Freitag, 15. Januar 2021

Lettische Theologinnen melden sich zu Wort!

In Lettland gibt es derzeit eine Debatte um den Familienbegriff.  Zahlreiche Kirchen vertreten einen sehr konservativen Familienbegriff. 

Lettische Lutherische Tehologinnen melden sich zu der Debatte ebenfalls zu Wort und weisen darauf hin: Familien sind unterschiedlich – erfahren aber nicht alle die gleiche Anerkennung.


Übrigens: Noch gibt es zu den lettischen Theologinnen ein spannendes Buch aus dem Verlag des GAW! 

"Lettische Theologinnen melden sich zu Wort":

Das Buch enthält Predigten und Andachten sowie geistliche Betrachtungen und Gedichte. Den Texten vorangestellt ist jeweils ein Lebenslauf der Autorin. Für die lettischen Theologinnen bedeutet die Herausgabe des Buches eine Rückenstärkung und moralische Unterstützung - sowie die Möglichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Hg. von der Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im GAW und vom Konvent der Ev. Theologinnen in der BRD

272 Seiten, 2,50 €
ISBN: 978-3-87593-103-7

Donnerstag, 14. Januar 2021

Die lutherische Kirche im lituaischen Priekulė ist saniert

Dachsanierung in Priekule
"Wir danken dem GAW für die Unterstützung von 13 500 Euro für die Renovierung der evangelisch-lutherischen Kirche im litauischen Priekulė. Ihre Spende war uns sehr wichtig. Mit Ihrer Hilfe konnten wir unser Gebetshaus renovieren und eine Fußbodenheizung einrichten. Die Gemeinde freut sich sehr und ist dankbar, dass sie endlich in der renovierten Kirche beten kann. Möge Gott den guten Dienst von GAW zur Unterstützung der Schwesterkirchen in der Welt fortwährend segnen," schreibt Pfarrer Darius Petkūnas aus Priekulė.

Im Projektkatalog 2019 wurde für die lutherische Gemeinde Geld gesammelt. Im vergangenen Jahr hat die Gemeinde alles getan, um die Sanierung der Kirche zu vollenden. 350 Mitglieder zählt die aktive Gemeinde.erische Gemeinde von Priekulė (Prökul) besteht seit dem 16. Jahrhundert. Die Kleinstadt liegt rund 20 Kilometer südlich von Klaipėda an der Landstraße nach Šilutė. Die meisten Bewohner in diesem Gebiet des einstigen Memellands sind inzwischen katholisch. 

Konfirmation in Priekule
Die historische lutherische Kirche brannte 1944 aus und wurde zehn Jahre später durch sowjetische Machthaber abgerissen. Die heutige lutherische Kirche von Priekulė war ursprünglich das Konfirmandenhaus der Gemeinde. Dort versammelten sich junge Menschen vor ihrer Konfirmation und wurden unterrichtet. Nach dem Verlust ihrer Kirche teilte die Gemeinde das Konfirmandenhaus in einen Kirchsaal und einen Gemeinderaum auf und errichtete einen kleinen Turm. Wegen Schäden an dem 50 Jahre alten Dach stand diese Sanierung an. Auch der Fußboden musste erneuert werden, in den die Heizung integriert wurde. 

Im Jahr 2019 erhielt die Gemeinde 27 500 Euro von der Stadt Klaipėda und konnte zunächst das Dach ersetzen und die Sanitäranlagen erneuern.Mit der Hilfe des GAW wurde die Fußbodenheizung eingebaut. Im Juli 2020 feierte die Gemeinde ihr Konfirmationsfest in einer bereits restaurierten Kirche. Ohne die Hilfe des GAW wäre das alles schwer umsetzbar gewesen.


Montag, 11. Januar 2021

Der GAW-Projektkatalog - eine lange lebendige Tradition


Der GAW-Projektkatalog hat eine lange und lebendige Geschichte - davon zeugt das Foto. Unterstützungspläne und Projektkataloge von 1871, 1915, 1930, 1977, 1989, 2000 und 2021 zeigen exemplarisch wie sich das Erscheinungsbild im Laufe der Zeit verändert hat. Was sich nicht verändert hat: Schon 1871 taucht die Gemeinde in Caracas/Venezuela auf. Auch die Evangelischen in Madrid/Spanien bitten um Hilfe. Viele weitere Beispiele der kontinuierlichen Hilfe tauchen auf. Damit wird die lange Verbundenheit zu unseren evangelischen Partnern weltweit und die solidarische Hilfe für sie durch die Geschichte deutlich.

