Dienstag, 12. Februar 2019

Vom Evangelium Zeugnis geben in Europa

Altarfenster der Evangelischen Kirche
in Fresach (Kärnten - Österreich)
Die Welt wandelt sich. Europa verändert sich. In diesem Europa ist es schon länger nicht mehr normal, Christ zu sein. Minderheit zu sein, das ist die Normalität. Und hier ist es entscheidend, dass wir als Minderheit fähig sind, Zeugnis zu geben. So werden wir erkennbar und sichtbar. 

Das wird immer wichtiger und herausfordernder in unserer Zeit. Deshalb stellt sich gerade an Diasporakirchen die Frage: Wie bilden wir Männer, Frauen, Kinder aus, gute Zeugen zu sein? Ein wichtiger Punkt ist es, dass wir Menschen bilden, mitfühlend und empathisch zu sein. 

Martin Luther King jr. sprach in diesem Zusammenhang von einer „göttlichen Unzufriedenheit“, d.h.: ein gut gebildeter Christ kann nicht damit zufrieden sein, dass die Welt so ist wie sie ist, und dass es oft ungerechte Strukturen gibt. Wer aber im evangelischen Glauben verwurzelt ist, der will dem Guten Raum geben, der/die versuchen „Gutes zu tun an jedermann“. Sie sind unzufrieden und unruhig, wenn das noch keinen Raum hat und sie wollen es verwandeln. Die „göttliche Unzufriedenheit“ gibt Energie und ist Inspiration, um Zeugnis zu geben, sowohl geistlich als auch sozial und politisch. Denn es geht darum, dass alle Welt von dem Heil erfährt, von dem her wir leben: dass Jesus Christus lebt und uns lebendig macht. Er befreit uns, Zeugen seiner Wahrheit zu sein.

Gelingt uns das in Europa? Schaffen wir es, das mit Leben zu füllen, wenn es um den Zusammenhalt auf unserem Kontinent geht? Können wir als evangelische Christen uns da einbringen?

Montag, 11. Februar 2019

Eine gelungene Dachsanierung in Roudnice nad Labem / Tschechien

Roudnice nad Labem - Renovierung Kirchdach
Die Stadt Roudnice nad Labem (Labe=Elbe) liegt 40 Kilometer nordwestlich von Praha (Prag). Die Gemeinde der Böhmischen Brüder ist 1897 entstanden. Der damalige Pfarrer sammelte sehr aktiv Spenden für einen Kirchbau, vor allem in seiner Heimat Rheinland. Der Gustav-Adolf-Verein beteiligte sich ebenfalls mit einer namhaften Summe. Zum Gedenken an Jan Hus erhielt die 1909 eingeweihte Kirche den Namen Betlehemkirche. Der Bauplan stammte vom bekannten deutschen Architekten Otto Kuhlmann. Aus finanziellen Gründen wurde damals jedoch auf den Turm und auf das Pfarrhaus verzichtet. Der Turm wurde erst 1938 errichtet. Heute zählt die Gemeinde rund 80 Glieder. Die Kirche bietet immer wieder Platz für Konzerte sowie für verschiedene nationale und regionale Veranstaltungen. Ökumenische Abendgebete mit Musikprogramm und ökumenische Treffen am Lagerfeuer im Pfarrgarten gehören inzwischen ebenfalls zur guten Tradition. 

Die evangelische Kirche in Roudnice nad Labem steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude liegt im Zentrum der Stadt. 1998 hat es die Gemeinde mit Hilfe des Kulturministeriums geschafft, den Putz der Kirche zu erneuern. Das Dach stammt jedoch aus dem Baujahr 1908. Es war sehr marode. 

All die Arbeiten zur Rettung der Kirche und zur dringend gebotenen Dachsanierung konnten nun erledigt werden.

"Wir danken Hieronymus Vereins und Gustav-Adolf-Werk für die große Hilfe bei Finanzierung dieser Aktion, ohne diese Hilfe wären wir nicht in der Lage es zu schaffen," schreibt Hana Krajníková, Kuratorin der Gemeinde.

Im Projektkatalog 2017 wurden 30.000 Euro für die Sanierung gesammelt. Allen Spendern sei herzlich gedankt!

Samstag, 9. Februar 2019

Sanierung des reformierten Pfarr- und Gemeindehauses in Zrenjanin

Pfarr- und Gemeindehaus in Zrenjanin
Die Stadt Zrenjanin (ungarisch: Nagybecskerek) ist der administrative Sitz des Mittelbanater Bezirks. Sie zählt rund 76.000 Einwohner, zusammen mit den Vorstädten sind es etwa doppelt so viele. Ihren heutigen Namen hat die Stadt von Žarko Zrenjanin, einem Partisanenkämpfer im Zweiten Weltkrieg. Die Mehrheit der Stadtbewohner sind orthodoxe Serben. 

