Freitag, 30. August 2019

GAW-Konfirmandengabe 2020: Ist einer da, der zu mir hält?


Musikprojekte für benachteiligte Kinder in Argentinien und evangelische Flüchtlingsschulen im Libanon werden mit der aktuellen GAW-Konfirmandengabe 2020 unterstützt. Das Motto der Spendenaktion: "Ist einer da, der zu mir hält?" GAW-Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks: "Kinder und Jugendliche, die in Kontexten von Krieg und Flucht oder - wie in Argentinien - von sozialer und wirtschaftlicher Ungerechtigkeit aufwachsen, haben oft niemanden, der sich für sie einsetzt, der zu ihnen hält. Wir unterstützen Projekte, in denen solche Kinder und Jugendliche aufgefangen werden, Projekte, die ihnen trotz widrigster Umstände einen guten Start ins Leben ermöglichen."
Informationen zu den Projekten und Flyer zum Download oder zum Bestellen finden Sie hier.

Donnerstag, 29. August 2019

"Bist du kein Pole mehr, wenn du evangelisch wirst?"

Pfarrer Semko Koroza, Aga Filak, Pfarrer Enno Haaks
"Als ich als junger Mann meiner Großmutter erzählte, dass ich zum reformierten Glauben konvertieren will, hat sie mich gefragt, ob ich denn kein Pole mehr sein möchte", erzählt Pfarrer Semko Koroza aus Łódź. Er betreut dort die reformierte Gemeinde, zu der ca. 100 Gemeindemitgliede gehören. Außerdem ist er für die Reformierte Kirche Polens für die Außenkontakte zuständig.
"Lange Zeit war gerade die polnische katholische Kirche Träger der nationalen Identität. Das hat die Menschen eng mit der Kirche verbunden. Lange genug galt: Wer einem anderen Glauben angehört, kann kein Pole sein", fährt Semko fort. Inzwischen ist viel im Wandel in der polnischen Gesellschaft. "Heute ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass alle Schüler den katholischen Religionsunterricht besuchen. Viele Menschen - gerade in den größeren Städten - sind enttäuscht von der katholischen Kirche, weil sie sich zu eng mit der nationalistischen rechten PiS-Partei verbindet. Das schreckt viele Menschen ab. Zudem haben die Skandale in der katholischen Kirche ein Übriges getan. In Polen werden die Menschen immer säkularer und die Bindung an eine Kirche schwindet gerade in der Generation der 20-40-jährigen rapide", berichtet Semko. "Religion ist für viele Menschen nicht mehr so wichtig."
Umso wichtiger ist es für alle christlichen Kirchen, dass sie sich über ihren missionarischen Auftrag verständigen und Zeugnis von ihrem Glauben geben, mein der reformierte Pfarrer. "Mission ist für mich, das Evangelium zu verkündigen und zu zeigen, was wir auf reformierte evangelische Weise glauben. Dazu gehört es, dass wir präsent in der Öffentlichkeit sind - eben auch über soziale Medien. Für mich ist Mission zentrale Lebenssäußerung der Kirche. Mission ist Kirche in Bewegung.
Und zu den großen Herausforderungen der Reformierten Kirche gehört für Pfarrer Semko Koroza, dass die Kirche sich einbringt, sich zeigt und offen ist für die Anliegen der Menschen. "Sich zu öffnen für die Gesellschaft ist hoffentlich attraktiv für die Menschen. Wenn wir nicht wachsen, dann haben wir keine Chance in Polen. Dafür sind wir zu klein. Und vielleicht ist es eine gute Idee, wenn wir uns mit der lutherischen Kirche enger verbinden, um auch Kräfte zu bündeln ..."

Zur Reformierten Kirche in Polen gehören derzeit ca. 1.500 Gemeindemitglieder in 8 Gemeinden. 7 Pfarrer betreuen die Gemeinden. 

In diesem Jahr fördert das GAW folgendes Projekt in der Reformierten Kirche Polens: http://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#126

Und derzeit werden wir eine dringende Heizungsreparatur in dem reformierten Kindergarten in Zelow mit 5.000 Euro Sonderhilfe unterstützen.


