Freitag, 20. September 2019

Krise in Venezuela - und kein Ende...

Motorradgangs verbreiten Angst und Schrecken
Venezuela kommt nicht zu Ruhe. Die schwere politische und wirtschaftliche Krise setzt dem Land zu. Die Menschen leiden. In dieser Woche rief die Lehrergewerkschaft zu einem landesweiten Protest auf. In der Hauptstadt sollte der Marsch bin zum Kultusministerium gehen. Nur... die Motrorradgangs, die im Auftrag der Regierung für Schrecken unter der Bevölkerung sorgen, haben mit Schüssen und Gewalt die Proteste niedergeschlagen. Und das unter den Augen der offiziellen Polizei. Das zeigt, dass es da eine enge Kooperation gibt. 

"In den öffentlichen Schulen gibt es derzeit keinen Unterricht. Wir fangen in unserer lutherischen Schule am kommenden Montag wieder mit der Schule an," berichtet Gerardo Hands aus Valencia, Kirchenpräsident der lutherischen Kirche des Landes.

In dem Strassenkinderheim, das die lutherische Gemeinde in Valencia unterhält, sind inzwischen 25 Kinder untergekommen. Die Anzahl hat sich erhöht. Anfang September sind zwei Kinder im Alter von 3 und 6 Jahren dazugekommen.

Inzwischen sind die venezolanischen Migranten laut UN offiziell als Flüchtlinge anerkannt.


Mittwoch, 18. September 2019

Eine Mauer macht die lutherische Schule in der Nähe von Concepción sicher


Bau der Mauer in der Schule
"Wir sind dem GAW sehr dankbar für die Hilfe bei der Errichtung einer Mauer, die unsere lutherische Schule umfriedet," schreibt Annegret Hoffmann von der Martin-Luthergemeinde in Concepción. Diese Schule befindet sich in einem Armenviertel im Stadtteil Candelaria nahe Concepción. Über 80% der dortigen Schüler sind sozial gefährdet. Ziel der Schule ist es, diesen Kindern eine gute Schulausbildung zu ermöglichen. 
Die Schule wurde 2007 gegründet und in den Folgejahren sukzessive umgebaut und erweitert. Das erfolgte unter sehr schwierigen finanziellen Bedingungen und mit mehrfacher Unterstützung durch das GAW. Die Schüler können kein Schulgeld zahlen. Sie kommen oft aus sehr schwierigen und gefährdeten Familienverhältnissen. Häusliche Gewalt, Arbeitslosigkeit, Beschaffungs- und Bandenkriminalität bestimmen das Leben in dem Armenviertel. Der Drogenhandel und -konsum ist dramatisch. Ziel der Schule ist es,
Schüler*innen gestalten die Mauer
den 280 Kindern eine gute Schulbildung und eine verständnisvolle und unterstützende Atmosphäre zu bieten. Die Anzahl der auffälligen Schülerinnen und Schüler ist hoch. Die Schule wird vom Staat subventioniert. Es gibt Unterstützung für Kinder mit speziellen erzieherischen Bedürfnissen, wie Aufmerksamkeitssyndrom, Autismus, Down Syndrom, geistige Behinderungen oder Ähnliches. Dafür gibt es extra geschulte Pädagogen und besonders ausgestattete Räume. Das Geld reicht gerade für den laufenden Schulbetrieb.

Bisher gab es um das Schulgelände nur einen undichten Zaun. Das führte immer wieder zu Problemen und Überfällen. Deshalb bat die Kirchengemeinde um Unterstützung beim Bau einer Mauer, um das Schulgelände einzufrieden. "Unser Schulhof hat ein ganz anderes Gesicht bekommen. Er ist richtig schön geworden!" schreibt Annegret Hoffmann.

10.000 Euro konnte das GAW zur Verfügung stellen. 

Dienstag, 17. September 2019

Religionsfreiheit ist Herzstück der Menschenrechte

In den meisten Ländern der Welt leben evangelische Christen in der Minderheit. Am Umgang mit ihnen in ihren jeweiligen Ländern lässt sich bemessen, wie es um die jeweilige Rechtsstaatlichkeit steht. Werden sie geachtet? Haben sie gleiche Rechte? Können sie sich in die Gesamtherausforderungen einer Gesellschaft einbringen und sich beteiligen? 

Der Umgang mit Minderheiten ist immer ein Gradmesser, wie es um die Achtung der Menschenrechte steht. In vielen Ländern leisten gerade evangelischen Minderheitskirchen einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in pluralistischen Gesellschaften. Sie lehren den Respekt und die Achtung vor den Glaubensüberzeugungen anderer und treten für die Menschenrechte ein. Sie setzen sich ein im Kampf gegen die Armut, die Sorge der Bildungsgerechtigkeit und der Religionsfreiheit. Für evangelische Christen sind das Impulse, die aus der Reformation kommen. 

