Mittwoch, 26. September 2018

Antonio Herrezuelo - evangelischer Märtyrer in Spanien

Verbrennung der Verurteilten am 21. Mai 1559 in Valladolid
Die römisch-katholische Kirche und das spanische Königshaus sahen in der Reformation  die religiöse Einheit des Abendlandes in Gefahr. Ab etwa 1518 verfolgte die Inquisition die - angeblich - häretischen Protestanten brutal. Der Protestantismus nach wenigen Jahren 'ausgerottet'. Einer der sog. "evangelischen Märtyrer, dessen Gedenktag der 26. September ist, ist Antonio Herrezuelo. Er war Mitglied der protestantischen Gemeinde von Valladolid, die um 1551 von dem Italiener Carlos de Seso gegründet worden war und inzwischen mehr als 50 Mitglieder hatte. De Seso war unter dem Einfluss von Schriften von Juan Valdes zum evangelischen Glauben konvertiert. Die reformatorische Bewegung im Raum Valladolid - damaliger Sitz des spanischen Hofes - mit ihren geheimen Gottesdiensten blieb zwei oder drei Jahre unentdeckt. Im Januar 1559  beauftragte Papst Paul IV. auf spanischen Wunsch den Großinquisitor, Ketzer zu finden und zu verurteilen. Am Gründonnerstag 1559 wurde die Versammlung der Gemeinde entdeckt, die meisten ihrer Mitglieder wurden gefangen genommen und vor die Inquisition gestellt. Am 21. Mai fand die öffentliche Verhandlung statt; mehr als 200.000 Menschen sollen ihr beigewohnt haben. Eine Reihe von Protestanten widerrief und ließ sich wieder in die katholische Kirche aufnehmen, darunter auch Antonius' Frau Leonor de Cisnere; andere bereuten und wurden deshalb nur erwürgt; Antonio dagegen blieb standhaft und wurde verbrannt.

San Fernando
Der Protestantismus in Spanien hatte dann erst wieder im 19. Jahrhundert in Spanien Fuss fassen können. Auch diese Anfänge waren nicht einfach. Ebenso schwierig war es im 20. Jahrhundert, in dem – bis auf die Ausnahme in der 2. Republik – die Protestanten nie über eine wahre Freiheit ihrer Religionsausübung verfügten. Erschwert wurde die Stellung des Protestantismus durch den spanischen Bürgerkrieg und die Folgen in den Jahren danach, in denen die Protestanten jede Art von Beeinträchtigungen, Verfolgungen, Verbannung und Tod erlitten haben – nur weil sie Protestanten waren. 

Eine schwierige Geschichte... - teilweise bis heute...- dennoch setzen sich die evangelischen Christen der Iglesia Evangélica Espanola (IEE) bis heute für Menschen ein, die auf Solidarität angewiesen sind. 

Die IEE ist Partnerkirche des GAW.

In diesem Jahr fördert das GAW die Sanierung des Gemeindzentrums in San Fernando:


Dienstag, 25. September 2018

Deutschland: Konfis sammeln zum Erntedankfest Spenden für GAW-Projekt in Venezuela

Kirchencafé im sächsischen Spremberg
zugunsten der GAW-Konfirmandengabe 2018.
Die angehenden Konfirmanden der evangelischen Kirchgemeinde im sächsischen Spremberg veranstalteten zum Erntedankfest am 9. September ein Kirchencafé zugunsten des Kinderheims "Casa Hogar" in Venezuela. Sie hatten Kuchen gebacken, Kaffee und Tee gekocht, stellten Bänke und Tische auf der Kirchenwiese auf und luden nach dem Gottesdienst zum gemütlichen Beisammensein. Schon im Gottesdienst hatten die Konfirmanden die Arbeit des GAW und das Kinderheim "Casa Hogar", das ein Projekt der 2018er GAW-Konfirmandengabe ist, vorgestellt. So spendeten die Cafébesucher gerne. 192 Euro konnten die Konfirmanden sammeln.