Auch weiterhin werden unsere Partner uns brauchen - und wir sie, damit wir uns nicht "um unsere Kirchtürme" allein kreisen, sondern der Blick in die Welt geweitet bleibt. 

Gerade hat die neue Spendenkampagne des GAW begonnen. Schauen Sie in unseren aktuellen Projektkatalog. Wir brauchen für die über 130 Projekte, die wir in diesem Jahr unterstützen wollen, Ihre Hilfe: https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#0


Freitag, 8. Januar 2021

"Die Vielfalt der GAW-Projekte zeugt davon, wie wir weltweit evangelischen Gemeinden helfen, ihren Glauben zu bewahren, der uns allen anvertraut ist"

Die GAW-Spendenkampagne 2021 hat begonnen! Mehr als 130 Projekte und noch viel mehr will das GAW weltweit auch in diesem Jahr unterstützen. Und das alles unter erschwerten Bedingungen. Im Vorwort des neuen Projektkataloges macht die GAW-Präsidentin Prälatin Gabriele Wulz Mut, unsere Partner auch in diesem Jahr zu unterstützen:

Inmitten der „Coronakrise“ im Jahr 2020 ermutigte Synodalsenior Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Tschechien seine Kirche mit den tschechischen Worten „Víru si chraň, viru se braň!“. Ins Deutsche übertragen heißt das: „Den Glauben bewahre dir, vor dem Virus schütze dich!“ Im Tschechischen liegen das Wort Glaube (víra) und das Wort Virus nah beieinander. Und letztendlich geht es doch darum: Dass wir unseren Glauben in solchen Krisenzeiten bewahren und dass wir aus unserem Glauben heraus lernen, mit Krisen umzugehen. Die Bibel ist voll von Texten, in denen es um das Bewahren unseres Glaubens in Krisenzeiten geht, und in denen es nicht klar ist, wie es weitergehen wird. Gerade in solchen Phasen des Lebens ist das Hören auf das Evangelium – der guten Nachricht von Jesus Christus – notwendig. Nur durch ihn spricht zu uns Gott, der will, dass allen Menschen geholfen wird.

Helfen heißt in dem Fall, zuzuhören und auf die Möglichkeiten zu verweisen, die wir haben. Als evangelisches Hilfswerk sehen wir es als unsere Aufgabe an, auch in Krisenzeiten kreative Wege zu finden, unseren Glaubensgeschwistern weltweit zur Seite zu stehen. Denn wir haben einen Auftrag! 

Pfarrerin Agnes von Kirchbach von der Vereinigten Protestantischen Kirche in Frankreich hat inmitten der Coronakrise eindrücklich beschrieben, dass das lateinische Wort „Communion“ Gemeinschaft bedeutet. Es meint das „tiefes aneinander Teilhaben“ im Bereich der Familie, der Freundschaften und der Kirche. Was viele aber nicht wüssten: das Wort stammt nicht von der Wurzel union = Einheit ab, sondern von dem Wort munus = Aufgabe. Miteinander in «Communion» sein bedeutet also sich gemeinsam einer Aufgabe stellen, sie verantwortungsbewusst übernehmen, aktiv mit anderen wirken. 

In diesem Sinn wollen wir uns gemeinsam der Aufgabe stellen und aktiv werden, die Projekte des aktuellen Projektkataloges unserer 50 Partnerkirchen in 40 Ländern weltweit zu bewerben. 