Die Bevölkerungsstruktur von Zrenjanin hat sich durch die Land-Stadt-Abwanderung, die beiden Weltkriege und den Bürgerkrieg in den 1990er Jahren immer wieder geändert. 

Reformierte Kirche
In der reformierten Gemeinde gibt es deshalb viele konfessionenverbindende Ehen. Die Gemeinde zählt gut 50 Glieder. Die Altersstruktur der Gemeinde macht Sorgen. Ziel ist es, an junge Familien und Kinder zu kommen - so der aus Rumänien stammende Pfarrer, der drei Gemeinden zu versorgen hat, die weit auseinander liegen. Und leicht ist es für einen Pfarrer in der reformierten Kirche nicht. Er selbst bekommt zum freien Wohnen nicht ganz 200 Euro Gehalt. Davon seine junge Familie zu ernähren ist eine Herausforderung. Er hat schon öfter daran gedacht, nach Rumänien zurückzugehen. Und er wird es wohl auch tun. 


Die Kirche gehört zu den Wahrzeichen der Stadt - ist aber von aussen sanierungsbedürftig. 
Im Gespräch mit dem jungen reformierten Pfarrer

Sie hat eine Besonderheit: die Orgel der Kirche stand ursprünglich in der jüdischen Synagoge der Stadt, die von den Nazis völlig zerstört wurde. Was innen drin zu verkaufen war, das machten sie zu Geld. So kaufte de reformierte Gemeinde die Orgel von denen, denen sie nicht gehörte.

Das Pfarr- und Gemeindehaus der reformierten Gemeinde ist gut 130 Jahre alt. Es wird vielfältig genutzt: Hier wohnt der Pfarrer mit seiner Familie, befinden sich die Bibliothek und das Archiv. Im Winter, wenn die Kirche zu kalt ist, werden im Saal Gottesdienste gefeiert. 

Das Haus musste saniert werden. Das GAW hat dabei geholfen, das Dach abzudichten und dafür 5 000 Euro im Jahr 2014 gesammelt. Dankbar sind die Verantwortlichen für diese erhaltene Hilfe.

Kirchliche Gebäude suchen ihre Bestimmung - Zrenjanin in der Vojvodina

Lutherisches Gemeindezentrum in Zrenjanin
Ca. 75.000 Einwohner hat Zrenjanin in Serbien. In unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum liegt die große slowakisch-lutherische Kirche mit ihrem Pfarr- und Gemeindehaus. Die Gemeinde war mal groß. Das hat sich verändert. Jetzt sind es vielleicht an die 50 Gemeindemitglieder. Ein Pfarrer wohnt schon lange nicht mehr hier. Und zur slowakischen Minderheit der Stadt gehören nicht ganz 400 Menschen. So ist der Einzugsbereich eingeschränkt. Sonntags kommen maximal 10 Menschen zu den Gottesdiensten. Das alles ist Folge der Geschichte des letzten Jahrhunderts - und auch Folge der Arbeitsmigration weg aus Serbien. meist gehen die Menschen nach Österreich oder Deutschland. 30.000 Menschen verlassen pro Jahr das Land, um an anderen Orten zu arbeiten. Durch das neue Einwanderungsgesetz in Deutschland rechnen
Scheckübergabe in Zrenjanin
Fachleute damit, dass diese Zahl dann ab 2020 auf 100.000 anwachsen wird. Diese massiven Entwicklungen spüren kleine Minderheitskirchen doppelt. Zrenjanin ist ein Beispiel. Dabei war die slowakische Gemeinde mal sehr stark.
Nach dem Krieg mit den Osmanen mussten die entvölkerten und verwüsteten Gebiete in der Vojvodina neu besiedelt werden. Neben Serben und Ungarn zogen auch Deutsche, Slowaken, Franzosen, Italiener etc. ins Land. In Zrenjanin gründeten die Slowaken schon 1795 eine Kirchengemeinde, die heute zu den ältesten der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien gehört. Mit rund 1.000 Gemeindegliedern am beginn des 20. Jahrhunderts war sie stark. Davon zeugen die Gebäude. Das Pfarrhaus wurde in der kommunistischen Zeit enteignet. 60 Jahre lebte eine kommunsitische Familie dort und hinterließ nach der Rückgabe eine Ruine. 
Was tun mit so einem Gebäudekomplex? Das musste sich die Kirche insgesamt fragen. Denn: Das 100 Jahre alte Gemeindehaus ist für die kleiner gewordene Gemeinde in Zrenjanin inzwischen zu groß. Die Gemeinde hat Mühe, es in Ordnung zu halten. Weil die Stadt Zrenjanin verkehrsgünstig liegt und zugleich das administrative Zentrum der Region Mittelbanat ist, hat die Synode der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien beschlossen, das Gemeindehaus zu einem gesamtkirchlichen Zentrum auszubauen. Da die Entfernung von Zrenjanin zu allen Gemeinden der Kirche ähnlich ist, können hier Treffen, Seminare, Workshops und Schulungen für alle Teilnehmenden relativ kostengünstig angeboten werden. Bisher fanden z.B. Treffen der Frauenkreise im Bischofsamt statt oder in von Katholiken und Methodisten angemieteten Räumen. Neben der Frauenarbeit würde vor allem die Kinder- und Jugendarbeit von diesem neuen Veranstaltungsort profitieren.
Im Projektkatalog 2018 wurden 20.000 Euro dafür gesammelt.Symbolisch wurde im Februar 2019 ein Scheck zur Freude des Kurators der Gemeinde überreicht.