Dafür treten die Partnerkirchen des GAW weltweit ein, engagieren sich und leben so ihre Mission in ihrem Kontext. Sie wollen Gottes Wort verkündigen und ihren Glauben in der Welt bezeugen - so wie es letztlich auch in dem wichtigen Dokument "Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt" aus dem Jahr 2011 heißt. Es geht in dem Dokument, das bleibende Bedeutung auch für das Nachdenken über die Mission von evangelischen Kirchen hat und ihre gelebte Praxis, darum, welche praktischen Konsequenzen für evangelische Kirchen sich ergeben, wenn man sich den vielfältigen Situationen und Herausforderungen einer globalisierten Welt stellt. 

Dabei kommt der Frage der Religionsfreiheit - Herzstück der Menschenrechte - wesentliche Bedeutung zu. In dem Dokument unter Prinzipien und Punkt 7 heißt es:

"Religionsfreiheit beinhaltet das Recht, seine Religion öffentlich zu bekennen, auszuüben, zu verbreiten und zu wechseln. Diese Freiheit entspringt unmittelbar aus der Würde des Menschen, die ihre Grundlage in der Erschaffung aller Menschen als Ebenbild Gottes hat (vgl. Genesis 1,26). Deswegen haben alle Menschen gleiche Rechte und Pflichten. Überall dort, wo irgendeine Religion für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder wo religiöse Verfolgung stattfindet, haben Christen den Auftrag, als prophetische Zeugen solche Handlungsweisen anzuprangern." Weiter heißt es: "8. Gegenseitiger Respekt und Solidarität. Christen sind aufgerufen, sich zu verpflichten, mit allen Menschen in gegenseitigem Respekt zusammenzuarbeiten und mit ihnen gemeinsam Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinwohl voranzutreiben. Interreligiöse Zusammenarbeit ist eine wesentliche Dimension einer solchen Verpflichtung."

Auf der einen Seite brauchen evangelische Christen einen gewährten Schutz für ihre freie Religionsausübung. Auf der anderen Seite sind sie gefordert, dieses selbst mit Leben zu füllen - und insbesondere dialogfähig zu sein gegenüber anderen, die einen anderen Glauben haben.

Montag, 16. September 2019

Wir leisten als GAW einen Beitrag zur Stärkung der ÖKUMENE

Dr. Dieter Knall
Vor 50 Jahren schrieb der damalige GAW-Generalsekretär und spätere österreichische Bischof Dieter Knall folgende Überlegungen zum bleibenden Diasporaauftrag des GAW:

"Diasporaexistienz weist sehr verschiedene Gesichter auf. Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland lebt sie in einer anderen Situation als jenseits der Grenzen, beispielsweise in Frankreich, Spanien, Griechenland, in Lateinamerika oder in Ländern der östlichen Welthälfte. Sofern wir erwarten, das evangelische Diaspora in der sie umgebenden Welt die Stimme des Evangeliums zum Erklingen bringt, scheint mir eine Vernachlässigung oder gar Aufgabe evangelischer Diasporaarbeit schlechterdings ausgeschlossen und nach wie vor ein nicht aufzugebender Auftrag, den wahrzunehmen die ganze evangelische Kirche aufgerufen ist und bleibt. Andernfalls müsste rundweg gefragt werden, ob evangelisches Kirchentum selbst noch eine Lebensberechtigung, ja, ob Evangelischsein heute überhaupt noch eine Bedeutung hat und sinnvoll ist. Wenn ökumenische Bewegung und das in ihr vorhandene Suchen und Streben nach Einheit eine Zukunft und ein Ziel haben, dann nur im Suchen und Streben nach dem Evangelium, das Jesus Christus heißt. Diesen Beitrag sind wir als evangelische Menschen, ist unsere evangelische Kirche und ist unsere evangelische Diaspora der gesamten Christenheit und Welt schuldig. Von daher scheint mir eine echte, auf das Evangelium bezogene Diasporaarbeit auch des GAW nicht in Frage gestellt, vielmehr gerade im ökumenischen Zeitalter dringend notwendig, ja gefordert zu sein."