Für die Jungen im Kinderheim "Casa Hogar" in Venezuela
kamen 192 € zusammen. Herzlichen Dank!
Das Kinderheim "Casa Hogar" in der venezolanischen Stadt Valencia fängt Jungen aus sehr schwierigen sozialen Verhältnissen auf und ermöglicht ihnen einen guten Start ins Leben. Im Namen der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde in Valencia, die mit ihrer Stiftung "Liebe-Glaube-Hoffnung" Trägerin der Kinderheimes ist, bedanken wir uns sehr herzlich bei den Spremberger Konfirmanden.

Freitag, 21. September 2018

Kirchenglocken in Homs und überall auf der Welt rufen zum Frieden!!! Heute ist Weltfriedenstag!

Kirchenglocke in der evangelischen Kirche
in Homs / Syrien

Ende vergangenen Jahres war ich in Homs in Syrien. An einem Sonntag im Oktober feierten wir in der evangelischen Kirche in der Altstadt einen Gottesdienst in einer vollen Kirche. Die Altstadt war über zwei Jahre besetzt von islamistischen Kämpfern. Die evangelische Kirche war in der Zeit Rekrutierungszentrum von Islamisten – zudem war sie schwer beschädigt. Am Sonntag läutete ein Kirchenvorsteher per Hand die Glocke. In der ganzen Altstadt ist diese Glocke zu hören. Und sie ruft zum Frieden, zum Hören auf das Friedenswort: „Suche Frieden und jage ihm nach!" (Psalm 34,15) 

An diese Szene erinnere ich mich am heutigen Weltfriedenstag, an dem in ganz Deutschland um 18 Uhr die Glocken aller Kirchen zum Frieden rufen sollen. 

Der Weltfriedenstag soll nach Willen der Vereinten Nationen (UN) genutzt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu stärken und insbesondere da hinzuschauen, wo der Frieden brüchig und bedroht ist. 

In der Bibel begegnet einem keine Formulierung so oft wie "Der Friede sei mit dir!" oder "Der Friede sei mit euch!". Danach sehnen wir uns alle – bei uns – in Syrien, in Venezuela… Frieden ist dabei nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts! Frieden ist  mehr als die Abwesenheit von Krieg und Gewalt. Unsere Sehnsucht nach Frieden ist mehr als der Wunsch, von Krieg verschont zu bleiben. Frieden ist – das realisieren wir heute mehr denn je – zuerst ein Geschenk. Wer im Frieden leben kann, ist mit Kostbarem beschenkt, vielleicht mit dem Kostbarsten, das ein Menschenleben zu bieten hat. Dafür müssen wir uns einsetzen, daran müssen wir arbeiten und immer wieder neu nach Wegen zum Frieden suchen. 

Wenn heute Abend um 18 Uhr die Glocken läuten, dann werde ich an unsere Glaubensgeschwister in Homs denken und für sie beten. Meine Gebete gehen auch nach Venezuela, wo eine humanitäre Katastrophe die Menschen aus dem Land drängt. Meine Gebete gehen nach Italien und all den Menschen, die sich für ein offenes Europa einsetzen. Meine Gebete gehen zu unseren griechischen Glaubensgeschwistern, dass sie Kraft und Ausdauer behalten, sich für Heimatlose und Vertriebene einsetzen. So viele Orte auf dieser Welt, wo der Frieden bedroht ist! 

Für wen betete Ihr heute Abend, wenn um 18 Uhr die Glocken läuten und zum Frieden rufen?