Freitag, 8. Februar 2019

Wir wollen die Hilferufe der Menschen in Not hören und nicht wegschauen!

In den Räumen der EHO - der Diakonie von 5
Minderheitskirchen in Serbien
"Wir sind dem GAW dankbar für die 25-jährige Unterstützung unserer diakonischen Arbeit in Serbien," sagt die reformierte Pfarrerin Tilda Gyenge-Slifka, die als Direktorin die EHO in Novi Sad in Serbien leitet. "Als christliche Organisation sind wir verpflichtet, uns den verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Wir wollen den Hilferufe von Menschen in Not hören und bei unglücklichen Lebenssituationen nicht wegschauen. Wir sehen in Serbien viel Not! Und wir versuchen, soweit es geht zu helfen. All den verschiedenen Partnern wie dem GAW sind wir sehr dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung."
25 Jahre Unterstützung der EHO
durch das GAW
Die EHO wurde 1993 von fünf Minderheitskirchen in Serbien gegründet. Seitdem konnten unzählige Hilfsprojekte erfolgreich durchgeführt werden: humanitäre Hilfe, mobile Ärzteteams, ein HIV/AIDS-Hilfetelefon und Unterstützung für behinderte Menschen. Große Erfahrungen hat die EHO in der Arbeit mit den Roma und den Flüchtlingen der Balkankriege. Seit der Flüchtlingskrise 2015 engagiert sich die EHO erneut für die Flüchtlinge. Die Gründerkirchen sind allesamt Minderheitskirchen in Serbien und vorwiegend auf dem Gebiet der Vojvodina tätig. Ihre Mitglieder gehören als Slowaken, Ungarn, Mazedonier oder Roma meist außerdem einer nationalen Minderheit an. Mit ihrem einzigartigen Netzwerk diakonischer Gruppen, mit über 500 Freiwilligen und inzwischen mehr als 100 hauptamtlichen Mitarbeitenden, zählt die EHO heute zu den größten Nichtregierungsorganisationen nicht nur in der Vojvodina. Die Hilfe hat sich auf ganz Serbien ausgeweitet von Subotica bis hin nach Surdulica.

Die EHO hat eine wichtige Vorreiterrolle in der Entwicklung von Initiativen, die zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beitragen. Ihre Projekte dienen anderen Organisationen oft als gute Praxisbeispiele. Zugleich muss die Hilfsorganisation ihre Arbeit nun stärker fokussieren und sich auf Bereiche konzentrieren, in denen sie ihre Leistungen weiterentwickeln und verbessern kann. In Bereichen soziale Inklusion und Sozialschutz braucht es dafür eine verbesserte Zusammenarbeit mit nationalen Behörden. Die Leitung der EHO will das Hilfswerk organisatorisch stärken, die Fundraising-Kapazitäten erweitern und in die Professionalität von Mitarbeitenden investieren.

In jedem Jahr fördert das GAW diese wichtige Arbeit mit 5.000 Euro. Durch die Kooperation mit der GEKE hoffen wir ein weiteres Projekt der EHO unterstützen. 

Ein durch den Balkankrieg geschädigtes Pfarrhaus in Hrasztin/Kroatien

Kirche und Pfarrhaus in Hrastin

Das Dorf Hrastin (Haraszti) liegt in der Gespanschaft Osijek-Baranja im Osten Kroa­tiens. Die örtliche reformierte Kirchengemeinde besteht schon seit 400 Jahren. Sie zählt heute 165 Gemeindeglieder, davon 38 Kinder. Im Zentrum des Gemeindelebens stehen zwei Sonntagsgottesdienste, die fleißig besucht werden. Den Kindern, die am Religionsunterricht teilnehmen, ermöglicht die Gemeinde jeden Sommer eine Teilnahme an einer kirchlichen Freizeit in Ungarn. Der Chor singt sowohl Kirchenlieder als auch Volkslieder aus Slawonien. Die Gemeinde ist gern Gastgeberin von Pfarrertreffen sowie Frauen- und Presbytertagungen der Reformierten Christlichen Kirche in Kroatien. „Das Leben der Menschen hier ist mit der Gemeinde eng verbunden“, betont Pfarrer Péter Szenn, der auch Bischof der Reformierten Kirche ist. „Einen Teil unseres Einkommens macht das Pachtgeld der kirchlichen Felder aus. Aber die freiwillige Arbeitsleistung der Gemeindeglieder bei der Kirchenrenovierung und beim bisherigen Pfarrhausumbau wäre ebenfalls eine hohe Summe wert.“ 