Wir wollen Mut machen, kreative Wege zu finden, um unseren evangelischen Glaubensgeschwistern solidarisch zur Seite zu stehen, damit sie ihren Glauben bewahren können. Dafür braucht es Kirchen. Sie gilt es zu erhalten – wie z.B. in Marcinelle in Belgien. Das Dach der Kirche ist zusammengesackt. Die Gemeinde kann sich hier nicht mehr versammeln. Da tut Hilfe not. Oder in Santa Rosa in Brasilien, wo eine alte baufällige Holzkirche ersetzt werden muss. „Nicht, dass ein Gebäude an sich unsere Mission erfüllen würde, denn das ist die Rolle der Gemeindeglieder, und außerdem ist es Gottes Mission, aber die Leidenschaft muss unsere sein. Ein schöner und gut erhaltener Raum motiviert und hilft zweifellos“, schreibt das Pfarrerehepaar der dortigen Gemeinde. Das beschreibt, was wir als GAW als unsere Aufgabe ansehen: helfen, Glauben zu bewahren und nach außen zeigen, dass dieser Glaube dem Guten Raum gibt und schön ist. 

In vielen Projekten in dem vorliegenden Katalog geht es darum, dass wir aus diesem Glauben heraus gerufen sind anderen zu helfen – wie das z.B. in Kirgistan im Seniorenheim in Winogradnoje geschieht. Hier wird Barmherzigkeit gelebt an Menschen, die in Würde ihren letzten Lebensabschnitt gehen. Oder in Wien in Österreich, wo es gilt eine „Armengaststätte“ zu sanieren. 

Als GAW wollen wir aber nicht allein ein Kirchbauverein sein. Wir wollen Glaubensgeschwistern helfen, ihren Glauben zu bewahren, wenn sie benachteiligt, bedrängt oder verfolgt sind. Ihnen wollen wir ganz besonders zur Seite stehen. In diesem Jahr tut es beispielhaft die GAW-Frauenarbeit, die mit ihren Projekten diakonische Arbeit unserer Partnerkirchen im Libanon und in Syrien unterstützt. 

Zum Bewahren des Anvertrauten gehören auch die Bildungsangebote, die wir unterstützen, die Bücherhilfen sowie die Unterstützung bei der Mobilität bei Kirchen in extremer Diasporasituation. 

Die Vielzahl und Vielfalt der vorliegenden Projekte gibt ein Zeugnis davon, wie wir weltweit evangelischen Gemeinden helfen, ihren Glauben zu bewahren, der uns allen anvertraut ist. 

Vielen Dank für Ihre Hilfe und Unterstützung! 

Prälatin Gabriele Wulz
Präsidentin des GAW

Hier geht es zum aktuellen Projektkatalog: https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#0

Bitte helfen Sie uns zu helfen: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Dienstag, 5. Januar 2021

Ein neues Spendenjahr beginn unter erschwerten Bedingungen

Die Zeiten sind angespannt. Durch die Coronapandemie, durch abgesagte Kollekten und Gottesdienste ist es offen, wie wir als GAW unseren Auftrag erfüllen werden. Nichts ist derzeit normal. Der Lockdown wird verlängert. Wir müssen weiter mit Einschränkungen leben. In solchen Krisenzeiten drohen wir den Blick über die eigenen Probleme hinaus zu verlieren. Solidarität geht da schnell verloren. Die Versuchung, nur noch die eigene schwierige Lage zu sehen und sich abzukapseln, ist groß. 

Umso wichtiger ist die Arbeit des GAW. Wir können helfen, den Blick zu weiten und z.B. Empathie für die Not der Flüchtlinge in Griechenlandzu wecken oder für die brisante Lage unserer Partner in Venezuela oder auf Kuba nach der jüngsten Währungsreform. Unsere Partner brauchen unsere Solidarität – auch wenn wir selbst in einer unsicheren Lage sind. 

Wir wissen wir nicht, ob wir als GAW auch dieses Jahr hundertprozentig unser Spendenziel erreichen werden. Wir können trotzdem immer wieder auf unsere Partner und ihre Herausforderungen aufmerksam machen. Es gibt so viel Kreativität in unserer Hauptgruppen, dass ich zuversichtlich auch für dieses Jahr bin. Hoffnung und Zuversicht im Ungewissen wünsche ich uns allen! 

Und ich freue mich, dass wir im neuen Jahr mit einem Videogruß uns an unsere Partner, Spender, GAW-Engagierten wenden können, in dem unsere Präsidentin Prälatin Gabriele Gabriele, die Leiterin der AG der GAW-Frauenarbeit Inge Rühl und für unsere Partner stellvertretend Erzbischof Dietrich Brauer (Russland) und Pfrn. Najla Kassab (Libanon – Präsidentin der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen) zu Wort kommen. Am Flügel spielt unser GAW-Stipendiat Andrej aus der Slowakei. 