Enno Haaks, Pfarrer und Generalsekretär des GAW



Mittwoch, 19. September 2018

Ein Traum wird wahr... - eine Kirche in Brasilien saniert

Dachstuhlsanierung
"Die Evangelische Gemeinde aus Bom Retiro do Sul (Brasilien) bedankt sich ganz herzlich beim GAW für die großzügige Spende in Höhe von 12.000 Euro, die für das Restaurationsprojekt des evangelischen Kirchengebäudes zur Verfügung gestellt wurden. Durch diese finanzielle Unterstützung wurde ein Traum wahr. Der Erhalt unseres Kirchengebäudes symbolisiert auch das Leben in unserer Gemeinde, zu dem sich alle Mitglieder zusammen für ein gemeinsames Ziel eingesetzt haben. - Gott segne alle, die uns geholfen haben!" schreibt Pfarrerin Maria Grenzel Gressler, die die Gemeinde leitet

neu gedecktes Dach
110 km nordwestlich von der Hauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul, Porto Alegre, befindet sich die Stadt Bom Retiro do Sul. Zu ihr gehören 250 Familien, d.h. ca. 650 getaufte lutherische Gemeindeglieder. Die Geschichte der Gemeinde beginnt im Jahr 1889. Deutschstämmige Siedler gründeten den Ort. 1906 konnte die Gemeinde dann endlich eine eigene Kirche bauen, die inzwischen unter Denkmalschutz steht. Neben der Kirche gibt es ein Pfarr- und Gemeindehaus. Hier treffen sich die verschiedenen Gemeindegruppen. Es gibt eine aktive Kinder- und Jugendarbeit. Auch die aktive evangelische Frauenhilfe – OASE – trifft sich hier. Der Gemeindesaal bietet genug Raum für Gemeindefeste. 

Innenraumsanierung

Die Gemeinde hat sich in den vergangenen Jahren aktiv mit einem missionarischen Gemeindeaufbau auseinandergesetzt. „Die Gemeinde soll nach innen und außen wachsen“, schreibt Pfarrerin Maria Gressler. „Uns ist wichtig, dass sich die Gemeinde untereinander in Jesus Christus verbunden weiß, und dass sie mit frohem Mut das Evangelium weitergibt im Respekt vor anderen und der eigenen lutherischen Tradition. Wir wollen auch Zeichen setzen gegen jede Form der Diskriminierung.“ Bekannt ist die Gemeinde in der Umgebung für ihre aktive ökumenische Arbeit. 
Erster Gottesdienst in der sanierten Kirche

„Die Kirche mit Uhr und Glocke“ – so ist die Kirche der lutherischen Gemeinde weithin bekannt. Damit ist sie für alle Bewohner der Stadt ein Referenzpunkt. Der Erhalt der denkmalgeschützten Kirche war für die Gemeinde eine große Herausforderung. Die Kirche musste saniert werden – ebenso die Uhr und die Halterung für die Glocke. Der Dachstuhl und Holzboden waren von Termiten befallen, Uhr und Glockenwerk funktionierten nicht mehr. Zudem musste die Außenfassade saniert und neu gestrichen werden. Das ist jetzt gelungen. Im GAW-Projektkatalog 2016 wurde dafür gesammelt.

Dank allen Spendern!!!

Freitag, 14. September 2018

Syrien: Evangelische Emmanuelkirche in Aleppo wird wieder aufgebaut

Die Emmanuelkirche in Aleppo wird wieder aufgebaut.
Am 27. Januar 2016 wurde die armenisch-evangelische Emmanuelkirche in Aleppo von einer Mörsergranate getroffen. Das Dach der Kirche stürzte ein. Zum Glück waren zu diesem Zeitpunkt keine Menschen in der Kirche, sodass niemand verletzt wurde.
Heute schickte uns Pfarrer Haroutune Selimian aus Aleppo eine Nachricht: "Wir stehen hier und verladen die neuen Dachziegel für die Emmanuelkirche. In zwei Stunden sind wir fertig!"
Heute werden die neuen Ziegel für das Dach
der Emmanuelkirche verladen.
Mitte Juni dieses Jahres haben die Arbeiten zum Wiederaufbau der Emmanuelkirche in Aleppo begonnen: Das zerstörte Dach wurde abgetragen, wieder verwendbare Steine und Ziegel gesäubert, Wände wurden gemalert, die zerstörte Elektrik und die zerstörten sanitären Anlagen erneuert. "Die Menschen, die zur Emmanuelgemeinde gehören, sind so glücklich darüber, dass ihre Kirche wieder aufgebaut wird. Und auch für andere Christen in Aleppo ist der Wiederaufbau der Kirche ein Symbol der Hoffnung", schreibt Pfarrer Haroutune Selimian.