Die Gebäude der Kirchengemeinde in Hrastin wurden während des Balkankrieges mehrfach durch Brandbomben getroffen und stark beschädigt. Die Kirche ist inzwischen völlig saniert. Das Pfarrhaus bereitet aber größere Probleme als gedacht. „Wir haben lange nicht gewusst, dass das Kriegsgeschehen, die Panzer und die Bomben die Statik des Pfarrhauses geschädigt haben“, sagt Szenn, der mit seinen fünf Kindern in dem Gebäude wohnt, in dem sich auch der Gemeindesaal und das Pfarrbüro befinden. Die Giebelmauer hat sich verschoben und die Dachkonstruktionen in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Verschiebungen sind laut einer statischen Untersuchung nicht mehr zu befürchten. Deshalb möchte die Gemeinde jetzt die Schäden am Haus beseitigen und das Dach rekonstruieren.

Das Geld ist angekommen aus dem Projektkatalog 2017 (13.000 Euro). Jetzt müssen nur noch die Arbeiten beginnen.

Versöhnung nach dem Balkankrieg - wie?

Bischof Szenn in seiner Kirche in Haraszti
1991 mussten die Bewohner des ungarischen Dorfes Korog ihre Heimat verlassen. Erst sieben Jahre später konnten sie zurückkehren - in einen durch den Krieg völlig zerstörten Ort. Die reformierte Kirche war eine Ruine. Jedes Haus war unbewohnbar. Die Leute, die zurückkamen standen vor dem Nichts. Und heute... - man sieht kaum etwas von den Kriegswunden. Die Kirche ist dank der Hilfe des ungarischen Staates saniert und in gutem Zustand. das Dorf ist hergerichtet. Die Häuser sind ordentlich. nichts erinnert scheinbar mehr an den Krieg.
Doch wie sieht es innerlich aus? "Fast in jeder Bibelstunde ist der Krieg, der vor 20 Jahren endete ein Thema bei den Leuten. Es ist, als wenn sie vom Krieg irgendwie gefangen genommen sind. Sie sind traumatisiert.," sagt Bischof Szenn, der in Koirog mit seiner Frau sich die Vakasnzvertretung teilt. "Immer wieder ist der Krieg ein Thema - aus verschiedener Perspektive. Er hält uns irgendwie gefangen. Und das ist nicht gut, weil wir dadurch nur zurückschauen und nicht nach vorne. Wie kann man versöhnt in die Zukunft schauen, wenn man Gefangener der Vergangenheit ist?" fragt er nachdenklich.
Im vergangenen Jahr kam Bischof Szenn auf die Idee, ein Treffen zu organisieren mit den Menschen, die in der Baranja sich zu Zeiten des Krieges gegenseitig geholfen haben. Auf ungarischer Seite wurden Menschen aus dem kroatischen Teil aufgenommen. Nun wird es erstmals nach 20 Jahren ein Treffen geben grenzübderschreitend: die, die in Ungarn Flüchtlinge aufgenommen haben werden eingeladen sein in Kroatien von denen, die in Ungarn Zuflucht gesucht haben. Ziel ist es, dass sie über ihre Erlebnisse erzählen, sich von der Führung und Fügung erzählen, und dass sie gemeinsam einen Dankgottesdienst feiern. "Wir erwarten im April 2019 ca 500 Menschen. das soll ein Startpunkt sein, dass  die Menschen erzählen und berichten. Der Krieg darf nicht das ganze Leben negativ beeinflussen," sagt Bischof Szenn. "Und hoffentlich ist das ein erster Schritt, dass wir auch auf ökumenischer Ebene etwas zur Vergangenheitsbewältigung beitragen können und zur Versöhnung. Der Krieg darf uns nicht gefangen nehmen!"