Alles Gute Ihnen allen – und hier nun der Video-Neujahrsgruß: https://www.youtube.com/watch?v=j5rG_OxT6H8&feature=emb_title

Pfr. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Sonntag, 3. Januar 2021

Währungsreform auf Kuba trifft die Presbyteriansiche Kirche hart

Weihnachtsgottesdienst in Cardenas
„Schon länger hatte man über eine Währungsereform auf Kuba gesprochen,“ berichtet Pfarrer Edelberto von der Presbyteriansichen Kirche auf Kuba. „Jetzt ist die doppelte Währung ab dem 1. Januar weggefallen.“

Für den CUC (Peso Convertible) bekam man einen US-Dollar. Jetzt bleibt der Peso Cubano. Sein Umtauschwert ist staatlich festgelegt. Für einen Dollar bekommt man bei den Banken 24 Pesos Cubanos. Das ist der offizielle Weg, um Devisen umzutauschen. Offiziell kann man sonst nirgends mit Dollar oder Euro bezahlen. Der Staat behält sich ein Monopol darauf vor. „Das alles ist Theorie,“ schreibt ein Pfarrer. „Auf dem Schwarzmarkt bekommt man 45 Pesos Cubanos für einen Dollar. Das braucht man auch dringend, um überleben zu können.

Die Währungsreform kommt einer Abwertung der kubanisc
hen Währung gleich. Bisher konnten die Kubaner in staatlichen Wechselstuben den CUC eintauschen, um damit dann höherwertige Konsumartikel erwerben zu können. Jetzt hofft man, dass die Vereinigung beider Währungen sich positiv auf die Ökonomie auswirken wird. Gerechnet wird mit anfänglichen schmerzhaften Auswirkungen. Langfristig erwartet man sich positive Effekte. Die anfängliche Abwertung der Währung wird mit einer erheblichen Erhöhung staatlicher Löhne und Renten versucht abzufedern. Gleichzeitig sind aber die Preise gestiegen. Die Erhöhung der Gehälter und Renten gilt nicht für Beschäftigte privater Unternehmen – auch nicht für die Pfarrer*innen der Presbyterianischen Kirche. 

„Die Situation ist für die Kirche sehr kritisch,“ sagt Pfarrer Francisco. „Keine unserer Kirchengemeinden wird in der Lage sein, die Gehälter zu zahlen, die jetzt der Staat seinen Angestellten gibt. Gleichzeitig sind die Preise für die Produkte des täglichen Bedarfs erheblich gestiegen. Das stellt uns als Kirche vor große Herausforderungen. Die kommenden Monate sind sehr entscheidend für uns, um zu sehen, wie es weitergehen kann.“ 

Das Mindestgehalt in Kuba beträgt unter den neuen Bedingungen 2100 Pesos Cubanos (= 87.50 USD). Die Grundrente beträgt 1520 Pesos Cubanos (= 63.30 USD). „Man muss die Gehälter ins Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten setzen, die sich verdoppelt bis verdreifacht haben. Und – keine Kirchengemeinde der Presbyterianischen Kirche wird Gehälter angepasst an das staatliche System bezahlen können. Im besten Falle werden die Kirchengemeinden das bisher Bezahlte halten können - und das wird nicht ausreichen... Es gibt eine große Unsicherheit und auch Angst innerhalb der Kirche über die Zukunft,“ sagt Pfarrer Francisco. „Dennoch ist es jetzt noch zu frisch, um über reale Auswirkungen 100%ige Klarheit zu haben.“ 

Pastor Alison sagt dazu: „Als Kirche müssen wir kreativ mit dieser Situation umgehen. Wir müssen eigentlich den Mindestlohn den Pfarrer*innen geben. Wir hoffen, dass die Mitglieder ihre Beiträge anheben können und auch höherer Kollekten in den Gottesdiensten geben können. Denn davon leben wir als Kirche. Und Pfarrer Aliion warnt: „So wie die Beiträge bisher waren, können wir nicht überleben!“ 

