Donnerstag, 29. November 2018

Brasilien – autoritärer Ex-Militär wird zum Präsidenten gewählt

Jair Bolsonaro
Das evangelische Magazin „Chrismon Plus“ schreibt in seiner neuesten Ausgabe über den neu gewählten Präsidenten und die Wahlunterstützung für ihn durch Pfingstgemeinden: „58 Mio. Menschen wünschen sich einen tiefgehenden Wandel und gaben dem rechtsextremen Ex-Militär Bolsonaro ihre Stimme. Sein Versprechen, Wirtschaftskrise, Korruption und grassierende Kriminalität mit harter Hand zu bekämpfen, überzeugte die Mittelschicht und viele ärmere Brasilianer.

Sein Plädoyer für Religiösität und traditionelle Familienwerte ist Bolsonaros wichtigster Trumpf. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung besucht regelmäßig die unzähligen Pfingstgemeinden oder sieht ihre Fernsehpredigten, in denen zu Bolsonaros Wahl aufgerufen wurde. Pfingstchristen setzen auf individuelle Heilsversprechen, nicht auf Staat und sozialen Ausgleich. Hinzu kamen Verleumdungen wie die, dass der Gegenkandidat Fernando Haddad Kinder zu Homosexuellen umerziehen wolle.“

Wilhelm Wachholz
Der Ex-Militär Jair Bolsonaro profilierte sich im Wahlkampf mit solch autoritären Forderungen wie der nach Folter oder nach der Inhaftierung linker Oppositioneller. Das erinnert an die schlimmsten Zeiten der lateinamerikanischen Militärdiktaturen, wie z.B. der in Argentinien (1976 – 1983), bei der 30.000 Oppositionelle entführt, heimlich gefoltert und umgebracht wurden.

Der Rektor der evangelischen Theologischen Hochschule Faculdades EST in Sao Leopoldo, Wilhelm Wachholz, warnte bereits 2015 auf einer theologischen Konferenz in Deutschland davor, dass die Religionsgemeinschaften in Brasilien zu viel Einfluss und Macht auf die Politik hätten.

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