Donnerstag, 28. Juni 2018

"Wir Pfarrer haben ein schönes Leben!"

GS Pfr. Enno Haaks und Pfr. Romain Schildknecht 
"Wir Pfarrer haben ein schönes Leben!" sagt Romain Schildknecht, Pfarrer der evangelischen Gemeinde im elsässischen Bischwiller. "Auch wenn unsere Kirchengemeinde kleiner geworden ist und auch wohl weiterhin schrumpfen wird, so haben wir doch in diesem schönen Beruf die Chance viele Menschen in ihren unterschiedlichsten Lebensphasen zu begleiten, dabei spannende Menschen kennen zu lernen mit ihren interessanten Lebensgeschichten - und das alles mit der biblischen Botschaft in Verbindung zu bringen. Da haben wir so viele Möglichkeiten und Freiheiten. Das ist doch schön!" Romain sagt das aus voller Überzeugung und er ergänzt, dass es in seiner Vereinten Evangelischen Kirche in Elsass-Lothringen diese positive Einstellung braucht, um in die Gesellschaft hineinzuwirken. "Viele Menschen in Frankreich sehnen sich nach geistlicher Begleitung und spirituellen Angeboten. Auch wenn der Laizismus in Frankreich antikirchlich ausgerichtet ist haben wir doch als Kirche und Pfarrer*innen viele Freiheiten Menschen zum Glauben einzuladen. Dafür braucht es schöne Räume und gute einladende Angebote!"

Deshalb ist es der Gemeinde umso wichtiger, dass ihr altes Gemeindezentrum erneuert wird und nach außen einladend wirkt. Im Projektkatalog 2019 wird für die Gemeinde in Bischwiller gesammelt. Das Gemeindezentrum gehört der Gemeinde - nicht wie in vielen anderen elsässischen Gemeinden der Kommune. Deshalb muss die Gemeinde einen großen Teil der Kosten selbst aufbringen. Dafür wurde ein anderes Gebäude, das nicht mehr gebaucht wird, verkauft. 

Die Stadt Bischwiller befindet sich im Ortskreis Communauté de commune de Bischwiller et environ. Die Stadt hat 13000 Einwohner, die Bevölkerung wächst jedes Jahr. Am Anfang des 21. Jahrhunderts lag die Arbeitslosenquote unter dem nationalen Durchschnitt, der sich verbessert hatte. Aber die letzten Jahren waren lokal ein wirtschaftliches Desaster. Ursprünglich war die Stadt mehrheitlich protestantisch - sowohl calvinistischer als auch lutherischer Prägung. Beide Gemeinde haben sich 1983 zu einer unierten Gemeinde vereinigt.  Derzeit hat die Gemeinde ca. 1700 Gemeindemitglieder.

Romain liegt sehr daran, dass die evangelische Kirche Präsenz zeigt in Bischwiller, einlädt und offen ist für all das, was in der Gesellschaft geschieht. Das gilt im Elsass, wie auch in Deutschland! Deshalb fällt es ihm schwer nachzuvollziehen, wenn Pfarrer aus dem Elsass nach Deutschland oder in die Schweiz gehen. "Die Probleme sind andernorts doch ähnlich! Der Pfarrberuf ist schön, weil die befreiende Botschaft des Evangeliums schön ist. Das braucht unsere Welt!" sagt er.

Dienstag, 26. Juni 2018

Das Jugendzentrum in Neuwiller konnte saniert werden

Vor dem Jugendzentrum mit den Verantwortlichen
"Foyer Saint-Jean spielt im Leben unserer evangelischen Kirche in Elsass-Lothringen eine identitässtiftende Rolle. Sehr, sehr viele Mitglieder unserer Vereingten Kirche waren als Kinder und Jugendliche hier und verbinden unvergessliche Erlebnisse mit diesem Ort", sagt Anneliese Deiss, Präsidentin des Vorstands des Jugendbundes EUL, der Träger des Zentrums ist.