Wir danken allen Spenderinnen und Spendern, die den Wiederaufbau der Emmanuelkirche unterstützen. Hilfe wird auch weiterhin benötigt! Spenden Sie für den Wiederaufbau der Emmanuelkirche in Aleppo!

Spendenkonto:
Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENO DE D1 DKD
Kennwort: Emmanuelkirche Aleppo

Donnerstag, 13. September 2018

Minderheitskirchen als Brückenorte – In der Schweiz beginnt die Vollversammlung der GEKE

Die Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) trifft sich ungefähr alle sechs Jahre, um die Arbeitsergebnisse der vergangenen Legislaturperiode zu besprechen und die zukünftige Ausrichtung der Arbeit festzulegen.

„Befreit – verbunden – engagiert“: Unter diesem Leitspruch findet vom 13.-18. September 2018 in Basel die achte Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE statt. 

Die Zusammenkunft der über 100 Mitgliedskirchen aus mehr als 30 Ländern will die
Basel
Kirchengemeinschaft untereinander stärken. Unter dem Titel „Gemeinsam Kirche sein“ werden Maßnahmen diskutiert, wie die Kirchengemeinschaft durch theologische Weiterarbeit vertieft werden kann. Dazu soll eine Charta zur Kirchengemeinschaft in der GEKE erarbeitet werden. Gleichzeitig will die GEKE den Mitgliedskirchen helfen, sich zu verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungen zu positionieren und öffentlich zu Wort zu melden. Weitere Schwerpunkte der Tagung sind Bildungsthemen und Herausforderungen für die Kirchen. 

Wichtig für die Vollversammlungen sind Impulse von außen, traditionell als „Zeitansage“ bezeichnet. Bei der Ansprache geht es darum, die Sicht einer außenstehenden Persönlichkeit auf ein aktuelles Thema kennenzulernen. Dazu konnte diesmal als Hauptredner Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant‘Egidio, gewonnen werden. Mario Fischer, der designierte neue Generalsekretär der GEKE, erklärt: „Professor Riccardi setzt sich konsequent für eine Hinwendung der Kirchen zu den Rändern der Gesellschaft ein. Wir sind als Kirchen dazu herausgefordert, unsere Komfortzone zu verlassen und den Menschen das Wort der Hoffnung zuzusagen: dass ihr Leben eine Zukunft hat!“ 

In diese Richtung zielt auch die Beschäftigung mit dem Studiendokument zur „Theologie der Diaspora“, mit der sich die GEKE seit der vergangenen Vollversammlung auseinandergesetzt hat. Das Hauptanliegen des Dokuments ist es, die Diaspora nicht als Mangel zu verstehen, sondern als Gestaltung von Beziehungsfülle im Sinne der Nachfolge Christi. Es käme darauf an, die Netzwerke zu entdecken, in denen Gemeinden und Kirchen existieren. Im Dokument heißt es: „Christliche Minderheitenkirchen verfügen über ein sehr reiches Beziehungsnetzwerk; ein wichtiges davon ist die GEKE selbst. Auf diese Weise können Kirchen in Konflikten vermitteln, um Verständnis für andere nationale Perspektiven werben und so zum Frieden beitragen wie sie in früheren Zeiten leider oft zum Krieg beitrugen. Minderheitenkirchen sind so Brückenorte vielfältiger Art: zwischen Ost- und Westeuropa, zwischen Konfliktparteien, zwischen Christen und Nichtchristen.“ 