Mittwoch, 28. August 2019

Eine Kirchengemeinde ist keine "Filterblase"

Gottesdienst in Antwerpen
Glauben gibt es nicht ohne Gemeinschaft. Jedenfalls christlicher Glaube geht nicht anders. Man braucht diese Gemeinschaft, um zu erfahren und zu spüren, dass es ein tragendes Fundament gibt, auf dem Liebe wachsen kann. Gut ist es, um eine solche Gemeinschaft zu wissen, in denen ich mich geborgen und beheimatet fühle. Oft leben Menschen heutzutage in ihren „Filterblasen“, wo man immer nur die trifft, die sowieso vertraut sind und ähnlich denken und ticken. Eine Kirchengemeinde vor Ort ist etwas Anderes. Das ist ein Ort, wo sich Welten begegnen. Hier trifft man Menschen in ihren Freuden, in ihren Sorgen und Nöten, in ihrer Trauer. Hier trifft man Heimatlose und Flüchtlinge, Obdachlose, Erfolgreiche und Gescheiterte, Traurige und Fröhliche, Junge und Alte. Alle eint eins: Dass sie in diesem Raum Frieden finden wollen, der unsere Vernunft und unseren Verstand übersteigt, dass sie gut zueinander sein wollen, und dass sie gemeinsam Gott feiern wollen. 

Dafür braucht es Kirchenräume – weltweit. Überall haben Menschen diese Sehnsucht.
Ev. Kirche in Antwerpen
Überall auf der Welt kommen Menschen zusammen, zu beten, zu hoffen, zu lieben und Frieden zu finden. 

Wenn das GAW hilft, Kirchen zu erhalten und zu sanieren, dann ist das Friedensarbeit, die wir so dringend in unserer Welt brauchen. 

Das geschieht z.B. in Antwerpen: Die protestantische Gemeinde mit dem ansprechenden Namen „De Wijngaard“ (Der Weingarten) in Antwerpen-Süd wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Die Gemeinde setzt sich aus Vertretern verschiedener Nationalitäten zusammen, im Gottesdienst werden auch französisch- und englischsprachige Lieder gesungen. Im Bereich Diakonie unterstützt die Gemeinde aktiv das Evangelische Sozialzentrum PSC, die in Notfällen bei medizinischen Kosten hilft oder Familien mit Schulkindern unterstützt u.v.m. Einmal wurde die Kirche für mehrere Monate Unterkunft einer pakistanischer christlichen Familie, die von Obdachlosigkeit bedroht war. Jetzt muss die Kirche saniert werden. Das GAW hilft dabei in diesem Jahr mit 18.000 Euro! 


Dienstag, 27. August 2019

Gemeinsam Kirche sein - dazu sind wir berufen

Kontaktstudierende in Rabat/Marokko
Seite wenigen Jahren sammelt das GAW Spenden für Projekte, die unter dem Leitmotiv „Gemeinsam Kirche sein“ zusammengefasst sind. Da geht es darum, dass wir gemeinsam als Kirche für andere da sind und uns einsetzen. In Griechenland engagiert sich z.B. die Griechische Evangelische Kirche mit ihrer Gemeinde in Katerini für ein Romaprojekt. Sprachunterricht wird gegeben. Daraus ist eine kleine Gemeinde entstanden mit einer eigenen Prägung. In Rumänien setzt sich eine kleine evangelische Gemeinde mit einer Suppenküche für arme Kinder ein. In Marokko wird durch unsere beiden französischen Partnerkirchen und das GAW eine Ökumenische Ausbildungsstätte gefördert, die auf Hilfe dringend angewiesen ist. 

Dieser Fond“ Gemeinsam Kirche sein“ ist getragen von der Überzeugung, dass wir gemeinsam berufen sind, uns in Dienst nehmen zu lassen. 

Dazu gehört für uns im GAW, dass die GAW-Partnerkirchen in jedem Jahr gebeten werden, ein ausgewähltes Projekt aus diesem Fond zu unterstützen. Gemeinsam weltweit fördern wir so in diesem Jahr die Ökumenische Ausbildungsstätte in Marokko und geben damit ein Zeichen, dass wir im „Geben und Nehmen“ miteinander verbunden sind. 

Natürlich hilft das GAW mit den gesammelten Spenden weltweit vielen Partnerkirchen. Inzwischen kommen aber Gelder aus den Partnerkirchen zurück und stärken damit auch die Gemeinschaft. Es entwickelt sich immer stärker eine Partnerschaft auf Augenhöhe, Abhängigkeitsmuster sollen durchbrochen werden und die Einheit in der Vielfalt sichtbaren Ausdruck bekommen. Damit wandelt sich auch das GAW von einem deutschen Spendenwerk zu einem international vernetzten Hilfswerk. Die Kooperation mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und die gute Zusammenarbeit mit der italienischen Waldenserkirche bestärken dies zusätzlich. 