(in: Die Evangelische Diaspora 40. Jg, 1969/70; S. 181)

Freitag, 13. September 2019

Theologische Bildung ist existentiell wichtig in Kirgisistan

Fortbildungskurs in Bishkek
Evangelisch sein in einem muslimischen Umfeld... - das ist ein besondere Herausforderung für die kleine lutherische Kirche in Kirgisistan. Da muss man dialogfähig sein und ein Gespür dafür haben, inwieweit man sich in die Gesellschaft einbringen kann. Es ist wichtig, dass kirchliche Mitarbeitende mit Muslimen theologische Gespräche führen können.

Deshalb ist die Aus- und Weiterbildung des theologischen Nachwuchses und der aktiven Prediger und Pastoren für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisistan eine besondere Herausforderung und braucht Unterstützung. Die Entfernungen zu anderen lutherischen Ausbildungsstätten sind groß und es gibt kulturelle Unterschiede, die im Unterricht berücksichtigt werden müssen.

Prediger, Pastoren und Pastorennachwuchs, aber auch viele Mitarbeitende der Diakonie und des Kinder- und Jugendbereichs nehmen in Kirgisistan an Seminaren teil, die in der Regel in Bishkek stattfinden. Ein fest etabliertes Studium mit längeren Präsenzzeiten wäre für die meisten nicht leistbar. Die Dozenten kommen aus dem Ausland, manche Schulungen oder Kurse können jedoch auch von eigenen Mitarbeitenden durchgeführt werden. Solche Kurse führen nicht zuletzt zur Stärkung der Gemeinschaft. Bei den Kosten für die Fortbildungen ist die Kirche auf finanzielle Hilfen angewiesen.

Das GAW unterstützt die Aus- und Fortbildung mit 3.500 Euro in diesem Jahr. Helfen Sie mit: https://www.gustav-adolf-werk.de/spenden.html

Gerade ist beim Martin Luther Bund in Erlangen ein kleines Heft erschienen, das einen sehr guten Überblick bietet über die lutherische Kirche in Kirgisistan und ihre Herausforderungen: https://bit.ly/2kHY9Ek

Dienstag, 10. September 2019

Reisetipp: Auf den Spuren von Waldensern und Hugenotten

Vom 19. bis 24. April 2020 bietet die ReiseMission Leipzig eine Informationsreise "Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser" in Deutschland, der Schweiz und Frankreich an. Wandern Sie auf den historischen Fluchtrouten der Hugenotten. Besuchen Sie das Kloster Maulbronn, das Internationale Museum der Reformation in Genf und das Henri Arnaud in Ötisheim-Schöneberg. Genießen Sie eine Kultur-Lese-Wanderung entlang des Gedächtnisweges von Valleiry bis Chancy u.v.m.
Die Reise beginnt in Offenbach und führt über Stationen u.a. in Maulbronn, Singen, Obererdingen, Schaffhausen, Rheinau, Genf, Chambéry, Valleiry, Chancy, Bern und Calw.  Fachkundig geleitet wird die Reise von Ulrich Hirsch, dem ehemaligen Geschäftsführer des GAW Württemberg.
Die Reise kostet 585 € (675 € für Begleitpersonen).
Informationen zur Reise: info@reisemission-leipzig.de    

Montag, 9. September 2019

Eine Heizung für einen Kindergarten in Zelow (Polen)

Reformierter Kindergarten in Zelow
Was machen, wenn in einem reformierten Kindergarten plötzlich die Heizungsanlage komplett ausfällt und die Schließung des Kindergartens droht? Was soll mit den 86 Kindern geschehen, die in diesem Kindergarten gut betreut werden? Was, wenn dieser Kindergarten für alle offen ist - und nicht ausschließlich für die Kinder der reformierten Gemeinde in Zelow?

Solche Anfragen um Soforthilfe bekommen wir regelmäßig. Dann muss schnell gehandelt werden, denn es kann nicht sein, dass einer der beiden Kindergärten in Zelow geschlossen wird. Schlimm ist es, dass von der kommunalen Gemeinde keine Hilfe zu erwarten ist. Auf der einen Seite fehlt dort wohl auch das nötige Geld für Soforthilfen, auf der anderen Seite ist die Kommune derzeit in den Händen der konservativen PiS-Partei. Hilfe für Evangelische wird hier kritisch gesehen.

Die Mehrheit der Kinder, die den beliebten Kindergarten besuchen, ist katholisch. Die Gemeinde übernimmt einen Dienst allen Menschen im Ort. Das zeichnet oft evangelische Christen in der Diaspora aus: evangelisch sein heißt Verantwortung für das Ganze der Gesellschaft zu übernehmen. Das geht seit der Reformation am Besten durch Diakonie und Bildung.

In Zelow geschieht das. Das unterstützt das GAW gerne!

