Montag, 20. Januar 2020

In Ans-Alleur in Belgien muss die Kirchendecke saniert werden

Die ev. Kirche in Ans-Alleur in Belgien
Die evangelische Gemeinde Ans-Alleur ist vor 40 Jahren durch Missionsaktivitäten entstanden. Zu den Sonntagsgottesdiensten versammeln sich rund 100 Gläubige aus elf Nationen. Die Gemeinde ist offen für die Nachbarschaft – mit Konzerten, Theater, einem Kinderclub und Flohmärkten. 
Das Kirchendach muss saniert werden
Mehr Infos zur evangelischen Gemeinde in Ans-Alleur finden sie hier: http://egliseprotestanteans.info/ 

Das Projekt: Das Dach ihres modernen Kirchgebäudes hat eine interessante Konstruktion mit vielen Ecken und Winkeln. Leider war es schlecht isoliert und zunehmend undicht. Nach der erfolgten Dachsanierung muss jetzt auch die Decke saniert werden. 

Das GAW beteiligt sich mit 18.000 Euro an der Sanierung. Bitte helfen Sie mit: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

In Belgien gehören 72 % der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche. Religiöse Minderheiten sind 8 % Muslime, 1 % Protestanten, Orthodoxe und Juden. Das GAW ist verbunden mit der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien (Protestante Unie de Belgique – EPUB). Zu ihr gehören 45.000 Gemeindeglieder in 110 Gemeinden - davon 70 wallonische, 35 flämische, drei deutsch- und zwei englischsprachige Sie werden von 85 Pfarrerinnen/Pfarrer betreut.

Freitag, 17. Januar 2020

Lage in Aleppo verschlechtert sich

Erneut Angst vor Raketen auf Aleppo
Anfang März besucht uns in Deutschland der evangelisch-armenische Pfarrer Haroutune Selimian aus Aleppo in Syrien. Er ist am Sonntag Reminiszere auf Einladung von Prälat Martin Dutzmann zu Gast im Berliner Dom. Dort wird er den Gottesdienst mitgestalten, denn Syrien an Reminiszere ist Schwerpunktland für "Bedrängte und Verfolgte Christen".

Heute hat er uns Pfarrer Haroutune Selimian via Messenger über die Situation in Syrien auf dem Laufenden gehalten: 

"Die Situation in Aleppo verschlimmert sich sehr. Die ökonomische Situation hat sich dramatisiert. Das syrische Pfund im Vergleich zum Dollar ist innerhalb eines Monats von 500 auf 1250 Pfund gestiegen. Das heißt, dass die Kaufkraft erneut stark eingebrochen ist und es immer schwieriger wird, Lebensmittel zu bekommen. Die Leute haben nichts, um zu agieren. Lebensmittelhilfe ist dringend notwendig. Das verschärft die Krise für die Menschen. Sie beginnen sich zu sammeln, um dagegen zu rebellieren. Es ist eine katastrophale Situation. Bargeld und finanzielle Hilfe ist so nötig. 
Bloß wie kann man das managen? Wie können wir als Kirche helfen? Denn: Geld zu transferieren wird immer schwieriger seitdem die Krise im Libanon ausgebrochen ist.
Des Weiteren ist die Sicherheitssituation sehr fragil. Viele russische Soldaten sammeln sich derzeit in Aleppo, um gegen die Region Idlib und die Rebellen vorzugehen. Die Kämpfe werden schärfer durch die syrische Armee und ihre Verbündeten. Die Reaktionen der Rebellen werden sicherlich kommen mit Raketen gegen Aleppo. Es ist nicht leicht hier derzeit. Gestern Nacht schlugen schon einige Raketen in Aleppo ein... Bitte denkt an uns im Gebet! Wir brauche eure Solidarität!"

Von der Situation wird Haroutune Selimian im März aktuell berichten in Stuttgart, Hanau, Hamburg, Berlin und Bonn. 