Wichtig ist die Perspektive, dass Minderheitenkirchen nicht nur Opfer, sondern auch Akteure gesellschaftlicher Prozesse sind und damit einen wichtigen Beitrag in ihrem jeweiligen Land und in ihrer jeweiligen Umgebung leisten. Ambivalente Erfahrungen, die sich mit der Diasporasituation verbinden, werden ausdrücklich benannt: Erfahrungen der Fremdheit und des Fremdseins und die daraus sich ableitende Herausforderung, eine Brückenfunktion zwischen dem Eigenen und dem Anderen wahrzunehmen. Es heißt: „Zum Brückesein gehört, das Getrennte zu verbinden, ohne ihre Verschiedenheit aufzuheben.“ 

In verschiedenen Zukunftsateliers geht es auf der Vollversammlung auch um die Frage der Stärkung der Dienstgemeinschaft. Unter welchen Schwerpunktthemen kann die GEKE zeichenhaft Projekte fördern, die deutlich machen, dass aus dem Glauben her die engagierte Tat erfolgt? Das GAW ist im Gespräch mit der GEKE, um die Zusammenarbeit an diesem Punkt auszubauen. Die Mittel für diese Projekte stellt die italiensiche Waldenserkirche über die OPM-Steuer zur Verfügung.

Bei allem soll auf der Vollversammlung das gemeinsame gottesdienstliche Leben gestärkt werden. „Die GEKE ist vor allem gottesdienstliche Gemeinschaft“, erinnert Generalsekretär Bischof Michael Bünker in seinem Vorwort zum „Europäischen Gottesdienstatlas“ an die Feststellung des Präsidiums der GEKE. Der Atlas, der rechtzeitig zur Vollversammlung erschienen ist, sei „ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit und zwischen den Mitgliedskirchen, die sich im Bereich Liturgie in den letzten Jahren erfreulich intensiviert hat“, so Jochen Arnold, Liturgiebeauftragter der GEKE. 

Am Sonntagabend, dem 16. September, wählt die Vollversammlung zudem einen neuen Rat – das oberste Leitungsgremium der GEKE –, der die Kirchengemeinschaft in den kommenden sechs Jahren lenken wird. Ebenso wird über den künftigen Sitz der GEKE abgestimmt. Die Amtszeit von Bischof Dr. Michael Bünker endet mit dieser Vollversammlung. Der designierte neue Generalsekretär ist Pfr. Mario Fischer.

Dienstag, 11. September 2018

Losungen für Spanien und Lateinamerika

Spanische Losungen zum Versand bereit
Ein wichtiger Dienst des GAW ist es, Losungsbüchlein in die weltweite evangelische Diaspora zu verschicken. Derzeit werden an die spanischsprachigen  Partnerkirchen in Lateinamerika und Spanien  Losungen verschickt. 

Mit Hilfe des sog. GAW-Schriftendienstes - ein spröde klingendes Wort - wird diese Arbeit geleistet. Der Schriftendienst ist eine wichtige Unterstützung der pastoralen Arbeit und der Bildungsarbeit in der Diaspora. Das GAW stärkt damit den Bildungsanspruch evangelischer Kirchen. Heutzutage ein so wichtiger Auftrag der Kirchen, um sich gegen jegliche Form von Extremismus zu wenden und differenziertes Denken und Handeln zu ermöglichen. Die Losungen sind ein Teil dieser Arbeit. 

Dazu unterstützt das GAW die Bibliotheken Evangelischer Theologischer Fakultäten in der Diaspora, um die Qualität der Aus- und Weiterbildung zu stärken. Dafür braucht es theologische Fachliteratur. 

Helfen Sie mit, den Bildungsauftrag durch den Schriftendienst zu stärken: 


Montag, 10. September 2018

Ein Diakoniezentrum für Garliava in Liatauen

Diakoniezentrum Garliava
Am 18. August 2018  konnte unter Anteilnahme vieler Gäste und Förderer das Diakoniezentrum der lutherischen Kirche Litauens in Garliava eingeweiht werden.

