Donnerstag, 7. Februar 2019

Eine Kirche wurde saniert, die unter dem Balkankrieg gelitten hat

Pfr. János Hájek und Bischof Szenn in Karanac
János hat kein Theologiestudium abgelegt. Dennoch ist er seit 1994 Pfarrer der reformierten Kirche. Weil es zur Zeit des Balkankrieges Probleme für Studenten vom Balkan gab hat er Theologie durch "learning by doing" gelernt. Sein Vater war Pfarrer in Karanac in Kroatien. Als er starb musste jemand die Pfarrstelle übernehmen. Das war schwierig, denn niemand wollte in das Kriegsgebiet - zudem in denn Teil, der von serbischen Söldnern besetzt war.. János war bereit. Er hatte viel mitbekommen und hielt durch. Vor dem Krieg gehören 105 Mitglieder zur Kirche. Heute sind es noch ca. 90 - von ca. 800 Dorfbewohnern.Karanac liegt im Dreieck zwischen den Flüssen Drau und Donau im Norden Kroatiens. Die
Reformierte Kirche in Karanac
Gegend war stark vom Balkankrieg Anfang der 1990er Jahre betroffen. Die umkämpfte Stadt Osijek ist nur 30 km entfernt. Dieser Krieg sowie die beiden Weltkriege, Vertreibungen und Auswanderung haben der reformierten Gemeinde in Karanac zugesetzt. Die Zahl der Gemeindeglieder ist von 1.000 zum Beginn des 20. Jahrhunderts auf 95 Personen gesunken. Pfarrer János freut sich aber, dass seine Gemeinde trotzdem sehr aktiv ist. „Wir organisieren hier Konferenzen, an denen sich vor allem die Mitglieder des reformierten Frauenbundes aktiv beteiligen. Meistens laden wir zu Vorträgen Gäste aus Ungarn ein, bemühen uns aber auch, sie mit dem hiesigen kirchlichen Leben und mit der Umgebung bekannt zu machen.“ Die Gemeindeglieder können nur geringe Beiträge zahlen. Doch dank 13 ha Ackerland im Gemeindebesitz sind die Grundbedürfnisse der reformierten Gemeinde gedeckt. 

Die reformierte Kirche in Karanac stammt in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1816. Sie wurde sorgfältig gepflegt, bis die schrumpfende Gemeinde nicht mehr imstande war, größere Renovierungsmaßnahmen durchzuführen. Vor etwa 15 Jahren begann die wirtschaftliche Situation der Gemeinde sich zu verbessern. Zum Teil aus eigener Kraft, zum Teil mit Hilfsgeldern wurden das Dach saniert, die Orgel des Orgelbaumeisters Lajos Moser wieder repariert, die Turmuhr instand gesetzt. Über das Ergebnis erfreut sich nicht nur die Gemeinde sondern die ganze Dorfgemeinschaft. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Kirche waren sowohl der ungarische als auch der kroatisdche Staatspräsident anwesend.
Dafür hat das GAW die Sanierung der Kirche 2016 mit 6.600 Euro unterstützt. Allen Spendern sei gedankt!

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