Freitag, 28. Juni 2019

Die Gewalt in Kolumbien nimmt wieder zu

Bischof Atahualpa Hernández
In der aktuellen CHRISMON-Plus Ausgabe (07.2019) ist ein Interview mit dem lutherischen Bischof Atahualpa Hernández erschienen:
2016 hat die damalige Regierung mit den FARC-Rebellen ein Friedensabkommen geschlossen. Ein Vertrag mit den rebellen der ELN sollte Folgen.

chrismon: Wie steht es um den Friedensprozess? 

Bischof Atahualpa Hernández: Das Abkommen mit der Farc hat viele Leben gerettet. Die Entwaffnung der Kämpfer verlief relativ erfolgreich. 

Mitglieder der Guerillabewegung sitzen heute als Abgeordnete im Parlament. Aber das Abkommen ist in der Bevölkerung umstritten. Und die neue Regierung unter Präsident Iván Duque, der 2018 gewählt wurde, tut nicht genug für die Umsetzung. 

Wo bremst die Regierung? 

Präsident Duque hat Einspruch gegen die Sonderjustiz für den Frieden erhoben. Sie soll zur Wahrheitsfindung und Wiedergutmachung beitragen und Täter nicht nur verurteilen, wie die reguläre Justiz es tut. Die Haltung des Präsidenten sorgt für Ungewissheit, weil viele nicht wissen, vor welchen Gerichten sie sich verantworten müssen. Außerdem mangelt es teilweise an Unterstützung für die ehemaligen Kämpfer. Vielen fällt es schwer, Jobs zu finden. Einige Gruppen, die früher zur Farc gehörten, haben auch deshalb wieder zu den Waffen gegriffen. 

"Casa de Paz" in Medellin  - Das GAW sammelt für dieses
Friedensprojekt im aktuellen Projektkatalog
Kann Ihre Kirche den Prozess unterstützen? 

Wir helfen früheren Kämpfern und ihren Familien, sich eine neue Existenz aufzubauen. Wir haben ihnen Land bereitgestellt, das sie gemeinsam mit den ansässigen Bauern bewirtschaften können. Außerdem haben wir sie beim Aufbau einer Fischzucht unterstützt. Das Projekt soll zeigen, dass die Ex-Rebellen einen positiven Beitrag leisten können. 

Mischen Sie sich auch politisch ein? 

Ja, wir sind Teil einer Plattform, auf der sich verschiedene Kirchen für den Frieden einsetzen. Aus unserem Glauben heraus versuchen wir auch, den Opfern beizustehen. Wir bieten ihnen zum Beispiel psychosoziale Beratung an.

Im Januar scheiterten die Gespräche zwischen der Regierung und der ELN, der zweitgrößten Guerillagruppe Kolumbiens. Welche Folgen hat das? 

Die Regierung hat die Verhandlungen mit der ELN nicht entschieden genug geführt. Das ist ein Grund, warum die Gewalt zugenommen hat. Die ELN ist besonders im Norden an der Grenze zu Venezuela aktiv. 1,5 Millionen Venezolaner sind nach Kolumbien geflohen. Das macht die Situation noch komplizierter. Wir Kirchen fordern von der ELN und der Regierung, den Dialog wieder aufzunehmen. 

Gibt es Konflikte zwischen geflüchteten Venezolanern und Einheimischen? 

Normalerweise sind die Kolumbianer sehr gastfreundlich. Aber es gibt auch Fremdenfeindlichkeit und Neid, weil die Venezolaner für weniger Lohn arbeiten. Hinzu kommt, dass internationale Organisationen Hilfe für die Venezolaner schicken. Bedürftige Kolumbianer, zum Beispiel Bauern, die vom Bürgerkrieg vertrieben wurden, gehen leer aus.

Atahulpa Hernández ist seit 20016 Bischof der IELCO in Kolumbien. Der 37-jährige lebt in Bogotá und vertritt rund 3000 Kirchenmitglieder in verschiedenen Landesteilen.

