Freitag, 22. März 2019

Ein neuer Kirchbau für Białystok

Pfarrer Tomasz Wiglasz mit seiner Frau vor dem
"Kirchen- und Gemeindezentrum
"Ich möchte nirgendwo anders Pfarrer sein als in  Białystok", sagt Tomasz Wiglasz. Er hat hier, rund 30 km von der weißrussischen Grenze entfernt, die jüngste Gemeinde der Evangelischen Kirche A.B. in Polen aufgebaut. "Hier habe ich alle Freiheiten als Pfarrer. Hier kann ich viele Dinge ausprobieren. Die Gemeindemitglieder kommen aus unterschiedlichen Kontexten. So wie hier könnte ich in einer traditionellen lutherischen Gemeinde im Teschener Land nicht arbeiten." 

Zusätzlich zum Gemeindepfarramt ist Tomasz Wiglasz noch Militärpfarrer. Sonst wäre es schwierig, das Gehalt für den Pfarrer zu bezahlen.

Die lutherische Gemeinde in Białystok wurde erst 2002 gegründet. Sie hat seitdem eine beeindruckende Aufbauarbeit in der 300.000 Einwohnerstadt geleistet. „Heute hat sie das höchste durchschnittliche Spendenaufkommen der Diözese Masuren, großes Freiwilligenengagement und ist ständig am Wachsen“, sagt auch der Leitende Bischof Jerzy Samiec. 

Eine evangelische Gemeinde hatte es in der Stadt im Nordosten Polens schon früher
So soll das neue Kirch- und Gemeindezentrum 2020
aussehen
gegeben, aber die Verwerfungen des Zweiten Weltkrieges bereiteten ihr ein Ende. Heute versammeln sich jeden Sonntag 30-40 Menschen zum Gottesdienst, obwohl die Gemeinde nur 47 Glieder zählt. Zwischen 10 und 15 Kinder kommen zur Sonntagsschule. Die geographische Zerstreuung führt dazu, dass die meisten Aktivitäten der Gemeinde – Jugendkreise, Bibelstunden und Religionsunterricht – am Wochenende stattfinden. 

Das bisherige Holzgebäude hat die Gemeinde von der Stadt im baufälligen Zustand günstig erwerben können und in Eigenleistung hergerichtet.
Während der Woche will die Gemeinde ihre Räume gern für Aktivitäten mit Kindern aus der Siedlung nutzen, in der es ansonsten keine Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt. Frau Wiglasz würde das gerne machen, denn sie hat eine pädagogische Ausbildung. Der begrenzte Raum im Gemeindezentrum lässt das nicht zu. 

In dem geplanten Anbau möchte die Gemeinde einen neuen Gottesdienstraum und im Dachgeschoss die Pfarrwohnung ausbauen. Derzeit wohnt die vierköpfige Pfarrfamilie auf etwa 30 m² im Dachgeschoss sehr beengt. 

Im bestehenden Gebäude sollen die Räume so umgebaut werden, dass sie besser den Bedürfnissen der Gemeinde entsprechen. Das aktuelle Pfarrbüro ist z.B. nur 2,5 m² groß. Einen Großteil der Umbauarbeiten werden die Gemeindeglieder selbst übernehmen. „Bisherige Erfahrungen zeigen, dass diese Lösung nicht nur kostengünstig ist, sondern auch wunderbar den Zusammenhalt der Gemeinde stärkt“, sagt Pfarrer Tomasz Wiglasz. 

"Ich bleibe in Masuren - auch wenn ich aus dem Teschener Land komme", sagt er mit einem Strahlen im Gesicht.

Mit  25 000 € will das GAW den neuen Kirchraum in Białystok in diesem Jahr unterstützen.

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