Samstag, 9. Februar 2019

Kirchliche Gebäude suchen ihre Bestimmung - Zrenjanin in der Vojvodina

Lutherisches Gemeindezentrum in Zrenjanin
Ca. 75.000 Einwohner hat Zrenjanin in Serbien. In unmittelbarer Nähe zum Stadtzentrum liegt die große slowakisch-lutherische Kirche mit ihrem Pfarr- und Gemeindehaus. Die Gemeinde war mal groß. Das hat sich verändert. Jetzt sind es vielleicht an die 50 Gemeindemitglieder. Ein Pfarrer wohnt schon lange nicht mehr hier. Und zur slowakischen Minderheit der Stadt gehören nicht ganz 400 Menschen. So ist der Einzugsbereich eingeschränkt. Sonntags kommen maximal 10 Menschen zu den Gottesdiensten. Das alles ist Folge der Geschichte des letzten Jahrhunderts - und auch Folge der Arbeitsmigration weg aus Serbien. meist gehen die Menschen nach Österreich oder Deutschland. 30.000 Menschen verlassen pro Jahr das Land, um an anderen Orten zu arbeiten. Durch das neue Einwanderungsgesetz in Deutschland rechnen
Scheckübergabe in Zrenjanin
Fachleute damit, dass diese Zahl dann ab 2020 auf 100.000 anwachsen wird. Diese massiven Entwicklungen spüren kleine Minderheitskirchen doppelt. Zrenjanin ist ein Beispiel. Dabei war die slowakische Gemeinde mal sehr stark.
Nach dem Krieg mit den Osmanen mussten die entvölkerten und verwüsteten Gebiete in der Vojvodina neu besiedelt werden. Neben Serben und Ungarn zogen auch Deutsche, Slowaken, Franzosen, Italiener etc. ins Land. In Zrenjanin gründeten die Slowaken schon 1795 eine Kirchengemeinde, die heute zu den ältesten der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien gehört. Mit rund 1.000 Gemeindegliedern am beginn des 20. Jahrhunderts war sie stark. Davon zeugen die Gebäude. Das Pfarrhaus wurde in der kommunistischen Zeit enteignet. 60 Jahre lebte eine kommunsitische Familie dort und hinterließ nach der Rückgabe eine Ruine. 
Was tun mit so einem Gebäudekomplex? Das musste sich die Kirche insgesamt fragen. Denn: Das 100 Jahre alte Gemeindehaus ist für die kleiner gewordene Gemeinde in Zrenjanin inzwischen zu groß. Die Gemeinde hat Mühe, es in Ordnung zu halten. Weil die Stadt Zrenjanin verkehrsgünstig liegt und zugleich das administrative Zentrum der Region Mittelbanat ist, hat die Synode der Slowakischen Evangelischen Kirche A.B. in Serbien beschlossen, das Gemeindehaus zu einem gesamtkirchlichen Zentrum auszubauen. Da die Entfernung von Zrenjanin zu allen Gemeinden der Kirche ähnlich ist, können hier Treffen, Seminare, Workshops und Schulungen für alle Teilnehmenden relativ kostengünstig angeboten werden. Bisher fanden z.B. Treffen der Frauenkreise im Bischofsamt statt oder in von Katholiken und Methodisten angemieteten Räumen. Neben der Frauenarbeit würde vor allem die Kinder- und Jugendarbeit von diesem neuen Veranstaltungsort profitieren.
Im Projektkatalog 2018 wurden 20.000 Euro dafür gesammelt.Symbolisch wurde im Februar 2019 ein Scheck zur Freude des Kurators der Gemeinde überreicht.

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