Foyer Saint-Jean in Neuwiller lès Saverne ist ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert. Der Jugendbund EUL der lutherischen Kirche erwarb das Gebäude in den 1950er Jahren, um hier für Jugendliche Freizeiten, Fortbildungen und Begegnungen durchzuführen. Der Bund, der 1925 als Verein von Mitgliedern der Evangelischen Kirche A.B. von Elsass und Lothringen gegründet wurde, hatte von Anfang an das Ziel, das Evangelium von Jesus Christus den junge Menschen auch durch gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse zu verkünden. Das Evangelische Jugendheim eröffnete 1961 und hat seitdem eine wichtige Rolle bei der Einbindung der jungen Generation in die Kirche. 

Das alte Gebäude erfüllte nicht mehr die neuesten Brandschutzvorschriften. Deshalb war die weitere Unterbringung von Kindern und Jugendlichen im Jugendzentrum infrage gestellt. Der Katalog der geforderten baulichen Veränderungen war lang: Einige Decken, vor allem im Küchenbereich mussten feuerbeständig gemacht werden, alte Türen sollten durch Brandschutztüren mit automatischer Öffnung ersetzt werden, der Einbau eines Rauchabzuges musste erfolgen. Im Zuge der Umbauarbeiten hat das Jugendwerk auch die über 25 Jahre alten Betten, Tische und Matratzen erneuert. „Diese Arbeiten waren unentbehrlich, um mit unserem bald 90 Jahre altem Jugendwerk weiterhin den Jugendlichen das Zeugnis von Jesu Liebe nahezubringen“, betont Annelise Deiss. "Wir sind dem GAW für die erhaltene Unterstützung von 15.000 Euro dankbar. Das war eine sehr wichtige Hilfe!"

Kirche bleibt im Dorf! - Sanierung der Kirche in Niederstinzel

Norbert Lamy (links)
In Niederstinzel hat schon lange kein Pfarrer mehr gewohnt. Einmal im Monat kommt der Pfarrer der größeren benachbarten Gemeinde. Der Ort ist einfach zu klein. 260 Einwohner wohnen in  diesem lothringischen Dorf am linken Ufer der Saar. 40 % gehören der evangelischen Gemeinde an, 60 % der katholischen. Die beiden Konfessionen haben jeweils eine Kirche, die der kommunalen Gemeinde gehören. Das heißt, dass die Kommune auch für den äußeren Erhalt der Kirchengebäude sorgen muss. Der Grund ist die besondere religionspolitische Situation in Elsass-Lothringen zusammen. "Das ändert sich aber langsam", sagt Norbert Lamy, Schatzmeister der Kirche. "Aus Paris gibt es Tendenzen, diese Sonderrechte zu beschneiden." 

Anfang des 20. Jahrhunderts startete die lutherische Gemeinde von Niederstinzel den Versuch, eine eigene Kirche zu errichten. Die Pläne konnten erst 1934 realisiert werden. Die Kirche steht im Herzen des Dorfes auf einem Hügel und ist von einem kleinen Garten
umgeben. Das Dorf bemüht sich, grüner und für Touristen attraktiver zu werden. Es wurden verfallene Gebäude im Dorfzentrum abgerissen und verschiedene Landschaftsbaumaßnahmen durchgeführt. Der Rückgang der Dorfbevölkerung konnte gestoppt werden. Die evangelische Kirche ist jedoch in die Jahre gekommen. Die Gemeinde musste nun das Dach renovieren, den Außenputz erneuern und zudem für einen behindertengerechten Zugang sorgen. 
"Wir sind dem GAW sehr dankbar für die erhaltene Unterstützung, denn die Kommune konnte nicht alle Kosten tragen. Sie ist zu arm", sagt Lamy.

"Wenn monatlich Gottesdienste stattfinden, kommen zehn Gemeindemitglieder, für die es wichtig ist, dass hier weiterhin gebetet und auf evangelische Weise geglaubt werden kann." Und nicht nur dafür ist die Kirchengemeinde wichtig. "Wenn es die Engagierten unserer Gemeinde nicht gäbe, würde die Dorfgemeinschaft auseinanderbrechen!" 

