Dienstag, 10. Dezember 2019

GAW-Arbeit ist Menschenrechtsarbeit

Gottesdienst in Aleppo - Syrien
Der 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Auf internationaler Ebene wurde 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, die einen universalen und globalen Anspruch hat, jedoch nicht formalrechtlich bindend ist. Fast alle Staaten haben sie ratifiziert. Wie allerdings mit ihnen umgegangen wird ist eine andere Sache. Das zeigt sich insbesondere beim Herzstück der Menschenrechtserklärung in Artikel 18 heißt es: "Jeder hat das Recht auf Gedanken‑, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt die Freiheit ein, seine Religion oder seine Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Weltanschauung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Kulthandlungen zu bekennen." Artikel 18 verbürgt die Religionsfreiheit sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum. Die Religionsfreiheit umfasst sowohl die Bildung der eigenen religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen wie auch ihren Wechsel und ihre private oder öffentliche Kundgabe einschließlich der Weitergabe, der Lehre und des Ritus.
An der Religionsfreiheit hängt ebenso das Recht auf Gedanken- und Gewissensfreiheit. Dazu gehört ebenso die freie Meinungsäußerung. Sie alle haben sich an der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen zu halten - an jedem Ort...

Als Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wissen wir in den Regionen in der Welt, wo das Recht auf Religionsfreiheit beschnitten wird. Gerade religiöse Minderheiten - wie evangelische Diasporakirchen - sind darauf angewiesen, dass ihr Recht auf freie Religionsausübung gewährt wird, sie geschützt sind und sie frei ihren Glauben feiern können, sich versammeln können und sich diakonisch in ihren Gesellschaften einbringen.

Wenn wir evangelischen Kirchen weltweit helfen, ihren Glaube frei zu leben, dann stärken wir das Herzstück der Menschenrechte - die Gewährung der Religionsfreiheit. Insofern ist die Arbeit des GAW Menschenrechtsarbeit!

Das Logo der Spanischen Evangelischen Kirche

"Das Logo der IEE, das vor einigen Jahren eingeführt wurde, hat moderne Züge, das Kreuz weist nach oben. Aber es nimmt auch das erste Logo der Kirche von 1869 mit auf sowie den Leitspruch aus 2. Mose 3,2 zum brennenden Dornbusch: Und er wurde nicht verzehrt. Die Gemeinden der IEE haben das immer wieder erlebt, fast verzehrt zu werden und doch immer zu brennen für Gottes Wort. Der Bibeltext zur diesjährigen Synode ruft zur „kritischen und versöhnlichen Stimme der IEE auf, inmitten einer sich verändernden Gesellschaft, die in fast allen Zeiten feindlich und wenig tolerant“ war und ist. Die kleinen Gemeinden haben mit Überalterung und Säkularisierung zu kämpfen, so wie alle Kirchen in Europa. Es ist schwer, die Jugend zu begeistern und die Gemeinden lebendig zu halten. Geldsorgen erschweren den Alltag der Gemeinden, die nur von Mitgliedsbeiträgen und Spenden leben. Gemeinden werden zusammengelegt, Gebäude veräußert oder vermietet. Aber die wenigen Mitglieder setzen sich ehrenamtlich in ganz vielen Bereichen ein. Es ist den Versuch wert, in der Wüste Hoffnung zu verkünden." - Bettina Zöckler

(mehr dazu in der Publikation „Evangelisch Weltweit“ 4/19 des Gustav-Adolf-Werks in der EKD e.V.)

Montag, 9. Dezember 2019

Solidarität mit den Flüchtlingen in Griechenland

Von Flüchtlingen angefertigte Taschen
"Wir senden euch ein Paket mit Taschen und Geldbeuteln zu, die von Flüchtlingen in Katerini genäht worden sind," schreibt Pfarrer Meletis Melitiadis von der Griechischen Evangelischen Kirche. "Die Taschen sind von gespendeten Kleidern, die nicht mehr gebraucht wurden, angefertigt. Das Material der Geldbeutel ist aus Schlauchbooten hergestellt, mit denen die Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland auf die Insel Chios gekommen sind." Und weiter schreibt Meletis: "Diese Taschen und Geldbeutel sollen ein Dank an das GAW sein für die unermessliche Solidarität, die wir erfahren haben nach Beginn der großen Flüchtlingsströme, die nach Griechenland kamen. Nach der Schließung der Grenzen sind viele Flüchtlinge in Griechenland hängengeblieben. Die Situation ist für sie nicht einfach." 

