Freitag, 30. November 2018

Ein neues Diakoniezentrum für Mittelböhmen

Aktivitäten mit Flüchtlingen im umgebauten
Dachgeschoß des Gemeindehauses
"Wir danken dem GAW sehr für die Hilfe, das Gemeindediakonieprojekt in Mladá Boleslav zu realisieren. Das war sehr wichtig! Der Entschluss unser Projekt zu unterstützen, motiviert uns, sowohl das Gemeindeleben, als  auch die Asylbewerberintegration in Tschechien zu unterstützen, die hier geleistet wird. Es regt unsere Hilfsbereitschaft mitten in der tschechischen Gesellschaft an, die immer mehr egozentrischer wird. Wir sind dankbar, dass unser Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Familie der europäischen protestantischen Kirchen, zu der wir gehören, auch dank dieser Unterstützung wachsen konnte. Noch einmal, herzlichen Dank!" schreiben die Verantwortlichen der Gemeinde der Böhmischen Brüder in der Skodastadt.

Dachgeschoß vor dem Ausbau
Die eigenständige Pfarrgemeinde in Mladá Boleslav entstand 1919 aus dem Zusammenschluss einer lutherischen und einer reformierten Filialgemeinde. Nur ein Jahr zuvor hatten sich Lutheraner und Reformierte auf der staatlichen Ebene zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder vereint. Seitdem hat die Gemeinde in ihrer Entwicklung Höhen und Tiefen durchgemacht. Nach der Petitionsunterzeichnung von Charta 77 ist sie in politische Strudel geraten. In den 1990er Jahren verlor sie viele jüngere Gemeindeglieder an eine charismatische Bewegung. Heute zählt sie 180 Glieder. „Wir organisieren regelmäßig auch größere Veranstaltungen, zu denen wir die Öffentlichkeit einladen“, berichtet Pfarrer Jonatan Hudec von den Ansätzen, auch kirchenferne Menschen anzusprechen. „Zum Theaterfestival für Kinder kamen 2017  250 Besucher. Ein weiterer Anziehungspunkt ist unser Fairtrade-Markt.“ 

Im Jahr 1923 hat die Gemeinde ein größeres Haus gekauft, das seitdem als Gemeindehaus dient. Lange wurde darüber diskutiert, ob es aus Sicht der Gemeindeentwicklung Sinn hat, das Dachgeschoss auszubauen. Durch den realisierten Ausbau hat die Gemeinde u.a. neue Räume für ihre Kinder- und Jugendarbeit. „Dann haben wir noch Platz für eine kleine Wohnung für ein junges Paar mit geistiger Behinderung, das sich nach eigenständigem Leben sehnt“, erzählt Pfarrer Jonatan Hudec. „Außerdem gibt es jetzt ein Büro für eine Mitarbeiterin der Diakonie, die für Flüchtlinge im Bereich Mittelböhmen arbeitet.“

Im Projektkatalog 2018 haben wir 30.000 Euro für dieses wichtige Projekt sammeln können. Den Spendern sei herzlich gedankt!

Donnerstag, 29. November 2018

Brasilien – autoritärer Ex-Militär wird zum Präsidenten gewählt

Jair Bolsonaro
Das evangelische Magazin „Chrismon Plus“ schreibt in seiner neuesten Ausgabe über den neu gewählten Präsidenten und die Wahlunterstützung für ihn durch Pfingstgemeinden: „58 Mio. Menschen wünschen sich einen tiefgehenden Wandel und gaben dem rechtsextremen Ex-Militär Bolsonaro ihre Stimme. Sein Versprechen, Wirtschaftskrise, Korruption und grassierende Kriminalität mit harter Hand zu bekämpfen, überzeugte die Mittelschicht und viele ärmere Brasilianer.

Sein Plädoyer für Religiösität und traditionelle Familienwerte ist Bolsonaros wichtigster Trumpf. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung besucht regelmäßig die unzähligen Pfingstgemeinden oder sieht ihre Fernsehpredigten, in denen zu Bolsonaros Wahl aufgerufen wurde. Pfingstchristen setzen auf individuelle Heilsversprechen, nicht auf Staat und sozialen Ausgleich. Hinzu kamen Verleumdungen wie die, dass der Gegenkandidat Fernando Haddad Kinder zu Homosexuellen umerziehen wolle.“

Wilhelm Wachholz
Der Ex-Militär Jair Bolsonaro profilierte sich im Wahlkampf mit solch autoritären Forderungen wie der nach Folter oder nach der Inhaftierung linker Oppositioneller. Das erinnert an die schlimmsten Zeiten der lateinamerikanischen Militärdiktaturen, wie z.B. der in Argentinien (1976 – 1983), bei der 30.000 Oppositionelle entführt, heimlich gefoltert und umgebracht wurden.