14.500 Euro werden benötigt, damit der Kindergarten im Winter warm ist.

Donnerstag, 5. September 2019

Der "Gustav-Adolf-Becher" in Württemberg

Gustav-Adolf-Becher
Im GAW-Württemberg gibt es eine schöne altehrwürdige Tradition: Das Sammeln einer besonderen Gabe mit Hilfe des "Gustav-Adolf-Bechers".

Dazu heißt es in einem Buch aus dem Jahr 1904: 

"Auch die Abendversammlungen der GAW-Geste bringen zuweilen nicht unbeträchtliche Summen ein. Wenn durch die lebhafte Schilderungen einzelner Diasporaprediger auch die Gleichgültigsten begeistert und die Herzen in Liebe zu den armen Glaubensgeschwistern entbrannt sind, dann wird auch sogleich die Probe darauf gemacht, ob diese Liebe auch zum Opfern bereit ist; dann wird gewöhnlich noch eine besondere Sammlung, meist für eine der geschilderten Gemeinden, veranstaltet. Hierbei wird neuerdings von verschiedenen Vereinen ein Gustav-Adolf-Becher mit besonderem Erfolg verwendet. Mit diesem Becher hat es folgende Bewandnis. Ein junger schwedischer Edelmann, Johann von Plank, hatte sich in der Schlacht bei Breitenfeld durch Kaltblütigkeit und Mut besonders ausgezeichnet. Der König Gustav II. Adolf schenkte ihm zum Dank einen in Silber getriebenen, reichvergoldeten Becher. Der junge Edelmann blieb später in Deutschland, und der kostbare Becher vererbte sich in seiner Familie in Württemberg; zuletzt gehörte er einer Notarswitwe Reinhardt in Winnenden. Diese schenkte den Becher bei einem GAW-Feste im Jahre 1965 dem GAW-Württemberg. Der anwesende Prälat Zimmermann aber machte den Vorschlag: "Den Becher machen wir nicht zu Geld, den Becher lassen wir bei jedem Festmahl kreisen, nicht voll, sondern leer. Einst mag er voll die Runde gemacht haben, voll edlen Weins, um leer wieder zurückzukehren. Von nun an gehe er leer aus und komme voll zurück, voll Gold und Silber für unsere Glaubensgenossen!" Seitdem hat dieser Gustav-Adolf-Becher bei jedem Feste des Württembergischen Hauptvereins seine Runde gemacht." 

Selbst habe ich diese Tradition mehrmals erlebt. Schön, dass sich diese Sammlung in Württemberg erhalten hat!

Dienstag, 3. September 2019

Weiterhin kommen viele Flüchtlinge in Griechenland an

Flüchtlingskinder in einer Unterkunft
der Griechischen Ev. Kirche
Seit dem Beginn der Flüchtlingskrise Anfang des Jahres 2015 hat sich die Griechische Evangelische Kirche für die Geflüchteten eingesetzt. Inzwischen haben sich viele Dinge verändert. Das Abkommen zwischen der EU und der Türkei hat die massenhaften Flüchtlingsströme zwar eingeschränkt, zwang aber den griechischen Staat, sich um die sich im Land befindenden Flüchtlinge zu kümmern - und das trotz der massiven wirtschaftlichen Probleme Griechenlands. Obwohl FRONTEX sich um den Grenzschutz kümmert, kamen im Jahr 2019 bis Ende August 55.000 Flüchtlinge über das Meer auf die griechischen Inseln. Allein am 30. August kamen 550 Menschen an den Ufern von Lesbos an. Das Flüchtlingscamp in Moria, das dort für 3.000 Personen ausgelegt ist, musste zeitweilig 11.000 Menschen aufnehmen. Ist das der Beginn einer Wiederholung des Jahres 2015?

Bei allem engagiert sich die Griechische Evangelische Kirche weiterhin in der Flüchtlingsarbeit auf unterschiedliche Weise:

Insgesamt werden in Athen, Katerini, Veroia und Mylotopos in 166 Wohnungen knapp 700 Flüchtlinge betreut. In Katerini arbeitet die NGO der Kirche "Perichoresis" eng mit der UN zusammen.

Der Kirche ist es wichtig, dass die Flüchtlinge eine gute Betreuung und Begleitung erfahren durch Sprachunterricht, Workshops, Schulunterstützung, juristische Hilfe, soziale und psychologische Begleitung, Hilfe bei der Arbeitssuche etc.
Zudem wurden Flüchtlingskinder in den Sommercamps in Kalamos integriert. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Ohne Hilfe der Partner der Griechischen Evangelischen Kirche wäre all das nicht denkbar und umsetzbar. Das GAW hat hier viel helfen können und wird es weiterhin tun.