Die Griechische Evangelische Kirche hat mit der von ihr gegründeten NGO Perichoresis eine umfangreiche Arbeit vor allem in Katerini für und mit den Flüchtlingen aufgebaut: Es gibt legale Unterstützung im Asylverfahren und bei Fragen der Familienzusammenführung, Wohnraum wird angeboten, Sprachkurse gegeben, Aktivitäten veranstaltet, Arbeit vermittelt und in einer Nähwerkstatt werden verschiedene Dinge zum Verkauf angeboten.

Seit Ausbruch der Flüchtlingskrise in Griechenland hilft das GAW der
Nähwerkstatt in Katerini
evangelischen Partnerkirche. Seit 2014 ist die Kirche aktiv. Inzwischen spürt man, dass in den Gemeinden, besonders wo das Engagement von Ehrenamtlichen getragen wird, die Menschen an die Grenzen der Belastbarkeit kommen. Und gerade in solcher Situation ist es wichtig, nicht nachzulassen in der Hilfe, denn nach wie vor kommen zahlreiche Flüchtlinge in Griechenland an. Allein im September 2019 erreichten mehr als 12.000 Flüchtlinge Griechenland - so viele wie in keinem anderen Monat 2018 und 2019. 

Gerade hat das GAW ein Kindergartenprojekt in Katerini für geflüchtete Kinder mit 9.000 Euro unterstützt. 

Hilfe ist nach wie vor dringend geboten. Helfen Sie mit: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Stichwort Griechenlandnothilfe

P.S.: Wir geben gerne die Taschen und Geldbeutel gegen eine Spende ab! Ist das nicht ein kleines zusätzliches Weihnachtsgeschenk...? (Bei Wunsch Mail an: info@gustav-adolf-werk.de)

Freitag, 15. November 2019

Talare für die Diaspora

Fünf gut erhaltene Talare haben wir in der Zentrale des GAW bekommen. Dankbar sind pensionierte Pfarrer*innen oder auch Pfarrwitwen, wenn die Talare weiteren ihren Dienst tun können. Im GAW haben wir gute Erfahrungen gesammelt in der Weitergabe von Talaren. Gerade konnten wir in Paraguay eine junge Theologin, die in diesem Monat zur Pfarrerin ordiniert wird, kennen lernen mit ihrem durchs GAW vermittelten Talar. Glücklich war sie, dass sie ihn nicht selbst anschaffen musste. Das wäre zu teuer - und auch jemanden zu finden, der wirklich etwas vom Talarschneidern versteht ist nicht leicht.
Diese fünf gute erhaltenen Talare werden ihren Weg in die weltweite evangelische Diaspora finden. immer wieder geben wir Besuchern aus der Diaspora Talare für junge Theologen mit oder verschicken sie direkt.
Und gerne nehmen wir gebrauchte Talare zur Weiterversendung entgegen!

Donnerstag, 14. November 2019

Amazonien geht uns alle an

Das GAW ist derzeit Teil der Ökumensichen Kommission Lateinamerika (ÖLAK). Katholische und evangelische Hilfsorganisationen und Kirchen treffen sich hier zum Austausch und für gemeinsame Absprachen. 

Auf der jüngste Sitzung berichteten Vertreter der katholischen Hilfswerke Adveniat und Misereor von der im Oktober 2019 stattgefundenen Amazonas-Synode. Sie hatte den Titel: „Amazonien: Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. In der katholischen Kirche wurde dieses Ereignis aufmerksam wahrgenommen - und teilweise von konservativer Seite stark kritisiert, weil es um Fragen der pastoralen Begleitung ging, die Einbindung verheirateter Männer ins Priesteramt und ein Diakonat der Frauen.

Für ökumenische Vertreter waren insbesondere die Herausforderung zur Bewahrung der Schöpfung von wichtiger Bedeutung. Dabei hieß es: "Wir müssen uns dringend mit der grenzenlosen Ausbeutung des gemeinsamen Hauses, des Amazonasgebiets und seiner Bewohner auseinandersetzen". Die Ursache für die Zerstörung des Regenwaldes und die Verschmutzung des Amazonas werden klar benannt: "eine räuberische Rohstoffausbeutung, die einer Logik der Habsucht" folge. Mit fatalen Folgen für die Menschen dort. Papst Franziskus forderte in seiner Abschlusspredigt auf der Synode die Kirche auf, sich den Hilfeschrei der indigenen Völker zu eigen zu machen. 

Die Amazonassynode nannte folgende Themenfelder, die den Amazonas bedrohen:
ÖLAK-Sitzung in Hamburg
"Aneignung und Privatisierung von Naturschätzen wie Wasser; (....) legale Holzkonzessionen und (....) das Recht auf das Territorium, auf Selbstbestimmung, auf Abgrenzung von Gebieten", Eintritt von illegalen Holzfirmen; (....) Raubjagd und Fischerei, (....) Megaprojekte: Wasserkraftwerke, Waldkonzessionen, Entwaldung zur Produktion von Monokulturen, Straßen und Eisenbahnen, Bergbau- und Ölprojekte; (....) Kontamination durch alle Rohstoffindustrien, die Probleme und Krankheiten verursachen, insbesondere für Kinder und Jugendliche“.