Montag, 24. Juni 2019

"Hilfsgelder statt Heldengedenken" - die Arbeit des GAW bleibt auch in Zukunft notwendig

Gustav II. Adolf 

Immer wieder erreichen uns im GAW Nachfragen: Warum trennt ihr euch im GAW nicht endlich von eurem Namensgeber? Und: warum gibt es immer noch evangelische Kirchen, die Gustav-Adolf-Kirche heißen? Wie geht das zusammen? Und wie vermittelt man den hochaktuellen und modernen Auftrag des GAW heute?

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD Bischof em Prof. Dr. W. Huber hat in einer eindrücklichen Predigt zum 175-jährigen Jubiläum dazu gesagt:

"Ohne das Engagement Gustav Adolfs in den Auseinandersetzungen während der ersten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges hätte es für die Sache der Protestanten nicht gut gestanden. So avancierte er rasch zum „Retter des Protestantismus“. Eine Initiative zur Erinnerung an den Tag seines Todes im Jahr 1832 wurde zum Beginn für eine der eindrücklichsten Hilfsaktionen im deutschen Protestantismus.
1832 dachte man dabei vor allem an eine Diaspora, in der evangelische Gemeinden in einem katholisch geprägten Umfeld lebten. Heute ist die Diaspora vielfältig geworden. Sie schließt evangelische Minderheitskirchen in orthodox geprägten Ländern ebenso wie in muslimisch geprägten Regionen ein; aber durch die Entwicklung des 20. Jahrhunderts hat sich auch eine Minderheitssituation in mehrheitlich glaubensloser Umwelt entwickelt. Es gibt auch Gegenden in unserer Welt, in denen um die Freiheit des Glaubens aufs Neue gerungen werden muss. Mit großer innerer Beteiligung nehmen wir deshalb heute all jene Orte in der Welt wahr, an denen Christen Willkür und Verfolgung ausgesetzt sind.
Hilfsgelder statt Heldengedenken – so lässt sich der Impuls von 1832 zusammenfassen. In der Region Leipzig - dort wo die Zentrale des GAW angesiedelt ist - wird es schnell einleuchten, wenn man darin eine frühe Form von „Schwerter zu Pflugscharen“ sehen kann. Keinem kann verborgen bleiben, dass der schwedische König, in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich war; sein Handeln entsprach dem, was man von einem erfolgreichen Kriegsherrn in den Grausamkeiten des Dreißigjährigen Krieges zu erwarten hat; zu unkritischer Verherrlichung taugt das nicht. Nach damaliger Vorstellung war es seines Amtes, dem Recht mit Waffengewalt Raum und Durchsetzung zu verschaffen – und sei es auch, dass dadurch ungezählte Soldaten und Zivilisten das Leben verloren. Auch wenn wir uns darum bemühen, zu Verhältnissen beizutragen, in denen Frieden auf andere Weise geschaffen und gesichert wird, haben wir freilich kein Recht dazu, dem protestantischen König, der auf solche Weise tätig wurde, den Ernst des Glaubens und die Aufrichtigkeit seiner Glaubensmotive streitig zu machen. Den Kriegsherrn und den Verteidiger seines Glaubens zusammen zu sehen: das ist – die keineswegs einfache – Aufgabe, vor die uns die Erinnerung an Gustav Adolf stellt."

Im Blick auf die Infragestellung des Namensgebers des GAW geht es in aller erster Linie um den Auftrag, den das GAW seit seiner Gründung leistet. Später nach der Gründung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) wurde ausdrücklich festgehalten, dass das GAW das Diasporawerk der EKD ist. Damit verbunden ist eine Selbstverpflichtung der Gliedkirchen der EKD verbunden, sich für die weltweite evangelische Diaspora einzusetzen - und dies stellvertretend durch das GAW zu leisten . In der Grundordnung der EKD ist das verankert. Die Satzung des GAW nimmt das auf und erklärt als Selbstverpflichtung:

"Zur Erfüllung dieser Aufgaben hält das GAW Verbindung zu evangelischen Minderheitskirchen und -gemeinden, informiert über sie und bringt Mittel zur Förderung des kirchlichen Lebens in der Diaspora auf. Damit will das GAW im Zusammenwirken mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihren Gliedkirchen und Gemeinden, die besondere Verantwortung für den Dienst in der Diaspora gemäß Artikel 16 der Grundordnung der EKD vom 13.07.1948 wahrnehmen."