Helfen Sie mit bei der nach wie vor anhaltenden Flüchtlingshilfe der Griechischen Evangelischen Kirche mit Ihrer Spende: 




Freitag, 30. August 2019

GAW-Konfirmandengabe 2020: Ist einer da, der zu mir hält?


Musikprojekte für benachteiligte Kinder in Argentinien und evangelische Flüchtlingsschulen im Libanon werden mit der aktuellen GAW-Konfirmandengabe 2020 unterstützt. Das Motto der Spendenaktion: "Ist einer da, der zu mir hält?" GAW-Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks: "Kinder und Jugendliche, die in Kontexten von Krieg und Flucht oder - wie in Argentinien - von sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit aufwachsen, haben oft niemanden, der sich für sie einsetzt, der zu ihnen hält. Wir unterstützen Projekte, in denen solche Kinder und Jugendliche aufgefangen werden, Projekte, die ihnen trotz widrigster Umstände einen guten Start ins Leben ermöglichen."
Informationen zu den Projekten und Flyer zum Download oder zum Bestellen finden Sie hier.

Donnerstag, 29. August 2019

"Bist du kein Pole mehr, wenn du evangelisch wirst?"

Pfarrer Semko Koroza, Aga Filak, Pfarrer Enno Haaks
"Als ich als junger Mann meiner Großmutter erzählte, dass ich zum reformierten Glauben konvertieren will, hat sie mich gefragt, ob ich denn kein Pole mehr sein möchte", erzählt Pfarrer Semko Koroza aus Łódź. Er betreut dort die reformierte Gemeinde, zu der ca. 100 Gemeindemitgliede gehören. Außerdem ist er für die Reformierte Kirche Polens für die Außenkontakte zuständig.
"Lange Zeit war gerade die polnische katholische Kirche Träger der nationalen Identität. Das hat die Menschen eng mit der Kirche verbunden. Lange genug galt: Wer einem anderen Glauben angehört, kann kein Pole sein", fährt Semko fort. Inzwischen ist viel im Wandel in der polnischen Gesellschaft. "Heute ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass alle Schüler den katholischen Religionsunterricht besuchen. Viele Menschen - gerade in den größeren Städten - sind enttäuscht von der katholischen Kirche, weil sie sich zu eng mit der nationalistischen rechten PiS-Partei verbindet. Das schreckt viele Menschen ab. Zudem haben die Skandale in der katholischen Kirche ein Übriges getan. In Polen werden die Menschen immer säkularer und die Bindung an eine Kirche schwindet gerade in der Generation der 20-40-jährigen rapide", berichtet Semko. "Religion ist für viele Menschen nicht mehr so wichtig."
Umso wichtiger ist es für alle christlichen Kirchen, dass sie sich über ihren missionarischen Auftrag verständigen und Zeugnis von ihrem Glauben geben, mein der reformierte Pfarrer. "Mission ist für mich, das Evangelium zu verkündigen und zu zeigen, was wir auf reformierte evangelische Weise glauben. Dazu gehört es, dass wir präsent in der Öffentlichkeit sind - eben auch über soziale Medien. Für mich ist Mission zentrale Lebenssäußerung der Kirche. Mission ist Kirche in Bewegung.
Und zu den großen Herausforderungen der Reformierten Kirche gehört für Pfarrer Semko Koroza, dass die Kirche sich einbringt, sich zeigt und offen ist für die Anliegen der Menschen. "Sich zu öffnen für die Gesellschaft ist hoffentlich attraktiv für die Menschen. Wenn wir nicht wachsen, dann haben wir keine Chance in Polen. Dafür sind wir zu klein. Und vielleicht ist es eine gute Idee, wenn wir uns mit der lutherischen Kirche enger verbinden, um auch Kräfte zu bündeln ..."

Zur Reformierten Kirche in Polen gehören derzeit ca. 1.500 Gemeindemitglieder in 8 Gemeinden. 7 Pfarrer betreuen die Gemeinden. 

In diesem Jahr fördert das GAW folgendes Projekt in der Reformierten Kirche Polens: http://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#126

Und derzeit werden wir eine dringende Heizungsreparatur in dem reformierten Kindergarten in Zelow mit 5.000 Euro Sonderhilfe unterstützen.