Es gab viel Zustimmung zu den angesprochenen Themen. Die neue brasilianische Regierung sah sich jedoch in der Kritik und versuchte Stimmung zu machen - insbesondere weil sie bestimmte Themen als Einmischung in die Souveränität Brasiliens sah. Das hat sich verschärft durch die Brände im Amazonasgebiet und der Forderung des französischen Präsidenten Macron über die Möglichkeit der Schaffung eines internationalen Status für den Amazonasraum nachzudenken. Das kam bei Bolsonaro nicht gut an. Seit Amtsantritt der neuen brasilianischen Regierung wird massiv an der Nutzung aller erdenklicher wirtschaftlicher Ressourcen gearbeitet und der Regenwald massiv beschädigt. Dabei ist der Amazonasregenwald existentiell wichtig für das gesamte Weltklima. Wissenschaftler weisen darauf hin, dass schon in wenigen Jahren - manche sprechen vom Jahr 2022 - ein Kipp-Punkt erreicht ist, wo irreversible Schäden angerichtet sein werden und sich über kurz oder lang große Teile in eine Steppenregion verwandeln werden. Eine Katastrophe für die gesamte Welt!

Die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Themenstellungen der Amazonassynode hat erst begonnen. Zu wünschen ist, dass gerade in der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen für das Weltklima und den Schutz indigener Gemeinschaften es zu einer breiten ökumenische Beteiligung an den Herausforderungen kommt und sich auch evangelische Kirchen in der Amazonasregion einbringen. Die lutherische Kirche in Brasilien setzt sich mit dem Indianermissionsrat COMIN aktiv für den Schutz indigener Minderheiten auseinander. Selbst gibt es zahlreiche lutherische Gemeinden, deren Mitglieder in der Vergangenheit Regenwald gerodet haben, weil die brasilianische Regierung sie eingeladen hatte, Land urbar zu machen. Wie stark das Bewusstsein an der Zerstörung des Regenwaldes und der Bedrohung für all ist in den Gemeinden - das ist schwer zu sagen. Hier haben unsere Partner sicherlich eine Aufgabe und Herausforderung.

Montag, 11. November 2019

Diaspora und Mission in Brasilien

Pfr. Martin Volkmann, Brasilien
"Für uns als IECLB - und für die christlichen Kirchen im allgemeinen - bekommt Diaspora einen besonderen Sinn: Überall, selbst wenn sie keine Minderheitskirche, sondern "die starke, große Kirche" ist, lebt Kirche in der Diaspora, weil sie nicht von dieser Welt ist (Joh 17,14).

Kirche lebt von Mission. Anders ausgedrückt: Kirche ist missionarisch - oder aber sie ist nicht Kirche. Das bedeutet nicht unbedingt Aussendung von Missionaren in fremde Länder und unter nichtchristliche Völker, aber schließt dies auch nicht aus. Mission - so verstehen wir das in der IECLB (Lutherische Kirche in Brasilien), geschieht da, wo wir sind, und durch die Art, wie wir als Kirche leben. Das bedeutet einerseits, die eigenen Gemeindeglieder in ihrem Glauben zu stärken, Gemeinden aufzubauen und zu entwickeln. Aber es bedeutet andererseits auch, unbedingt offen zu sein für die, die nicht der Gemeinde angehören. Das heißt, ihnen gegenüber die eigene Kirche als Glaubensgemeinschaft anzubieten, wie es das Missionkonzept der IECLB darlegt." (Martin Volkmann)

aus: "Diaspora und Mission - Eine Verhältnisbestimmung, Leipzig 2011, S. 27f)

Das Buch ist zu bestellen im GAW: info@gustav-adolf-werk.de

Freitag, 8. November 2019

Dank des GAW konnte eine Kirche in Maracaju / Brasilien

Lutherische Kirche in Maracaju
Die lutherische Gemeinde in Maracaju hatte keine eigene Kirche. Die Hoffnung war aber immer da, irgendwann ein eigenes Kirchgebäude zu haben. Das ist jetzt gelungen! "Wir sind dem GAW sehr dankbar für die Unterstützung aus dem Projektkatalog 2017 in Höhe von 10.000 Euro," schreibt der Präsident der Gemeinde  Jovenal de Oliveira Dias.