Die Vermittlung unserer Arbeit ist immer wieder eine Herausforderung. Und sie wird nicht geringer bei den Veränderungen, vor denen Landeskirchen und ihre Strukturen bis hin zur Gemeindeebene stehen. Und auch in unseren Landeskirchen und den weiteren übergeordneten Strukturen ist vieles unübersichtlich. Bei allem: Dennoch kann gerade der Blick zu den "kleinen" Diasporapartnern helfen, den Blick zu weiten und zu erfahren, wie man als kleine Minderheit dennoch den Auftrag, den Kirche hat, mit Freude zu erfüllen. 

Den Namen ablegen...? Ist das eine Option und notwendig? Seit dem 19. Jahrhundert wurde das immer wieder diskutiert. Und immer wieder hat man sich zur Beibehaltung durchgerungen, um auch einen Ausdruck für die Ambivalenz zu geben, in der wir letztlich alle leben: es gilt zu differenzieren! Einfache Wahrheiten gibt es nicht!

Pfr. Enno Haaks, GS des GAW


Dienstag, 18. Juni 2019

Was für ein Vertrauen! - Losung des DEKT in Dortmund

„Als Gläubige müssen wir die Vielfalt in der Gesellschaft und in der Kirche umarmen und die Unterschiede feiern. Das ist nicht nur Spaß. Es geht um die Vielzahl, die niemand zählen kann, alle Sprachen, aus jeder Nation. Es ist sehr ernst, eine kühne Vorwegnahme der Zukunft Gottes, der Durchbruch seines Reiches“, sagt Steven Fuite. Er ist Präsident der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien, einer Kirche, die mit drei offiziellen Sprachen arbeitet, im Alltag aber mit einigen mehr. 

Die belgische Gesellschaft ist sehr bunt und vielfältig. Die koloniale Vergangenheit hat das Land geprägt. Diese Unterschiede und diese Vielfalt auszuhalten ist nicht nur Spaß, sondern auch eine Herausforderung. Steven Fuite weiß das nur zu gut. Aber er erzählt davon mit einem Lächeln: „Es ist uns geschenkt. Es ist Aufgabe und Herausforderung. Es soll keine Angst machen. Wir sollen uns nicht fremd fühlen, sondern die Unterschiede feiern und die Vielfalt umarmen!“ 

Die Vielfalt umarmen. Die Unterschiede feiern. Sich freuen an der Buntheit dieser Welt. Dazu will Glaube ermutigen. Der Glaube, der sich nach vorne streckt nach dem, was jetzt schon sein könnte. Der Glaube will das Vertrauen stärken, damit wir das, was uns an Vielfalt zufällt, getrost annehmen. 

Wunderbare Worte sind das, die von einem großen Vertrauen zeugen. Niemand muss das allein machen. Wir sind getragen von dem, der in unser Herz den Glauben verpflanzt hat, dass unser Leben und Erleben hier und jetzt einen Sinn haben. 

„Was für ein Vertrauen“ – so lautet die Kirchentagslosung des Deutschen Evangelischen Kirchentages aus dem Zweiten Buch der Könige, Vers 18,19). Der Kirchentag ist ein großes Fest des Vertrauens, auf dem die Vielfalt umarmt wird. Es sind vier wunderbare Worte, die darauf bauen, dass eine Kraft in mir ist – trotz aller Zweifel. 

Unsere Welt, unser Land und wir selbst brauchen Vertrauen in Gott, denn er hat Vertrauen in uns, dass wir daraus leben. Nur so trauen wir uns, offen nach vorne zu schauen, mutig das anzunehmen, was uns zufällt, freudig die Vielfalt zu umarmen und die Unterschiede zu feiern. Mehrfarbig und vielstimmig lasst uns an diesen Gott voller Vertrauen glauben. 

Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Donnerstag, 13. Juni 2019

Wer das Wort Gottes verkündet, ist eigentlich in einer guten Position

Hans Leyendecker, Kirchenpräsident des DEKT 
In einem aktuellen Interview spricht der Kirchentagspräsident Hans Leyendecker auch über die Leistungsfähigleit einer Minderheitskirche:

"Es gibt ja Untersuchungen, wonach mittlerweile ein Drittel der Menschen in diesem Land ohne den Glauben an Gott auskommt. Und die Kirchen sind auf dem Weg zur Minderheitskirche. Aber auch eine Minderheitskirche kann stark sein. Die Kirche ist nicht davon abhängig, dass die Mehrzahl der Menschen in den beiden großen Kirchen ist. Sie muss, egal ob Mehrheits- oder als Minderheitskirche, die Kirche Jesu Christi sein. Dazu gehört es, das Wort Gottes in den Mittelpunkt zu stellen, das Wort Gottes zu predigen und sich gleichzeitig nicht in einen frommen Winkel zurückzuziehen. Man muss beides hinbekommen.
Die Kirche kann immer noch viel leisten, weil die Kirche einen gewaltigen Verbündeten hat. Das ist Jesus Christus. Das ist der, der den Menschen Halt geben kann und auch der Kirche. Wer das Wort Gottes verkündet, ist eigentlich in einer guten Position. Man muss nur schauen, dass der Gottesdienst zentral wird, und dass der Gottesdienst so interessant wird, dass man Menschen zurückholen kann, die der Kirche verlorengegangen sind." (Ben Lassiwe sprach mit dem Kirchentagspräsdidenten)

Der Auftrag der Kirche, das Evangelium öffentlich und für alle Menschen zu bezeugen, gilt für alle Kirchen; er gilt für Kirchen in Mehrheits- wie in Minderheitensituationen. Es gilt dazu: Die Kirchen und die einzelnen Christinnen und Christen bezeugen das Evangelium in Wort und Tat auch im Alltag der Gesellschaft, in Arbeit und Beruf, Freizeit und Kultur. Dazu gilt es Menschen zu ermutigen und zu befähigen. Das ist auch ein Auftrag des GAW!

Wir freuen uns im GAW auf den Kirchentag in Dortmund! besucht uns in Halle 8, Stand D08!!!

Freitag, 7. Juni 2019

Die Flüchtlingshilfe in Griechenland bleibt weiter eine große Aufgabe!

Flüchtlingskinder in Katerini (Griechenland)
In den letzten Wochen wurde immer wieder über die Situation der Migranten auf den griechischen Inseln berichtet und über die teilweise katastrophalen Bedingungen. Teilweise können sie gar nicht mehr in den errichteten Lagern unterkommen. Auf der Insel Samos leben mehr als 3800 Migranten derzeit im und außerhalb des Lagers, das für nur 648 Personen ausgelegt ist. Kein anderer sogenannter Hotspot auf den ägäischen Inseln ist so überfüllt. Die Migranten dürfen nicht weg, Samos hat sich quasi für sie in ein Gefängnis verwandelt. 

Pfarrer Meletis Melitiadis aus Volos von der Griechischen Evangelischen Kirche schreibt uns dazu: „Es stimmt: Die Situation auf allen Inseln, wo Flüchtlinge sind, ist schrecklich. Der Zustand in den Lagern auf dem Festland ist jedoch nicht besser. Im vergangenen Winter konnte ich aus einem Lager drei Familien mit Neugeborenen herausholen. Sie hatten zu der Zeit drei Tage lang keinen Strom. Das bedeutet, dass sie keine Heizung hatten. Es hatte viel geschneit und war teilweise sehr kalt. Und immer wieder ist es schwierig überhaupt Zugang zu den Lagern zu bekommen. Als Evangelische Kirche arbeiten wir derzeit sehr gut mit dem Roten Kreuz zusammen. Aktuell unterstützen wir dabei bei der Versorgung und Unterbringung von 30 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Das Rote Kreuz bittet uns immer wieder um Unterstützung bei der Beschaffung von Lebensmittel, Kleidern etc. Aktuell haben wir jedes Zimmer dieser Flüchtlingsgruppe mit einem Mückenschutz ausgestattet.