Lamy war der erste evangelische Bürgermeister von Niederstinzel. Seit 1989 hat er einen Nachfolger, der ebenfalls evangelisch ist.

Montag, 25. Juni 2018

Protestantische Kirche in Elsass-Lothringen

Mitte Kirchenprsäident  Albeker
Vor Kurzem tagte die Synode der Union Proestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL). Im Vergleich zum übrigen Frankreich und zur Vereinigten Protestantischen Kirche ist ihr Status ein anderer. In vielen Gemeinden werden Pfarrhäuser und Kirchen von den Kommunen finanziert. Pfarrer*innen erhalten z.B. ihr Gehalt vom Staat. Das hängt mit der wechselvollen Geschichte Elsass-Lothringens zusammen. 

Aufgabe der Union ist es, die Verantwortung für gemeinsame Aktivitäten und die Stärkung der Beziehungen zwischen den beiden evangelischen Kirchen im Elsass und im lothringischen Moseldepartement wahrzunehmen. Auch wollen beide Kirchen gegenüber staatlichen Stellen stärker mit einer Stimme sprechen. Deshalb können sie einige oder alle ihre Zuständigkeiten an die Union zu delegieren. Beide Kirchen zählen zusammen rund 250.000 Gemeindeglieder. Vier Fünftel gehören zur lutherischen EPCAAL, ein Fünftel zur calvinistischen EPRAL. Ihre jeweiligen institutionellen Strukturen haben beide Kirchen erhalten. 
Offizielle Religionsstatistiken gibt es im laizistischen Frankreich nicht, jedoch bekennen sich nach UEPAL-Angaben etwa 17 % der Bevölkerung in diesen drei Departements zum Protestantismus (im restlichen Frankreich unter 1 %).
Kirchenpräsident Christian Albecker berichtet, dass sich die Kirche in einer Umbruchsituation befindet. Es fehlt an Pfarrernachwuchs. Das hat auch Konsequenzen für die Finanzierung der Pfarrstellen. Der Staat finanziert nur Stellen, die besetzt sind. Treten Vakanzen auf, weil es zu wenige Pfarrer*innen gibt, zahlt der Staat auch in Zukunft nicht mehr. Das bedeutet, dass die Subventionen der Gehälter sukzessive abnehmen. Um diesen wichtigen finanziellen Zuschuss nicht auf Dauer zu verlieren, besetzt die Kirche inzwischen die vom Staat finanzierten Stellen auch mit Diakon*innen und Jugendreferent*innen.

Freitag, 22. Juni 2018

Immer weiter wachsende Not in Venezuela

Gerardo Hands
Der lutherische Kirchenpräsident aus Venezuela Gerardo Hands schreibt heute: "In dieser Woche haben wir für unser Strassenkinderheim Casa Hogar dank der Hilfe des GAW Schuhe und Kleidung kaufen können. Wir haben die Sache aus Miami besorgen lassen. Dank der Hilfe von Freunden ist der Transport auf diesem Weg möglich. Auch Sportkleidung für die lutherische Schule in Valencia haben wir kaufen können. Und ganz wichtig war der Kauf von Lebensmitteln für das Straßenkinderheim. Wir sind dem GAW sehr dankbar für die Hilfe. Diese Solidarität ist für uns wie eine Lebensversicherung. Die Dinge in Venezuela verschlimmern sich weiter. Man glaubt nicht, dass es noch schlimmer werden kann. Aber so erleben wir das. All die Zahlen von vor zwei Monaten stimmen schon längst nicht mehr. Die Erhöhung des Mindestlohnes beträgt jetzt 2 US-Dollar. Es fällt mir bei dem allen schwer, auf die pastorale Arbeit zu konzentrieren auf Grund der Zerstörung des normalen alltäglichen Lebens. Betet für uns!“ 