43.000 Einwohner leben in der tropischen Stadt Maracaju, die an den Flüssen Rio Brilhante und Rio Santa Maria im Bundesstaat Mato Grosso gelegen ist. In den 1960er und -70er Jahren erlebte der Bundesstaat eine Zuwanderungswelle – auch von lutherischen Siedlern, die, aus dem Süden kommend, auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen waren. Zum Glück gab es in dieser Region schon Lutheraner, so dass die lutherischen Neusiedler leichter Anschluss fanden. 1974 gründete sich schließlich die lutherische Gemeinde. Die ersten Jahre waren schwierig. Die Gemeinde wuchs ständig, so dass bald Raumnot bestand. In dieser Anfangszeit konnte die Gemeinde für einige Jahre die katholische Kirche für ihre Gottesdienste mitnutzen. 1980 konnte ein eigenes Gemeindezentrum eingeweiht werden. 

Derzeit gehören 80 Familien der Gemeinde an, die sich regelmäßig zum Bibelstudium trifft. Neben dem Kindergottesdienstkreis gibt es einen Chor, Ehepaarkreis, Frauengruppe und Kinder- und Jugendgruppen. Auch diakonisch ist die Gemeinde tätig für Kinder aus der Nachbarschaft des Kirchenzentrums. Aufgrund der Geschichte der Gemeinde spielt die Ökumene eine wichtige Rolle. 

Die Obra Gustavo Adolfo dankt allen Spendern!

Freitag, 1. November 2019

Kleine Diasporakirchen können viel tun - so die IEE in Spanien

Alfredo Abad
"Unsere Aufgabe ist es zu ermöglichen, dass ALLE das Leben feiern können. Das wollen wir in der Iglesia Evangélica Española (IEE). Unsere Mission soll es sein, dass wir mit Enthusiasmus, Zusammenhalt und in Gemeinschaft Hoffnung verkünden - so wie es das Leitwort der 78. Synode aussagt: Proclamar Esperanza. Unsere Sorge darf nicht das Schauen auf das eigene Überleben sein, sondern dass wir Zeugnis geben von der Fülle des Evangeliums, das Jesu Christus ist," führt Pastor Alfredo Abad in seinem Rechenschaftsbericht auf der Synode 2019 in Alicante aus. "Wir sind eine kleine Kirche mit kleinen Gemeinden. Einige sind in ihrer Existenz bedroht. Es sind Gemeinden verschwunden, wie in Bilbao. Das "Presbiterium del Norte" hat aufgehört zu existieren. Manchmal schauen wir mit Sehnsucht auf unsere 150-jährige Geschichte. Der Blick ist deshalb manchmal von Hoffnungslosigkeit getrübt durch das, was fehlt und geschrumpft ist. Aber wir sind gerufen, unseren Blick zu ändern, wie wir unsere Wirklichkeit anschauen: selbstkritisch - aber getragen von der lebendigen Hoffnung, was wir durch die
Synode der IEE
Kirche an Lebendigkeit bekommen und wozu Gott uns ruft, nämlich an der Seite derer zu sein, die uns brauchen. Zudem braucht uns unsere Gesellschaft, in der Ungerechtigkeit und Ungleichheit wächst, in der viele Familien mit ökonomischen Problemen kämpfen, in der Menschen Zuflucht suchen, in der viele Menschen das Interesse an religiösen Fragen verlieren, in der der Populismus blüht, in der es in Katalonien heftige Auseinandersetzungen gibt. In dieser Situation sind wir gerufen wie es beim Propheten Jesaja heißt: Es ruft eine Stimme in der Wüste: bereitet dem HERRN den Weg!"

Damit beschreibt Alfredo Abad den Kontext, in der sich die IEE bewegt und die Mission der Kirche. Es ist schwierig für die IEE zahlenmäßig zu wachsen. Im Gegenteil: die Kirche ist leicht geschrumpft und zählt noch ca. 2300 Mitglieder. Bis vor Kurzem waren es 200 mehr. Die finanzielle Situation der Kirche ist eine permanente Herausforderung. Fast 40% des Haushaltes der IEE gehen nach wie vor in die Zahlung der Pensionen an die pensionierten Pastoren oder der Pastorenwitwen. Das ist ein Thema, das die Kirche schon lange begleitet und bis zum Straßburger Menschenrechtsgerichtshof gebracht hat. Eine komplette Lösung dieses Problems steht nach wie vor mit dem spanischen Staat aus, der sich weigert, diese Ungerechtigkeit aus der Zeit der Diktatur zu beenden. 