Donnerstag, 7. Februar 2019

Neue Fenster für das Pfarrhaus in Osijek


Vor dem Pfarrhaus in Osijek
"Es ist eine große Herausforderung, dass wir in Ungarisch und Kroatisch Gottesdienste und die Gemeindearbeit anbieten könne," sagt Bischof Peter Szenn. "Es geht nicht, dass wir in unserer ungarisch-reformierten Tradition bleiben. Dann haben wir keine Zukunft!" So ist es in Osijek, im Stadtteil Retfala. 
Retfala (ungarisch: Rétfalu) ist ein Stadtteil von Osijek. Die reformierte Gemeinde Retfala wurde schon 1579 durch den Reformator Mihály Sztárai gegründet. Sie hat alle Schwierigkeiten der vergangenen Jahrhunderte überstanden, auch wenn die Zahl der Gemeindeglieder mit heute rund 100 im Vergleich zu Früher bescheiden ist. Die ursprünglich ungarischsprachige Gemeinde kämpft mit Identitätsproblemen. „In der näheren Zukunft wird die Gemeinde einen Pfarrer brauchen, der sowohl Ungarisch als auch Kroatisch fließend spricht“, schreibt auch Pfarrerin Ilona
Reformierte Kirche in Osijek-Retfala
Hedvig Andel. „Das ist wegen der jüngeren Generation erforderlich – sonst bleibt sie der Gemeinde fern.“ Die Beziehungen zu anderen christlichen Konfessionen in der Stadt sind gut. Die Gemeinde beteiligt sich an der ökumenischen Gebetswoche und am ökumenischen Weltgebetstag. Wenn in der Kirche der Frühjahrsputz fällig ist, kommen gelegentlich sogar katholische kroatische Nachbarn und helfen. 

Das Pfarrhaus wurde 1802 gebaut. Da die Gemeindepfarrerin bald in den Ruhestand geht, möchte die Gemeinde schon jetzt vorsorgen und das Gebäude so herrichten, dass dort eine neue Pfarrfamilie einziehen könnte. Das Dach wurde bereits 2010/11 saniert. Da gleichzeitig die Kirche renoviert wird, können die Arbeiten nur Schritt für Schritt erfolgen. Als nächstes mussten neue Fenster eingebaut werden. „Die alten Fenster konnten überhaupt nicht isoliert werden!" Das GAW hat 2016 bei der Sanierung geholfen.

Eine Kirche wurde saniert, die unter dem Balkankrieg gelitten hat

Pfr. János Hájek und Bischof Szenn in Karanac
János hat kein Theologiestudium abgelegt. Dennoch ist er seit 1994 Pfarrer der reformierten Kirche. Weil es zur Zeit des Balkankrieges Probleme für Studenten vom Balkan gab hat er Theologie durch "learning by doing" gelernt. Sein Vater war Pfarrer in Karanac in Kroatien. Als er starb musste jemand die Pfarrstelle übernehmen. Das war schwierig, denn niemand wollte in das Kriegsgebiet - zudem in denn Teil, der von serbischen Söldnern besetzt war.. János war bereit. Er hatte viel mitbekommen und hielt durch. Vor dem Krieg gehören 105 Mitglieder zur Kirche. Heute sind es noch ca. 90 - von ca. 800 Dorfbewohnern.Karanac liegt im Dreieck zwischen den Flüssen Drau und Donau im Norden Kroatiens. Die
Reformierte Kirche in Karanac
Gegend war stark vom Balkankrieg Anfang der 1990er Jahre betroffen. Die umkämpfte Stadt Osijek ist nur 30 km entfernt. Dieser Krieg sowie die beiden Weltkriege, Vertreibungen und Auswanderung haben der reformierten Gemeinde in Karanac zugesetzt. Die Zahl der Gemeindeglieder ist von 1.000 zum Beginn des 20. Jahrhunderts auf 95 Personen gesunken. Pfarrer János freut sich aber, dass seine Gemeinde trotzdem sehr aktiv ist. „Wir organisieren hier Konferenzen, an denen sich vor allem die Mitglieder des reformierten Frauenbundes aktiv beteiligen. Meistens laden wir zu Vorträgen Gäste aus Ungarn ein, bemühen uns aber auch, sie mit dem hiesigen kirchlichen Leben und mit der Umgebung bekannt zu machen.“ Die Gemeindeglieder können nur geringe Beiträge zahlen. Doch dank 13 ha Ackerland im Gemeindebesitz sind die Grundbedürfnisse der reformierten Gemeinde gedeckt. 

Die reformierte Kirche in Karanac stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1816. Sie wurde sorgfältig gepflegt, bis die schrumpfende Gemeinde nicht mehr imstande war, größere Renovierungsmaßnahmen durchzuführen. Vor etwa 15 Jahren begann die wirtschaftliche Situation der Gemeinde sich zu verbessern. Zum Teil aus eigener Kraft, zum Teil mit Hilfsgeldern wurden das Dach saniert, die Orgel des Orgelbaumeisters Lajos Moser wieder repariert, die Turmuhr instand gesetzt. Über das Ergebnis erfreut sich nicht nur die Gemeinde sondern die ganze Dorfgemeinschaft. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Kirche waren sowohl der ungarische als auch der kroatisdche Staatspräsident anwesend.
Dafür hat das GAW die Sanierung der Kirche 2016 mit 6.600 Euro unterstützt. Allen Spendern sei gedankt!