„In der ersten Januarwoche trifft sich die Kirchenleitung mit einem Wirtschaftsfachmann, um die Situation der Kirche zu analysieren und zu besprechen,“ sagt Pfarrer Edelberto. „Gleichzeitig haben wir alle Pfarrer*innen aufgefordert, mit ihren Gemeindemitgliedern die Situation zu besprechen und sie um Unterstützung zu bitten. Wir sind auf Solidarität untereinander in der Kirche und von unseren Partnern angewiesen.“ 

Und Pfarrer Alison ergänzt: „Sicher ist, dass wir mit einer Herausforderung konfrontiert sind, die wir bisher so nicht kannten. Traditionelle Lösungen greifen nicht mehr. Und das Ganze geschieht mitten in Pandemiezeiten, wo sowieso die gesamte kubanische Wirtschaft durch fehlende Einnahmen u.a. aus dem Tourismus leidet.“ 

Kuba leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Die Hilfe des befreundeten Venezuelas bleibt aus. Das durch die Trump-Administration verschärfte Handelsembargo hat die Situation ebenso verschlimmert. Es fehlt an Devisen, Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten. 

„Wir sind auf eure Hilfe als Partnerkirchen und Partnerwerke angewiesen. Alleine können wir diese neue tiefe Krise nicht bewältigen,“ schreibt Pfarrer Francisco.

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Evangelische Gemeinden in Kroatien blieben weitgehend vom Erdbeben verschon

Foto: Franjo Tahy

"Keine unserer reformierten Gemeinden hat unter den Folgen des Erdbebens gelitten," berichtet im Telefonat Bischof Peter Szenn von der reformierten Kirche Kroatiens. "Wir haben Hilfen angeboten, Menschen unterzubringen. Aber unsere Gemeinden liegen zu weit entfernt, als dass die Menschen ihre Heimat verlassen wollen." Und weiter berichtet er von den Hilfen, die jetzt in den reformierten Gemeinden für die Erdbebenopfer, die ihr Obdach verloren haben, gesammelt wird. "Wir sammeln Lebensmittel, Kleidung und Decken. Unsere Hilfe koordinieren wir mit der Katholischen Kirche." 

Mit der Evangelischen Kirche A.B. in Kroatien hat er ebenfalls Kontakt aufgenommen. Auch hier sind die Gemeinden nicht direkt betroffen. Ob die selbständige lutherische Gemeinde in Zagreb betroffen war, ist noch unklar.

Am 28./29. Dezember erschütterte erneut in ein Erdebeben mit der Stärke 5,2 Kroatien. Am 30. Dezember  bebte die Erde erneut. 45 km südöstlich von Zagreb lag das Epizentrum. Mindestens sieben Tote hat es gegeben.

Samstag, 26. Dezember 2020

Zum Dialog gerufen - Diaspora und Ökumene

Wolfgang Sucker schrieb 1967, dass er glaube, dass wir eine dialogische Existenz der christlichen Konfessionen gegenseitig brauchen und mit Leben zu füllen haben. Das sei eine große Aufgabe an uns alle. Und dann "erscheint die Diapora nicht als eine verängstigte Schar unter dem Zweifel oder gar der Verzweiflung: "ob morgen noch?", sondern unter dem Gesetz eines nimmermüden Vorstoßes in den Raumn der sie umgebenden Christenheit, um diese andere Christenheit mit sich zusammen zu nötigen, immer wieder das tiefste und eigentliche Fundament der Kirche zu entdecken, das Evangelium von Jesus Christus heißt."

(aus "Liebe überwindet Grenzen - Berichte, Bilder, Informationen über das GAW, Hrsg. vom GAW, Kassel 1967, S. 37)

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Das Licht von Christi Geburt ist stärker als alle widrigen Umstände

Altarraum in der Petrikirche in 
St. Petersburg
Am 22. Dezember schmückte Propst Schwarzkopf von der Petersburger Petrigemeinde in Russland mit einigen Gemeindemitgliedern den Altarraum feierlich für das Weihnachtsfest. Dazu schickte er uns ein Foto und schrieb: „Das kleine Licht des Engels weist uns auf den Weihnachtsstern hin, der das Kreuz überstrahlt. Für Maria und Josef war das zu Weihnachten wohl genauso schwer zu verstehen wie für uns in diesem Jahr.“

Ja – was für ein Jahr liegt hinter uns allen. Von heute auf morgen hat sich seit Februar/März das Leben verändert. Wir sind weltweit gefährdet durch ein Virus, dass das Leben, wie wir es gewohnt waren, ausgebremst hat. 