Israel Flores
Im Gespräch erläutert Pastor Israel Flores, Generalsekretär der IEE, weitere Themen, die die Comisión Permanente der Kirche bewegt: "Ziel der IEE muss es sein, eine Jugendpastoral aufzubauen. Wir müssen hier investieren und nicht auf die fehlenden Geldmittel schauen. Es geht um die Zukunft der IEE. Hier braucht es auch eine Pädagogik innerhalb der Kirche, die Menschen lockt und bindet. In gesellschaftlichen Fragen sind wir oft sehr gut und vertreten oft genug eine liberale Position. Das führt dennoch auch in unserer Kirche manchmal zu angespannten Situationen." Israel erläutert, dass es im Jahr 2015 nach der "Erklärung von Mamre" zu Genderfragen zu heftigen Diskussionen mit konservativen Gruppen kam. In Madrid traten aus einer Gemeinde z.B. 30-40 Mitglieder deshalb aus. "Das war schmerzhaft. Auf der anderen Seite aber auch befreiend für die Gemeinde, denn es kamen neue Leute plötzlich dazu," sagt Israel mit einem Lächeln. Eine weitere Aufgabe sieht er in der Integration der Migranten aus verschiedensten Ländern in den Gemeinden. Oft haben sie keine Arbeit und können kaum Beiträge errichten. Dennoch ist es wichtig, offen zu sein. "Das wollen wir als Kirche," betont er. Dazu gehört aber auch Klarheit. Das war auf der letzten Synode z.B. eine Herausforderung als es darum ging, sich klar gegen die Wiedertaufe abzugrenzen, die vereinzelt vorkam. "Das geht überhaupt nicht. Wir sind durch eine Taufe verbunden, die ein Geschenk ist," macht Israel klar. Und er schließt: "Wir haben als kleine protestantische Kirche die Aufgabe, Hoffnung zu verkünden und mit Leben zu füllen. Dafür stehen dann auch all die diakonischen Projekte wie die Flüchtlingshilfe in El Escorial oder Casa Mamre. Dafür stehen die Lebensmittelhilfen in Rubi oder Alicante."

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Hoffnung verkünden und mit Leben füllen in Spanien

Pastor David Manzanas aus Alicante
"Wir wollen Hoffnung verkündigen," sagt Pastor David Manzanas aus Alicante. Mit seiner Frau betreut er die vier Gemeinden im Presbiterium Levante der Iglesia Evangélica Espanola (IEE). Es ist das kleinste der sieben Presbiterien der IEE mit max 250 dazugehörenden Mitgliedern. "Das spüren Menschen - insbesondere wenn sie verletzt sind. Wir selbst sagen manchmal, dass unsere Kirche wie eine Gesundheitsstation ist. Es kommen die mit Verletzungen, die, die angewiesen sind auf Hilfe und die Heilung brauchen. Und wenn sie geheilt sind, dann gehen sie oft wieder..." Und er fährt fort: "Manchmal ist das enttäuschend für uns als kleine Diasporakirche, denn wir wachsen in Spanien kaum. Dennoch ist es unsere Aufgabe, Hoffnung zu verkündigen und zu leben. Zu uns kommen die, die in der Gesellschaft oft nicht wahrgenommen werden - oder sogar abgelehnt werden. Unter den "Evangelicos" in Spanien sind wir deshalb auch Aussenseiter, weil wir vielen zu liberal sind." Und dann erzählt er davon, wie die kleine 30-köpfige Gemeinden der IEE in Alicante mit der Kirche im Stadtzentrum eine für ihre Verhältnisse große diakonische Arbeit leistet. An zwei Tagen in der Woche kommen Menschen, um Lebensmittelpackete abzuholen. Es sind hauptsächlich Moslems z.B. aus Marokko und Algerien. Aber auch arme Spanier und Lationos kämen. 320 Familien werden versorgt. Die Lebensmittel werden von der "Banco de Alimentos" und der Europäischen Union gestellt. Die Verteilung und Registrierung erfolgt durch Freiwillige der Gemeinde. "Das wiederum stärkt unsere Gemeinde," sagt David. Eine enorme Kraftanstrengung, die die Gemeinde da leistet. "Für uns ist das ganz praktisch Hoffnung verkündigen! Wir verteilen die Lebensmittel in unserer Kirche. Auch der Raum verkündet den Empfangenden nicht nur durch die Gaben Hoffnung."

Derzeit findet in Alicante die 78. Synode der IEE statt. Dabei wird auch der 150-jährigen Existenz dieser kleinen aber hoch engagierten Kirche gefeiert. 