Der Rektor der evangelischen Theologischen Hochschule Faculdades EST in Sao Leopoldo, Wilhelm Wachholz, warnte bereits 2015 auf einer theologischen Konferenz in Deutschland davor, dass die Religionsgemeinschaften in Brasilien zu viel Einfluss und Macht auf die Politik hätten.

Mittwoch, 28. November 2018

Eine Kirche in Pelotas konnte saniert werden!

Gottesdienst in der sanierten Kirche in Pelotas
"Die lutherische Gemeinde "São Lucas" in Pelotas(Brasilien) ist dem GAW sehr dankbar für die Unterstützung bei der Sanierung unserer Kirche. Es ist alles sehr schön geworden! Unsere Gemeinde ist auch dadurch gewachsen. Zahlreiche neue Mitglieder sind dazugekommen in den letzten drei Jahren. Wir können jetzt alle gut zusammen Gottesdienste feiern und auf Gottes Wort hören! Ohne eure Unterstützung im GAW wren wir nicht in der Lage gewesen. Wir beten für euch, dass ihr im GAW noch vielen Gemeinden so helfen könnt wie uns!" schreibt Pastor Gleidson Ademir Fritsche aus der Lukasgemeinde.

Die Gemeinde „São Lucas“ entstand 1963 als Missionsgemeinde der im Zentrum Pelotas
Altarraum der Lukaskirche in Pelotas
ansässigen Gemeinde „São João“. Es waren Bauern, die damals vom Land in die Stadt zogen und sich im Stadtteil Santa Terezinha ansiedelten. In den ersten Jahren traf sich die Gemeinde in der Schreinerei eines Gemeindegliedes zu den Gottesdiensten und Bibelstunden. 1966 konnten ein Grundstück gekauft und eine Kirche Schritt für Schritt gebaut werden - je nachdem, wann wieder Geld da war. 1975 wurden dann Kirche und Gemeindehaus vollendet und eingeweiht. 

Die Gemeinde zählt über 1.400 Gemeindeglieder, von denen sich die Hälfte aktiv am Gemeindeleben beteiligt. Für alle Altersgruppen gibt es Angebote bis hin zu Gruppen, die sich aktiv bei der Gottesdienstvorbereitung und –gestaltung einbringen. Es gibt gute ökumenische Kontakte mit der katholischen und anglikanischen Kirche. 
Konfirmandengruppe der Gemeinde

Die Gemeinde versteht sich als diakonische Gemeinde, denn es gibt im Umkreis zahlreiche sehr bedürftige Menschen, die begleitet und unterstützt werden. Kleidung, Lebensmittel und andere Dinge werden verteilt. 

„Wir sind dankbar, dass es unsere Gemeinde gibt und wir das Evangelium von Jesus Christus aktiv leben können! Alles Leben und alle Aktivitäten finden unter dem Dach der Kirche statt – und das musste dringend erneuert werden! “, schreibt Pfarrer Fritsche. 

Die Sanierung der Kirche konnte zügig abgeschlossen werden. Dachrinnen wurden ausgetauscht und mehrere Fenster erneuert. Auch der Kircheninnenraum musste saniert und erweitert werden.
Im Projektkatalog 2017 wurden 9.000 Euro zur Verfügung gestellt. Allen Spendern, die dieses Projekt unterstützt haben sei herzlich gedankt!