Von der Freundschaft Gottes zu uns

Bibelstunde in Zagreb mit Bischof Peter Szenn
"Das ist Diaspora!" dachte ich, als ich in der reformierten Gemeinde in Zagreb mit Bischof Peter Szenn, dem Kurator der kleinen Gemeinde und einer älteren ungarischstämmigen Frau um einen Tisch herum sass und an einer Bibelstunde zu 1. Samuel 18,1-4 teilnahm. Es ging um David und Jonathan und wie sich ihre Herzen miteinander verbanden. Bischof Szenn sprach über Freundschaft und das, was einem lieb und teuer ist, und davon dass Gott in seiner Freundschaft zu uns Jesus geschickt hat aus lauter Liebe. Andächtig hörten die wenigen Teilnehmenden zu. 

Bischof Szenn hatte vorher noch in einer Schule in Osijek unterrichtet und kam die 2 1/2 Autostunden extra zur Bibelstunde nach Zagreb. Dreimal monatlich macht er das. Die Gemeinde ist vakant. Seine eigene Gemeinde liegt im Osten des Landes. Was für ein
Bischof Szenn und GS Enno Haaks
Aufwand.. was für ein Einsatz... Aber das ist eben auch Diaspora: man steht zu seinen Leuten, egal wie viele kommen. man steht zu ihnen, sie zu sammeln und nicht zu verlieren. Und das kann schnell gehen. In Zagreb ist der Pfarrer Ende 2017 gegangen und ganz aus der Kirche ausgeschieden. Als er ging kamen höchstens noch vier Gemeindemitglieder zum Gottesdienst. Jetzt sind es immerhin schon wieder 20-30. Auf der Gemeindegliederliste in Zagreb stehen ca. 50. Die will der Bischof nach und nach zurückgewinnen. "Aber dafür brauche ich einen Pfarrer, der diese Gemeinde und zwei weitere vakante Gemeinden betreut, bei den Leuten ist, sie begleitet und um sie weiß!" sagt Szenn. In der Zagreber Gemeinde ist die gemeinsame Sprache Kroatisch. Normalerweise wird in den reformierten Gemeinden Kroatiens Ungarisch gesprochen. 

Die Kirche selbst ist klein und hat nach dem Balkankrieg erheblich gelitten und viele Menschen verloren, die geflohen und nicht zurückgekommen sind. Meist sind sie in Ungarn geblieben. Zudem gehen viele junge Leute aus den Landgemeinden im Osten fort, weil sie keine Arbeit in der strukturschwachen Regionen finden und woanders mehr Geld verdienen können. 

Ob die Kirche noch 4.000 Gemeindemitglieder hat... - das ist nicht so klar. "Wir müssen als Kirche aktiver werden, die Leute einladen und binden. Denn wir haben viel den Menschen anzubieten: nämlich die Freundschaft Gottes zu uns. Die gibt Kraft und stärkt uns für alles im Leben!" so Szenn.

Zur Reformierten Christlichen Kirche Kroatiens gehören 23 Gemeinden, die von neun Pfarrer*innen betreut werden. Auch das ist zu wenig. Es fehlt an Theologennachwuchs. Das Problem wird sich verschärfen, weil Ende diesen Jahres zwei Pfarrer in Rente gehen werden. Aus Ungarn wird es einen jungen Pfarrer geben, der unterstützend kommt. Die finanziellen Bedingungen sind nicht so schlecht für Pfarrer*innen in Kroatien. Sie erhalten ca. 700 Euro monatlich, die weitgehend vom kroatischen Staat bezahlt werden.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Wir brauchen eine protestantische Befreiungstheologie in Kroatien!

Lydia Matošević (re.) mit dem GS des GAW Enno Haaks in
den Räumlichkeiten des Zentrums für Protes. Theologie Zagreb -
mit dem vom GAW geförderten Buch 
"Im Reformationsjubiläumsjahr konnten wir ein Buch in kroatischer Sprache dank der Hilfe des GAW herausgeben!" berichtet die Direktorin des Zentrums für Protestantische Theologie an der Universität Zagreb. "Mit 600 Exemplaren konnten wir über 500 Jahre Reformation  hier im Land berichten und einen Beitrag leisten zum Verständnis und zum Wesen protestantischer Theologie." Und sie berichtet, wie notwendig reformatorisch geprägte Theologie in einem Land ist, das mit zu einem der korruptetsten in Europa zählt. "Was wir in Europa brauchen ist eine Art reformatorische Befreiungstheologie: Befreiung von der Suche nach immer mehr an materiellen Dinge; Befreiung von der Sucht nach Macht; Befreiung vor der Blindheit, komplexe Dinge nicht wahrnehmen zu wollen; Befreiung von einer einfältigen Dummheit. Die Menschen brauchen eine Bestärkung darin, dass sie Verantwortung haben für ihr Leben und diese Welt. Dafür brauchen wir im land eine gute Theologie, die der Protestantismus geben kann!" dessen ist sich Matošević sicher.

Mühsam war der Weg, dieses Protestantische Zentrum an der Universität Zagreb zu installieren und damit auch unabhängig und autonom zu sein vor zu viel Einflussnahme der kleinen protestantischen Kirchen, dies es obendrein schwer haben im Land. Sie sind klein - weniger als 1 % der Bevölkerung bekennt sich zum evangelischen Glauben. Andererseits haben sie oft große interne Probleme.