Aufgaben der Minderheitskirchen

Wilhelm Dantine (1911-1981)
Der österreichische Theologe Wilhelm Dantine beschreibt vor 50 Jahren die Herausforderungen, Gefahren und Aufgaben evangelischer Diasporakirchen für ihre Gesellschaften und gerade auch für die "Mehrheitskirchen": 

"Es wird vor allem eine Aufgabe der Minderheitskirchen selber sein, von sich ernsthaft reden zu machen. Sie selber verharren zu leicht in einer Igelstellung innerhalb ihres nicht evangelischen Umfeldes, sind oft in erster Linie auf Überleben bedacht und verstehen sich als unterstützungsbedürftige Restgruppen. Ihr funktionaler Sinn als motorische Belebungszellen im Geiste des Evangeliums müßte ganz anders erkannt und wahrgenommen werden, und zwar sowohl im ökumenisch-kirchlichen Gespräch als auch in der Mitbeteiligung an der gesellschaftlich-politischen Verantwortung in ihren Ländern. Ob sie heute und in Zukunft etwas zu sagen haben werden, hängt entscheidend von ihnen selbst ab, d.h. von der Sinngebung, die sie selbst in ihrer ekklesisalen Sonderexistenz zu vermitteln imstande sind...
Wer die eigentümliche Verzahnung der evangelischen Diaspora mit ethnischen Traditionen und soziologischen Strukturen kennt und sie im Lichte der sich dort vollziehenden politischen, kulturell-geistigen und gesellschaftlichen Prozesse sieht, wird abwägen können, welche Bedeutung es haben würde, wenn die protestantischen Minderheiten die ihnen innewohnende eigentümliche Gemeinsamkeit in neuer Weise zur Geltung brächten. Sie könnten in ihren Räumen als ein unübersehbares Element eigener geistiger Prägung das mitgestalten , was in Gegenwart und Zukunft Wirkkraft haben wird. Sie stehen andererseits vor der eminenten Gefahr, aufgesogen zu werden oder zu bizarren Musealstrukturen zu verdorren, blieben sie ihrem endlosen innerkonfessionellen und meist auch innerethnischen Monolog verhaftet. Die Bewußtwerdung  einer evangelisch-protestantischen Sendung vermöchte sie nicht nur selbst zu neuem Leben ermutigen, sondern auch heilsame Rückwirkungen auf die großen Kirchenkörper ermöglichen." 

(Wilhelm Dantine, Gustav-Adolf-Blatt 15.Jg., Heft 3 Juli 1969)

Mit ihrer Studie zur einer "Theologie der Diaspora" versucht die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die auf der Vollversammlung in Basel im Oktober 2018 verabschiedet wurde, wird auf diese Herausforderungen eingegangen und Diaspora als Chance gesehen: "Die Fülle an Beziehungen (ist) die Berufung und Sendung der Diaspora-Gemeinden." (Miriam Rose)

Dienstag, 14. Januar 2020

Sanierung des Gemeindehauses in Ananjewo in Kirgistan


       
Bethaus in Ananjewo in Kirgistan


Die lutherische Gemeinde Ananjewo in der Nähe des Issyk-Kul-Sees in Kirgistan ist die älteste in dem Land. Sie wurde vor mehr als 100 Jahren gegründet. Trotz mehrerer Emigrationswellen hat sich die Zahl der Gemeindeglieder bei rund 50 Personen mit zahlreichen Kindern und Jugendlichen stabilisiert. 

Das alte Gemeindehaus ist im Winter kalt und undicht. Die Gemeinde möchte das Gebäude isolieren, Fenster austauschen und eine neue Heizung einbauen.

Das GAW will in diesem Jahr 10.000 Euro sammeln, um die Arbeit der kleinen lutherischen Kirche in dem muslimischen Land zu unterstützen.