Mittwoch, 28. August 2019

Eine Kirchengemeinde ist keine "Filterblase"

Gottesdienst in Antwerpen
Glauben gibt es nicht ohne Gemeinschaft. Jedenfalls christlicher Glaube geht nicht anders. Man braucht diese Gemeinschaft, um zu erfahren und zu spüren, dass es ein tragendes Fundament gibt, auf dem Liebe wachsen kann. Gut ist es, um eine solche Gemeinschaft zu wissen, in denen ich mich geborgen und beheimatet fühle. Oft leben Menschen heutzutage in ihren „Filterblasen“, wo man immer nur die trifft, die sowieso vertraut sind und ähnlich denken und ticken. Eine Kirchengemeinde vor Ort ist etwas Anderes. Das ist ein Ort, wo sich Welten begegnen. Hier trifft man Menschen in ihren Freuden, in ihren Sorgen und Nöten, in ihrer Trauer. Hier trifft man Heimatlose und Flüchtlinge, Obdachlose, Erfolgreiche und Gescheiterte, Traurige und Fröhliche, Junge und Alte. Alle eint eins: Dass sie in diesem Raum Frieden finden wollen, der unsere Vernunft und unseren Verstand übersteigt, dass sie gut zueinander sein wollen, und dass sie gemeinsam Gott feiern wollen. 

Dafür braucht es Kirchenräume – weltweit. Überall haben Menschen diese Sehnsucht.
Ev. Kirche in Antwerpen
Überall auf der Welt kommen Menschen zusammen, zu beten, zu hoffen, zu lieben und Frieden zu finden. 

Wenn das GAW hilft, Kirchen zu erhalten und zu sanieren, dann ist das Friedensarbeit, die wir so dringend in unserer Welt brauchen. 

Das geschieht z.B. in Antwerpen: Die protestantische Gemeinde mit dem ansprechenden Namen „De Wijngaard“ (Der Weingarten) in Antwerpen-Süd wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Die Gemeinde setzt sich aus Vertretern verschiedener Nationalitäten zusammen, im Gottesdienst werden auch französisch- und englischsprachige Lieder gesungen. Im Bereich Diakonie unterstützt die Gemeinde aktiv das Evangelische Sozialzentrum PSC, die in Notfällen bei medizinischen Kosten hilft oder Familien mit Schulkindern unterstützt u.v.m. Einmal wurde die Kirche für mehrere Monate Unterkunft einer pakistanischer christlichen Familie, die von Obdachlosigkeit bedroht war. Jetzt muss die Kirche saniert werden. Das GAW hilft dabei in diesem Jahr mit 18.000 Euro! 


Dienstag, 27. August 2019

Gemeinsam Kirche sein - dazu sind wir berufen

Kontaktstudierende in Rabat/Marokko
Seite wenigen Jahren sammelt das GAW Spenden für Projekte, die unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Kirche sein“ zusammengefasst sind. Da geht es darum, dass wir gemeinsam als Kirche für andere da sind und uns einsetzen. In Griechenland engagiert sich z.B. die Griechische Evangelische Kirche mit ihrer Gemeinde in Katerini für ein Romaprojekt. Sprachunterricht wird gegeben. Daraus ist eine kleine Gemeinde entstanden mit einer eigenen Prägung. In Rumänien setzt sich eine kleine evangelische Gemeinde mit einer Suppenküche für arme Kinder ein. In Marokko wird durch unsere beiden französischen Partnerkirchen und das GAW eine Ökumenische Ausbildungsstätte gefördert, die auf Hilfe dringend angewiesen ist. 

Dieser Fond“ Gemeinsam Kirche sein“ ist getragen von der Überzeugung, dass wir gemeinsam berufen sind, uns in Dienst nehmen zu lassen. 

Dazu gehört für uns im GAW, dass die GAW-Partnerkirchen in jedem Jahr gebeten werden, ein ausgewähltes Projekt aus diesem Fond zu unterstützen. Gemeinsam weltweit fördern wir so in diesem Jahr die Ökumenische Ausbildungsstätte in Marokko und geben damit ein Zeichen, dass wir im „Geben und Nehmen“ miteinander verbunden sind. 

Natürlich hilft das GAW mit den gesammelten Spenden weltweit vielen Partnerkirchen. Inzwischen kommen aber Gelder aus den Partnerkirchen zurück und stärken damit auch die Gemeinschaft. Es entwickelt sich immer stärker eine Partnerschaft auf Augenhöhe, Abhängigkeitsmuster sollen durchbrochen werden und die Einheit in der Vielfalt sichtbaren Ausdruck bekommen. Damit wandelt sich auch das GAW von einem deutschen Spendenwerk zu einem international vernetzten Hilfswerk. Die Kooperation mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und die gute Zusammenarbeit mit der italienischen Waldenserkirche bestärken dies zusätzlich. 