Aus Brasilien schreibt uns der Leiter des Deutschlehrerinstituts unserer lutherischen Partnerkirche: „Obwohl in Brasilien der Sommer begonnen hat, sieht's mit Corona schlechter aus als im Winter. Die Zahl der Infizierten und Toten ist so hoch wie nie zuvor. Mit Impfungen soll irgendwann im Februar begonnen werden. Niemand weiß, ob man die nötigen Impfdosen haben wird. Bolsonaro behauptet weiterhin, die Epidemie sei zu Ende, man brauche keinen Impfstoff.“ Und dann kam in Brasilien von 16. auf den 17. Dezember im Bundesstaat Santa Caterina ein schweres Unwetter dazu. 21 Todesopfer sind zu beklagen. Viele der Toten gehören der lutherischen Gemeinde in der Stadt Presidente Getúlio an. „Es ist ein unbeschreibliches Leid zusätzlich zu Corona,“ schreibt Pfr. Harald Malschitzky. 

Der Weihnachtsgruß aus der Lutherischen Kirche in Brasilien benennt das Leid des vergangenen Jahres und fragt: „Wie lange werden wir noch die Kraft zum Durchhalten haben? Scheint Gottes Licht noch? Manchmal scheint es verborgen zu sein, aber es ist da. Obwohl wir in diesem Jahr viel vermisst haben – Gottes Gegenwart wurde uns nicht genommen. Selbst in schwierigen Zeiten scheint Gottes Licht und lädt uns ein, Licht zu sein!“ 

Vieles bleibt ungewiss im Blick auf das neue Jahr 2021:„Auch wenn wir nicht wissen, was kommen mag, wir wünschen Ihnen, dass Sie sich von dem Licht erleuchten und ermutigen lassen, das aus der Krippe in Bethlehem kommt und scheint.“ So schreibt es Eva Oslíková, Leiterin der Frauenarbeit der Ev. Kirche A.B. in der Slowakei. 

Von dieser Hoffnung sind viele Weihnachtsgrüße aus der weltweiten evangelischen Diaspora getragen – sei es aus Spanien, Venezuela, Österreich, Belgien, Kirgistan, Armenien oder aus Syrien und dem Libanon. 

„Das Licht von Christi Geburt ist stärker als alle widrigen Umstände,“ schreibt Propst Schwarzkopf aus St. Petersburg. 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Christfest und Gottes gute Begleitung im Neuen Jahr.

Pfr. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Montag, 21. Dezember 2020

Zur aktuellen Notlage im brasilianischen Santa Caterina

Mit 5.000 Euro Soforthilfe unterstützt das GAW die notleidenden Menschen im brasilianischen Bundesstaat Santa Caterina. Besonders die Stadt Presidente Getúlio hat das schwere Unwetter der vergangenen Woche hart getroffen.
Gerade haben wir aktuelle Informationen von unserer brasilianischen Partnerorganisation OGA (Obra Gustavo Adolfo) bekommen.

Generalsekretär Harald Malschitzky schreibt:

"Inzwischen ist die Zahl der Toten auf fünfzehn gestiegen. Sechs Menschen werden wieter vermißt. Von einer einzigen Familie haben neun Menschen ihr Leben verloren. Alle gehören zu unserer lutherischen Gemeinde. Die Berichte von Überlebenden sind kaum zu ertragen. Laut verschiedener Berichte haben viele Familien regelrecht alles verloren.
Die Stadtregierung hat einen grossen Hilfsaufruf gestartet. Das haben wir Lutheraner auch getan, um dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Inzwischen haben schon viele Menschen vor Ort Unterstützung gegeben. Die Pfarrer unserer Gemeinden sind derzeit durch die Beerdigungen sehr gefordert. Für die Hilfe des GAW sind wir sehr dankbar. Sobald wir neue Nachrichten haben, melde ich mich sofort. 
Und noch was: Während Bolsonaro fragt weshalb die Eile mit der Impfung, die Pandemie gehe ja schon dem Ende zu, sind wir wieder bei 1.000 Toten pro Tag angelangt. Wir lagen schon einmal bei 450."