Wie allen Menschen in dem ehemals reichen Land fehlt es auch seinen Gemeindemitgliedern an allem: an Medikamenten, Essen oder Ersatzteilen. Im Land mit den wohl weltweit billigsten Benzinpreisen bleiben immer mehr Autos in der Garage, weil es keine Ersatzteile, neue Reifen oder Motorenöl zu kaufen gibt. "Viele Menschen leben von dem, was ihnen die Verwandten im Ausland schicken", sagt Pastor Hands. Zum Mangel kommt die katastrophale Sicherheitslage: venezolanische Städte gehören zu den Städten mit den höchsten Mordraten weltweit. Gerardo Hands denkt dennoch nicht ans Auswandern. Er wird in Venezuela bleiben, bei seiner Gemeinde. Aber seine beiden Kinder wohnen bereits im Ausland. Venezuelas Bevölkerung lebt heute in einer kollektiven Depression. Die Familien vermissen ihre ausgewanderten Angehörigen. Und das Schlimmste: seit die Opposition vor einem Jahr nach mehrmonatigem Volksaufstand gegenüber der Regierung klein beigegeben und sich gespalten hat, ist die Hoffnung auf eine politische Veränderung verschwunden. 
Das GAW unterstützt weiterhin die lutherische Kirche, dass sie ihren Dienst an den Menschen leisten kann.

Dienstag, 19. Juni 2018

Weltflüchtlingstag - 20. Juni 2018

Der Moderator der Griechischen Ev. Kirche Meletis Melitiadis
Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag. Einmal im Jahr soll besonders an die Menschen erinnert werden, die alles verloren haben - nur nicht ihre Menschenwürde! Und zudem soll ihre Stärke, ihr Mut, ihre Widerstandsfähigkeit wertgeschätzt werden, die sie täglich aufbringen müssen, um zu überleben. Solidarität mit den Flüchtlingen - darum geht es! Dazu gehört ein menschlicher Umgang mit ihnen und eine sachlichere politische Diskussion gerade wenn es um Asylfragen geht. Und gerade Christen muss es ein Anliegen sein, Vertriebenen, Schutzsuchenden und Heimatlosen Hilfe zu geben. Und ebenso gilt es, ihre Talente, Kompetenzen und Biographien wert zu schätzen und ihnen Perspektiven zu bieten. Der österreichische Bischof Dr. Michael Bünker, zudem Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, bekräftigte am Vortag des Weltflüchtlingstages die Unterstützung der Kirchen und Religionen für jene, die sich um Integration bemühen. Derzeit würden Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt – „Einheimische gegen Migranten, die Religionen untereinander“ – und deshalb sei ein gemeinsames Zeichen wichtig, „dass wir uns nicht auseinander bringen lassen sondern zusammenstehen“. Man müsse eine Achse der Menschlichkeit in Europa stärken und nicht eine Achse der Willigen, die auf Abschottung und Mauern setzt. Viele Ängste in der derzeitigen politischen Debatte seien irrational.

UNHCR gab bekannt, dass nach dem 2. Weltkrieg noch nie so viele Menschen auf der Flucht waren. Rund 68,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer suchten Ende 2017 Schutz fern ihres Zuhauses. Das seien 2,9 Millionen Menschen mehr gewesen als Ende 2016 . Über die Hälfte der Geflohenen sind Kinder.„Die Zahl der Menschen auf der Flucht ist im fünften Jahr hintereinander gestiegen“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi.