In diesem Jahr unterstützt das GAW die Sanierung der Ökumensichen Zentrum Los Rubios bei Malaga: http://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#188

Dienstag, 29. Oktober 2019

Eine Überdachung für einen Sportplatz in Santiago

Vom GAW gefördertes Dach für Sport- und Schulplatz
Heute war der erste Schultag im Colegio Belén Villa O'Higgins in Santiago de Chile. Höchsten 1/2 der Schüler war zum Unterricht erschienen. Noch hat sich nach den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Chile die Situation nicht normalisiert. Mercedes, Erzieherin aus einer Kindergartengruppe der Schule, erzählte, dass sie große Schwierigkeiten hatte, jetzt die Schule zu erreichen. Mit der Metro ist das eigentlich kein Problem. Nur die Linie, die sie benutzt ist seit den heftigen Ausschreitungen nicht im Einsatz. Metrostationen brannten. Züge wurden abgefackelt. Es braucht noch Zeit bis die Linie wieder normal fahren kann. Es trifft die, die sowieso schon nicht viel haben. Auch in der Belén-Schule sind bei den Lehrern und unter den Schülern die Demonstrationen und die berechtigten politischen Forderungen ein Thema. Nur wie sie durchsetzen? Die pädagogische Leiterin berichtet auch von ihrer Wut auf das Rentensystem. Bald geht sie in den Ruhestand. Ihr bleiben 180.000 Pesos monatlich (220 Euro). Das ist viel zu wenig nach einem langen Berufsleben als Lehrerin. Aber nicht nur das Rentensystem müsste dringend verändert werden. Auch das Bildungssystem braucht eine grundlegende Reform. Das beginnt beim Curriculum, das nicht auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft ausgerichtet ist, sondern weitgehend noch aufs Wiederholen auswendig gelernter Inhalte setzt. Und - wenn wie im Falle der evangelischen Versöhnungsgemeinde ein sog. privater Träger eine Schule trägt, dann ist er, wenn er kein Schulgeld erheben kann, angewiesen auf die staatlichen Subventionen. Diese richten sich aber nach der Anzahl der Schüler*innen und ihrer Anwesenheitstage. Ein System, dass letztlich auffordert, Wege zu finden, die Angaben an die Behörden nicht 100%-ig genau zu machen. Und: Investitionen sind damit gar nicht durchführbar.

Das GAW hat deshalb gerne die Konstruktion einer Überdachung für den Schul- und Sportplatz des Colegio Belén unterstützt. Dringend notwendig im Sommer bei der Hitze und im Winter, wenn es ab und an regnet.

Mit der GAW-Kindergabe wurden für dieses Projekt 2018 die entsprechenden Gelder gesammelt.

Die Kindergabe 2019 wird für Litauen gesammelt: https://www.gustav-adolf-werk.de/kindergabe-material.html

Sonntag, 27. Oktober 2019

Zum Glück gibt´s den Segen...

Segen
... so war am 27. Oktober der Konfirmationsgottesdienst in der lutherischen Versöhnungsgemeinde in Santiago de Chile überschrieben. Wie wichtig ist das in der derzeitigen Lage im Land. Seit über einer Woche befindet sich das Land im Ausnahmezustand. Vor Kurzem demonstrierten mehr als 1,2 Millionen Menschen in der Innenstadt um Veränderungen im Land. Bis vor Kurzem war es kaum vorstellbar, dass in Chile so viele Menschen aufstehen, um für dringend notwendige Veränderungen einzutreten.

Pastor Johannes Meckel von der Versöhnungsgemeinde beschreibt die Situation so:

"Mitte Oktober sprach der chilenische Präsident Sebastián Piñera noch davon, dass sein Land eine „Oase“ inmitten eines (Krisen)geschüttelten Lateinamerikas sei. Und das konnte man nachvollziehen – nicht nur mit Blick auf die abschreckende Lage in Argentinien, Brasilien, Ecuador oder Venezuela. Nein, Chile hat in den letzten Jahren tatsächlich eine beachtenswerte wirtschaftliche Entwicklung genommen und auch die Demokratie wirkt 30 Jahre nach Ende der Diktatur gefestigt und stabil.
Dazu half nicht nur kluge Politik, sondern auch ein beispielloses Wachstum. Der unter Augusto Pinochet eingeschlagene Kurs der strikten Privatisierungen und möglichst geringen staatlichen Einmischung in wirtschaftliche Belange, hat neben den großen Gewinnen aus der Kupferförderung nach Meinung vieler, diese Entwicklung ermöglicht.
Die Schattenseiten dieses Modells haben nun aber Proteste heraufbeschworen, die nicht nur zur Ausrufung des Ausnahmezustands in weiten Teilen des Landes führten, sondern Präsident Piñera höchst selbst sprach plötzlich nicht mehr von „Oase“, sondern von „Krieg“.
 Die Erhöhung der Metropreise in Chiles Hauptstadt Santiago in der letzten Woche war dabei der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der wirtschaftliche Kurs und die konsequente Privatisierung aller Güter von der Bildung bis zum Wasser, von der Rentenvorsorge bis zur Autobahn, führte nicht nur zu vielen Aufstiegsmöglichkeiten, sondern auch zur immer größeren Ungleichverteilung der Einkommen. So liegt das monatliche Einkommen von mehr als der Hälfte der Chileninnen und Chilenen unter 530€ - und das bei Lebenserhaltungskosten, die in Vielem mit europäischem Niveau vergleichbar sind.
Militär in den Strassen Santiagos
Die hohen Ausgaben für Bildung oder Kredittilgung, kürzlich 10% gestiegene Stromkosten: selbst in der Mittelschicht reicht bei vielen das Gehalt nicht bis zum Ende des Monats und der mit der Wahl des amtierenden Präsidenten erhoffte wirtschaftliche Aufschwung ist ausgeblieben. Stattdessen haben große Korruptionsfälle in Politik, Polizei und Militär das Vertrauen in den Staat erschüttert und die oft milden Gerichtsurteile dazu das Gefühl verstärkt: „die da oben bedienen sich und wir hier unten müssen zahlen, zahlen, zahlen.“ Schon seit langem wuchsen Frust und Wut, bei manchen auch einfach die Verzweiflung oder das Gefühl von Ausweglosigkeit.
Seit der von außen betrachtet geringen Fahrpreiserhöhung der Metro bricht sich all das Bahn. Und nicht nur in Santiago! Die Plätze der größeren Städte im ganzen Land füllen sich mit größtenteils friedlichen Demonstranten. Selbst die gut verdienenden Minenarbeiter solidarisieren sich und wollen in den Streik treten. Beides gibt es selten in Chile: dass Proteste weithin gewaltfrei ablaufen und dass sich über eine lokal oder sozial beschränkte Gruppe hinaus viele Menschen beteiligen. 
 Leider ist aber auch ein hässliches Gesicht der Proteste sehr präsent, wobei niemand sagen kann, ob dies wirklich einen inhaltlichen Bezug hat oder hier vielmehr gezielt die Situation genutzt wird, um ganz andere Ziele zu verfolgen: Am vergangenen Freitag brannten zahlreiche Metrostationen in Santiago, so dass bis auf weiteres nur noch eine der für das Funktionieren des Nahverkehrs zentralen Linien in Betrieb ist. Seit dem kommt es trotz nächtlicher Ausgangssperre immer wieder zu Plünderungen und Verwüstungen durch gezielt gelegte Brände. Dabei sind bisher schon über zehn Menschen ums Leben gekommen. Und auch der Einsatz von Polizei und Militär lief nicht immer glimpflich ab, sondern es gab dabei Verletzte und Tote, Menschenrechtsaktivisten berichten von Misshandlungen und ungerechtfertigter Brutalität.
Das weckt natürlich bittere Erinnerungen an die Militärdiktatur, in denen die Militärpräsenz auf den Straßen genauso normal war, wie die häufig verhängten Ausgangssperren. Allein die Worte „toque de queda“ (Ausgangssperre) rufen bei Manchen körperliche Reaktionen hervor, so tief sitzt der Schrecken der Vergangenheit.
Und wer tagsüber gepanzerte Fahrzeuge und Soldaten auf den Straßen und nachts riesige brennende Lager sieht, könnte tatsächlich an Krieg denken. Aber dieses Wort trifft angesichts der überwiegend friedlichen Proteste doch wohl kaum zu und so ist Präsident Piñera auch kräftig für seine Aussage kritisiert worden.
Überhaupt spielt die Politik bisher keine gute Rolle. Die pauschale Kriminalisierung der Proteste ist natürlich wenig hilfreich und wird zum Glück langsam differenziert. Aber nach wie vor mangelt es an deutlichen Signalen, die Fragen anzupacken, die die Protestierenden umtreiben.
Das wird auch nicht einfach werden, den Reformen werden schwierig und eigentlich ist für Reformen wie die jüngst diskutiert Reduzierung der Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden weder im Staatshaushalt Geld vorhanden noch bei den Unternehmen eine entsprechende Steigerung der Produktivität zu erwarten.
Aber Chile hat in den vergangenen Jahrzehnten viel erreicht und gerade die Regionen und soziale Schichten überspannenden Demonstrationen zeigen, das ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht, dass Änderungen nötig (und in der Akzeptanz von vielleicht auch persönlich negativen Auswirkungen möglich) sind. Man kann nur hoffen, dass diese Tage im Nachhinein nicht als sinnlos oder gar mit kriegerischem Ende in der Erinnerung bleiben werden. Sondern als eine Oase, in der das Land letztlich mehr zu sich selbst gefunden und Kraft getankt hat: für den schwierigen Weg in eine bessere Zukunft."

Wie sich Chile weiterentwickelt... das bleibt abzuwarten. Der Präsident hat jetzt umfangreiche Kabinettsumbildungen angekündigt. Die wesentlichen Reformen, für die die Menschen demonstrieren brauchen aber Zeit. Ob diese da ist...?