In Milotopos beherbergen wir derzeit drei neue syrische Familien. Insgesamt werden von der Gemeinde vierzehn Personen untergebracht. Ihnen geht es dort sehr gut. Sie scheinen dort sehr glücklich zu sein. Die syrischen Männer helfen auf den Feldern beim Kirschen pflücken.

In Katerini werden weiterhin über 600 Flüchtlinge von der NGO der Gemeinde betreut. Ein derzeitiges Problem, das zunimmt ist, dass die Vereinten Nationen langsam aufhören, die Wohnungen der Flüchtlinge zu finanzieren, die seit 5 Jahren in Griechenland sind. Sie sollten Arbeit finden, um auf eigenen Beinen zu stehen. Da es jedoch keine Arbeit gibt, befürchten wir, dass eine Reihe von Flüchtlingen aus ihren Wohnungen vertrieben wird, weil sie nicht das Geld haben, um ihre Miete und andere Ausgaben zu bezahlen. Wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt.

Im April war ich in Darmstadt bei den griechischen Evangelischen, die in der Region leben. Dort traf ich ein paar albanische Flüchtlinge, die in Volos gelebt hatten. Ihnen hatten wir sehr geholfen. Sie waren als Flüchtlinge in den 90er Jahren gekommen. Es war schön, sie zu sehen. Ich besuchte auch eine syrische Familie, die ich im Herbst 2016 aus dem Flüchtlingslager in Volos mitgenommen und nach Milotopos gebracht hatte. Sie blieben zwei Jahre dort. Im Oktober 2018 konnten sie nach Darmstadt fahren, wo ihre beiden Söhne bereits waren. Es war eine große Freude, sie zu besuchen und eine Tasse Tee mit ihnen zu trinken. Sie sagten, dass ihre Zeit in Milotopos die beste Zeit für sie gewesen ist.

Das ist doch ein wunderbares Zeugnis – gerade auch für die Arbeit des GAW! Dafür danke ich Euch allen!“

Das GAW wird weiter die Flüchtlingsarbeit der Griechischen Evangelischen Kirche unterstützen. Helfen Sie mit: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Montag, 3. Juni 2019

Gemeindehaus in Estland konnte saniert werden

Gemeindehaus in Kadrina
"Wir danken dem GAW von Herzen, dass ihr uns bei der schwierigen Arbeit der Sanierung des Gemeindehauses in Kadrina (Estland) geholfen habt," schreibt Pfarrer Erikson von der lutherischen Gemeinde. "Besonders danken wir für eure Geduld! Es war nicht leicht und hat gedauert, die Arbeiten durchzuführen. das Dach wurde repariert, der Ofen erneuert und andere Reparaturen durchgeführt. Noch bleiben wichtige Arbeiten, wie z.B. die Wärmedämmung und Fassadenverkleidung. Aber viel ist schon einmal geschafft."

Kadrina liegt im Nordosten Estlands. Die nächste größere Stadt Rakvere (Wesenberg) ist 15 Kilometer entfernt. Eine Kirchengemeinde besteht im Ort schon seit 1231. Die heutige Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist mit viel Mühe instand gesetzt worden. Die einstmals sehr große Gemeinde hatte vor 10 Jahren 500 Glieder. Besonders aktiv ist die Gemeinde in der Kinder- und Jugendarbeit sowie auf dem Gebiet der Kirchenmusik. 

Die Kirchengemeinde Kadrina hat nach der politischen Wende alle ihre Gebäude zurück erhalten, allerdings in einem schlechten Zustand. Deshalb war die Sanierung des Gemeindehauses dringend geboten. Dafür wurde auch eines der Häuser verkauft, um diese Renovierung zu finanzieren.