Zu dieser internationalen Zusammenarbeit und Kooperation gibt es keine Alternative, denn: Wer Jesus folgt ist mit Gott verbunden, der uns zusammenbringt. Wir sind so mit Gott, Jesus und miteinander verbunden. Unser Leben in der EINEN Welt ist miteinander verbunden - ob wir es wollen oder nicht.

Montag, 19. August 2019

In Blumenau wird das Schriftenzentrum wieder eingeweiht!

"Am 10. September wird die Livraria Martin Lutero in Blumenau (Brasilien) neu eingeweiht!" schreibt Pfr. Friedrich Gierus, Vorsitzender des Martin Luthervereins in Brasilien, das Träger der Schriftenmission im Land ist.

Um ihren Mitgliedern evangelische Schriften an die Hand geben zu können, wurde das Schriftenmissionszentrum errichtet. 1991 wurde es in Blumenau eingeweiht. Es ist die einzige Institution der IECLB in Brasilien, die Materialien und Bücher herstellt und verbreitet.  Zum Zentrum gehört auch ein Buchladen und der “Otto-Kuhr-Verlag”. Es hat den Auftrag, Faltblätter, Broschüren, Handzettel, Studienhefte u.ä. zu produzieren und den Gemeinden für ihre Tätigkeit zur Verfügung zu stellen. Es ist übrigens interessant, dass auch Gemeinden anderer Konfessionszugehörigkeit diese Materialien kaufen und einsetzen. Was hier inhaltlich erarbeitet wird, hat ein breites Spektrum. 400.000 Kleinschriften werden jährlich über den Buchladen und den Verlag vertrieben über Brasilien hinaus auch nach Afrika und Portugal. Viele Menschen werden erreicht und und im Glauben gestärkt. 

Die Innenräume des Zentrums mussten dringend saniert werden. Zudem: In der Dachkonstruktion wurden Holzwürmer entdeckt. Sie hatten erhebliche Schäden verursacht, die behoben werden mussten. Ebenso hat der Fußboden stark gelitten und musste ausgebessert werden.
Nun ist alles wieder hergerichtet auch dank der Spende des GAW aus dem Projektkatalog 2018 in Höhe von 10.000 Euro.

"Wir danken dem GAW sehr für die erhaltene Unterstützung!" schreibt Pfr. Gierus.

Donnerstag, 8. August 2019

Litauen: Is it worth it? Let me work it!



Workcamp in Smalininkai: Jugendliche und
junge Erwachsene aus Deutschland und
Litauen bauen am diakonischen Kinderzentrum.
Es wird tatkräftig angepackt beim workcamp im zukünftigen diakonischen Kinderzentrum in Smalininkai in Litauen. 13 Jugendliche und junge Erwachsene aus Deutschland und 23 Jugendliche aus Litauen füllen die Baustelle und das umliegende Gelände mit Leben: voll mit Lachen, Spaß und viel Offenheit und Begeisterung bei gemeinsamen Mahlzeiten, Andachten, Sport und Ausflügen.

Gleich am ersten Arbeitstag wurden rund um das Gebäude verschiedene Arbeiten begonnen. Neue Holzverkleidungen an der Decke wurden angebracht und mehrere alte Vordächer aus Stahlbeton mit schweren Arbeitsgeräten entfernt. Dank vieler helfender Hände konnten große Mengen an Baumaterial in kurzer Zeit im Gebäude verteilt und bereits erste Unterkonstruktionen für Trockenbauwände errichtet werden. Diese sollen in den nächsten Tagen mit Gipskartonplatten verkleidet werden, um neue Räume zu schaffen.

Der aktuelle Bauabschnitt soll als Tageszentrum für Kinder und Jugendliche genutzt werden. Im zweiten Bauabschnitt soll später ein Mehrgenerationenhaus entstehen und betreutes Wohnen für ältere Menschen ermöglichen.

Das workcamp wird organisiert und durchgeführt vom EJW Weltdienst mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werk und der Landeskirche in Württemberg.

https://www.gustav-adolf-werk.de/kindergabe.html
und einem Gottesdienst
zum Schulbeginn unterstützt
das GAW das Kinderzentrum
finanziell.
Mehr Informationen zum Kinderzentrum und der bereits jetzt stattfindenden diakonischen Arbeit mit benachteiligten Kindern und ihren Familien in Smalininkai finden Sie hier. Unterstützen können Sie das Kinderzentrum mit mit unserem Gottesdienst zum Schulanfang "Lieber Gott, mein Tag ist schön", dessen Kollekte dem Kinderzentrum gewidmet ist oder mit einer Spende direkt an:



Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENO DE D1 DKD


Wir danken Pfarrer Mindaugas Kairys, Simon Mönch und Thai An Vu für den Text und die Fotos aus dem Workcamp in Smalininkai, senden herzliche Grüße und wünschen allen Teilnehmenden noch eine gute und gesegnete Zeit.