Es soll mehrfach genutzt werden:

Zunächst soll es als Unterkunft für ehemalige Drogenabhängige dienen, die nahe der Stadt wohnen sollen, um wieder in die Arbeitswelt integriert zu werden. Es handelt sich vor allem um ehemalige Bewohner des Projektes „Gabrielius“ in Vyžiai, wo in einem renovierten Pastorat in einer sehr ländlichen Gegend Drogenabhängige bis zu 1 ½ Jahre wohnen und Unterstützung bei ihrer Befreiung von der Sucht bekommen können. Zu ihrer Rehabilitation stehen im Zentrum in Garliava sieben Zimmer mit jeweils ein bis zwei Betten zur Verfügung.

Dann soll es ein Tageszentrum für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sein. In eigenen Räumen sollen Kinder an jedem Werktag zwischen 12 und 18 Uhr die Möglichkeit bekommen, Hausaufgaben zu machen, zu duschen, Wäsche zu waschen, Kleidung zu erhalten und soziale Fähigkeiten wie Kommunikation und Haushaltsaufgaben zu erlernen und zu vertiefen. Noch immer gibt es viele sogenannte „Euro-Waisen“ in Litauen, deren Eltern ins Ausland gegangen sind und ihre Kinder bei Verwandten oder Nachbarinnen und Nachbarn oder allein zurücklassen.

Festgottesdienst zur Eröffnung
Und schließlich soll es als  Gottesdienstraum für die lutherischen Christinnen und Christen in Garliava dienen. 


Das Diakoniezentrum in Garliava steht auf dem Gelände eines alten Pastorats, das der Lutherischen Kirche vom Staat zurückgegeben wurde. Die Kirche neben dem Grundstück gehört einem Privatmann. Die Kirche wurde nicht zurückgegeben.


Seit der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit hat Litauen eine beachtliche wirtschaftliche Entwicklung geschafft – die jedoch wie in vielen Transformationsländern auch große soziale und psychologische Probleme mit sich brachte. Zugleich fehlen im Land vielfach Einrichtungen, in denen z.B. suchtkranke Menschen und ihre Familien Hilfe suchen könnten. Die litauische Diakonie „Sandora“ leistet in diesem Bereich mit ihren Diakoniestationen sowie dem Rehabilitationszentrum für Suchtkranke „Gabrielius“ eine beispielhafte Arbeit. 
Insofern ist das neue Zentrum eine wichtige neue Einrichtung für die lutherische Kirche.

Das GAW hat in den Projektkatalogen 2016 und 2017 Mittel gesammelt für die Errichtung. Zudem wurde die Ausstattung des Gottesdienstraumes über das GAW vermittelt.

Allen Spendern sei gedankt!

Mittwoch, 5. September 2018

Brasilien: Kirche - Wirtschaft - Politik. Das Jahresthema der evangelischen Kirche und die Lage im Land