Zu dieser internationalen Zusammenarbeit und Kooperation gibt es keine Alternative, denn: Wer Jesus folgt ist mit Gott verbunden, der uns zusammenbringt. Wir sind so mit Gott, Jesus und miteinander verbunden. Unser Leben in der EINEN Welt ist miteinander verbunden - ob wir es wollen oder nicht.

Montag, 19. August 2019

In Blumenau wird das Schriftenzentrum wieder eingeweiht!

"Am 10. September wird die Livraria Martin Lutero in Blumenau (Brasilien) neu eingeweiht!" schreibt Pfr. Friedrich Gierus, Vorsitzender des Martin Luthervereins in Brasilien, das Träger der Schriftenmission im Land ist.

Um ihren Mitgliedern evangelische Schriften an die Hand geben zu können, wurde das Schriftenmissionszentrum errichtet. 1991 wurde es in Blumenau eingeweiht. Es ist die einzige Institution der IECLB in Brasilien, die Materialien und Bücher herstellt und verbreitet.  Zum Zentrum gehört auch ein Buchladen und der “Otto-Kuhr-Verlag”. Es hat den Auftrag, Faltblätter, Broschüren, Handzettel, Studienhefte u.ä. zu produzieren und den Gemeinden für ihre Tätigkeit zur Verfügung zu stellen. Es ist übrigens interessant, dass auch Gemeinden anderer Konfessionszugehörigkeit diese Materialien kaufen und einsetzen. Was hier inhaltlich erarbeitet wird, hat ein breites Spektrum. 400.000 Kleinschriften werden jährlich über den Buchladen und den Verlag vertrieben über Brasilien hinaus auch nach Afrika und Portugal. Viele Menschen werden erreicht und und im Glauben gestärkt. 

Die Innenräume des Zentrums mussten dringend saniert werden. Zudem: In der Dachkonstruktion wurden Holzwürmer entdeckt. Sie hatten erhebliche Schäden verursacht, die behoben werden mussten. Ebenso hat der Fußboden stark gelitten und musste ausgebessert werden.
Nun ist alles wieder hergerichtet auch dank der Spende des GAW aus dem Projektkatalog 2018 in Höhe von 10.000 Euro.

"Wir danken dem GAW sehr für die erhaltene Unterstützung!" schreibt Pfr. Gierus.

Donnerstag, 8. August 2019

Litauen: Is it worth it? Let me work it!



Workcamp in Smalininkai: Jugendliche und
junge Erwachsene aus Deutschland und
Litauen bauen am diakonischen Kinderzentrum.
Es wird tatkräftig angepackt beim workcamp im zukünftigen diakonischen Kinderzentrum in Smalininkai in Litauen. 13 Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland und 23 Jugendliche aus Litauen füllen die Baustelle und das umliegende Gelände mit Leben: voll mit Lachen, Spaß und viel Offenheit und Begeisterung bei gemeinsamen Mahlzeiten, Andachten, Sport und Ausflügen.

Gleich am ersten Arbeitstag wurden rund um das Gebäude verschiedene Arbeiten begonnen. Neue Holzverkleidungen an der Decke wurden angebracht und mehrere alte Vordächer aus Stahlbeton mit schweren Arbeitsgeräten entfernt. Dank vieler helfender Hände konnten große Mengen an Baumaterial in kurzer Zeit im Gebäude verteilt und bereits erste Unterkonstruktionen für Trockenbauwände errichtet werden. Diese sollen in den nächsten Tagen mit Gipskartonplatten verkleidet werden, um neue Räume zu schaffen.

Der aktuelle Bauabschnitt soll als Tageszentrum für Kinder und Jugendliche genutzt werden. Im zweiten Bauabschnitt soll später ein Mehrgenerationenhaus entstehen und betreutes Wohnen für ältere Menschen ermöglichen.

Das workcamp wird organisiert und durchgeführt vom EJW Weltdienst mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werk und der Landeskirche in Württemberg.

https://www.gustav-adolf-werk.de/kindergabe.html
und einem Gottesdienst
zum Schulbeginn unterstützt
das GAW das Kinderzentrum
finanziell.
Mehr Informationen zum Kinderzentrum und der bereits jetzt stattfindenden diakonischen Arbeit mit benachteiligten Kindern und ihren Familien in Smalininkai finden Sie hier. Unterstützen können Sie das Kinderzentrum mit mit unserem Gottesdienst zum Schulanfang "Lieber Gott, mein Tag ist schön", dessen Kollekte dem Kinderzentrum gewidmet ist oder mit einer Spende direkt an:



Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENO DE D1 DKD


Wir danken Pfarrer Mindaugas Kairys, Simon Mönch und Thai An Vu für den Text und die Fotos aus dem Workcamp in Smalininkai, senden herzliche Grüße und wünschen allen Teilnehmenden noch eine gute und gesegnete Zeit.