Das UNHCR veröffentlicht jedes Jahr vor dem Weltflüchtlingstag am 20. Juni die neusten verfügbaren globalen Zahlen über Vertreibung und Heimatverlust. Die größte Gruppe - ca. 40 Millionen Menschen- bildet die der Binnenflüchtlinge. Syrien und Kolumbien liegen hier wieder weit oben. Es sind zwei Länder, in denen GAW-Partnerkirchen aktiv sich der Flüchtlinge annehmen. 25 Millionen Menschen flüchten über die Grenzen ihrer Heimatländer. GAW-Partnerkirchen in Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland. Libanon und Ägypten kümmern sich hier um die Heimatlosen mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Als weitere Gruppe zählt das UNHCR die Asylsuchenden, von denen Ende 2017 mehr als drei Millionen registriert waren. Gerade über diese
Gruppe wird derzeit in Europa intensiv diskutiert.
Aus fünf Ländern flohen in den vergangenen Jahren die meisten Menschen: Syrien, Afghanistan, Südsudan, Myanmar und Somalia. Die fünf größten Aufnahmeländer für Flüchtlinge waren laut dem UNHCR die Türkei, Pakistan, Uganda, Libanon und der Iran. Deutschland ist das einzige europäische Land unter den zehn Staaten, die am meisten Geflohene aufgenommen haben. Laut UNHCR hielten sich Ende 2017 knapp eine Million Flüchtlinge in der Bundesrepublik auf.

Die GAW-Partnerkirchen im Mittelmeerraum leisten Enormes, um Flüchtlingen zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen.
Auf der im Mai stattgefundenen Vollversammlung der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hat Moderator Meletis Melitiadis de Arbeit der Griechischen Evangelischen Kirchen präsentiert. Der dafür entstandene Film zeigt auf beeindruckende Weise die wertvolle Arbeit der Kirche: 

Ronsdorf: Fußballgottesdienst zugunsten der evangelischen Gemeinde in Saratow (Russland)

Pfarrerin Slupina-Beck (5.v.r.) und ihr Team in der
Lutherkirche in Ronsdorf.
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf feierte am Sonntag einen temperamentvollen Familiengottesdienst rund ums Thema Fußball. Die Kollekte des Gottesdienstes geht an ein GAW-Projekt: den Bau der evangelischen Kirche im russischen Saratow. Seit 2006 baut die evangelische Gemeinde der Wolga-Stadt an ihrer Kirche. Die alte evangelische Kirche war in den 1970er Jahren vom kommunistischen Regime gesprengt worden. Im Mai 2018 wurde der Kirchsaal in Saratow eingeweiht. Doch der Bau ist noch nicht fertig. Ein herzliches Dankeschön an Pfarrerin Friederike Slupina-Beck und ihr Team sowie an alle Ronsdorfer, die mit diesem Gottesdienst und ihren Spenden, die evangelische Gemeinde in Saratow unterstützt haben.



 

Donnerstag, 14. Juni 2018

Die Kirche in Fraiburgo / Brasilien konnte saniert werden - Termitenbefall...

Renovierte lutherische Kirche in Fraiburgo 
Termitenbefall hat die Holzkonstruktion der Kirche in Fraiburgo / Brasilien heftig beschädigt. Ebenso hatten Fledermäuse im Dach für erhebliche Verschmutzung und Beschädigung gesorgt. 
Zudem  musste der Holzfußboden, die Holzverkleidung, Dachboden, Türen und Fenster erneuert werden. Die Gemeinde in Fraiburgo hat dieses Arbeiten dank der Hilfe des GAW durchführen können.

Seit 1940 gibt es lutherische Christen in Fraiburgo. Erste Ansiedler waren Holzfäller, wodurch ein großes Sägewerk entstand. Aufgrund dessen kamen nach und nach mehr Arbeiter und auch Kleinbauern in die Gegend. Aus dieser Neusiedlerbewegung heraus begannen die lutherischen Christen sich zunächst in den eigenen Wohnungen zu Bibelstunden und Gottesdiensten zu treffen. 1960 bekamen sie die Erlaubnis, für die wachsende Gemeinde einen Schulraum zu nutzen. Die Gemeinde gründete sich dann 1961 mit insgesamt 30 Familien. Die Region veränderte sich, nachdem die Wälder gerodet waren. Die Stadt wuchs, ebenso die Gemeinde. Von Anfang an gab es einen Einfluss der Gnadauer Mission, die sich für den Aufbau der Gemeinde einsetzte.  Die Gemeinde hat ihren Besuchsdienst intensiviert, um Gemeindeglieder zurückzugewinnen und neue zu suchen. Ihr gehören zurzeit 165 Glieder an. 