Montag, 19. November 2018

Von der Not der Flüchtlinge in Griechenland

Mit Rev. Meletis Melitiadis (re.), als er noch ins Lager
in Volos durfte
Immer wieder wird von katastrophalen Zuständen der Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos berichtet. In Moria war es als Erstaufnahmestelle für 3100 Menschen gedacht. Inzwischen leben mehr als 7700 Flüchtlinge in der Zeltstadt, manche seit mehr als einem Jahr. Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR bezeichnet die Bedingungen in Moria als „katastrophal“ und stellt fest, dass sie sich „zusehends verschlechtern“. Erst unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit hat der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas begonnen, Moria und die anderen Lager durch Umsiedlungen von Flüchtlingen aufs Festland zu entlasten. An der Überfüllung hat das wenig geändert. In den fünf Hotspots auf den ostägäischen Inseln, die eine Kapazität von 6438 Plätzen haben, leben fast 16 000 Menschen.
Die Situation auf dem Festland sieht nicht viel besser aus. Der evangelische Pfarrer Meletis Melitiadis aus Volos berichtet von den schwierigen Bedingungen in seiner Stadt, wo in einer ehemaligen Mercedes-Niederlassung Flüchtlinge untergebracht sind. Die Gemeinde hat hier oft geholfen. Seit einiger Zeit wird der Gemeinde jedoch der Zugang zum Lager verwehrt. Die Gründe dafür sind undurchsichtig. 

Meletis schreibt: "Das Rote Kreuz hat in Volos ein Programm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Organisation will gerne mit der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. In der vergangenen Woche konnte ich schon Kleider aus Mylotopos zum Camp bringen. Es scheint, dass wir in Volos wieder gebraucht werden, denn die Not in den Flüchtlingslagern ist hier fürchterlich. Vor zwei Wochen haben die untergebrachten Flüchtlinge in Volos wegen der miserablen Zustände einen Streik initiiert. Ich bin dabei, mit den Verantwortlichen zu verhandeln, dass wir nach langer Zeit um der Menschen willen wieder Hilfe leisten können. Das wurde uns lange jetzt verwehrt, obwohl wir mit die einzigen sind, die Präsenz zeigen wollen. Dafür brauchen wir Unterstützung."


Das GAW unterstützt die Flüchtlingsarbeit der Griechischen Evangelischen Kirche. Helfen Sie mit!

Spendenkonto: 
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11, BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)
Stichwort: Griechenland

Donnerstag, 15. November 2018

Sanierung des Gemeindehausdaches in Cárdenas auf Kuba

Sanierung des Kirchendaches
"Ich freue mich, dass wir dank eurer Hilfe das Dach des Gemeindehauses in der evangelischen Gemeinde in Cárdenas saniert werden konnte. Es hatte sehr gelitten unter den Tropenstürmen und drohte einzustürzen. Jetzt geht es um die elektrischen Leitungen. Es ist nicht einfach, das Material dafür zu bekommen. Wahrscheinlich müssen wir nach Havanna fahren und die Sachen dort kaufen," schreibt Pfarrer Alison Infante Zamora. "Gott segne eure Arbeit!"

Seit 1900 gibt es in Cárdenas eine presbyterianische Kirchengemeinde. Sie gehört zu den ersten Gründungen auf Kuba. Berühmt wurde sie durch ihre Schule, die einst die beste auf der ganzen Karibikinsel gewesen sein soll. Darauf sind noch heute zahlreiche ältere Gemeindeglieder stolz. Nach der kubanischen Revolution ist der Gemeinde nur die Kirche mit dem Pastorat geblieben. Das Schulgebäude sowie zahlreiche andere Immobilien wird
Dachsanierung
die Gemeinde kaum jemals zurückerhalten. 


In den lebendigen Gottesdiensten, in denen die Chöre der Gemeinde eine wichtige Rolle spielen, spürt man den Aufbruch. Die Jugendarbeit hat sich ausgeweitet. Dafür sorgt Pastor Alison Infante Zamora, unterstützt von einem aktiven Team und seiner Frau Sarahi, die eine Theologin ist. Inzwischen zählt die Gemeinde 150 Glieder. Außerdem werden vier weitere Missionsgemeinden betreut. 

Die Gemeinde öffnet sich zunehmend auch für die Kommune. In der Kirche werden Ausstellungen und Konzerte veranstaltet und in den Gemeinderäumen trifft sich eine Yoga-Gruppe. Des Weiteren wurde ein Sozialcafé eröffnet. Dank verschiedener Partner hat die Gemeinde eine Wasserreinigungsanlage installiert und gibt regelmäßig sauberes Trinkwasser aus. Dazu kommt das diakonische Engagement in der Betreuung und Pflege älterer Menschen. Gegen den Klimawandel versucht die Gemeinde ebenfalls etwas zu unternehmen, indem sie Bäume pflanzt. 

