Montag, 19. November 2018

Von der Not der Flüchtlinge in Griechenland

Mit Rev. Meletis Melitiadis (re.), als er noch ins Lager
in Volos durfte
Immer wieder wird von katastrophalen Zuständen der Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos berichtet. In Moria war es als Erstaufnahmestelle für 3100 Menschen gedacht. Inzwischen leben mehr als 7700 Flüchtlinge in der Zeltstadt, manche seit mehr als einem Jahr. Die UN-Flüchtlingsagentur UNHCR bezeichnet die Bedingungen in Moria als „katastrophal“ und stellt fest, dass sie sich „zusehends verschlechtern“. Erst unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit hat der griechische Migrationsminister Dimitris Vitsas begonnen, Moria und die anderen Lager durch Umsiedlungen von Flüchtlingen aufs Festland zu entlasten. An der Überfüllung hat das wenig geändert. In den fünf Hotspots auf den ostägäischen Inseln, die eine Kapazität von 6438 Plätzen haben, leben fast 16 000 Menschen.
Die Situation auf dem Festland sieht nicht viel besser aus. Der evangelische Pfarrer Meletis Melitiadis aus Volos berichtet von den schwierigen Bedingungen in seiner Stadt, wo in einer ehemaligen Mercedes-Niederlassung Flüchtlinge untergebracht sind. Die Gemeinde hat hier oft geholfen. Seit einiger Zeit wird der Gemeinde jedoch der Zugang zum Lager verwehrt. Die Gründe dafür sind undurchsichtig. 

Meletis schreibt: "Das Rote Kreuz hat in Volos ein Programm für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Organisation will gerne mit der Kirchengemeinde zusammenarbeiten. In der vergangenen Woche konnte ich schon Kleider aus Mylotopos zum Camp bringen. Es scheint, dass wir in Volos wieder gebraucht werden, denn die Not in den Flüchtlingslagern ist hier fürchterlich. Vor zwei Wochen haben die untergebrachten Flüchtlinge in Volos wegen der miserablen Zustände einen Streik initiiert. Ich bin dabei, mit den Verantwortlichen zu verhandeln, dass wir nach langer Zeit um der Menschen willen wieder Hilfe leisten können. Das wurde uns lange jetzt verwehrt, obwohl wir mit die einzigen sind, die Präsenz zeigen wollen. Dafür brauchen wir Unterstützung."


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