Zum Glück gibt´s den Segen! - Genau das ist es, was notwendig ist: im Spanischen heißt Segen Gutes sagen. Hoffentlich greift das Gute Raum, dass Frieden und Gerechtigkeit wachsen.

Freitag, 25. Oktober 2019

A mi nada me quita la coca! - Auf dem Weg zur lutherischen Kirche in Bolivien

Kirchenpräsident Germán Loayza
"A mi nada me quita la coca! (Mir nimmt keiner meine Koka weg!) - das sagte mein Vater, als Ende der 1960er/ Anfang der 1970er Jahre sich langsam Widerstände gegen nordamerikanische Missionare regten," erzählt Germán Loayza, der seit diesem Jahr als Kirchenpräsident die Iglesia Evangélica Luterana en Bolivia (IELB) leitet. Es ging dabei um die Auseinandersetzung, worauf die indigenen Mitglieder der von den Missionaren gegründeten Gemeinden verzichten müssten, um "richtig" Christ zu sein. Koka stand für die Missionare an erster Stelle ihrer "schwarzen Liste". "Für Aymara ist Koka aber Leben," erklärt Germán. 

Koka ist das heilige Produkt von Pachamama, der Mutter Erde, und von zentraler Bedeutung für die andine
Im haus der Kirchenleitung der IELB
Kultur und Religion. Seit Jahrtausenden wird auf diesen Terrassenplantagen Koka gesät. Vermengt mit Speichel und Kalk oder Kalium setzen die Blätter im Mund ein Alkaloid frei, das Hunger betäubt, Erschöpfung lähmt, leicht berauscht. Kein Wunder, dass die Missionare das nicht mochten. Auch die traditionellen indigenen Musikinstrumente wurden verboten, von indigenen Ritualen ganz zu schweigen. Wer da nicht mitmachte, schloss sich aus der Gemeinschaft aus. Aber kann man Menschen ihre Identität rauben und sie zwingen, anders zu sein?

Kirchenleitungsgebäude der IELB in la Paz
Die Auseinandersetzung, was mit dem christlichen Glauben vereinbar ist und was nicht, ist nach wie vor eine Herausforderung zum Dialog in der Kirche. "Der steht immer wieder an!" sagt Germán, "denn unsere Pastoren sollen ja für das Volk da sein und nicht für ihre Gemeindemitglieder alleine. Sensibel diese kulturell jahrtausende geprägten Dinge wahrzunehmen, zu hinterfragen und die Frage des Möglichen zu ergründen - dazu sind wir gerufen." Nicht einfach. Für die Missionare war klar, dass es keine Kompromisse gibt. Nur - sie hinterfragten eben so wenig ihre Missionsstrategie, dass sie mit ihrem Glauben auch ihr kulturelles Denken, Überlegenheitsgefühl und auch ihr ökonomisches Denken mitbrachten. Dialogfähig waren sie nicht.

"Als wir 1971 unsere lutherische Kirche als Kirche in Bolivien gegründet haben, hatten wir nichts. Die Missionare ließen uns keine andere Wahl", erzählt Germán. "Die Gottesdienste und Bibelstunden haben wir auf den Strassen oder in Häusern von Mitgliedern gefeiert. Mühsam haben wir nach und nach Kirchen und Gemeindehäuser errichtet. Die Missionare sind mit ihrem Besitz geblieben. Nichts wurde uns überlassen." So war die IELB auf Spenden und Stiftungen der Gemeindemitglieder angewiesen. Nur - die Grundstücke wurden nicht auf den Namen der Kirche überschrieben, sondern blieben im Besitz der schenkenden Familie. "Wir hoffen nicht, dass das in Zukunft Probleme bringen wird, dass Enkelkinder z.B. die Kirche einfach übernehmen ..." Germán erzählt noch, dass sie als Indigene mühsam lernen mussten, die Missionare zu hinterfragen und nicht alles hinzunehmen. "Das schätze ich an der lutherischen Kirche, dass sie das Gewissen schärfen will. Die Missionare haben das jedenfalls bei uns erreicht", sagt Germán lächelnd.

Die IELB hat 120 Gemeinden und 10 Predigtstellen. Ca. 15.000 Gemeindemitglieder gehören zur Kirche. Die Pastoren arbeiten ehrenamtlich und bekommen keinen Lohn. Es gibt inzwischen zwei ordinierte Pastorinnen und fünf ausgebildete Theologinnen. "An der Frage der gleichberechtigten Beteiligung der Frauen müssen wir weiter arbeiten", sagt Germán. "Da haben wir noch einiges zu tun, denn die Frauen sind die aktivsten. Die Männer sind aber dann mehrheitlich in den Gremien ..."