 Im Projektkatalog 2015 wurde es mit 6.000 Euro gefördert. Dank an alle Unterstützer!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Dachsanierung des Hauses der Diakonie in der Slowakei

Haus der Diakonie nach der Dachsanierung
"Dank der Hilfe des GAW konnten wir in Prešov - im Osten der Slowakei - das Dach des zukünftigen Hauses der Diakonie sanieren!" schreibt Generalbischof Klatik von der Evangelischen Kirche A.B. 

"2005 hatten wir das Gebäude, das in kommunistischer Zeit verstaatlicht wurde, in einem völlig maroden Zustand wiederbekommen. Mit der ersten Bauetappe der Dachsanierung konnten wir das Gebäude jetzt sichern. Wir hoffen, dass in naher Zukunft die weiteren notwendigen Arbeiten durchführen können, damit hier bald alte Menschen und Behinderte betreut werden können."




Zustand des Daches vor der Sanierung
Prešov ist mit 91.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Slowakei und traditionell ein wichtiges protestantisches Zentrum. 1548 fand in Prešov die Synode statt, auf der slowakische Protestanten das Augsburger Bekenntnis annahmen. 1850–1918 bestand in der Stadt das Prešover Kollegium – eine bedeutende Bildungsstätte, die ein Gymnasium mit einem Lehrerinstitut und einer rechtswissenschaftlichen sowie einer theologischen Fakultät verband. 1948 wurden die Gebäude dieser Einrichtungen verstaatlicht. Nach der politischen Wende erhielt die Kirche die Häuser zurück. In dem Alten Kollegium befinden sich heute das Bischofsamt des Ostdistrikts der Evangelischen Kirche A.B. und weitere kirchliche Einrichtungen. Das neue Kollegium beherbergt heute die evangelische Gemeinschaftsschule und einen Kindergarten. 

Das zukünftige Haus der Diakonie ist teil des großen Gebäudekomplexes. Hier war ursprünglich der Konvikt der Theologiestudenten untergebracht.

Aus dem Projektkatalog wurden 15.000 Euro für die Sanierung gesammelt. Insgesamt hat der erste Bauabschnitt 33.000 Euro gekostet.

Allen Spendern sei herzlich gedankt!

Dienstag, 12. Juni 2018

Altern in Würde in Kirgistan



"Haus der Barmherzigkeit" - der Name des Wohnheims für ältere und pflegebedürftige Menschen nahe der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist Programm. Der Bischof der ELKK, Alfred Eichholz kennt jede der acht Bewohnerinnen persönlich und begrüßt sie mit großer Herzlichkeit. Sie freuen sich immer riesig über seinen Besuch. 


Das Haus der Barmherzigkeit wurde vor 15 Jahren gegründet, um älteren Menschen ein liebevolles Zuhause zu geben. Damit ist es das traditionsreichste sozial-diakonische Projekt der kleinen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan. Schon längst ist es ein Erfolgsprojekt. In den vergangenen Jahren fanden bereits 41 Menschen hier ein Zuhause. Es gibt viele Senioren in Kirgistan, die alleine leben müssen, weil ihre Angehörigen ausgewandert sind und sich nicht um sie kümmern können.
Die Bewohnerinnen, derzeit nur Frauen, pflegen eine herzliche Gemeinschaft. Irina, die Leiterin des Hauses, versucht ihnen das Leben so schön wie möglich zu machen. Diese große Herzlichkeit ist an allen Ecken zu spüren.

Inge Rühl, Vorsitzende der Frauenarbeit des GAW

Montag, 11. Juni 2018

Sanierung des Pfarr- und Gemeindehauses in Rimavské Janovce ist gelungen!