Die Favela Agglomerado da Serra am Rande der Stadt Belo Horizonte.
Wie hier leben Millionen Brasilianer in Armut.
Ein spannendes Jahresthema hat sich die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB) gegeben: Kirche - Wirtschaft - Politik. Es ist in hohem Maße aktuell. Politisch und wirtschaftlich steckt Brasilien in einer tiefen Krise. Dieses große, wunderbare Land ringt um seine Zukunft. Das am 3. September 2018 abgebrannte Nationalmuseum in Rio de Janeiro ist für viele Menschen ein Symbol für die Situation Brasiliens.
Der Generalsekretär des GAW in Brasilien, Martin Volkmann, schreibt: "Was mit dem 200 Jahre alten Museum - das größte und wichtigste Brasiliens - geschehen ist, ist ein konkretes, groteskes Symbol dafür, was in unserem Land gerade passiert. Für Kultur, Erziehung, Gesundheit hat die führende Elite nicht viel oder gar nichts übrig. Das zeigt sich daran, dass kaum Mittel für den Erhalt und den Brandschutz im Museum zur Verfügung standen. Das Museum ist schlicht grob vernachlässigt worden. Gelder sind versickert. Die jetzige Regierung unter Michel Temer investierte weniger Mittel zur Erhaltung des Museums als das Parlament zur Reinigung seiner 83 Dienstwagen. Es scheint so, dass Brasilien unfähig ist, die eigene Geschichte zu bewahren. Unsere Schulen sind marode, unsere Krankenhäuser schließen, unsere Museen verbrennen. Derzeit würde der ehemalige Präsident Lula, der im Gefängnis sitzt, die anstehenden Präsidentschaftswahlen gewinnen. Lula ist ohne klare Beweise verurteilt worden ist. Das war eine klare Maßnahme, um ihn rechtzeitig von einer Wiederwahl auszuschließen. Und viele andere kommen gar nicht vor Gericht. Ein Präsidentschaftskandidat, der Chancen hat,  gehört der extremen Rechten an. Er scheint vom Militär unterstützt zu werden. Er ist ein Frauenfeind, gegen Homosexuelle und unterdrückt die Armen. Er verspricht freie Bewaffnung, was anscheinend viele Jugendliche anzieht."
Nach den vielen Korruptionsskandalen um die Fußballweltmeisterschaft, die Olympiade, nach den Skandalen um das halbstaatliche Mineralölunternehmen Petrobras gäbe es eigentlich genügend Themen für die Kirchen, sich zu positionieren - gerade im Blick auf das Jahresthema "Kirche - Wirtschaft - Politik". "Aber anscheinend kommt die Themenstellung und die damit verbundene Herausforderung nicht bei den  Gemeinden an," schreibt Volkmann. "Es wäre ein gutes und wichtiges Mittel momentan und in der konkreten Lage Bewusstseinsbildung zu ermöglichen. Aber leider gibt es in der Kirche Tendenzen, die sich gegen eine öffentliche Theologie und eine Positionierung der Kirche bei all den großen Herausforderungen stellen. Da sind wir in der EKLBB auch ein Spiegel der Gesellschaft." Das zeigt u.a. auch, dass der Vizepräsident der EKLBB in der eigenen Kirche dafür scharf kritisiert wurde, seinen Freund Lula im Gefängnis besucht zu haben.
Im Oktober findet die Synode der EKLBB statt. Hier wird ein neuer Kirchenpräsident gewählt. Es bleibt die Herausforderung, die Kirche zusammen zu halten und sie auszurichten als eine Kirche, die öffentlich sichtbar und hörbar bleibt.

Montag, 3. September 2018

Syrien: Neues Schuljahr beginnt / Dank an alle Unterstützer evangelischer Schulen in Syrien

Fest zum Schuljahresbeginn gestern auf dem Campus der
armenisch-evangelischen Bethelgemeine in Aleppo.
Heute ist Schulstart in Syrien. Auch die Schulen unserer Partner öffnen ihre Türen zum neuen Schuljahr und begrüßen ihre Schülerinnen und Schüler. Gestern hat die armenisch-evangelische Gemeinschaft in Aleppo auf dem Campus der Bethelschule ein Familienfest veranstaltet, um Eltern und Kinder zum Schuljahresbeginn zu begrüßen. Neben Aktivitäten für alle Altersgruppen gab es ein großes Fürbittgebet für ein friedliches Schuljahr für alle Schülerinnen und Schüler in ganz Syrien.  

Wir möchten allen Spenderinnen und Spendern, die die Schulen unserer Partner in Syrien unterstützen, herzlich Dank sagen. Ohne Ihre Hilfe könnten diese Schulen nicht arbeiten.

Derzeit möchten zwei Schulen in Aleppo ihre Sportanlagen in Ordnung bringen. Dafür ist Unterstützung noch dringend notwendig. Wenn Sie helfen wollen, können Sie spenden:

Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC GENO DE D1 DKD
Kennwort: Evangelische Schulen in Syrien