Samstag, 26. Januar 2019

Schwierige Bedingungen in der Maisón Verte nach Kürzungen der staatlichen Sozialleistungen

Pfarrerin Grace (Mitte) vor der Kapelle der Maisón Verte
"Zur letzten Präsidentenwahl haben wir die Kandidaten aller politischen Parteien unserer Kommune in unser Zentrum "Maisón Verte"  der "Mission Populaire Èvangelique de France" hier in Paris eingeladen. Bis auf den Fronte National kamen alle. Wir hatten dann große Hoffnungen auf Veränderungen in die Politik, " berichtet Pfarrerin Grace Gattibaru. "Danach kamen dann die Enttäuschungen. Die Sozialleistungen wurden massiv gekürzt. Vor dem Regierungswechsel zu Macrón wurden 50% der Kosten unserer sozialen Arbeit von staatlicher Seite getragen. Die neuen Gesetze haben das verändert. Jetzt bekommen wir nichts mehr!" 
Grace berichtet von den sozialen Aktivitäten im Stadtteil. So haben in der Maisón Verte
Hausaufgabenhilfe in der Maisón Verte
über 1.400 Menschen, die keine Dokumente haben, hier eine Postanschrift. "Das brauchen sie, um überhaupt irgendwie wieder in die Gesellschaft integriert werden zu können. Es sind Menschen aus allen Schichten - und nicht nur Flüchtlinge." Und dann berichtet sie, wie mit hohem ehrenamtlichen Engagement die Arbeit dennoch weitergeführt wird, und wie versucht wird, Gelder zu generieren.

Das GAW hat dem Zentrum im Jahre 2014 (10.000 Euro aus dem Projektkatalog 2013) geholfen, um das Zentrum barrierefrei zu gestalten. "Das war eine große Hilfe!" sagt Grace. "Dafür sind wir euch in Deutschland dankbar!"

Die Evangelische Volksmission wurde 1871 von dem schottischen Pfarrer Robert Mac All gegründet. Das Begegnungszentrum „Grünes Haus“ besteht seit 1873. Es leistet Hilfestellungen zur sozialen Eingliederung, bietet Erwachsenenbildung und Nachhilfe für Kinder an und stärkt die Solidarität im Stadtteil. Obwohl es vielfach mit sozial schwachen Zielgruppen arbeitet, wird das Zentrum im Stadtteil auch von bürgerlichen Schichten als Nachbarschaftszentrum wahrgenommen. Jeden zweiten Sonntag finden im „Grünen Haus“ Gottesdienste statt, organisiert von zwei Bibelgruppen, zu deren Mitgliedern auch Nichtgläubige zählen. Darüber hinaus gibt es spezielle Gottesdienste mit weiblichen und männlichen Homosexuellen sowie mit tauben und hörgeschädigten Menschen. An der Arbeit der Pfadfindergruppe nehmen mehrheitlich muslemische Kinder teil und haben so eine Gelegenheit, den christlichen Glauben besser kennen zu lernen.  Auch eine kongolesische Gemeinde trifft sich zu ihren Gottesdiensten hier.


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