.



 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Die Kirche in Fraiburgo / Brasilien konnte saniert werden - Termitenbefall...

Renovierte lutherische Kirche in Fraiburgo 
Termitenbefall hat die Holzkonstruktion der Kirche in Fraiburgo / Brasilien heftig beschädigt. Ebenso hatten Fledermäuse im Dach für erhebliche Verschmutzung und Beschädigung gesorgt. 
Zudem  musste der Holzfußboden, die Holzverkleidung, Dachboden, Türen und Fenster erneuert werden. Die Gemeinde in Fraiburgo hat dieses Arbeiten dank der Hilfe des GAW durchführen können.

Seit 1940 gibt es lutherische Christen in Fraiburgo. Erste Ansiedler waren Holzfäller, wodurch ein großes Sägewerk entstand. Aufgrund dessen kamen nach und nach mehr Arbeiter und auch Kleinbauern in die Gegend. Aus dieser Neusiedlerbewegung heraus begannen die lutherischen Christen sich zunächst in den eigenen Wohnungen zu Bibelstunden und Gottesdiensten zu treffen. 1960 bekamen sie die Erlaubnis, für die wachsende Gemeinde einen Schulraum zu nutzen. Die Gemeinde gründete sich dann 1961 mit insgesamt 30 Familien. Die Region veränderte sich, nachdem die Wälder gerodet waren. Die Stadt wuchs, ebenso die Gemeinde. Von Anfang an gab es einen Einfluss der Gnadauer Mission, die sich für den Aufbau der Gemeinde einsetzte.  Die Gemeinde hat ihren Besuchsdienst intensiviert, um Gemeindeglieder zurückzugewinnen und neue zu suchen. Ihr gehören zurzeit 165 Glieder an. 

 Im Projektkatalog 2015 wurde es mit 6.000 Euro gefördert. Dank an alle Unterstützer!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Dachsanierung des Hauses der Diakonie in der Slowakei

Haus der Diakonie nach der Dachsanierung
"Dank der Hilfe des GAW konnten wir in Prešov - im Osten der Slowakei - das Dach des zukünftigen Hauses der Diakonie sanieren!" schreibt Generalbischof Klatik von der Evangelischen Kirche A.B. 

"2005 hatten wir das Gebäude, das in kommunistischer Zeit verstaatlicht wurde, in einem völlig maroden Zustand wiederbekommen. Mit der ersten Bauetappe der Dachsanierung konnten wir das Gebäude jetzt sichern. Wir hoffen, dass in naher Zukunft die weiteren notwendigen Arbeiten durchführen können, damit hier bald alte Menschen und Behinderte betreut werden können."




Zustand des Daches vor der Sanierung
Prešov ist mit 91.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Slowakei und traditionell ein wichtiges protestantisches Zentrum. 1548 fand in Prešov die Synode statt, auf der slowakische Protestanten das Augsburger Bekenntnis annahmen. 1850–1918 bestand in der Stadt das Prešover Kollegium – eine bedeutende Bildungsstätte, die ein Gymnasium mit einem Lehrerinstitut und einer rechtswissenschaftlichen sowie einer theologischen Fakultät verband. 1948 wurden die Gebäude dieser Einrichtungen verstaatlicht. Nach der politischen Wende erhielt die Kirche die Häuser zurück. In dem Alten Kollegium befinden sich heute das Bischofsamt des Ostdistrikts der Evangelischen Kirche A.B. und weitere kirchliche Einrichtungen. Das neue Kollegium beherbergt heute die evangelische Gemeinschaftsschule und einen Kindergarten. 

Das zukünftige Haus der Diakonie ist teil des großen Gebäudekomplexes. Hier war ursprünglich der Konvikt der Theologiestudenten untergebracht.

Aus dem Projektkatalog wurden 15.000 Euro für die Sanierung gesammelt. Insgesamt hat der erste Bauabschnitt 33.000 Euro gekostet.

Allen Spendern sei herzlich gedankt!