Montag, 13. Januar 2020

Renovierung der Kirche und Arbeit mit Kindern in Pačir in Serbien

Reformierte Kirche in Pačir
"Dank eurer Hilfe konnten wir die Mauern unserer Kirche, nachdem sie abgetrocknet waren, neu verputzen und die Kirche so sichern. Zudem haben wir in unserer strukturschwachen Region zum 20. Mal unsere Kinder-Sommer-Bibelwoche für die Kinder des ganzen Dorfes durchführen können. Das war wunderbar! Vor allen Dingen haben viele ehrenamtlich mitgearbeitet insbesondere bei der Versorgung! Danke allen Spendern beim GAW! Ihr seid ein Segen für uns!" schreibt die reformierte Pfarrerin Erzsebét Csányi aus  Pačir in Serbien. 
Auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen haben sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts 200 ungarische Familien im Dorf Pačir (Pacsér) in der Vojvodina niedergelassen. Von den 3.000 Einwohnern sind heute rund 1.000 Mitglieder der
reformierten Gemeinde. Durch seine Lage im Norden Vojvodinas gibt es in Pačir nur wenige Arbeitsmöglichkeiten. Die jüngeren Menschen ziehen auf der Suche nach Arbeit immer öfter ins Ausland. Das Gemeindeleben ist dennoch sehr aktiv. Neben den Gottesdiensten und Bibelkreisen gibt es geeignete Angebote für alle Altersgruppen. Die Gemeinde betreibt seit 15 Jahren einen zweisprachigen Kindergarten, der als einziger im Dorf auch Kinder zwischen zwei und fünf Jahren aufnimmt. Die sommerliche Bibelwoche für 100-110 Kinder und Jugendliche findet 2017 zum 20. Mal statt. 

Sommerbibelwoche in Pačir
Die Kirchengemeinde in der wirtschaftlich schwachen Region benötigt Unterstützung, um ihre gut laufenden Projekte wie die Bibelwoche durchzuführen. Auch die Kirchenrenovierung konnte nur schrittweise erfolgen. Mit Hilfe des GAW konnte die Gemeinde 2013 das Kirchendach sanieren. Jetzt mussten die Kirchenmauern, die vor zwei Jahren in der Höhe von 1,5 Meter freigelegt wurden und getrocknet sind, erneut verputzt werden. Zudem bat die Pfarrerin Erzsébet Csányi um Beihilfe für die Arbeit mit Kindern.


Über den GAW-Projektkatalog haben wir 2017 15 000 Euro für dieses Projekt gesammelt.

Dienstag, 7. Januar 2020

Sanierung „Kapelle der Begegnung“in Strassburg

Dass GAW-Projekte grenzüberschreitende Begegnungsprojekte oft genug sind zeigt ein tolles Projekt, dass das GAW in diesem Jahr fördert und dafür Spenden sammelt:

„Die Kapelle der Begegnung wird ein unkonventioneller Ort der Feier und des Gebets mit einer ökumenischen, grenzüberschreitenden und auch interreligiösen Dimension sein“, beschreibt der Projektmanager Bernard Saettler die Perspektive der Kapelle der Begegnung. Die kleine Kapelle im Hafengebiet/Port du Rhin bei Strassburg hat keine lange aber eine bewegte Geschichte. Sie wurde 1941 eingeweiht, gegen Ende des Krieges zerstört und schon 1947 wiederaufgebaut. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Kapelle jedoch immer seltener genutzt. Ihr neues Leben, als ein Ort des deutsch-
französischen Dialog begann mit den wieder entstehenden Kontakten über den Rhein: mit der Einweihung des Gartens der Zwei Ufer und der Fußgängerbrücke über den Rhein, mit der Eröffnung der Straßenbahnlinie Straßburg-Kehl. Seit zehn Jahren feiert zudem eine französischsprachige rumänisch-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste in der Kapelle. 

Inzwischen wächst in Port du Rhin ein neuer Stadtteil. Die Evangelische Landeskirche in Baden und die Union Protestantischer
Kirchen von Elsass und Lothringen haben sich deshalb zu einem grenzüberschreitenden Projekt entschlossen. Ein deutschsprachiger Pfarrer und eine französischsprachige Pfarrerin sind seit Herbst 2017 damit beauftragt, die kleine protestantische Diaspora zusammenzubringen und eine protestantische Präsenz in dem neuen Stadtteil zu entwickeln. 
„In dem Stadtteil soll jede Form von Begegnung gefördert werden, bei der die Grenzen zwischen Ländern und Sprachen, Menschen und Kulturen verschwimmen“, so Pfarrer i.R. Bernard Saettler. Da die Kapelle seit der Errichtung vor mehr als 70 Jahren nicht modernisiert worden ist, ist eine Sanierung dringend notwendig. Die Kapelle braucht Zugänge für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, eine Teeküche, Dach- und Wanddämmung, Brandschutz, Medientechnik und vieles mehr, um die Schlüsselwörter ihrer Arbeit mit Leben zu füllen: Willkommen, Freundlichkeit, Treffen, Gebet, Unterhaltung und Musik.