Als Theologische Fakultät „Matthias Flacius Illyricus“ (kroatisch: „Matija Vlačić Ilirik“) wurde das Zentrum 1976 durch die lutherische und baptistische Kirche gegründet. Mit ihrem Namen erinnert sie an den reformatorischen Theologen aus Istrien und Schüler Martin Luthers. Nach einer Zeit der Stagnation hat es die Fakultät in einem sehr kräftezehrenden Prozess geschafft, als Zentrum für protestantische Theologie als Teil der Philosophischen Fakultät sich in die Universität zu integrieren. Nach Übernahme des Bologna-Statuts bietet die Fakultät einen dreijährigen Studiengang mit Abschluss des Bachelors in Theologie und einen fünfjährigen mit Abschluss des Magisters an.  „Seit November 2013 bekommen wir als Theologische Fakultät finanzielle Hilfe vom Staat“, berichtet Matošević stolz. Derzeit gibt es ca. 70 eingeschriebene Studenten. Das ist eine beachtliche Zahl für ein Land, in dem die evangelischen Christen nur eine kleine Minderheit bilden, und zeugt davon, dass die Profilierung der Fakultät als eine Alternative zur beherrschenden nationalkonservativen katholischen Theologie erfolgreich ist. "Es gibt viele Suchende, an die wir uns wenden. Zudem wollen wir ein Kurssystem für lebenslanges theologisches Lernen entwickeln, damit engagierte Christen gestärkt werden, in ihren Berufen nach christlichen Maasstäben zu handeln und unterscheiden lernen, was gut ist und was nicht gut ist. In einem Land wie Kroatien braucht es das. wir hoffen dadurch, einen Beitrag zur Entwicklung des Landes geben zu können," so Matošević.

Das GAW hat in den vergangenen Jahren das Zentrum immer wieder unterstützt. Damit verbunden ist die Hoffnung auch auf eine Veränderung der Situation in den kleinen protestantischen Kirchen. 

Dienstag, 5. Februar 2019

Ein "BesetzterPlatz" in der Nikoliakirche Leipzig für all die Flüchtlinge auf dem Mittelmeer

Pfr. Enno Haaks in der Nikolaikirche Leipzig

„Posto Occupato“/“Besetzter Platz“ – dieses Schild zusammen mit einem roten Paar Damenschuhe fand ich im vergangenen Sommer in einer Waldenserkirche in Venedig. Mitten in dem kleinen Kirchraum war ein Platz freigehalten. Daneben lag ein Zettel auf dem stand, dass in der Gottesdienst feiernden Gemeinde sicht- und spürbar an die Opfer häuslicher Gewalt erinnert werden soll.

Das ließ mich nicht mehr los! Wie viele Plätze müssten in unseren Kirche freigehalten oder besetzt werden für Menschen, die nicht gesehen werden, die leiden, die sterben – ohne dass es wahrgenommen wird.

Mit der Dresdner Seenotrettungs-NGO „Mission Lifeline“ habe ich am 5. Februar in der Leipziger Nikolaikirche ein Friedensgebet gehalten. Es ging um die Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer und all die Fragen und Vorwürfe um diese freiwilligen Helfer. Es wurde besonders an die vielen Toten im Mittelmeer erinnert. Papst Franzisko hat einmal das Mittelmeer „den größten Friedhof der Welt“ genannt. Symbolisch haben wir in der Nikolaikirche eine Schwimmweste auf einen Platz mitten im Kirchraum platziert, um
Der "Besetzte Platz"
damit an die vielen namenlosen Toten auf dem Mittelmeer zu erinnern. Dazu haben wir geschrieben: „Das Mittelmeer gehört zu einer der weltweit tödlichsten Seerouten in der Welt. Im letzten Jahr sind mehr als 2000 Menschen gestorben. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher. UNHCR sagt, dass 2018 im Durchschnitt 6 Menschen pro Tag auf dem Mittelmeer gestorben sind. Viele der Bootsunglücke werden nicht registriert, weil niemand mehr etwas davon mitbekommt und es immer weniger Rettungen aufgrund drohender Kriminalisierung stattfinden.“

Präses Manfred Rekowski von der Rheinischen Landeskirche und bei der EKD für die Themen Flucht und Migration zuständig, hat die Kriminalisierung der Seenotretter wiederholt scharf kritisiert. Das sei absurd. „Es käme ja auch niemand auf die Idee, zu behaupten, Schwimmer riskierten in der Nordsee ihr Leben, weil am Ufer die DLRG sitzt,“ so Rekowski. Das sei „eine perverse Art, sich die Probleme vom Hals zu halten.“ Das sei nicht nur inhuman. Das zerstört die zentralen europäischen Werte: die Geltung der Menschenrechte, die Europäische Menschenrechtskonvention, die Genfer Flüchtlingskonvention. Es ist ja keine Gnade, die den übers Meer Flüchtenden gewährt wird. Sie haben ein Recht auf Hilfe. Auf einen sicheren Hafen.

