Samstag, 9. Februar 2019

Sanierung des reformierten Pfarr- und Gemeindehauses in Zrenjanin

Pfarr- und Gemeindehaus in Zrenjanin
Die Stadt Zrenjanin (ungarisch: Nagybecskerek) ist der administrative Sitz des Mittelbanater Bezirks. Sie zählt rund 76.000 Einwohner, zusammen mit den Vorstädten sind es etwa doppelt so viele. Ihren heutigen Namen hat die Stadt von Žarko Zrenjanin, einem Partisanenkämpfer im Zweiten Weltkrieg. Die Mehrheit der Stadtbewohner sind orthodoxe Serben. 

Die Bevölkerungsstruktur von Zrenjanin hat sich durch die Land-Stadt-Abwanderung, die beiden Weltkriege und den Bürgerkrieg in den 1990er Jahren immer wieder geändert. 

Reformierte Kirche
In der reformierten Gemeinde gibt es deshalb viele konfessionenverbindende Ehen. Die Gemeinde zählt gut 50 Glieder. Die Altersstruktur der Gemeinde macht Sorgen. Ziel ist es, an junge Familien und Kinder zu kommen - so der aus Rumänien stammende Pfarrer, der drei Gemeinden zu versorgen hat, die weit auseinander liegen. Und leicht ist es für einen Pfarrer in der reformierten Kirche nicht. Er selbst bekommt zum freien Wohnen nicht ganz 200 Euro Gehalt. Davon seine junge Familie zu ernähren ist eine Herausforderung. Er hat schon öfter daran gedacht, nach Rumänien zurückzugehen. Und er wird es wohl auch tun. 


Die Kirche gehört zu den Wahrzeichen der Stadt - ist aber von aussen sanierungsbedürftig. 
Im Gespräch mit dem jungen reformierten Pfarrer

Sie hat eine Besonderheit: die Orgel der Kirche stand ursprünglich in der jüdischen Synagoge der Stadt, die von den Nazis völlig zerstört wurde. Was innen drin zu verkaufen war, das machten sie zu Geld. So kaufte de reformierte Gemeinde die Orgel von denen, denen sie nicht gehörte.

Das Pfarr- und Gemeindehaus der reformierten Gemeinde ist gut 130 Jahre alt. Es wird vielfältig genutzt: Hier wohnt der Pfarrer mit seiner Familie, befinden sich die Bibliothek und das Archiv. Im Winter, wenn die Kirche zu kalt ist, werden im Saal Gottesdienste gefeiert. 

Das Haus musste saniert werden. Das GAW hat dabei geholfen, das Dach abzudichten und dafür 5 000 Euro im Jahr 2014 gesammelt. Dankbar sind die Verantwortlichen für diese erhaltene Hilfe.

Keine Kommentare: