Dienstag, 5. März 2019

Unsere Verfolgungsgeschichte macht uns sensibel für Ungerechtigkeiten!

 Marcelo Nicolau, Carola Tron, Nelda Eichhorn,
Orlando Allio y Edgardo Malán (v r. n.l.)
Der Pastorenkonvent der evangelischen Waldenserkirche am la Plata hat zur Synode der Kirche, die Anfang Februar 2019 stattfand, zu den Herausforderungen und Hoffnungen für die Zukunft folgendes festgehalten:

"Am Horizont tauchen neue und alte Herausforderungen auf, die unsere Kirche dazu auffordern, ihre historische Verpflichtung zu bekräftigen, das Evangelium des vollen Lebens für die gesamte Menschheit und den Rest der Schöpfung Gottes zu verkünden. Wir sehen es als wesentlich an zu bezeugen, dass unser Zeugnis im Evangelium von Jesus Christus und in unserer historischen und theologischen-reformierten Tradition wurzelt. Das Evangelium fordert uns auf von den Opfern und Ausgeschlossenen einer Gesellschaft auf das zu schauen, was von uns als Kirche gefordert ist. Wir sind gefordert nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu streben und die Gewissensfreiheit zu stärken. Unsere Geschichte der Verfolgung als Waldenser macht uns besonders sensibel und wachsam gegenüber wachsenden religiösen Bewegungen, die die Staaten als Instrumente einsetzen wollen, um den übrigen Bürgern ihre eigene exklusive Vision aufzuzwingen, ohne dabei die Unterschiede und die Vielfalt unserer Völker zu respektieren.

Wir selbst haben als Minderheit im Laufe der Jahrhunderte Lügen und Diffamierungen erlebt mit der Folge, dass wir Gewalt und Hass erfahren haben. Wir rufen daher dazu auf, sich nicht durch lügende Nachrichten verwickeln zu lassen, die versuchen, das Gewissen der Menschen zu manipulieren. Die Folge sind nämlich Hass und Ausgrenzungen.

Wir verkünden dagegen die gute Nachricht von Jesus Christus, der die gesamte Menschheit heilt, befreit, verwandelt und erlöst, auch wenn dies Ablehnung, Verfolgung und Tod bedeutet. 
Wir sind aufgerufen und berufen, die radikale Einfachheit des Evangeliums zu leben, Gerechtigkeit zu tun, Barmherzigkeit zu leben und demütig vor Gott zu sein."

Es ist wichtig, dass wir auf solche Stimmen hören. Gut ist es, wenn Minderheitenkirchen mit solchen Erfahrungen wie die Waldenser sie gemacht haben, deutlich machen, was von uns allen gefordert ist: offen zu sein, auf die Opfer und die Ausgeschlossenen zu schauen, Vielfalt Raum zu geben und damit nach außen zeigen, was wir innen glauben.

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