Montag, 12. März 2018

Vor sieben Jahren brach der Krieg in Syrien aus

Haroutune Selimian (2.v.r.) in Aleppo
In dieser Woche vor sieben Jahren brach der blutige Bürgerkrieg in Syrien aus. Zunächst begannen Demonstrationen und Unruhen im Land, die sich gegen die Gewaltanwendung gegen friedliche Demonstranten wendeten und gegen die Verhaftung von Kindern in der südsyrischen Stadt Darʿā. Mehrere Menschen wurden getötet. Bei Protesten in den folgenden drei Tagen kam es zu weiteren Toten, darunter auch einigen Polizisten. Ab April 2011 setzte die Regierung die reguläre Armee gegen die Demonstranten ein. Mehrere hundert Personen wurden in den ersten Monaten der Protestwelle im Umfeld von Demonstrationen getötet. Die Gewalt wuchs an und eskalierte. Zahlreiche ausländische Mächte sind involviert. Viele unvereinbare Interessen spielen eine Rolle, die einen Friedensprozess behindern. Das jüngste Eingreifen des türkischen Militärs in Afrin im Norden von Aleppo hat die Situation erneut verschärft. Auch das derzeitige Drama um Ostghuta ist erschreckend. Seit Beginn des Krieges kamen mindestens eine halbe Million Menschen in Syrien um. Genaue Zahlen gibt es nicht. 45 % der Bevölkerung wurde vertrieben. 1,5 Millionen Menschen sind nach Aussage von UNICEF in Syrien körperlich oder seelisch verletzt. 


Mit dem evangelischen armenischen Pfarrer Haroutune Selimian aus Aleppo konnte ich
Haroutune Selimian in einer arm.-ev.
Gemeinde
heute telefonieren. Er sagte mir: „Ich bin dankbar, dass Ihr euch an uns immer wieder erinnert, und dass ihr den Beginn des Krieges in Syrien nicht vergessen habt. Und ich sage euch allen: Die christliche Präsenz in Syrien ist entscheidend für die Zukunft des Landes. Das ist keine Option, denn wir sind Teil der syrischen Gesellschaft. Und wir Christen sind seit dem 1. Jahrhundert im Land. Von Syrien aus wurde Europa missioniert! Syrien ist und bleibt unsere Heimat. Das dürfen wir alle nicht vergessen. Wir hoffen, dass alle Gewalt und Verfolgung enden wird, und dass wir an einem neuen Syrien mit bauen können, und dass es ein besseres Syrien geben wird. Dabei ist die christliche Präsenz als ausgleichender Faktor in der Gesellschaft wichtig. Wir können zum Dialog beitragen und zum Ausgleich. Unsere Schulen sind dafür ein Beispiel. Sollte der fundamentalistische Fanatismus siegen, dann ist das nicht nur gefährlich für Syrien. Nein – das ist das gefährlich für Europa und die ganze Welt!“ 

Mit Pfarrer Selimian und seiner evangelischen-armenischen Kirche arbeitet das GAW eng zusammen. Derzeit helfen wir das Dach der zerstörten Emanuelkirche zu sanieren. 

Seit fünf Jahren engagiert sich das GAW in Syrien und arbeitet mit der Armenischen-Evangelischen Kirche und der Arabischen-Evangelischen Kirche (NESSL) zusammen. Auch zur fellowship of Middle East Evangelical Churches (FMEEC) gibt es einen guten Kontakt und wurde Hilfsprojekte unterstützt.

Helfen Sie mit, dass Christen eine Zukunft in Syrien haben:


http://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Vor Kurzem haben wir im Verlag des GAW ein Heft zu Syrien und der Situation evangelischer Christen herausgegeben:

Hilf mir vor meinen Verfolgern! An der Seite bedrohter evangelischer Christen in Syrien

Das Heft (A4-Format) nimmt die Entstehung und die aktuelle Situation evangelischer Gemeinden in Syrien in den Blick und verleiht diesen Christen eine Stimme. Weitere Beiträge stellen den Kontext zu historischen Zusammenhängen her, der notwendig ist, um aktuelle Verwerfungen in der Region besser zu verstehen.

Mit Beiträgen von Martin Tamcke, Karin Leukefeld, Haroutune Selimian, Najla Kassab, Joseph Kassab, Uta Zeuge-Buberl, Katja Dorothea Buck u.a.

54 Seiten, 5,00 €,
zu bestellen unter verlag@gustav-adolfwerk.de oder http://www.gustav-adolf-werk.de/neuerscheinungen.html

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