Die Küche des Gemeindezentrums befand sich in einem äußerst schlechten Zustand. Das gesamte Dach muss ersetzt und die Kücheneinrichtung erneuert werden. Ziel ist es, die Küche so herzurichten, dass gerade die regelmäßigen Armen- und Seniorenspeisungen verbessert und ausgeweitet werden kann. Ebenso soll Raum für Waschmaschinen geschaffen werden, wo verarmte Senioren ihre Wäsche waschen lassen können. 

Das kann nun umgesetzt werden!!!

Dank allen Spendern für die Unterstützung bei der Sanierung des Gemeindehausdaches. Im Projketkatalog 2018 wurden 10.000 Euro dafür gesammelt!

Dienstag, 13. November 2018

GAW bringt Diaspora in Bewegung

Neues, gebrauchtes Fahrzeug für eine Waldensergemeinde
am La Plata
"Wir danken dem GAW für die wichtige Unterstützung zum Kauf eines Kleinbusses für die Kirchengemeinde in Paysandú. Die Gemeinde ist ebenfalls zuständig für die pastorale Begleitung der Kirchen in Young und Arroyo Negro. Der Kleinbus ist nötig, weil die umfangreiche diakonische Arbeit der Waldensergemeinde ein größeres Fahrzeug benötigt. Allein hätte die Gemeinde und die Waldenserkirche am La Plata dieses Kauf nicht realisieren können." schreibt die Moderatorin der Waldenserkirche am La Plata Carola Tron.

Die Gemeinde, im Norden Uruguays gelegen, ist auf ein Fahrzeug angewiesen, da im Rahmen der Gemeindearbeit hier ca. 1.600 km pro Monat mit dem Auto über Steinwege zurückgelegt werden müssen. Aufgrund der schlechten Straßen und Wege musste das bisherige Auto mehrmals wegen Bruchschäden repariert werden. Da die Reparaturkosten überhand nahmen, baten die Gemeinden die Kirchenleitung um einen neuen Dienstwagen. 

Der neue Wagen konnte beschafft werden. 5.000 Euro hat das GAW dazugegeben. In Gemeinden wie dieser Waldensergemeinde spürt man, wie wichtig es ist, dass die evangelische Diaspora beweglich ist. Ohne ein ordentliches Fahrzeug ist es nicht möglich Gemeinde zu sammeln und zu stärken und dann noch diakonisch zu wirken. 

Dienstag, 6. November 2018

Evangelische Gemeinde in Ronsdorf für Syrien

Pfarrerin Friedrike Slupina-Beck (Ronsdorf), Pfarrer Mofid
Karajili (Syrien) und GAW Generalsekretär Pfarrer Enno
Haaks (v.l.n.r.)
Die evangelische Gemeinde in Ronsdorf hat schon oft evangelische Schulen in Syrien und die Syrienhilfe des GAW unterstützt.
Am 3. November waren der GAW-Generalsekretär, Pfarrer Enno Haaks und der syrische Pfarrer Mofid Karajili zu einem syrischen Abend in Ronsdorf zu Gast. 2.000 Euro überreichte das Marathon-Team von "Kirche läuft für Homs" dem Gast aus Syrien, noch einmal 525 Euro kamen an diesem Abend zusammen. Pfarrerin Friederike Slupina-Beck: "Wir legen ganz bewusst einen Schwerpunkt auf die Syrienhilfe des GAW und sammeln mit unterschiedlichsten Aktionen und unkonventionellen Formaten Spendengelder für bedrängte Christen im Nahen Osten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir am Samstag einen Gast aus Syrien bei uns begrüßen konnten."

Es wurde ein ganz besonderer Abend: Die Bilder und Hoffnungsgeschichten aus Homs, wo mit Hilfe des GAW die zerstörte Kirche wieder aufgebaut werden konnte, berührten tief. Ebenso wie die musikalische Gestaltung des Abends: Musiker und Pfarrer Erhard Ufermann (Piano), Saxophonist Dieter Nett und Pfarrerin Friederike Slupina-Beck (Gesang) begeisterten mit Jazz-Klängen und hatten sichtlich Freude an dieser eigens für diesen Abend zusammengestellten Konstellation. Auch syrische Musik erklang während des köstlichen Buffets, das vom Gastronomie-Team des Weltcafes der Elberfelder Citykirche kreiert worden war.