Dienstag, 6. August 2019

Evangelisch Weltweit 3/2019 erschienen


Die neue Ausgabe des GAW-Magazins "Evangelisch Weltweit" gibt Einblicke in Partnerkirchen auf drei Kontinenten:

Der neu gewählte Präsident der Evangelischen Kirche am La Plata, Leonardo Schindler, spricht im Interview über die Zukunft seiner Kirche in Argentinien, Paraguay und Uruguay. Schwerpunkte seiner Überlegungen sind die künftige Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer, der Ausbau des missionarischen Profils und die aktuellen finanziellen und politischen Herausforderungen: "Bei uns sind die politischen Differenzen zum Glück nicht so stark in die Kirche getragen worden wie in Brasilien, aber es ist klar, dass auch die Pastoren ihre Meinung zur Politik haben."
Eines dieser streitbaren Themen ist der Anbau von Soja zum Export - für die Bauern und für die Regierungen von Argentinien und Paraguay ein lohnendes Geschäft, für die Anwohner der Plantagen aber eine Gefahr für ihre Gesundheit. Soja führt dazu, dass Indigene von ihrem Land vertrieben werden und Regenwald gerodet wird. Der Hintergrundartikel zeigt den Umgang der Evangelischen Kirche am La Plata mit diesem ökonomisch-ökologischen Dilemma.

Markus Schmitt, Theologiestudent aus dem GAW der Pfalz, berichtet über die inzwischen schon zur Tradition gewordenen GAW-Reise von Theologiestudierenden in Diasporakirchen in Europa. Dieses Mal ging es in die Slowakei, wo die Gruppe das Glück hatte, die Einführung des neuen Bischofs der Evangelischen Kirche A.B., Ivan El'ko mitzuerleben.
Außerdem blicken wir nach Kuba: Die Presbyterianische Kirche in Kuba hat lebendige Gemeinden, eine aktive Sozialarbeit und viele engagierte Gemeindeglieder, Pfarrerinnen und Pfarrer. Doch in Kuba herrscht ständige Knappheit – an Grundnahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Produkten. Der Artikel zeigt, an welchen Stellen der Mangel am größten ist und was die ökonomische Lage im Land momentan beeinflusst.

Nicht fehlen darf in der neuen Ausgabe natürlich ein Rückblick auf den Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund! Hier war das GAW mit einem Stand vertreten. Der Kirchentag bot zudem reichlich Gelegenheit zum Wiedersehen mit Gästen und Freunden aus Partnerkirchen. In der Ausgabe finden Sie außerdem eine Beilage zum Reformationstag 2019 mit Predigtgedanken von Steven Fuite, Präsident der Vereinigten Ev. Kirche in Belgien unter dem Motto "Von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft".

Freitag, 2. August 2019

GAW goes Crowdfunding


Die stolzen Vorschulkinder am Tag ihrer Einschulung
Auf der Internet-Spendenplattform www.betterplace.org haben wir eine Spendenkampagne für die zweisprachig-interkulturelle Takuapí in Argentinien eingerichtet.

Das Jahresprojekt der Frauenarbeit sammelt in diesem Jahr für die Schule, die von der reformierten Gemeinde in Ruíz de Montoya getragen wird. Hier, nahe der Iguazú-Wasserfälle, lernen die Kinder, sich in der spanischsprachigen Gesellschaft zurecht zu finden und gleichzeitig ihre kulturellen Wurzeln, Werte und Traditionen zu bewahren. Dazu werden sie sowohl von indigenen und als auch von spanischsprachigen Lehrern unterrichtet. Indigene leben oft unter der Armutsgrenze, viele der Kinder sind unterernährt. Deshalb ist das gemeins
Kinder im Speisesaal
ame Frühstück in der Schule ein wichtiger Teil des Tagesablaufs.

Mit Hilfe der Crowdfunding -Kampagne wollen wir der Schule helfen, folgende Gegenstände anzuschaffen:
  • Neue Tische für den Speisesaal: 3.000 Euro 
  • Bälle, Hürden, Seile und Trampoline für den Sportunterricht: 500 Euro 
  • Vier Deckenventilatoren: 500 Euro
Besuchen Sie unsere Seite https://www.betterplace.org/de/projects/71508-schule-fur-indigene-kinder-in-takuapi-argentinien und verbreiten Sie den Link weiter!

Im Namen der Kinder von Takuapí bedanken wir uns herzlich für Ihre Unterstützung!