Dienstag, 7. Mai 2019

"Ich bin trotz allem gerne Pastor auf Kuba!" sagen Liudmilla und Yoelcis

Liudmilla Hernandez (re.), Yoelcis González (2. v.li.)
Liudmila Hernandez Retureta ist Vize-Moderatorin der Presbyterianisch-Reformierten Kirche auf Kuba, einer der ca. 50 Partnerkirchen des GAW weltweit. Sie ist mit 30 Jahren die jüngste Pastorin der Kirche. 2014 wurde sie ordiniert. Seit 2018 ist sie Pastorin der ersten, ältesten und größten Gemeinde der Kirche in der Hauptstadt Havanna. Hier wurde auch die erste presbyterianische Kirche im Jahre 1906 gebaut. 


"Ich bin mit Leib und Seele Pastorin," erzählt sie bei einem Besuch mit zwei Pastorenkollegen in der GAW-Zentrale. "Ich identifiziere mich sehr mit meiner Kirche und ihren Aufgaben und Herausforderungen. Das ist mein Leben!" Ihr ist es wichtig, die Kinder- und Jugendarbeit der Kirche zu stärken. "In meiner Gemeinde liegen mir die 40 Kinder und 10 Jugendlichen am Herzen, die sich in Gruppen der Gemeinde in Havanna organisieren. Das macht mir Hoffnung, dass es diese jungen Menschen gibt, die zur Kirche kommen, auch wenn die meisten ihrer Eltern sie nicht zur Kirche begleiten. Hier spüre ich, dass es Hoffnung und Zukunft in der Kirche gibt. Auch hoffe ich, dass das das Leben in den Familien positiv beeinflusst."


Kinder- und Jugendgruppe in Cardenas
Yoelkis Sierra González ist ebenfalls Pastor der Kirche. Er ist 43 Jahre alt und arbeitet in Havanna im Stadtteil Guanabacoa. Bevor er Theologie studierte hat er einen Studienabschluss in Betriebswirtschaft gemacht und arbeitete dann eine zeit lang als Professor an einer Universität. 2012 schloss er sein Studium der Theologie ab. Im Juni 2013 übernahm er seine Pfarrstelle. "Pastor zu sein bedeutet mir sehr viel in meinem Leben. Gottes Wort zu verkünden und mit den verschiedenen diakonischen Programmen mit Leben zu füllen zeigt, dass die Kirche Bedeutung hat. Mein Traum ist es, dass wir in Guanabacoa einen Kindergarten einrichten können. Das wäre notwendig!"


Und dann berichtet er von den großen Herausforderungen für die Kirche inmitten einer tiefgreifenden Krise, in der sich der Inselstaat befindet.

Das hat mehrere Gründe: Ein großer Teil der Lebensmittel muss eingeführt werden, denn 50% der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen liegen brach. Dabei ist der Boden sehr fruchtbar. Die Brachflächen sind mit Dornengestrüpp übersät. Die Energieversorgung ist 
Presbyteriansiche Kirche in Cardenas
schwierig, weil u.a. venezolanische Öllieferungen erheblich durch die Krise dort eingeschränkt wurden. Die USA haben weitere Embargomassnahmen getroffen, die die Lage verschlimmern. Verträge, die Brasilien zur ärztlichen Versorgung in armen, ländlichen Regionen mit Kuba geschlossen hatte, wurden gekündigt. Dadurch fehlen weitere Devisen. Die Lage hat sich durch den politischen Wandel erheblich verschlechtert. 

"Inmitten all dieser Krisen, die wir auch als Pastoren am eigenen Leib erfahren, wollen wir dennoch Kirche sein, Hoffnung säen und unsere prophetische Stimme erheben. Wir wissen, dass wir dabei auf die Solidarität unserer Partner angewiesen sind!" sagen Liudmilla und Yoelcis zum Abschluß. "Für eure Hilfe im GAW danken wir euch sehr!"

In diesem Jahr fördert das GAW die Sanierung der presbyteriansichen Kirche in Cardenas. 


Helfen Sie mit, diese Kirche zu sanieren: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

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