Der „Besetzte Platz“ in der Nikolaikirche soll in den kommenden Wochen auf dieses Recht auf Hilfe erinnern.

Die GAW-Partnerkirchen insbesondere in Italien, Griechenland und Spanien haben sich immer wieder engagiert für die Geflüchteten eingesetzt, Räume zur Verfügung gestellt, Soforthilfe gegeben. Sie organisieren Sprachkurse, helfen in legalen Fragen und suchen bei der Integration zu helfen.

Das GAW unterstützt finanziell diese Partner, damit sie diese wertvolle und wichtige Hilfe leisten können. - Pfr. Enno Haaks

Freitag, 1. Februar 2019

Kirchen sind „Asylorte“ - das braucht die Welt!!!

Bethelkirche Den Haag
Eine bewegende Geschichte hat sich in einem Kirchenraum abgespielt – in der niederländischen Bethel-Kirche in Den Haag. Drei Monate lang haben mehrere hundert Geistliche aus den Niederlanden und Deutschland im Wechsel einen Dauergottesdienst abgehalten, damit eine armenische Familie nicht abgeschoben wird. Jetzt darf sie in den Niederlanden bleiben. Laut niederländischem Gesetz darf die Polizei einen Kirchraum nicht betreten, wenn Gottesdienst gefeiert wird. 

Das Schicksal der Familie hatte viele Menschen bewegt und dazu geführt, den Kirchraum für sie zu öffnen und sie zu schützen – durchs Gebet. 

Es zeigt sich: Kirchen sind geweiht durch solche Geschichten, aber auch durch Erinnerungen der Menschen, die zusammenkommen, feiern, Leben teilen – Trauriges wie Fröhliches. „Kirchen sind „Asylorte“, an denen Herzlichkeit, Respekt, Offenheit und Hilfsbereitschaft das Klima bestimmen. In einer Kirche dürfen Menschen reden, wie an sonst keinem Ort, rufen, klagen, schreien oder singen.“ (Ralf Meister) Sie dürfen auch fordern, zum politischen Engagement aufrufen, wenn dadurch die Würde der Menschen ins Zentrum gestellt wird. 

Der Glaube braucht Raum – eben auch sicht- und spürbar. 

Wenn im GAW wir uns für den Erhalt und Bau von Kirchen einsetzen, dann sollen diese Räume dem allen dienen: das Leben, von Gott gewollt, ins Zentrum stellen!

Neue Fenster für das Pfarr- und Gemeindehaus in Osikjek-Retfala

"Die Gemeinde in Osijek-Retfala hat Potenzial," sagt Bischof Peter Szenn. "Die Gemeinde liegt in einem sehr guten Stadtviertel der Stadt. Die Gemeinde wird sich öffnen in die Stadtgemeinde. dafür braucht es einen Pfarrer, der auch kroatisch spricht. Das ist derzeit noch nicht der Fall. Wir arbeiten daran!"

Retfala (ungarisch: Rétfalu) ist ein Stadtteil von Osijek. Die reformierte Gemeinde Retfala wurde schon 1579 durch den Reformator Mihály Sztárai gegründet. Sie hat alle Schwierigkeiten der vergangenen Jahrhunderte überstanden, auch wenn die Zahl der Gemeindeglieder mit heute rund 100 im Vergleich zu Früher bescheiden ist. Die ursprünglich ungarischsprachige Gemeinde kämpft mit Identitätsproblemen. „In der näheren Zukunft wird die Gemeinde einen Pfarrer brauchen, der sowohl Ungarisch als auch Kroatisch fließend spricht“, schreibt die Pfarrerin Ilona Hedvig Andel. „Das ist wegen der jüngeren Generation erforderlich – sonst bleibt sie der Gemeinde fern.“ Die Beziehungen zu anderen christlichen Konfessionen in der Stadt sind gut. Die Gemeinde beteiligt sich an der ökumenischen Gebetswoche und am ökumenischen Weltgebetstag. Wenn in der Kirche der Frühjahrsputz fällig ist, kommen gelegentlich sogar katholische kroatische Nachbarn und helfen.

Das Pfarrhaus wurde 1802 gebaut. Da die Gemeindepfarrerin bald in den Ruhestand geht, wollte die Gemeinde schon jetzt vorsorgen und das Gebäude so herrichten, dass dort eine neue Pfarrfamilie einziehen kann. Das Dach wurde bereits 2010/11 saniert. Da gleichzeitig die Kirche renoviert wird, können die Arbeiten nur Schritt für Schritt erfolgen. Neue Fenster wurden dank des GAW  eingebaut werden mit einer Hilfe von 2.000 Euro.