Mittwoch, 25. September 2019

Diasporafest zu werden heißt immer auch dialogfähig zu sein

Dieter Knall (+)
Nach langer Krankheit ist der ehemalige Generalsekretär des GAW im Alter von 89 Jahren am 21. September 2019 in Österreich verstorben. "Er war eine große geistliche, von der lutherischen Theologie geprägte Persönlichkeit, der es immer wieder darauf ankam, die Evangelische Kirche und deren Pfarrgemeinden bei ihrer Arbeit darauf hinzuweisen, worauf es in der Evangelischen Kirche ankommt: "Aus der Kraft des Evangeliums leben."  Nicht zuletzt durch seine persönliche Geschichte vermittelte Bischof D. Dieter Knall den Evangelischen in Österreich deutlich, dass das "evangelisch sein" eine europäische und weltweite Dimension hat", schreibt Bischof Michael Chalupka von der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich.

Im September 1976 wurde Dieter Knall Superintendent in der Steiermark. Zuvor war er aber elf Jahre lang im Gustav-Adolf-Werk (West) in Kassel tätig, zuerst als Mitarbeiter und Vertreter der evangelischen Diaspora Österreichs, ab 1969 als Generalsekretär des GAW. Er hat in dieser Zeit auf zahlreiche Herausforderungen im GAW reagieren und einen Umzug bewältigen müssen. Zugleich schaffte er es, einen neuen Zugang zu einigen Staaten im östlichen Europa aufzubauen. Selbst in Kronstadt in Siebenbürgen geboren, hatte er eine Affinität zur evangelischen Diaspora weltweit.

Auch die Umgestaltung des Projektkataloges zu einem Werk mit reichlich Zahlen- und Informationsmaterial und mit Einblicken in die jeweilige kirchliche Situation geht auf seine Initiative zurück. 

Nach seiner Auffassung war und ist Diaspoararbeit im ökumenischen Zeitalter noch dringender geworden als je zuvor, wenn es darauf ankommt, evangelische Minderheiten diasporafest - und das heißt immer auch dialogfähig - zu machen. Alleingelassene Diaspora kann den heutigen Herausforderungen nicht begegnen und standhalten. So war es im GA-Blatt 4/1976 zu lesen. Und gerade die letzten Sätze behalten bleibende Gültigkeit.

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