Das GAW bittet um Unterstüzung bei der Nothilfe: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Samstag, 19. Dezember 2020

Ein verheerendes Unwetter trifft unsere brasilianische Partnerkirche – 12 Tote und 20 Vermisste

Lutherische Kirche
in Presidente Getúlio
In der Nacht vom 16. auf den 17. Dezember gab es im brasilianischen Bundesstaat Santa Caterina ein großes Unwetter (siehe hier:
https://www.youtube.com/watch?v=kMXBKl3gSjQ ). Besonders die Stadt Presidente Getúlio (ca. 100 Kilometer westlich der Stadt Blumenau) wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Viele Häuser wurden einfach von der großen Flutwelle mitgerissen. 

Bisher ist von 12 Toten die Rede. 20 Menschen werden vermisst. 

Der Generalsekretär des brasilianischen GAW (OGA) Pfarrer Harald Malschitzky berichtet: „Es ist eine Tragödie. Unsere lutherische Gemeinde ist stark betroffen: von einer einzigen Familie haben sechs Menschen das Leben verloren. Unter den Vermissten sind weitere Gemeindemitglieder. Gemeinsam mit dem zuständigen Kirchenkreis hat die Gemeindeleitung notwendige Maßnahmen in die Wege geleitet: Ein Spendenkonto wurde eingerichtet, um Menschen zu helfen, die alles verloren haben.“ 

Und Pfarrer Malschitzky fügt hinzu: „Corona bringt allein schon viel Elend mit sich. Viele Menschen und Gemeinden im Itajaital haben jetzt kurz vor Weihnachten ein weiteres Leid zu tragen.“ 

Für die lutherische Gemeinde stellt das GAW ein eine Soforthilfe zur Verfügung. 

Wir bitten um weitere Spenden auf das Spendenkonto des GAW. 


Donnerstag, 17. Dezember 2020

Es braucht Gemeinschaft in Coronazeiten - in Griechenland ist dafür das Zentrum in Kalamos wieder aufgebaut worden

Kalamos - Freizeitzentrum

"2017 im August hat es in Kalamos vernichtende Waldbränden gegeben. Kalamos liegt ca. 50 km nördlich von Athen. Hier hat die Griechische Evangelische Kirche ein Freizeitzentrum. Es ist für die Geschichte der Kirche von großer Bedeutung. Nach wie vor treffen sich Mitglieder alles Gemeinden zu Einkehr- und Freizeittreffen. Auch viele Flüchtlinge wurden hier schon von der Kirche betreut und kamen 
eine zeitlang unter,

Kurz nach den Bränden begann die griechische evangelische Kirche, das zerstörte Lager aufzuräumen und mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Teil des Aufbaus war auch die Wiederaufforstung mit schwer brennbarebn Hölzern.

Zehn von 13 Gemeinschaftshäusern wurden wieder aufgebaut. Inzwischen können für 80 Personen Schlafplätze angeboten werden von ehemals 200. Schränke wurden gekauft. Auch der Andachtsraum  sowie sechs Gruppenräume wurden wieder hergerichtet. Wichtig war die Installation eines autonomen Feuerlöschsystems. Zudem wurde ein Generator für die autonome Energieversorgung angeschafft.


Dafür war die Erneuerung des Stromnetzes wichtig. Ebenso wurde die Wasserversorgung des gesamten Camps verbessert.

Bisher wurden ca. 200 neue Bäume gepflanzt. 

Wir danken GAW für die zur Verfügung gestellten 18.000 Euro, die eine wichtige Hilfe bei der Wiedererrichtung des Camps waren. Insgesamt hat der Neuaufbau des Camps 110.000 Euro gekostet, " berichtet der Generalsekretär der Griechischen Ev. Kirche Pfr. Dimitri Bouklis.

"Wir hoffe, dass wir in diesem Jahr das neu hergerichtete Camp reichlich nutzen können - sofern es die Pandemie erlaubt. Wir merken, dass unsere Gemeindemitglieder Begegnung brauchen untereinander."