Dienstag, 6. August 2019

Evangelisch Weltweit 3/2019 erschienen


Die neue Ausgabe des GAW-Magazins "Evangelisch Weltweit" gibt Einblicke in Partnerkirchen auf drei Kontinenten:

Der neu gewählte Präsident der Evangelischen Kirche am La Plata, Leonardo Schindler, spricht im Interview über die Zukunft seiner Kirche in Argentinien, Paraguay und Uruguay. Schwerpunkte seiner Überlegungen sind die künftige Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, der Ausbau des missionarischen Profils und die aktuellen finanziellen und politischen Herausforderungen: "Bei uns sind die politischen Differenzen zum Glück nicht so stark in die Kirche getragen worden wie in Brasilien, aber es ist klar, dass auch die Pastoren ihre Meinung zur Politik haben."
Eines dieser streitbaren Themen ist der Anbau von Soja zum Export - für die Bauern und für die Regierungen von Argentinien und Paraguay ein lohnendes Geschäft, für die Anwohner der Plantagen aber eine Gefahr für ihre Gesundheit. Soja führt dazu, dass Indigene von ihrem Land vertrieben werden und Regenwald gerodet wird. Der Hintergrundartikel zeigt den Umgang der Evangelischen Kirche am La Plata mit diesem ökonomisch-ökologischen Dilemma.

Markus Schmitt, Theologiestudent aus dem GAW der Pfalz, berichtet über die inzwischen schon zur Tradition gewordenen GAW-Reise von Theologiestudierenden in Diasporakirchen in Europa. Dieses Mal ging es in die Slowakei, wo die Gruppe das Glück hatte, die Einführung des neuen Bischofs der Evangelischen Kirche A.B., Ivan El'ko mitzuerleben.
Außerdem blicken wir nach Kuba: Die Presbyterianische Kirche in Kuba hat lebendige Gemeinden, eine aktive Sozialarbeit und viele engagierte Gemeindeglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer. Doch in Kuba herrscht ständige Knappheit – an Grundnahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Produkten. Der Artikel zeigt, an welchen Stellen der Mangel am größten ist und was die ökonomische Lage im Land momentan beeinflusst.

Nicht fehlen darf in der neuen Ausgabe natürlich ein Rückblick auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund! Hier war das GAW mit einem Stand vertreten. Der Kirchentag bot zudem reichlich Gelegenheit zum Wiedersehen mit Gästen und Freunden aus Partnerkirchen. In der Ausgabe finden Sie außerdem eine Beilage zum Reformationstag 2019 mit Predigtgedanken von Steven Fuite, Präsident der Vereinigten Ev. Kirche in Belgien unter dem Motto "Von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft".

Freitag, 2. August 2019

GAW goes Crowdfunding


Die stolzen Vorschulkinder am Tag ihrer Einschulung
Auf der Internet-Spendenplattform www.betterplace.org haben wir eine Spendenkampagne für die zweisprachig-interkulturelle Takuapí in Argentinien eingerichtet.

Das Jahresprojekt der Frauenarbeit sammelt in diesem Jahr für die Schule, die von der reformierten Gemeinde in Ruíz de Montoya getragen wird. Hier, nahe der Iguazú-Wasserfälle, lernen die Kinder, sich in der spanischsprachigen Gesellschaft zurecht zu finden und gleichzeitig ihre kulturellen Wurzeln, Werte und Traditionen zu bewahren. Dazu werden sie sowohl von indigenen und als auch von spanischsprachigen Lehrern unterrichtet. Indigene leben oft unter der Armutsgrenze, viele der Kinder sind unterernährt. Deshalb ist das gemeins
Kinder im Speisesaal
ame Frühstück in der Schule ein wichtiger Teil des Tagesablaufs.

Mit Hilfe der Crowdfunding -Kampagne wollen wir der Schule helfen, folgende Gegenstände anzuschaffen:
  • Neue Tische für den Speisesaal: 3.000 Euro 
  • Bälle, Hürden, Seile und Trampoline für den Sportunterricht: 500 Euro 
  • Vier Deckenventilatoren: 500 Euro
Besuchen Sie unsere Seite https://www.betterplace.org/de/projects/71508-schule-fur-indigene-kinder-in-takuapi-argentinien und verbreiten Sie den Link weiter!

Im Namen der Kinder von Takuapí bedanken wir uns herzlich für Ihre Unterstützung!