Vor der abschließenden Sanierung
"Die Sanierung unseres Pfarr- und Gemeindehauses ist dank der Hilfe des GAW gelungen!" schreibt Pfarrer Richárd Bihari von der reformierten Gemeinde in  Rimavské Janovce (ungarisch: Jánosi) im südlichen Teil der Slowakei. Die Sanierung konnte  nur Schritt für Schritt durchgeführt werden. Dank der Unterstützung von 8.000 Euro aus dem Projektkatalog des GAW erhielt das Haus jetzt den letzten Schliff.  
Die Kommune zählt rund 1.100 Einwohner, die reformierte Gemeinde 150 Glieder. „Die meisten Dörfer in der Diözese Gemer/Gömör werden durch Abwanderung entvölkert, die Kirchengemeinden schrumpfen.
fertig renoviertes Pfarr- und Gemeindehaus
In Rimavské Janovce ist es inzwischen anders. Dank der Nähe zur Stadt Rimavská Sobota wächst die Bevölkerung sogar“, beschreibt Pfarrer  Bihari die Situtation im Dorf. „Um diese positive Entwicklung zu unterstützen, braucht die Gemeinde dringend einen Pfarrer, der vor Ort wohnt. 

Der letzte Ortspfarrer zog 1994 aus dem Pfarrhaus aus. Seitdem lebte kein Pfarrer mehr vor Ort. Die Gemeinde hat schon 2007 damit begonnen, ihr aus dem 19. Jahrhundert stammendes Pfarrhaus instand zu setzen. Damals wurde das Dach komplett renoviert. In den folgenden Jahren wurden Strom- und Wasserleitungen verlegt und neue Fenster eingesetzt. 

Jetzt wurde der Innenausbau und die Aussenfassade saniert. "Ich werde jetzt sobald wie möglich in das fertige Pfarr- und Gemeindehaus einziehen!" schriebt Pfarrer Bihár.

Allen Spendern für dieses Projekt sei herzlich gedankt!

Donnerstag, 7. Juni 2018

Treffen von evangelischen Frauen aus Serbien und Slowenien

Slowenien ist das Partnerland des Jahresprojektes der GAW-Frauenarbeit 2018. Pastorin Simona Prosič Filip berichtet von ihrer Arbeit als Verantwortliche für die Frauenarbeit in der evangelischen Kirche in Slowenien:

„Dieses Jahr ist für unsere Kirche in Slowenien ein besonderes Jahr, da wir in Vorbereitung auf den Weltgebetstag der Frauen 2019 viele Gruppen empfangen, was uns natürlich sehr freut. Es ist schön, Frauen aus anderen Ländern unsere Kirche vorzustellen zu können. In der nächsten Woche besucht uns beispielsweise eine Pilgergruppe aus der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und die Verantwortliche für den Weltgebetstag in der Nordkirche. 

Kerzen-Workshop beim Seminar
Doch auch die Aktivitäten in unserer Frauenarbeit stehen nicht still: Am letzten Wochenende reiste eine Gruppe von 19 slowenischen Frauen nach Serbien, um dort 27 Frauen aus der Vojvodina wiederzusehen. Es war das inzwischen dritte Treffen, das unter dem Motto stand „Evangelium in der Praxis“. Gleichzeitig war es auch der erste Besuch unserer slowenischen Frauen in Serbien. Wir spüren dabei, dass die alten Wunden langsam heilen und ein versöhntes Zusammenleben damit wieder Normalität werden kann – wie vor dem Krieg. Ein bestärkendes Erlebnis ist es immer wieder, zu sehen, dass wir uns auch sprachlich gut verstehen. Slowenisch und Serbisch sind zwar verwandte, aber doch unterschiedliche Sprachen. In Jugoslawien war Serbisch die offizielle Amtssprache, wir haben es in der Schule gelernt. Deswegen verstehen wir es noch. Andersherum gab es im serbischen Rundfunk immer auch Lieder und Filme aus Slowenien. Und so haben wir uns bei dem Seminar auch ohne Übersetzer verständigen können und sogar noch mehr dazu gelernt!
Einladung zur Segnungsfeier für Schwangere