Das GAW fördert in diesem Jahr dieses Projekt mit 25.000 Euro! Helfen Sie mit!

Montag, 30. Dezember 2019

In Kasachstan muss ein Gemeindehaus saniert werden!

In Öskemen (Ust-Kamenogorsk) in Kasachstan muss das Gemeindehaus saniert werden. 

Das GAW will mit 7 000 € das Projekt 2020 unterstützen!


Die Gemeinde ist von Russlanddeutschen gegründet worden, die Opfer der stalinistischen Deportationen waren. Nach der Auswanderungswelle in den 1990er Jahren blieb von den einst drei lutherischen Gemeinden nur eine übrig. Das heutige Pfarr- und Gemeindehaus hat die Gemeinde im Jahr 2014 bekommen. Es ist geräumig, mit großem Grundstück und liegt in der Nähe einer Bushaltestelle. Kleinere Reparaturen können die Gemeindeglieder selbst tragen, aber für die größeren Instandsetzungsarbeiten, die jetzt anstehen, benötigen sie Unterstützung.

Freitag, 20. Dezember 2019

Gott will bei uns wohnen! - Ein Weihnachtsgruß aus Aleppo

Pfr. Haroutune Selimian in der armen. ev. Bethelkirche Aleppo
"Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR." (Sacharja 2,14)

Gott will bei uns wohnen in unserer Welt, die schön ist und um die es oft schlimm bestellt ist. Er will bei uns wohnen und Kraft geben an unseren Orten, dass Friede werde - innerlich und äußerlich!

Einen Weihnachtsgruß haben wir heute bekommen von unserem Freund und Partner Pfarrer Haroutune Selimian. Er schreibt:

"Weihnachten erinnert uns an Gottes Liebe und Sorge für und um uns - und an einen tiefen Frieden, den die Welt nicht verschweigen kann ... Wenn wir uns in der Welt umschauen, dann sehen wir, wie viele Menschen überall in der Welt leiden auf Grund der politischen und ökonomischen Situation. Der Krieg in Syrien geht ins neunte Jahr. Die Anzahl der Versuche, Frieden und Sicherheit zu schaffen ist von Mal zu Mal mehr enttäuscht worden. Wir hoffen trotz allem auf das Gute in der Zukunft, Wir glauben nach wie vor, dass es einen tieferen Sinn hat, dass wir in Aleppo sind. Wenn Glaube dich durch Trübsal, Entbehrung und Trauer führt, dann siehst du die Liebe Gottes aus einer anderen Perspektive. Gott ist größer!
Wir wollen Gott dank sagen, dass er unter uns wohnen will. Jesus ist für uns wahrhaftige Hoffnung in einer unsicheren Welt. Er bringt nicht nur Frieden, sondern SEINEN FRIEDEN für die Welt. Lasst uns nicht die vergessen, die betrübt und niedergeschlagen sind, allein, verlassen und hoffnungslos. Lasst uns die Länder nicht vergessen, die zur Zeit unter einem Krieg leiden oder unter massiven sozialen, politischen und ökonomischen Problemen - besonders in Syrien und dem Libanon. 
Möge der Friedefürst unter uns wohnen und Frieden und Ruhe nach Syrien und in den Libanon und allen Christen im Nahen Osten bringen.
Ich bete dafür, dass wir alle bereit sind, dass Gott unter uns Wohnung nehmen kann. Gott will unsere Herzen mit Freude und Liebe füllen. Möge Gott mit euch sein in dieser Weihnachtszeit! 
Gesegnete Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!
Euer Pfr. Haroutune Selimian 
(Präsident der Armenischen Protestantischen Gemeinden in Syrien)

Diesen Wünschen des Pfarrers aus Aleppo schließen wir uns an! Wir denken an all unsere evangelischen Glaubensgeschwister weltweit - in Griechenland, wo sich unsere Partner für Flüchtlinge intensiv einsetzen und an die Grenzen ihrer Kräfte kommen; in zahlreichen Ländern Lateinamerikas, wo Menschen für eine Verbesserung der Lebensbedingungen auf die Straße gehen und Korruption anklagen; in Venezuela, wo inzwischen 6 Millionen Menschen das Land verlassen haben; in den Ländern Osteuropas, dass Recht und Gerechtigkeit gestärkt werden ... - dass Gott unter ihnen und uns allen Wohnung nehmen möge!