Einen Scheck über 2.000 Euro übergab das Marathon-Team
von "Kirche läuft für Homs" an Pfarrer Mofid Karajili.
Pfarrer Mofid Karajili zeigte sich beeindruckt von der gelungenen Mischung aus Projektinformation und sprühender Lebensfreude dieses GAW-Abends und betonte: "Hoffnungslosigkeit können wir uns nicht leisten. Unsere Kinder müssen einen Weg finden, in Frieden miteinander zu leben."

Mofid Karajili trug sich abschließend mit diesen Worten ins GAW-Gästebuch ein: "Ich verbrachte in eurer Gemeinde einen der schönsten Abende meines Pfarrerlebens. Gott schütze euch!" Bewegend.


Samstag, 3. November 2018

"There is hope for Syria!" - sagt Pfarrer Mofid Karajili

Pfarrer Mofid Karajili (re)
"Es gibt Hoffnung für Syrien! Es gibt Hoffnung auf Frieden!" sagt Pfarrer Mofid Karajili, der von 2012 bis vor Kurzem als evangelischer Pfarrer die Gemeinde in Homs geleitet hat. Im Dezember wird er nach Aleppo wechseln. Er war in den schwersten Jahren der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Stadt, die durch den Krieg mehr als 50% zerstört ist. "Und ich danke allen - besonders den Menschen, den Kirchen in Deutschland und dem GAW, dass sie an unserer Seite stehen mit ihrer Solidarität. Ihr habt uns nicht vergessen," sagt Mofid auf verschiedenen GAW-Veranstaltungen in Deutschland.

Und er fährt fort: "Wenn ihr Syrien vor dem Krieg besucht habt und es  mit anderen Ländern im Nahen- und Mittleren Osten vergleicht wie Dubai, Saudi-Arabien oder Iran, dann wisst ihr, dass alle diese Länder reicher sind als Syrien. Aber ich glaube, dass ihr Syrien lieber mögen werdet. Warum? Es gab eine syrische Professorin mit Namen Wafaa Sultan. Sie war Muslimin - säkularisierte sich aber, als sie in die USA immigrierte. Sie sagt: Syrien - das sind die Christen. Dort, wo Christen leben, sieht es anders aus. Die besten Feste in Syrien sind die christlichen Feste. Die schönsten Gotteshäuser sind die christlichen. Die Schulen, wo Kinder etwas über Frieden und Zusammenleben lernen, gehören den Christen. Ich habe Angst und Sorge um die Christen in Syrien, denn ich liebe dieses Land. Ohne Christen ist Syrien nicht Syrien.“ 

Das sagt Mofid, um deutlich zu machen, dass Syrien ein vielfältiges Land ist. Es ist nicht leicht, miteinander mit unterschiedlichen christlichen Denominationen und anderen Religionen zusammen zu leben. "Aber diese Vielfalt macht aus Syrien ein besonderes
GAW-Preisverleihung am 2. November in Worms
mit Bundespräsident a.D. J. Gauck und
Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Land." Und er ergänzt: "Ich habe Sorge, dass der Hass, die Rache und Wut der Menschen aufeinander Syrien zerstört. Deshalb müssen wir Brücken bauen und Menschen aufeinander verweisen. "Space for hope" in Homs ist beispielsweise so ein Projekt."

Dieses Projekt ist aus der Initiative von 20 jungen Menschen in Homs entstanden, die sich mitten im Krieg entschlossen: Wir müssen etwas tun. Wir müssen Brücken bauen. Wir müssen Kindern und Jugendlichen Handwerkszeug geben, dass sie in dem anderen jemanden sehen, der auch Hoffnung braucht wie ich - sei er Christ, Muslim oder Alawit. 

Es gibt Hoffnung für Syrien - there is hope for Syria! "Space for hope" ist ein solches Projekt.

Bundespräsident a.D. Joachim Gauck war von der Erzählung von Mofid Karajili so begeistert, dass er das GAW-Preisgeld, das er am 2. November in Worms erhielt verdoppelte, um den Raum für Hoffnung in Homs zu stärken. Ein sehr ermutigendes Zeichen!