Dienstag, 15. Oktober 2019

Das Recht auf Leben, Glauben, Kultur - die indigene Missionsarbeit der IECLB

Indigene der Apurina
Die Amazonasregion wird sich nach kürzlichen Aussagen des brasilianischen Präsidenten nicht in einen „Öko-Park für die Welt“ verwandeln. Damit bleibt er bei seiner Linie, die letztlich Großgrundbesitzer ermutigt, den Regenwald weiter zu dezimieren - und damit auch der indigenen Bevölkerung Lebensraum zu nehmen. Sie spüren die Auswirkungen der neuen Politik am Schärfsten. Dabei nutzt der brasilianische Präsident auch bewusst indigene Führer, mit Versprechungen, dass es ihnen wirtschaftlich besser gehen könnte, indem er ihnen Angebote und Versprechungen macht, wie: "Euch könnte es so gut gehen wie uns...!"-  Bewusst werden in indigene Gruppen Konflikte hinein getragen. Letztlich geht es dabei um Manipulationen, Geld und Macht. Teilweise hat Bolsonaro damit Erfolg, weil sich Menschen verführen lassen - egal woher sie kommen und wer sie sind.

In Brasilien gibt es 305 anerkannte indigene Völker mit 274 verschiedenen Sprachen. Nach der letzten Zählung gibt es noch ca. 900.000 Indigene. 

COMIN - die indigene Missionsarbeit der brasilianischen lutherischen Kirche - nimmt sich bewusst der indigenen Bevölkerung an. Sie tut das auch, weil sie selbst Teil der Geschichte der Vertreibung der indigenen Bevölkerung ist. Als die deutschen Siedler in Brasilien landeten, rodeten sie den Urwald mit den Folgen der Vertreibung der indigenen Gruppen.

COMIN hat sich zum Ziel gesetzt, die Rechte der indigenen Minderheit zu stärken, ihr
Renate Gierus von COMIN
Selbstwußstsein zu fördern, ihre Kultur und Sprache zu bewahren, alte indigene Kunsthandwerke wieder zu beleben und ihre Kultur und Religion zu achten. In der Geschichte seit der Eroberung Lateinamerikas wurde ihnen immer wieder eingebläut, dass sie weniger wert sind, nicht dazugehören. Das hat viel mit ihnen gemacht. Viele sind den Weg der Anpassung gegangen. Demgegenüber setzt COMIN auf eine Stärkung ihrer Kultur und Religion. "COMIN versteht seine Missionsarbeit auch als Dialog und Ermutigung zum interreligiösen Dialog. Auch gegen die derzeitige Politik, die dem christlichen Glauben an erste Stelle setzt und andere abwertet", sagt Renate Gierus, Leiterin von COMIN. "In unserer Kirche gibt es leider auch Menschen, die meinen, dass nur im christlichen Glauben die einzige Wahrheit steckt und vergessen dabei, dass nur Christus die Wahrheit ist. 

Damit folgt die Arbeit von COMIN dem ökumenischen Dokument aus 2011 "Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt": "Christ*innen sind aufgerufen, sich zu verpflichten, mit allen Menschen in gegenseitigem Respekt zusammenzuarbeiten und mit ihnen gemeinsam Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinwohl voranzutreiben. Interreligiöse Zusammenarbeit ist eine wesentliche Dimension einer solchen Verpflichtung." (Prinzipien N° 8)

COMIN leistet genau dies durch seine Bildungsarbeit in Workshops und Bewusstseinsbildung.

Das GAW hat in den Projektkatalogen 2016-18 diese Arbeit unterstützt.

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