Samstag, 12. Januar 2019

Mit Sanftmut dem Hass begegnen! - Steven Fuite (Belgien)

Steven Fuite (Belgien)
"Die Welt verhärtet sich! Das spüren wir auf verschiedenen Ebenen bis dahin, dass mit Fake-News Politik gemacht wird und Menschen polarisiert. Als Kirche  leben wir mit unserem HERRN der Kirche. Er ist der HERR der Sanftmütigkeit. Als Kirche, die ihm folgt sind wir Kirche seines Wortes. Wir haben den Auftrag mit sanftmütigen Worten Hass in der Welt einzuhegen. Da sind wir in Europa als Kirchen insgesamt gefordert!" das sagt Kirchenpräsident Steven Fuite aus der Vereinigten Protestantischen Kirche Belgiens (VPKB) auf der Tagung der norddeutschen GAW-Hauptgruppen im ostfriesischen Aurich. "Wir sind als VPKB eine offene Kirche mit einem progressiven Blick auf die Welt. Es gibt in Belgien keine andere Kirche, die ähnlich offen und vielfältig ist. In allen ethischen Fragestellungen wie z.B. Homosexualität, Abtreibungsfragen und Sterbebegleitung wird das deutlich. Damit haben wir ein Angebot für die Gesellschaft. Wer sehr konservative Antworten sucht, der hat in Belgien eine große Auswahl an Kirchen. Eine Alternative zu uns gibt es im kirchlichen Kontext nicht. Das macht uns manchmal in Belgien einsam. Aber so verstehen wir unseren Auftrag aus der reformatorischen Tradition: die von Gott angebotene Vielfalt zu umarmen und willkommen zu heißen! Das ist ein Ausdruck der Offenheit unserer Kirche in der Gesellschaft."

Belgien ist zu 75 % katholisch. Religiöse Minderheiten sind 8 % Muslime, 3 % Evangelische und Protestanten (das ist die VPKB mit 1%), Orthodoxe und Juden. 59 % der Bevölkerung sind niederländische Flamen, 40 % französischsprachige Wallonen und 1 % Deutsche.

Ca. 75.000 Gemeindeglieder in 110 Gemeinden hat die VPKB. Davon gibt es 70 wallonische, 35 flämische, drei deutsch- und zwei englischsprachige Gemeinden mit 85 Pfarrerinnen/Pfarrern. Dazu kommen einige Spezialpfarrämter. Die Kirche hat eine 180-jährige Tradition.

Steven Fuite ergänzt dann: "Unsere Kirche selbst wächst nicht. Das bedrückt oft die Gemeinden und Pfarrer*innen, weil sie Dinge aufgeben müssen. Da stellt sich für uns als Kirchenleitung die Frage, wie wir ermutigen können, frei zu werden von Lasten - innerlich und äußerlich. Manche Verantwortliche fragen sich bei uns: Was machen wir falsch, wenn das Evangelium doch so schön ist? Machen wir zu wenig? - Der HERR aber verlangt nicht von uns, dass wir immer mehr machen. Wir müssen uns fragen, was wir verändern müssen, wenn es nicht mehr so wie früher geht. Das Reich Gottes liegt nämlich vor uns und nicht hinter uns! Es geht darum, hinter die selbst errichteten Mauern zu schauen, nach neuen Perspektiven, Chancen und Herausforderungen zu suchen und im Vertrauen auf Gott ein neues Abenteuer als Kirche zu wagen!"

Und er schließt damit, dass die Kirche eine Kirche in unserer Zeit sein will, um darin dem Evangelium Raum zu geben.

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