Donnerstag, 9. August 2018

Lutherisch in Slowenien - Themenheft beim GAW bestellbar

Bischof Geza Filo in der Martin-Luther
-Kirche
Seit April 2018 arbeitet der slowenische Pfarrer Aleksander Erniša in Triest. Nach seinem Studium war er zuerst Militärpfarrer im slowenischen Heer. Die kleine lutherische Kirche Sloweniens hat durch einen Staatskirchenvertrag das Recht, Militärgeistliche zu entsenden. Das ist eine Chance, in der Gesellschaft mitzuwirken und präsent zu sein. Jetzt hat Aleksander die Chance bekommen, Pfarrer der italienischen lutherischen Gemeinde in Triest zu werden. Beide lutherischen Kirchen sind partnerschaftlich verbunden. Zudem gibt es in Triest eine slowenische Minderheit, so wie es in Slowenien eine italienische und auch eine ungarische Minderheit gibt.
„Es ist noch aus einem weiteren Grund gut, dass Aleksander nun in Italien Pfarrer ist“, gibt Bischof Geza Filo im Gespräch zu. „Wir haben in unserer Kirche im Verhältnis zu viele Pfarrer. Insgesamt dienen fünf Pfarrerinnen und sieben Pfarrer in der Kirche mit rund 8.600 Gemeindemitgliedern. Das ist auf der einen Seite ein Segen, auf der anderen Seite müssen die Pfarrer bezahlt werden. Und das ist von  Jahr zu Jahr eine immer größere Herausforderung, denn die Gemeinden wachsen kaum. Gerade im Übermurgebiet im Osten des Landes, wo sich unsere meisten Gemeinden befinden, leiden sie eher unter Abwanderung, weil die Region wirtschaftlich schwach ist.“
Filo berichtet von den Herausforderungen der Gemeinden, von der Solidarität der Gemeinden untereinander und von den ökumenischen Chancen im kommenden Jahr, wenn Slowenien Weltgebetstagsland ist.
Die lutherische Kirche Sloweniens genießt trotz ihrer geringen Größe ein hohes Ansehen in der Gesellschaft. Davon zeugt auch die Tatsache, dass in diesem Jahr in Ljubljana der Platz vor der lutherischen Kirche zum Martin-Luther-Platz umbenannt werden soll und zuvor von der Stadt aufwendig umgestaltet wurde. Vor der Kirche wurde eine Gedenkplatte in den Boden gelassen, um auf die Wirkung der Reformation hinzuweisen. „Bei allen Herausforderungen und Sorgen: Wir können doch etwas bewirken und uns in der Gesellschaft zeigen.“

Im Verlag des GAW ist aus Anlass des kommenden Weltgebetstages 2019 ein Themenheft über Slowenien erschienen. Es bietet eine gute Zusammenfassung über das Land und insbesondere das Leben der Evangelischen im Land.
Zu bestellen über: verlag@gustav-adolf-werk.de zum Preis von 5 Euro (zzgl. Versand).   

"Kirche in Slowenien funktioniert anders als Kirche in Deutschland. Wir haben keine Kirchensteuer, keinen Religionsunterricht an den Schulen und unsere Pfarrer haben keine Sekretärin. Nicht einmal ich als Bischof habe eine Sekretärin." Geza Filo, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Slowenien

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