Am nächsten Sonntag geht es schon weiter: Die evangelischen Frauen in Slowenien veranstalten ein großes Picknick, das jährlich zum Abschluss des Jahresprogramms stattfindet. Wir essen, trinken, reden und feiern zusammen Gottesdienst. Dazu kommen jedes Jahr mehr Frauen. Im letzten Jahr waren es 200 aus ganz Slowenien. In diesem Jahr haben wir uns etwas Neues ausgedacht, nämlich eine Segensfeier für schwangere Frauen. Ich bin sehr gespannt, wie viele schwangere Frauen daran teilnehmen werden. Außerdem feiert meine Gemeinde in Gornji Slaveči am 24. Juni ihr 100-jähriges Bestehen. Auch für mich als Pfarrerin wird es also nicht langweilig werden!“

Dienstag, 5. Juni 2018

In Argentinien protestiert die Diakonie gegen Gewalt an Kindern

Nora Cortinas und Adolfo Pérez Esquivel, Jugendliche mit Plakaten
Bei einer Pressekonferenz am 11.05.2018 im Parlamentsgebäude in Buenos Aires halten Jugendliche Plakate hoch mit Sprüchen wie: "Wir Kinder sind keine Gefahr, sondern wir sind selbst in Gefahr!" - "Sie dürfen uns nicht unser Leben und unsere Hoffnung rauben!" - "Wir Kinder sind die einzige Hoffnung dieser Gesellschaft!" Gekommen sind außerdem der argentinische Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel und Nora Cortinas, eine der "Madres de la Plaza de Mayo", die Mütter von während der Militärdiktatur ermordeten jungen Menschen. Eingeladen haben Kinderrechtsorganisationen, zu denen auch die evangelische Diakoniestiftung „Hora de Obrar“ gehört. 

Mit der Pressekonferenz machen sie auf eine gefährliche Entwicklung innerhalb der argentinischen Gesellschaft aufmerksam: Es kommt immer häufiger vor, dass die Polizei Kinder erschießt, angeblich weil sie auf frischer Tat bei kriminellen Handlungen ertappt wurden. Tatsächlich gibt es in Buenos Aires viele Diebstähle und Einbrüche, was die öffentliche Sicherheit beeinträchtigt. Doch die Reaktion darauf ist unverhältnismäßig hart. Zudem weckt die Polizeigewalt, die juristisch meist nicht geahndet wird und offensichtlich sogar politisch gewollt ist, in den Köpfen vieler Menschen schlimme Erinnerungen an die staatliche Gewalt in der Zeit der Militärdiktatur. 

Häuser in einem Armutsviertel
Der eigentliche Grund für die Kriminalität ist die Armut, die vor allem während der Zeit der Militärdiktatur 1976 - 1983 stark angewachsen ist. Armut bringt häufig große soziale Probleme mit sich. Die Kinder werden von den Eltern vernachlässigt. Familiäre Gewalt setzt sich von Generation zu Generation fort. Viele Eltern hatten noch nie in ihrem Leben eine bezahlte Arbeit und können auch ihren Kindern nicht vorleben, wie es ist, einer regelmäßigen Beschäftigung nachzugehen. Die Kirchner-Regierungen 2003 - 2015 haben zwar Sozialprogramme gefördert, das Problem der Arbeitslosigkeit konnten sie damit jedoch nicht in den Griff kriegen. In den letzten Jahrzehnten gründeten engagierte evangelische Christen sozial-diakonische Zentren in den Elendsvierteln von Buenos Aires. Hier sollen Kinder und Jugendliche gestärkt werden, um den Kreislauf der Armut, Kriminalität und Gewalt verlassen zu können. Gleichzeitig wirkt das Engagement zurück auf die Kirche selbst und macht sie solidarischer und sensibler für Ungerechtigkeit.