Unsere evangelischen Glaubensgeschwister setzen sich für andere ein. Dabei wollen wir sie auch weiterhin unterstützen und an ihrer Seite stehen, damit ein Zeichen gegeben wird, dass Gott unter uns wohnen will und Freude unsere Herzen erfüllen möge.

Bleibt behütet! - Pfr. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Diaspora heißt Beziehungsfülle zu gestalten

Der Berichtband der 8. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) ist gerade erschienen. Auf der Vollversammlung wurde das GEKE-Studiendokument "Theologie der Diaspora" verabschiedet. Prof. Miriam Rose - stellvertretende Präsidentin der Geke -aus Jena schreibt in dem Berichtsband zur Vollversammlung zum Diasporabegriff und einer Theologie der Diaspora folgendes:

"Alle Diasporagemeinden leben in einer Fülle von persönlichen und institutionellen Beziehungen. Das betrifft die Beziehungen am Ort, aber auch Beziehungen zu anderen christlichen Kirchen, zu größeren Gemeinschaften wie die GEKE oder der lutherische Weltbund.

In biblischen und systematisch-theologischen Reflexionen haben wir entdeckt, dass die Fülle an Beziehungen auch die Berufung und Sendung der Diaspora-Gemeinden ist.

Diaspora heißt: ausgestreut  sein. Was ausgestreut ist, ist in vielen Kontexten und an vielen Orten präsent. Das im Studiendokument entwickelte Diasporakonzept begreift den Sinn der Diaspora daher in der Gestaltung von Beziehungsfülle in der Nachfolge Christi.

Christliche Minderheitenkirchen verfügen über ein sehr reiches Beziehungsnetzwerk; ein wichtiges davon ist die GEKE selbst. Auf diese Weise können Kirchen in Konflikten vermitteln, um Verständnis für andere nationale Perspektiven werben und so zum Frieden beitragen. Auf diese Weise sind Minderheitenkirchen Brückenorte vielfältiger Art, zwischen Ost- und Westeuropa, zwischen Konfliktparteien, zwischen Christen und Nichtchristen...

Christliche Minderheitenkirchen sind herausgefordert, das eigene eben christlich-evangelische Profil im Miteinander mit der Gesellschaft, in der sie leben, immer neu zu gestalten. Sie sind dabei auch Akteure, nicht nur Opfer gesellschaftlicher Prozesse. Dabei hilft die Einsicht, dass man das Eigene nur einbringen kann, wo es ein Miteinander gibt, wo man für dieses Miteinander Sorge trägt. Das bedeutet, dass alle evangelischen Gemeinden auch eine gesellschaftliche Verantwortung haben und sich an den gesellschaftlichen und politischen Debatten beteiligen sollen...

Diaspora bedeutet, zur Gestaltung von Beziehungsfülle in der Nachfolge Jesus berufen zu sein. Die eigene Gemeinde kann als Teil einer umfassenderen Gemeinschaft mit gemeinsamen Wurzeln verstanden werden. Das stärkt die Verbundenheit der GEKE-Kirchen. Der Diaspora-begriff kann auf diese Weise zur Erneuerung von evangelischer Identität in ökumenischer Offenheit beitragen." 

(aus: "befgreit-verbunden-engageiert, Dokumentationsband der 8.Vollversammlung 2018 GEKE, Miriam Rose, S. 205f)



Mittwoch, 18. Dezember 2019

Gemeindehaussanierung in Rakoshino in der Ukraine

Gemeindehaus in Rakoshino
"Wir möchten uns ganz herzlich für die 10.000 Euro GAW-Spende aus dem Projektkatalog 2018 für unsere reformierte Gemeinde in Rakoschino (Beregrákos) in der Ukraine," schreibt Pastor Laszlo Pall. "Wir schätzen diese Hilfe sehr, denn ohne das wären wir bei weitem noch nicht weitergekommen mit den notwendigen Arbeiten zur Sanierung unseres Gemeindehauses!"

Das Dorf Rakoschino (Beregrákos) liegt nur sieben Kilometer von Kukatschewe, dem Verwaltungszentrum des gleichnamigen Gebiets, entfernt. Eine reformierte Gemeinde besteht dort schon seit Mitte des 16. Jahrhundert. Lange gehörte sie zu den größten Gemeinden im Umkreis und hatte vor der sowjetischen Besatzung eine eigene Schule.
Durch eine Spaltung und der Zunahme von „gemischten“ Ehen ist die Gemeinde kleiner geworden, zählt aber immerhin noch 800 erwachsene Glieder und 220 Kinder. Durch die Stärkung ihrer Kinder- und Jugendarbeit will die Gemeinde wieder wachsen.
Der leitende Pfarrer der Gemeinde ist László Páll, ein Stipendiat des GAW im Studienjahr 2008/2009. Seine Frau Iren Gal Páll ist Pfarrerin und arbeitet ebenfalls in der Gemeinde. 

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen konnte erst seit der politischen Wende um 1991 wieder aktiv und offen betrieben werden. Auch die Eltern werden dabei einbezogen: Einmal im Monat gibt es in der Gemeinde einen Familientag. Kinder- und Jugendgruppen treffen sich im Gemeindehaus. Es war stark renovierungsbedürftig ist. Mit der GAW-Unterstützung konnten 7 Türen und 20 Fenster erneuert werden. Zudem wurde die Isolierung des Gebäudes verbessert.

"Noch sind wir nicht fertig mit der kompletten Sanierung. Wir sind aber ein gutes Stück weitergekommen!" schreibt Laszlo.

Hausaufgabenhilfe für Romakinder in der Ukraine

Hausaufgabenhilfe für Romakinder
"Danke für die 5.000 Euro Unterstützung für die Arbeit mit Romakindern und -jugendlichen bei uns in Mezővári in der Karpato-Ukraine," schreibt Pastor Istvan Menyhart. "Dank der Hilfe hatten wir die Chance die Isolierung der Außenwände des Gemeindezentrums zu verbessern und den Zaum auf dem Gelände auszubessern. Insgesamt haben wir 7.000 Euro dafür benötigt. Das meiste kam vom GAW!" Im Projketkatalog 2018 hat das GAW die Mittel für die Romamissionsarbeit gesammelt.

Seit 20 Jahren kümmert sich die reformierte Gemeinde in Mezővári um die örtlichen Roma. Für sie wurden ein Gemeindehaus und ein Kindergarten eingerichtet. 2017 begann die Gemeinde mit einem Programm zur Hausaufgabenhilfe für 72  Romakinder- und jugendliche. Sie gehören zu den Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben und wenig Zukunftschancen ohne Hilfe haben. Zusätzlich zur Hausaufgabenhilfe erhalten die Romakinder eine warme Mahlzeit und Materialien für die Schule wie Hefte und Stifte.

"Es ist eine große Herausforderung die Kinder und Jugendlichen zu motivieren, dass sie an den Aktivitäten teilnehmen und überhaupt zur Schule zu gehen. Für einige ist es schwer zu begreifen, dass ein regelmäßiger Schulbesuch absolut notwendig ist. Deshalb können einige auch schlecht lesen und schreiben. Unser Ziel ist es, ihnen wesentliche elementare Fähigkeiten zu vermitteln, dass sie in der Schule besser mitkommen," sagt Istvan.

Das refomierte Gemeindehaus in Csap wurde saniert

Gemeindehaus in Csap
Die reformierte Kirche in Csap in der Karpato-Ukraine wurde im Krieg zerstört, das Gemeindehaus nationalisiert. 

1992 errichtete die Gemeinde eine neue Kirche und wenig später ein neues Gemeindehaus. Dieses ist nun für ihre vielfältigen Aktivitäten zu klein geworden. 

Im Projektkatalog 2018 wurden als Unterstützung zur Fertigstellung des schon begonnenen Anbaus 6.000 Euro gesammelt. Insgesamt waren 11 000 € veranschlagt für die Arbeiten. 

Insgesamt wurde das Dach ausgebessert, Fussboden gefliest,Türen und Fenster erneuert, die Heizung saniert und die notwendigen Isolierungen gemacht.
"Wir danken dem GAW ganz herzlich für die erhaltene Hilfe. Ohne diese Unterstützung hätten wir es nicht geschafft," schreibt Pastor Attila Balogh.